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Unter seiner Aufsicht

Author: Biodun
last update publish date: 2026-09-05 03:07:47

Mayas Sicht

Ich schlug die Tür meines Schlafzimmers hinter mir zu und lehnte mich dagegen. Meine Brust hob und senkte sich schnell, während sich meine Hände zu Fäusten ballten.

Ich hasste es. Ich hasste die Art, wie Damian mich aufgefangen hatte, als wäre ich irgendein schwaches kleines Mädchen, das nicht einmal allein laufen konnte.

Und noch schlimmer war, dass ich seine tiefe Stimme immer noch in meinem Kopf hören konnte.

Das ist einer der Gründe, warum du mich brauchst.

Ich presste mir die Hände auf die Ohren, als könnte ich damit seine Worte aus meinem Kopf verbannen.

Mein Vater dachte wahrscheinlich, er würde sich damit um mich kümmern, wenn er einen Fremden engagierte, der mir ständig hinterherlief.

Aber er verstand es nicht.

Das hatte er noch nie.

Seit dem Tod meiner Mutter bestand seine Vorstellung von Liebe aus Geld, Leibwächtern und Regeln.

Nicht aus Zeit.

Nicht aus Wärme.

Nicht daraus, mir zuzuhören.

Ich schleppte mich zu dem Glas Milch, das die Hausangestellte vorhin dagelassen hatte. Ich nahm es hoch und trank langsam, um mich zu beruhigen.

Die Wärme rann meine Kehle hinunter, doch sie konnte das Feuer in mir nicht löschen.

Ich setzte mich auf die Bettkante.

In diesem Moment ertönte der Signalton meines Handys.

Sofort griff ich danach und warf einen Blick auf den Bildschirm.

Eine Nachricht aus einer W******p-Gruppe, die ich nie stummgeschaltet hatte, war eingegangen.

Absolventengruppe der Kingston-Universität

Ich öffnete die Benachrichtigung und las die Nachrichten.

Auch nach unserem Abschluss hatte niemand die Gruppe verlassen. Die Unterhaltungen waren noch genauso chaotisch wie zu unserer Studienzeit.

Annabelle: „Ich hoffe, dass heute Abend wirklich alle kommen.“

Fast sofort erschien eine weitere Nachricht.

Harold: „Einige Leute sollten sich bloß nicht für zu wichtig halten, um aufzutauchen.“

Ich verdrehte die Augen.

Typisch.

Diese beiden hatten sich kein bisschen verändert.

Eine weitere Benachrichtigung erschien.

Annabelle: „Vor allem Maya Coker. Sie ist wahrscheinlich viel zu beschäftigt damit, die Tochter eines Milliardärs zu sein.“

Ich lachte leise.

Manche Leute schlossen zwar die Universität ab, aber ihre Eifersucht ließen sie offenbar dort nicht zurück.

Bevor ich antworten konnte, erschien Sandras Nachricht.

Sandra: „Entspannt euch. Maya wird da sein. Ich werde auch bei ihr sein. Hört auf, euch um andere Leute zu kümmern, und konzentriert euch auf euch selbst.“

Mein Lächeln wurde breiter.

Sandra war schon immer so gewesen.

Furchtlos, beschützend und loyal.

Bevor ich antworten konnte, klopfte es erneut an meiner Tür.

Ich runzelte die Stirn und fragte mich, wer diesmal hereinkommen wollte.

Eine weitere Hausangestellte betrat den Raum und verbeugte sich leicht.

„Miss Maya, Ihr Frühstück ist fertig. Und Mr. Coker wird gleich aufbrechen.“

Ich nickte wortlos, und sie verließ den Raum wieder.

Ich stand auf und ging hinaus.

Am Fuß der großen Treppe stand mein Vater, Damian an seiner Seite.

Ich presste den Kiefer zusammen.

Der Anblick von Damian, der dort immer noch so aufrecht und undurchschaubar stand, irritierte mich.

Ich warf ihm einen mörderischen Blick zu.

Zu meinem Ärger grinste er nur, als würde ihm dieses kleine Spiel gefallen.

Mein Vater räusperte sich.

„Ich breche jetzt zu einer Geschäftsreise auf. Ich werde einige Tage weg sein.“

Sein Blick wanderte zu Damian.

„Ich erwarte, dass du deine Arbeit ordentlich machst. Beschütze sie mit deinem Leben.“

Damian neigte leicht den Kopf. Seine Stimme blieb ruhig.

„Sie können mir vertrauen, Sir. Ich werde Sie nicht enttäuschen.“

Ich verdrehte die Augen.

Natürlich fiel mein Vater auf diese kleine Vorstellung herein.

„Dad“, fuhr ich ihn an, wobei meine Stimme lauter wurde, „was redest du da? Ich habe dir gesagt, dass ich keinen Leibwächter will! Ich bin kein Baby.“

Der Blick meines Vaters wurde hart.

