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Kapitel 3

Author: Three salaries
Erst nach ganzen sieben Tagen kam Alexander wieder nach Hause.

Er hatte einen Strauß Rosen im Arm und mehrere Tüten mit allerlei Leckereien in der Hand.

Dicht hinter ihm folgte Clara.

Seit Claras Rückkehr war Emilia dieser Anblick längst gewohnt.

Immer wieder gerieten Emilia und Alexander ihretwegen in Streit und sprachen anschließend tagelang kein Wort miteinander.

Alexander ließ Emilia dann ein paar Tage schmoren, bevor er wieder auftauchte, als wäre nichts gewesen, und den Streit mit einer beiläufigen Bemerkung beiseiteschob.

Auch diesmal lag dieselbe unverhohlende Gleichgültigkeit in seinem Blick.

„Was neulich passiert ist, war wirklich nicht fair dir gegenüber.“

„Ich habe Clara mitgebracht, damit sie sich persönlich bei dir entschuldigt.“

Alexander gab Clara einen auffordernden Blick.

Clara sah sichtlich unwillig aus, beugte sich aber dennoch leicht vor.

„Emilia, das war nicht in Ordnung von mir. Ich hätte dich nicht als Geliebte beschimpfen und schon gar nicht schlagen dürfen. Das war doch alles nur Spaß.“

„Ich entschuldige mich! Tut mir leid! Tut mir leid! Tut mir leid! Bist du jetzt zufrieden?“

Obwohl Clara sich entschuldigte, war in ihren Augen nicht die geringste Reue zu erkennen.

Stattdessen formte sie, als Alexander gerade nicht hinsah, lautlos das Wort „Schlampe“ mit den Lippen.

Gleichzeitig drückte Alexander Emilia den Rosenstrauß in die Arme und versuchte, sie mit beiläufigen Worten zu besänftigen.

„So, Clara hat sich entschuldigt. Wegen so einer Kleinigkeit kannst du nach all den Tagen langsam aufhören, beleidigt zu sein. Geh nachher zur Kanzlei und erklär, dass du die Scheidung doch nicht weiterverfolgen willst.“

„Du magst doch die Spezialitäten aus Rosenhafen. Ich war geschäftlich dort und habe dir extra von allem etwas mitgebracht. Probier mal.“

Während er sprach, öffnete Alexander bereits die Türen und Verpackungen.

Doch aus jeder Portion waren die besten Stücke bereits herausgepickt und aufgegessen worden.

Clara hielt sich kichernd die Hand vor den Mund.

„Entschuldige, Alexander. Ich hatte unterwegs solchen Hunger, da habe ich von allem ein bisschen probiert. Emilia ist doch so großzügig. Sie wird sich doch bestimmt nicht daran stören, dass sie jetzt meine Reste essen muss, oder?“

Alexander warf Clara einen zugleich hilflosen und liebevollen Blick zu, bevor er sich wieder Emilia zuwandte.

„Du wirst das alles doch sowieso nicht aufessen können. Da macht es doch nichts, wenn sie schon etwas davon gegessen hat.“

Emilia machte keine Szene. Sie schob den Rosenstrauß lediglich beiseite und sah Alexander an.

„Ich hasse Rosen.“

Rote Rosen waren Claras Lieblingsblumen.

Emilia hingegen hasste Rosen, seit sie sich einmal an einem Rosendorn gestochen hatte.

Offenbar erinnerte Alexander sich daran. Seine Miene veränderte sich kurz, doch schon im nächsten Moment wich jeder Anflug von Betroffenheit wieder seiner Ungeduld.

„Es ist bloß ein Blumenstrauß. Musst du deswegen gleich so ein Drama machen?“

Emilia widersprach nicht. Sie deutete lediglich auf die Speisen auf dem Tisch und wandte sich an die Hausangestellte.

„Werfen Sie den Blumenstrauß und diese Essensreste zusammen weg.“

Die Hausangestellte wagte es nicht, sich zu rühren. Alexanders Gesichtsausdruck verfinsterte sich zusehends.

„Emilia, du willst also unbedingt weiter Theater machen?“

Ein spöttisches Lächeln umspielte Emilias Lippen.

„Wenn das für dich Theater ist, dann nenn es eben so.“

Sie wollte Alexander und Clara keine weitere Aufmerksamkeit schenken und wandte sich zum Gehen.

Da ertönte hinter ihr Alexanders eiskalte Stimme.

„Emilia, ich gebe dir noch eine letzte Chance.“

„Nimm jetzt die Blumen an, iss die Sachen und zieh deinen Entschluss zur Scheidung zurück. Dann können wir so tun, als wäre nie etwas passiert.“

„Wenn du diese Gelegenheit jetzt nicht nutzt und mir entgegenkommst, wird es später keine weitere geben.“

Emilia ging unbeirrt weiter.

„Vielen Dank für Ihr großzügiges Angebot, Herr Falk. Heben Sie sich diese Gelegenheit lieber für jemanden auf, der sie nötig hat.“

Hinter ihr stieß Alexander ein wütendes, eisiges Lachen aus.

Dann wandte er sich Clara zu.

„Heute Abend kommst du mit mir zum Familienessen der Falks.“

Clara war sichtlich überrascht und zugleich geschmeichelt.

„Ich? Alexander, das ist ein Familienessen. In welcher Rolle soll ich denn dabei sein?“

Alexander hob die Hand und strich ihr sanft über den Kopf.

„Natürlich als meine zukünftige Frau.“

Emilia fuhr ungläubig herum und sah ihn an.

Doch Alexander hatte nur Augen für Clara.

„Clara, Emilia und ich lassen uns scheiden. Willst du mich heiraten?“

Clara warf Emilia einen triumphierenden Blick zu und rief ohne das geringste Zögern voller Begeisterung:

„Ja! Ich will!“

Alexander wandte sich Emilia zu und sah ihr kreidebleiches Gesicht.

„Du willst doch die Scheidung. Wen ich danach heirate, geht dich wohl nichts mehr an.“

Emilias Stimme klang leicht heiser.

„Ja. Wen Sie nach der Scheidung heiraten, steht Ihnen frei, Herr Falk. Ich habe da nichts mitzureden und will es auch nicht.“

Alexander starrte sie noch einen Moment lang an. Schließlich packte er Clara und stürmte mit ihr davon.

Im Hinausgehen warf er Emilia nur noch einen letzten Satz zu:

„Emilia, du wirst das noch bereuen!“

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