LOGINKYLO
Ich mochte Frauen, die Biss hatten. Devika Engel hatte bereits Blut geleckt, und wir hatten noch nicht einmal bestellt.
Sie saß neben mir in einem schwarzen Kleid, das verboten gehört hätte, die Arme verschränkt, und weigerte sich, in meine Richtung zu sehen.
Seit zehn Minuten tat sie so, als gäbe es mich nicht, und ich schwenkte meinen Whiskey und lächelte, denn diese Ehe würde eine verdammt wilde Fahrt werden.
„Du hast mich kein einziges Mal angesehen, seit du hier bist."
„Ich habe nicht vor, meine Augen mit Abfall zu beschmutzen, der nicht einmal recycelt werden sollte."
Yusei verschluckte sich an seinem Drink, und Stefan machte aus einem Lachen einen Hustenanfall. Ihr gegenüber wurde ihr Bruder Hiero blass und beugte sich zu ihr. „Devika …"
Sie rührte sich nicht und blinzelte nicht einmal, und Gott, sie war herrlich.
„Vorsicht, Prinzessin", murmelte ich. „Wenn du so weiterredest, denke ich noch, du spielst die Schwerzugängliche."
„Nenn mich nicht Prinzessin." Ihre roten Lippen kräuselten sich. „Wie niveaulos von dir."
Ich lachte, und Hieros Schultern sanken endlich. „Du wirst mir verzeihen, dass ich nicht beleidigt bin. Du bist diejenige, die in meine Familie einheiratet."
„Schmeichle dir nicht." Sie zog eine Braue hoch und warf ihre blonden Locken über die Schulter. „Das ist keine Ehe. Das ist eine feindliche Übernahme."
„Feindlich oder nicht, es ist ein bindender Vertrag. Deine Familie bekommt meinen Schutz und meinen Namen." Ich beugte mich näher, bis ihr der Atem stockte. „Und ich bekomme dich."
„Ich bin kein Bauer und auch kein Preis, den du dir holen kannst."
„Nein, du bist eine Königin, was dich auf dem Brett zehnmal gefährlicher macht." Ich ließ meinen Blick langsam über den Ausschnitt dieses Kleides gleiten und wieder hinauf zu ihrem finsteren Blick. „Aber ich bin derjenige, der die Figuren zieht, Süße."
Sie lehnte sich vor, so nah, dass ihr Parfüm mich umhüllte. „Ich heirate dich, um zu retten, was von meiner Familie übrig ist, aber das heißt nicht, dass ich dir gehorche wie ein fügsames kleines Trophäenweibchen."
Ehefrau. Gehorchen. Sie hatte keine Ahnung, was diese Worte mit mir machten.
„Regel Nummer eins", sagte ich leise. „Wenn ich dir sage, dass du etwas tun sollst, tust du es ohne Widerspruch. Also sag mir, Devika, weißt du, wie man ein braves Mädchen ist?"
Ihr Kiefer spannte sich an, und ich wusste, dass ich einen Nerv getroffen hatte.
„Fahr zur Hölle."
„Da wohne ich schon." Ich hob mein Glas. „Du ziehst nur bei mir ein."
Sie war auf den Beinen, bevor ich den Satz beendet hatte. „Diese ganze Sache ist ein verdammter Witz. Ich bin raus."
Hiero sprang in derselben Sekunde auf, die Panik stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Devika, setz dich. Wir haben keine andere Option."
„Du musst gar nichts tun. Ich bin diejenige, die ihr Leben an ihn verschreibt."
Ich zwinkerte ihr zu, und ihre Augen hätten Glas schneiden können.
„Macht es dir Spaß, anderen Schmerz zuzufügen?"
„Du willst nicht wissen, was mich anmacht, Darling."
Yusei johlte. „Das beste Abendessen, auf dem ich je war."
„Schön, dass ich dich amüsiere", fauchte Devika.
„Ich könnte dich mehr als nur amüsieren", sagte er grinsend.
Meine Faust krachte so hart auf den Tisch, dass die Gläser klirrten, und jede Stimme erstarb.
„Genug." Ich sah zuerst Yusei an, dann sie. „Wenn du gehen willst, geh. Alles, was wir brauchen, ist die Unterschrift deines Bruders."
Ihre Brust hob und senkte sich. Hieros Hand schloss sich um ihren Arm, und ein stummer Blick ging zwischen den beiden hin und her, bis etwas in ihren Schultern nachgab. Langsam setzte sie sich, ihre grünen Augen ließen meine keinen Moment los.
