Mag-log inEINE UNERWARTETE GELEGENHEITDer Morgen hatte gerade erst begonnen, doch Ismerelles Geduld war bereits erschöpft.Seit mehreren Minuten hatte sie versucht, ihren Bruder zur Vernunft zu bringen, doch wie gewohnt war sie nur auf seine hartnäckige Weigerung gestoßen. Zevrak schien fest entschlossen zu sein, sich von der Außenwelt abzuschotten, und nichts, was sie sagte, schien seine Meinung ändern zu können.Schließlich stürmte sie aus seinem Büro und schüttelte frustriert den Kopf.„Unglaublich! Das nimmt langsam völlig absurde Ausmaße an!“, rief sie aus.Velmira, die gerade auf dem Weg zur Küche war, blieb stehen, als sie den Ausbruch ihrer Tochter hörte. Sie hielt sich mit dem Handrücken die Hand vor den Mund, um ein Gähnen zu unterdrücken, und wandte sich dann zu ihr um.„Was ist denn jetzt schon wieder passiert? Es ist kaum Morgen, und du schreist bereits herum.“Ismerelle stieß genervt die Luft aus.„Er hat schon wieder eine Einladung abgelehnt!“Velmira hob eine Augenbraue.„Und d
DER SCHATTEN SEINER VERGANGENHEITEin stechender Schmerz durchfuhr Ismerelles Kehle, als Zevrak seinen Griff weiter verstärkte.„Lass ... mich los, du Bastard!“, brachte sie mühsam hervor. Ihre Stimme war von Hass erfüllt.Sie umklammerte sein Handgelenk und versuchte verzweifelt, seinen Griff zu lockern, doch er bewegte sich kaum. Panik und Wut tobten gleichzeitig in ihr. Als ihre Versuche, sich zu befreien, scheiterten, fuhr sie ihre Krallen aus und zog sie quer über seinen Arm.Erst der scharfe Schmerz brachte ihn dazu, seinen Griff etwas zu lockern.Ismerelle nutzte die Gelegenheit und versuchte, sich aus seiner Reichweite zu befreien. Doch sie hatte kaum einen Schritt gemacht, als Zevrak sie erneut packte.Seine Hand schloss sich fest um ihre Kehle, und mit einer brutalen Bewegung schleuderte er sie gegen die Wand zurück.Sie öffnete den Mund, bereit, ihn erneut zu beschimpfen, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken. Ein einziger Blick auf sein Gesicht genügte, um sie ihre En
Der Wald war ungewöhnlich still geworden.Selbst die Vögel schienen ihren gewohnten Gesang eingestellt zu haben. Nur gelegentlich raschelten die Blätter, und in der Ferne waren die knackenden Äste unter hastigen Schritten zu hören.Zarethia stand in einiger Entfernung vom Spielplatz und richtete ihren Blick auf die dichten Bäume vor sich. Irgendetwas an dieser Atmosphäre beunruhigte sie. Sie konnte nicht erklären, woran es lag, doch seit einer Weile breitete sich ein unangenehmes Gefühl in ihr aus.Dann hörte sie es.Einen angstvollen Schrei.Ruckartig wandte sie den Kopf in Richtung des Geräusches und entdeckte einen jungen Wolf, der hinter den Spielgeräten hervorstolperte. Er sah völlig verängstigt aus und rannte mit seinen kurzen Beinen so schnell er konnte. Hinter ihm tauchte eine dunkle Gestalt zwischen den Bäumen auf.Ein Rogue.Als Zarethia sah, wie das Wesen auf das Kind zustürmte, blieb ihr beinahe das Herz stehen.„Nein!“Sie handelte, noch bevor sie überhaupt darüber nachde
KAPITEL 2„Warte mal. Hat er die Einladung tatsächlich abgelehnt?“Ismerelle starrte ihrem Bruder hinterher und konnte kaum glauben, dass er die Einladung so einfach ausgeschlagen hatte.Neben ihr stieß Velmira einen erschöpften Seufzer aus. Sie hatte mit dieser Reaktion gerechnet, obwohl ein kleiner Teil von ihr gehofft hatte, Zevrak würde sich endlich einmal anders verhalten.„Offenbar habe ich mich geirrt, als ich dachte, dass es ihm langsam besser geht“, murmelte sie und blickte in die Richtung, in der ihr Sohn verschwunden war. „Ich dachte, er würde endlich anfangen, alles hinter sich zu lassen, was geschehen ist. Aber vielleicht habe ich mir das auch nur eingeredet.“Keine der beiden Frauen sagte noch etwas.Es hatte wenig Sinn, über Zevraks Sturheit zu diskutieren, wenn sie beide wussten, wie schwierig es war, seine Meinung zu ändern, sobald er einmal eine Entscheidung getroffen hatte.⸻Das kleine Mädchen taumelte rückwärts, bis ihre Schultern gegen die kalte Wand stießen.Es
