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GEBUNDEN DURCH MOND UND BLUT
GEBUNDEN DURCH MOND UND BLUT
Author: Viv Rex

Kapitel 1 — Die Neutrale Zone

Author: Viv Rex
last update Petsa ng paglalathala: 2026-04-27 02:14:12

Die Stadt Grenzstadt schlief niemals.

Das war das Einzige gewesen worüber Vampire und Werwölfe sich vor dreihundert Jahren geeinigt hatten als sie ihre Grenzlinien zogen und diese gesetzlose Stadt zwischen ihren Territorien bauten. Eine neutrale Zone. Ein Ort wo beide Spezies handeln und verhandeln und so tun konnten als würden sie sich nicht gegenseitig umbringen wollen.

Isolde hasste es hier.

Sie zog ihren dunklen Mantel fester während sie durch die engen Straßen ging. Früher hatte es geregnet und die Luft roch nach Eisen und Schlamm und darunter nach etwas Wilderem. Nasses Fell. Holzrauch. Der Geruch von Werwolfterritorium der in die Ränder von Grenzstadt kroch wie etwas Uneingeladenes.

Sie rümpfte die Nase.

Dreihundert und siebenundvierzig Jahre am Leben und sie konnte sich immer noch nicht an diesen Geruch gewöhnen.

Sie erinnerte sich daran sich zu konzentrieren. Sie war nicht hier um irgendetwas zu fühlen. Sie war hier um jemanden zu finden und wieder zu gehen.

Ihr Vater hatte sie auf das geschickt was er eine einfache Mission nannte. General Casimir Nachtmann kommandierte die östlichen Streitkräfte des Vampirreiches und er schickte seine Tochter nirgendwo hin wenn es nicht wichtig war. Ein Vampirinformant namens Pieter Voss war vor vier Tagen in Grenzstadt verschwunden. Pieter trug Informationen über Truppenbewegungen entlang der Grenze. Informationen die nicht in Werwolfhände fallen durften.

Pieter finden. Die Informationen holen. Vor der Morgendämmerung nach Hause kommen.

Einfach genug.

Außer dass in Grenzstadt nichts jemals einfach war.

Sie bewegte sich vorsichtig durch die Straßen ihre silbernen Augen prüften jeden Schatten ohne es offensichtlich zu machen. Die Gebäude hier lehnten sich ineinander als wären sie müde aufrecht zu stehen. Ihre Wände waren mit Vampirsymbolen und Werwolfzeichen geschnitzt was Isolde schon immer wie eine seltsame Art von Hässlichkeit vorgekommen war. Zwei Feinde die sich denselben Stein teilen.

Tavernen waren geöffnet und laut. Alle möglichen Wesen bewegten sich durch die dunklen Straßen. Vampire in langen dunklen Mänteln. Werwölfe in rauem Leder. Der gelegentliche Mensch der entweder sehr mutig oder sehr töricht war.

Isolde behielt ihre Kapuze oben.

Sie war erkennbar und sie wusste es. Die Tochter von General Nachtmann verschwand nicht leicht in einer Menge. Nicht mit ihrem blassblonden Haar und ihren silbernen Augen und der Art wie sie sich bewegte als hätte sie noch nie in ihrem Leben vor irgendetwas Angst gehabt.

Sie war fast bei der Taverne wo Pieter zuletzt gesehen worden war als sie spürte wie sich etwas in der Luft um sie herum veränderte.

Ein Geräusch. Zu sorgfältig um zufällig zu sein.

Jemand folgte ihr.

Sie hörte nicht auf zu gehen. Sie drehte sich nicht um. Sie zählte bis drei in ihrem Kopf und dann drehte sie sich um griff die Gestalt die aus den Schatten kam an der Kehle und drückte ihn fest gegen die Steinmauer hinter ihm.

Er zuckte nicht zusammen.

Das überraschte sie.

Was sie noch mehr überraschte war wie groß er war. Fast einen ganzen Kopf größer als sie was nicht etwas war dem sie oft begegnete. Er war breitschultrig und dunkelhaarig und er schaute auf ihre Hand an seiner Kehle mit einem Ausdruck der absolut nichts mit Angst zu tun hatte.

Er sah verärgert aus.

"Stört es Sie?" sagte er. Seine Stimme war tief und rau und trug den Akzent des nördlichen Wildlands.

Werwolf. Natürlich.

Isolde behielt ihren festen Griff.

"Sie haben mir gefolgt," sagte sie.

"Ich bin gegangen," antwortete er. "Das ist eine Straße. Menschen gehen auf Straßen."

"Seien Sie nicht klug mit mir."

"Ich bin nicht klug. Ich stelle Fakten fest." Seine Augen bewegten sich von ihrer Hand zu ihrem Gesicht und etwas verschob sich in ihnen. Kein Erweichen. Eher wie Wiedererkennung die irgendwo landete wo sie nicht erwartet hatte zu landen. Sein Kiefer wurde fest. "Nachtmann."

Sie erstarrte.

Er wusste wer sie war.

"Sie kennen meinen Namen," sagte sie vorsichtig. "Ich kenne Ihren nicht."

"Gut," sagte er. Aber dann sagte er es ihr trotzdem und sie würde später darüber nachdenken. "Aldric Grauwald. Graustein Rudel."

Sie ließ ihn los.

Nicht weil der Name sie erschreckte auch wenn das Graustein Rudel das stärkste Werwolfrudel im Wildland war und sie war nicht dumm genug das zu leugnen. Sie ließ ihn los weil einen Graustein Wolf an der Kehle mitten auf einer öffentlichen Straße zu halten genau die Art von Sache war die Probleme verursachte. Und sie hatte heute Nacht keine Zeit für Probleme.

"Was machen Sie in Grenzstadt?" fragte sie.

"Was machen Sie in Grenzstadt?" fragte er zurück.

Sie standen in der engen Straße und schauten einander an während der Regen wieder anfing in einem dünnen kalten Nebel zu fallen. Keiner von ihnen bewegte sich. Keiner von ihnen sprach für einen langen Moment. Isolde studierte ihn so wie sie alles studierte was sorgfältig war und ohne irgendwelche ihrer Gedanken ihr Gesicht erreichen zu lassen.

Er war jünger als sie für jemanden mit seinem Ruf erwartet hatte. Ende zwanzig nach menschlichen Maßstäben. Aber seine Augen waren überhaupt nicht jung. Sie trugen die Art von Gewicht die entsteht wenn man etwas Wichtiges verliert und sich entscheidet trotzdem weiterzumachen.

Sie erkannte das. Sie hatte ihre eigene Version davon drei Jahrhunderte lang getragen.

Sie schob den Gedanken weg bevor er irgendwo hingehen konnte.

"Wir haben uns nichts zu sagen," sagte sie und wandte sich von ihm ab.

"Einverstanden," sagte er zu ihrem Rücken.

Sie ging zur Taverne und schob die Tür auf und ließ die Wärme und den Lärm sich um sie schließen.

Sie schaute nicht zu ihm zurück.

Sie würde den Rest dieser Nacht damit verbringen nicht an das seltsame Gefühl zu denken das sie hatte als sie so nah bei ihm stand. Als hätte etwas tief in ihr sehr lange geschlafen und hätte gerade erst begonnen sich zu rühren.

Sie sagte sich es bedeutete nichts.

Sie lag falsch.

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