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GESCHWOREN, MEINEN MAFIA-EHEMANN ZU TÖTEN
GESCHWOREN, MEINEN MAFIA-EHEMANN ZU TÖTEN
Author: Lael

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Author: Lael
last update publish date: 2026-10-09 01:28:00

DEVIKA

„Die Viscontis haben eine Heirat zwischen dir und Kylo vorgeschlagen."

Ich lachte.

Denn das musste ein Witz sein. Niemand verkaufte ein Mädchen an die gefährlichste Familie des Landes und sagte es dann auch noch laut in ihrem Schlafzimmer.

Dann sah ich sein Gesicht.

Hiero lächelte nicht.

„Cal, du kannst aufhören. Der Witz hat funktioniert."

„Es ist kein Witz." Er sprang vom Bett auf und begann, auf und ab zu laufen. „Sie haben sich heute Morgen gemeldet. Sie wollen, dass du Kylo Visconti heiratest."

„Bist du total übergeschnappt?" Panik überkam mich. „Warum zum Teufel sollte ich das tun?"

„Wenn du Kylo heiratest, bekommen wir ein Bündnis und damit Macht und Schutz. Lehnen wir das Angebot ab, erleben wir vielleicht gerade noch, wie der Name Engel aus der Geschichte getilgt wird."

„Hörst du dir eigentlich selbst zu? Bist du deshalb bereit, deine Schwester zu verkaufen …"

„Dich verkaufen? Wovon zur Hölle redest du? Ich habe ihnen gesagt, dass ich es mit dir besprechen werde."

„Dann sag ihnen Folgendes: Sie können sich ihr Angebot in ihre maßgeschneiderten Ärsche schieben."

„Devika …"

„Nein, komm mir nicht mit ‚Devika'." Ich warf die Hände in die Luft. „Du erwägst ernsthaft, mich dem Sohn von Kirill Visconti zu übergeben? Hast du völlig den Verstand verloren?"

„Ja. Ich erwäge es."

Ich stürmte zur Tür, doch er trat mir in den Weg und versperrte sie.

„Er hat unseren Vater zerstört, Hiero. Er hat uns zerstört. Also verzeih mir, dass ich will, dass die Viscontis wenigstens einen Bruchteil von dem spüren, was wir an jenem Tag gespürt haben, was ich gespürt habe, als ich unseren Dad gefunden habe. Du bist nicht derjenige, der den Mann heiraten soll, der jetzt offenbar die Familie anführen wird, die unsere ruiniert hat!"

Er hob eine Hand. „Ich brauche, dass du mir zuhörst. Es geht hier nicht um persönliche Gefühle. Es geht ums Überleben."

Ich verschränkte die Arme vor der Brust, mein Herz hämmerte, während ich meinen Bruder anfunkelte.

Dass er den Viscontis nicht einfach glatt abgesagt hatte, tat mir mehr weh, als ich ertragen konnte. War er wirklich bereit, mich zu opfern, nur um den Namen unserer Familie zu retten?

Meine Sicht verschwamm vor Tränen. „Ich kann nicht glauben, dass du mir das antust."

Er sah gequält aus und fuhr sich mit der Hand durchs Haar.

„Devika, wir sind am Ende. Wir verbluten. Der einzige Grund, warum wir überhaupt noch so lange durchgehalten haben, ist, dass man uns nicht mehr als Bedrohung sieht. Aber das wird nicht von Dauer sein."

„Sagt wer?"

Als er nicht antwortete, entfuhr mir ein kaltes Lachen. „Du hörst also auf Kylo statt auf mich?"

„Er hat Kontakte, von denen wir nur träumen können."

„Tja, warum heiratest du ihn dann? Und hör auf, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, damit ich das Opferlamm spiele."

Hieros Kiefer spannte sich an, als er mich ansah. „Tu das nicht. Tu nicht so, als wollte ich dir wehtun."