BUCH 2: KLAPPENTEXTEr war ihr König … Sie war seine größte Schwäche.Zarethia hätte sich niemals träumen lassen, dass sie zur auserwählten Gefährtin zweier mächtiger Männer werden würde, von denen jeder entschlossen war, sie für sich zu beanspruchen.Doch als ein uraltes Geheimnis ans Licht kommt, erkennt sie, dass ihr Schicksal bereits geschrieben stand, lange bevor sie überhaupt das Licht der Welt erblickte.Zevrak würde Königreiche niederbrennen, um die Frau zu beschützen, die er liebt – selbst wenn er dafür die ganze Welt in einen Krieg stürzen müsste.Doch Verrat, verbotene Verbindungen und ein Feind, der seit Jahrhunderten überlebt hat, drohen, sie für immer auseinanderzureißen. Und dieses Mal könnte selbst die Liebe nicht ausreichen, um sie zu retten.Denn ihre Seelen sind sich nicht zum ersten Mal begegnet … und vielleicht wird es auch nicht das letzte Mal sein.Werden Zevrak und Zarethia es endlich schaffen, den grausamen Kreislauf des Schicksals zu durchbrechen, oder sind s
DRAKTHARS SICHTDie Sonne hatte begonnen, unter den Horizont zu sinken, und färbte den Himmel in Orange- und Blautöne, während wir auf dem warmen Sand eines ruhigen Strandes in Griechenland standen. Die salzige Brise zupfte an Virelles silbernen Locken, während sie Juniper in den Armen hielt, das kleine Mädchen kuschelte sich behaglich an ihre Brust. Torvyn hingegen hüpfte auf den Fersen, sein goldenes Haar fing die letzten Strahlen des Tageslichts ein."Komm schon, Junie!" "Lass uns schwimmen gehen!" rief Torvyn eifrig, seine grauen Augen glänzten vor Aufregung.Juniper jedoch schüttelte den Kopf und hielt sich fester an Virelle. "Nein." Ich will nicht. "Die Wellen werden mich wegspülen", murmelte sie, ihre Stimme kaum hörbar.Torvyn schmollte, trat näher und nahm Junipers kleine Hände in seine. "Ich lasse nicht zu, dass die Wellen dich wegspülen!" "Und wenn sie es versuchen, schwimme ich sofort hinter dir her!"Juniper blieb nicht überzeugt. Sie vergrub ihr Gesicht in Virelles Schul
„Was hat er dir angetan?" Drakthars Stimme ist leise, fast ein Knurren, seine Augen scharf und suchend, als sie sich in meine sperren.Ich versuche, meine Tränen zurückzuhalten und schaue zur hohen Decke seines Zimmers hinauf, um sie wegzublinzeln.Er lehnt sich jetzt vor, weg von den Kissen, seine
Virelle POVDie frühe Morgenluft in Goldencrest riecht nach Kiefer und frischem Tau, aber ich nehme es kaum wahr, während ich in meinem Zimmer auf und ab gehe. Mein Magen verknotet sich vor Nervosität, meine Gedanken rasen.Ich spiele immer wieder die Anweisungen von gestern durch. Um 6:30 in der K
Virelle POV„Lass mich los!“ schreie ich und wehre mich gegen seinen eisernen Griff, während er mich aus dem Auto zerrt.Das Auto hat endlich angehalten und wir befinden uns irgendwo, das ich definitiv nicht kenne. Ich war noch nie außerhalb der Rudel Mauern, also könnte ich für alles, was ich weiß
Virelle POV„Er kann sich nicht mit den Paaren. "Nicht mit meinem einzigen Jungen!"“ Seraphine, die Mutter meines Gefährten Zephyrion, faucht, ihre braunen Augen funkeln vor Abscheu, während sie seinen Arm aus meinem Griff reißt.Wir stehen auf der Lichtung nicht weit vom Rudel Haus entfernt, wo di







