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Kapitel 6

Author: Three salaries
Es dauerte eine ganze Woche, bis die Verletzungen an Emilias Knien wieder verheilt waren.

Mit ihrem immer schwerfälligeren Körper packte Emilia ihre ohnehin wenigen Habseligkeiten vollständig zusammen. Jetzt wartete Emilia nur noch auf das Ende der Trennungszeit.

An diesem Tag wollte Emilia zur Vorsorgeuntersuchung ins Krankenhaus. Als sie die Haustür öffnete, standen ausgerechnet Clara und Alexander daheim.

Emilia wurde sofort wachsam.

„Was macht ihr hier?“

Alexanders ohnehin angespannte Miene verdüsterte sich augenblicklich. Seine Stimme klang verärgert und zugleich gekränkt.

„Willst du mich so wenig sehen?“

Clara stieß Alexander mit dem Ellbogen an. Erst dann presste Alexander die Lippen zusammen und erklärte kühl:

„Heute ist deine Vorsorgeuntersuchung. Ich bin schließlich auch der Vater. Ich komme mit.“

Emilia umklammerte die Mappe mit ihren Unterlagen. Sie konnte darüber nur lachen.

„Nicht nötig. Du hast schon oft genug gefehlt. Auf dieses eine Mal kommt es auch nicht mehr an.“

Clara lief die Treppe hinauf und hakte sich bei Emilia ein.

„Emilia, ich trage dir doch auch nicht mehr nach, dass du meinen Allergieanfall ausgelöst hast.“

„Wie oft soll Alexander denn noch herkommen und sich deinetwegen kleinmachen? Langsam könntest du aufhören, dich so zu zieren.“

In dem Augenblick, als Clara Emilias Arm umfasste, fühlte es sich an, als winde sich eine kalte Giftschlange darum.

Emilia runzelte die Stirn und versuchte, den Arm wegzuziehen.

„Lass mich los!“

Doch Clara ließ nicht locker. Stattdessen bohrten sich Claras spitze Fingernägel tief in die weiche Haut von Emilias Arm.

Auf Claras Gesicht lag noch immer ein Lächeln, doch in ihren Augen stand blanker Hass. Sie beugte sich dicht zu Emilia und flüsterte:

„Was ist bloß so besonders an dir, dass Alexander deinetwegen immer wieder nachgibt?“

„Seine ganze Familie drängt ihn, sich von dir scheiden zu lassen. Aber er weigert sich. Angeblich kann er seinem Kind die Mutter nicht nehmen.“

„Ich bin gespannt, wie er dich diesmal noch beschützen will!“

Nach diesen Worten drückte Clara Emilia einen winzigen Dolch in die Hand. Mit einem wahnsinnigen Lächeln hielt sie Emilias Hand fest umklammert und führte die Klinge damit in ihren eigenen Bauch.

„Ah!!!“

Clara stieß einen gellenden Schrei aus und stieß Emilia dann mit aller Kraft gegen den Bauch.

Clara stand genau so, dass sie Alexander die Sicht versperrte.

Er hatte den winzigen Dolch nicht gesehen. Er sah nur, wie Emilia wie ein unkontrollierbarer Ball die Treppe hinunterstürzte und Stufe um Stufe hinabrollte.

Alexanders Gesicht veränderte sich schlagartig. Voller Entsetzen eilte er auf Emilia zu.

„Emilia!“

Oben hielt Clara sich jedoch mit kreidebleichem Gesicht den Bauch und schrie um Hilfe.

„Alexander, hilf mir! Emilia ... sie will mich umbringen!“

Erst jetzt bemerkte Alexander den winzigen Dolch, der in Claras Bauch steckte. Blut hatte sich bereits über den Boden ergossen.

Alexander stürmte die Treppe hinauf und half Clara auf die Beine.

„Clara ...“

Clara sank kraftlos in Alexanders Arme. Tränen liefen über Claras Gesicht.

„Ich habe ihr nur gesagt, dass ich dich in Ruhe lasse. Ich wollte sie überreden, nicht länger böse auf dich zu sein.“

„Und dann wollte sie mich töten!“

„Sie sagt, sie trägt ja dein Kind. Deshalb kannst du ihr sowieso nichts antun, egal wie wütend du bist!“

Alexander presste eine Hand auf Claras Wunde. Seine Finger zitterten.

„Emilia, bist du wahnsinnig? Das ist ein Mordversuch!“

Emilia wurde von immer heftigeren Krämpfen im Unterleib gequält. Ihr Gesicht war kreidebleich, als sie verzweifelt den Kopf schüttelte.

„Alexander, sie hat das alles inszeniert. Ich war es nicht ... Ich habe ihr nichts getan ...“

Alexanders Augen waren blutunterlaufen. Seine Wut kannte keine Grenzen.

„Clara hat schon als Kind jeden Schmerz gefürchtet. Sie würde sich doch nicht selbst abstechen und ihr Leben riskieren, nur um dir etwas anzuhängen!“

„Wie kannst du nur so grausam sein? Ich bin maßlos enttäuscht von dir!“

Alexander trug Clara hastig die Treppe hinunter.

Als Alexander an Emilia vorbeikam, streckte Emilia die Hand aus und packte sein Hosenbein. Mit letzter Kraft flehte sie ihn an:

„Alexander, ich habe solche Schmerzen im Bauch! Bitte bring mich ins Krankenhaus! Unserem Kind darf nichts passieren ...“

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