„Maya, du hast in dieser Sache keine Wahl. Ich bin dein Vater, und du wirst meine Entscheidungen respektieren. Deine Sicherheit steht an erster Stelle. Damit ist die Diskussion beendet.“

Er sah mich mit genau demselben Gesichtsausdruck an, den er bei Vorstandssitzungen aufsetzte, wenn jemand es wagte, ihm zu widersprechen.

Kalt.

Endgültig.

„Maya, du bist die Zukunft der Coker Group ... Du bist mein einziges Kind.“

Er machte eine kurze Pause.

„Ich werde deine Sicherheit niemals aufs Spiel setzen.“

Seine Stimme wurde etwas sanfter.

„Und vergiss nicht ... Die Vorstandssitzung am Montag beginnt um neun Uhr. Ich erwarte, dass du dort bist. Keine Ausreden.“

Ich seufzte.

Bevor ich widersprechen konnte, betrat der persönliche Fahrer meines Vaters, gekleidet in einen schwarzen Anzug, den Raum und verbeugte sich.

„Mr. Coker, der Wagen steht bereit. Wir sollten bald aufbrechen.“

Mein Vater nickte kurz und wandte sich mir zu.

„Benimm dich, Maya.“

Dann ging er hinaus. Das Klacken seiner polierten Schuhe hallte über den Marmorboden, bis er aus meinem Blickfeld verschwand.

Innerhalb weniger Sekunden folgten ihm mehrere Leibwächter nach draußen.

Ich blieb stehen und sah ihm nach, während sich mein Herz vor Frustration zusammenzog.

Als ich mich umdrehte, war Damian immer noch da.

Schweigend.

Er beobachtete mich wie eine Statue.

„Ich habe dir gesagt, dass du deinen Preis nennen sollst“, zischte ich ihn an. „Ich will weder dich noch irgendeinen anderen Leibwächter.“

Er bewegte sich nicht.

In seinen Augen lag nur wieder dieses ruhige, selbstsichere Funkeln.

In diesem Moment verriet mich mein Magen mit einem leisen Knurren.

Ich seufzte und stellte fest, dass ich bereits hungrig war.

Mein Blick wanderte zum Esszimmer.

Der lange Mahagonitisch war bereits gedeckt. Das Silberbesteck glänzte neben einer Vase mit frischen Blumen, und vor meinem Platz wartete ein Teller cremiger Pasta auf mich.

Ich ging ins Esszimmer, zog einen Stuhl zurück und setzte mich.

Jede meiner Bewegungen war von meiner Wut geprägt.

Ich nahm meine Gabel und begann, das Essen zu zerteilen, während ich versuchte, den Mann zu ignorieren, der nur wenige Schritte von mir entfernt stand.

Doch als ich aufsah, bemerkte ich, wie Damian langsam zur Tür ging.

Seine Hände steckten lässig in den Hosentaschen. Seine Haltung war entspannt, seine Schritte gemessen, als würde ihm jeder Raum gehören, den er betrat.

Diese Arroganz brachte mein Blut zum Kochen.

Ich biss heftiger als nötig in mein Essen.

Doch plötzlich blieb das Stück in meiner Kehle stecken.

Meine Augen weiteten sich.

Ich versuchte zu schlucken, aber es ging nicht hinunter.

Ich begann zu husten, während mein Körper nach vorne zuckte.

Damian drehte sich sofort um.

Ohne zu zögern, kam er mit schnellen Schritten zurück.

Er nahm den Wasserkrug, schenkte Wasser in ein Glas und stellte es bestimmt vor mir ab.

„Hier.“

Ich griff danach und trank hastig.

Erleichterung durchströmte mich, als das Essen endlich hinunterrutschte.

Mein Husten wurde langsamer. Ich stellte das Glas zurück auf den Tisch und atmete schwer.

Er stand neben mir und grinste.

„Hmm. Vielleicht sollte ich nicht nur dein Leibwächter sein. Vielleicht sollte ich auch dein Kindermädchen spielen. Sieht ganz so aus, als könntest du nicht einmal allein essen.“

Mein Mund klappte auf.

„Was hast du gerade gesagt?“

Hitze stieg mir ins Gesicht, während meine Wut über seine Worte immer größer wurde.

„Hey, Idiot“, fauchte ich und sah zu ihm auf. „Ich habe dich nicht darum gebeten, mir Wasser zu bringen.“

Er legte den Kopf leicht schief. Der Mundwinkel hob sich erneut zu einem provokanten Grinsen.

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging davon. Seine Schritte waren langsam, seine Haltung vollkommen entspannt.

Ich umklammerte meine Gabel, während mein Atem unregelmäßig ging.

Ich hasste ihn.

Und ich wusste bereits jetzt, dass Damian in meinem Leben zu haben ein Albtraum werden würde.

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