„Diese Runde mag an dich gegangen sein", sagte sie leise, vor Wut bebend, „aber glaub keine Sekunde lang, dass du mich besitzt."
„Hass mich, so viel du willst, Prinzessin." Ich nahm einen Schluck Whiskey. „Am Ende wirst du in jeder Hinsicht, die zählt, mir gehören."
Sie rührte während des gesamten Essens nichts an, nicht einmal das teuerste Gericht auf der Karte. Mir war das gleich, ich war zu beschäftigt damit, die Show zu genießen.
Als die Teller abgeräumt waren, legte Vandall die Verträge auf den Tisch und schob ihrem Bruder einen Stift hinüber. Hiero unterschrieb, ohne eine einzige Seite zu lesen, und dann war sie an der Reihe.
Devika riss den Stift an sich, und die Spitze schwebte über dem Papier. Eine Sekunde lang sah sie mich an. Dann unterschrieb sie, den Blick fest auf meinen gerichtet, und warf den Stift hin, als würde sie zuschlagen.
Ich setzte meine Unterschrift direkt unter ihren Namen und lächelte. Erledigt.
Sie war aus ihrem Stuhl, bevor die Tinte trocken war, und stürmte durch den privaten Raum, als flüchtete sie vor einem Feuer. Ich war mit drei Schritten hinter ihr, meine Finger schlossen sich um ihr Handgelenk.
„Lass mich los."
Ich tat es nicht. Stattdessen trat ich näher, bis mein Mund an ihrem Ohr war. „Lauf, so viel du willst. Du und ich wissen beide, dass du in meinem Bett landest."
„In deinen Träumen."
„Meine Träume sind verdorben, Prinzessin." Ich lächelte an ihrer Haut. „Ich habe das Gefühl, deine auch."
Ihre Wangen röteten sich, vor Wut oder etwas anderem, und ihr Puls sprang unter meinem Daumen. Dann riss sie sich los und ging, ohne sich umzusehen.
Ich kehrte zum Tisch zurück und setzte mich. Yusei grinste in sein Glas.
„Sie wird dich eines Tages umbringen. Das ist dir klar, oder?"
Ich hob meinen Whiskey und beobachtete die Tür, durch die sie gerade gestürmt war.
„Soll sie es versuchen. Viscontis kommen immer oben raus."
Hiero war seiner Schwester bereits nachgegangen. Vandall wartete, bis die Tür hinter ihm zufiel, dann beugte er sich vor, sodass nur ich ihn hören konnte.
„Weiß sie es schon?"
Ich trank meinen Whiskey aus und lächelte zur Tür, durch die sie gestürmt war.
„Nein. Aber sie glaubt, sie sei diejenige mit einem Plan."
DEVIKA„Mein Auto steht gleich da drüben", flüsterte Thyra.Es war das verlockendste Angebot, das ich je bekommen hatte.Wir standen auf den Steinstufen vor der Kapelle, sie hatte sich bei mir untergehakt, ihr burgunderorangefarbenes Kleid flatterte im Wind. Auf der anderen Straßenseite parkte ihr kleiner silberner Wagen am Bordstein wie ein Versprechen.„Du musst das nicht tun", sagte sie. „Sag ein Wort, und wir sind weg."Eine Sekunde lang erlaubte ich mir, es mir vorzustellen. Der Motor, die offene Straße, Bündnisse und Politik hinter uns gelassen.Dann sah ich Hieros Gesicht vor mir. Was auf dem Spiel stand. Was ich tun musste.„Was ich will, ist irrelevant", sagte ich. „Das hier muss passieren."Thyras Kiefer verhärtete sich. Meine Antwort gefiel ihr nicht, aber sie nickte trotzdem, und das machte sie zur besten Freundin, die ich je hatte.Das Schlimmste war, dass ich geglaubt hatte, ich wäre aus der Sache raus. Als Kirill Viscontis Blut in den Saum meines Hochzeitskleides gesick