„Was soll ich denn sonst denken? Denn so wie ich es sehe: Warum sollte Kylo mich überhaupt heiraten wollen? Wegen Macht? Die haben wir nicht. Also verzeih, wenn ich diese ganze Abmachung für kompletten Bullshit halte!"

„Es muss für dich keinen Sinn ergeben. Und es tut mir leid, aber wir brauchen das, also wird es passieren."

Ich trat einen Schritt zurück und starrte meinen Bruder an. „Was?"

„Du heiratest Kylo, und darüber wird nicht diskutiert." Seine Augen waren kalt, und in diesem Moment kam er mir vor wie ein Fremder.

Mir drehte sich der Magen um bei dem Gedanken, für den Rest meines Lebens, wie lange auch immer das dauern mochte, rechtlich an den Mann gebunden zu sein, der meine Familie zerstört hatte.

So wie ich Kylo Visconti kannte, würde dieser Deal mehr beinhalten, als nur auf der gestrichelten Linie zu unterschreiben, und ich fürchtete mich davor herauszufinden, was.

„Also das war's? Ich werde einfach so an ihn übergeben, ohne ein Mitspracherecht? Wie ein ausrangiertes Möbelstück, das du dem Meistbietenden verscherbelst?"

„Du tust das für die Familie."

„Nein. Wenn ich das tue, dann nur, weil du mich zwingst. Weil du mir keine Wahl gelassen hast."

Er widersprach nicht. Stattdessen drehte er mir den Rücken zu und öffnete die Tür, doch bevor er ging, sah er über die Schulter. „Ich weiß, dass du das hasst, aber ich hoffe, du lernst, damit zu leben, oder findest vielleicht sogar einen Weg, damit Frieden zu schließen."

Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss, und ich stand ein paar Sekunden wie erstarrt da, bevor meine Knie nachgaben und ich zu Boden sank. Ein Schluchzen blieb mir in der Kehle stecken, doch ich würde Hiero nicht die Genugtuung geben, mich weinen zu hören.

Mein Blick fiel auf das Foto meines Vaters auf dem Nachttisch, und er sah mich an, stark und unantastbar.

Nur dass ich es jetzt besser wusste.

Mein Vater war für die Viscontis nur ein weiterer Bauer gewesen, und anscheinend war ich als Nächste dran. Aber ich wollte verdammt sein, wenn ich klein beigab.

Kylo Visconti mochte glauben, er könne mich kontrollieren und zu einem hübschen kleinen Eheweibchen machen, das brav im Hintergrund saß. Aber da irrte er sich.

Wenn diese Ehe wirklich stattfinden sollte, und danach sah es aus, würde ich nicht dagegen kämpfen. Ich würde sie annehmen. Denn die Heirat mit Kylo brachte mich genau dorthin, wo ich sein musste.

Ins Herz des Visconti-Imperiums.

Ich nahm den Rahmen in die Hand und fuhr mit dem Daumen über das Glas, über das Gesicht meines Vaters.

Dann schob ich die Rückwand ab.

Hinter dem Foto lag ein Handy, eingewickelt in ein verblichenes Taschentuch. Ein Wegwerfhandy, das ich nie benutzt hatte. Elf Monate lang hatte ich es trotzdem aufgeladen gehalten.

Es vibrierte in meiner Hand.

Unbekannte Nummer. Eine Nachricht.

Habe gehört, du würdest Kylo Visconti gern mit deinen eigenen Händen erledigen. Brauchst du ein bisschen Hilfe?

Ich starrte auf den Bildschirm. Niemand wusste, was ich wollte. Ich hatte es nie laut ausgesprochen, nicht gegenüber Hiero, nicht gegenüber Thyra, nicht einmal an Dads Grab.

Jemand hatte mich schon viel länger beobachtet als die Viscontis.

Ich tippte ein einziges Wort.

Wer?

Die Antwort kam in weniger als einer Sekunde.

Sag zuerst Ja zur Hochzeit.

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