DEVIKADie Glocke über der Tür bimmelte, und zwei Männer traten ein, die nicht in einen Brautladen gehörten.Ich beobachtete sie im Spiegel von dem Podest aus, noch immer im Hochzeitskleid. Dunkle Mäntel. Breite Schultern. Sie hatten diese Art von Ruhe, die davon kam, nie die Stimme erheben zu müssen.Einer ließ den Blick durch den Raum schweifen. Der andere postierte sich neben der Tür, als bewachte er sie.Das Lächeln der Beraterin gefror. Thyra hielt das Champagnerglas auf halbem Weg zum Mund inne.Draußen hatten sich Kylos Leibwächter nicht einmal gerührt. Das hieß, jemand hatte ihnen gesagt, sie sollten diese beiden durchlassen.Dann hörte ich es, irgendwo hinter den Männern.Tap.Eine Pause.Tap.Ein Stock auf Marmor, langsam und unaufgeregt, als hätte der, der ihn hielt, sich in seinem ganzen Leben noch nie beeilen müssen.Mein Rücken versteifte sich. Meine Hände, die ohnehin schon zitterten, krallten sich in die Seide.Die Männer traten auseinander.„Na, sieh mal einer an." Di
DEVIKA„Ich hätte nicht gedacht, dass du rangehst, Prinzessin."Es war sechs Uhr morgens. Ich war halb im Schlaf, und die Stimme am Telefon war die letzte, die ich hören wollte.Ich schoss hoch, mein Blut kochte bei dem Spitznamen. Er hatte Glück, dass er nicht hier war, denn nichts hätte ich lieber getan, als meine Hände um seine Kehle zu legen.„Woher hast du diese Nummer?"„Du wirst in weniger als einer Woche meine Frau sein. Ich denke, du kannst mich Kylo nennen."„Entschuldige, was?"„Die Kapelle ist für nächsten Freitag gebucht. Der Veranstaltungsort für den Empfang auch." Seine Stimme war ruhig und zum Verrücktwerden beiläufig.„Nächsten Freitag. Also diesen Freitag? Bist du wahnsinnig?"„Es ist keine Hochzeit, Devika. Es ist eine Machtdemonstration." Seine Stimme wurde schärfer. „Eine prunkvolle Hochzeit zeigt allen, dass wir geeint sind und man sich nicht mit uns anlegt."Ich wollte widersprechen, aber das Schlimmste war, dass er recht hatte.„Such dir ein Kleid aus und kümme
KYLOIch mochte Frauen, die Biss hatten. Devika Engel hatte bereits Blut geleckt, und wir hatten noch nicht einmal bestellt.Sie saß neben mir in einem schwarzen Kleid, das verboten gehört hätte, die Arme verschränkt, und weigerte sich, in meine Richtung zu sehen.Seit zehn Minuten tat sie so, als gäbe es mich nicht, und ich schwenkte meinen Whiskey und lächelte, denn diese Ehe würde eine verdammt wilde Fahrt werden.„Du hast mich kein einziges Mal angesehen, seit du hier bist."„Ich habe nicht vor, meine Augen mit Abfall zu beschmutzen, der nicht einmal recycelt werden sollte."Yusei verschluckte sich an seinem Drink, und Stefan machte aus einem Lachen einen Hustenanfall. Ihr gegenüber wurde ihr Bruder Hiero blass und beugte sich zu ihr. „Devika …"Sie rührte sich nicht und blinzelte nicht einmal, und Gott, sie war herrlich.„Vorsicht, Prinzessin", murmelte ich. „Wenn du so weiterredest, denke ich noch, du spielst die Schwerzugängliche."„Nenn mich nicht Prinzessin." Ihre roten Lippe
DEVIKA„Die Viscontis haben eine Heirat zwischen dir und Kylo vorgeschlagen."Ich lachte.Denn das musste ein Witz sein. Niemand verkaufte ein Mädchen an die gefährlichste Familie des Landes und sagte es dann auch noch laut in ihrem Schlafzimmer.Dann sah ich sein Gesicht.Hiero lächelte nicht.„Cal, du kannst aufhören. Der Witz hat funktioniert."„Es ist kein Witz." Er sprang vom Bett auf und begann, auf und ab zu laufen. „Sie haben sich heute Morgen gemeldet. Sie wollen, dass du Kylo Visconti heiratest."„Bist du total übergeschnappt?" Panik überkam mich. „Warum zum Teufel sollte ich das tun?"„Wenn du Kylo heiratest, bekommen wir ein Bündnis und damit Macht und Schutz. Lehnen wir das Angebot ab, erleben wir vielleicht gerade noch, wie der Name Engel aus der Geschichte getilgt wird."„Hörst du dir eigentlich selbst zu? Bist du deshalb bereit, deine Schwester zu verkaufen …"„Dich verkaufen? Wovon zur Hölle redest du? Ich habe ihnen gesagt, dass ich es mit dir besprechen werde."„Dan







