Share

Kapitel 244

Author: Chloe Laurent
Aidens Perspektive

Der Vertrag kam an einem Montagmorgen. Vierzig Seiten von einem Unternehmen für Militärlogistik aus Atlanta.

Marcus brachte ihn persönlich vorbei. Den Weg vom dritten in den vierten Stock machte er nur, wenn etwas wirklich wichtig war. Er legte die Unterlagen auf meinen Schreibtisch und setzte sich. „Lies zuerst die Zusammenfassung.“

Ich las.

Das Unternehmen wollte unser Programm zur Wiedereingliederung von Veteranen in sein landesweites Netzwerk aufnehmen. Zunächst waren zwöl
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 247

    Rosalies PerspektiveSeit zwei Wochen und drei Tagen wusste ich es.Ich zählte jeden einzelnen Tag. So war das, wenn man etwas Wichtiges ganz für sich behielt. Man spürte die Zeit vergehen. Spürte, wie sich das Gewicht veränderte. Leichter wurde es nicht. Nichts, was so wichtig war, wurde leichter, wenn man allein damit blieb. Es wurde schwerer. Nicht wegen der Sache selbst. Wegen des Alleinseins.Ich erzählte es niemandem. Nicht Jeffery, dem ich sonst alles anvertraute, was ich allein nicht tragen konnte. Nicht meinem Vater. Nicht einmal Frau Willow, die Dinge oft wusste, bevor man sie aussprach. Vor ihr etwas zu verbergen erforderte inzwischen echte Aufmerksamkeit.Seit zwei Wochen und drei Tagen passte ich also auf. Bei allen.Das Abendessen war meine Idee. Keine große Inszenierung. Nur etwas, das uns etwas bedeutete. Ich wählte den Dienstag. Lucy hatte Debattiertraining. Mein Vater holte die Kinder dienstags ab und behielt sie zum Abendessen bei sich. Von fünf bis acht gehörte die

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 246

    Rosalies PerspektiveZum Geburtstag wünschte Lucy sich ein Familienessen und ein Gespräch.Keine Party. Kein besonderes Restaurant. Sie wollte zu Hause essen. Mit der schönen Tischdecke und den Kerzen, die sie im Schrank entdeckte und die wir nie anzündeten. Danach wollte sie mit uns beiden reden.Sie wurde acht.Wir aßen gemeinsam. Mein Vater kam. Frau Willow auch. Jeffery schaltete sich aus Virginia per Video dazu. Den Abend wollte er auf keinen Fall verpassen. Mara saß neben ihm. Selbst auf dem kleinen Bildschirm strahlte sie diese vertraute Wärme aus. Alessandro widmete sich seinem Kuchen mit jener Hingabe, die er für die wirklich wichtigen Dinge reservierte. Mila saß im Hochstuhl. Mein Vater gab ihr kleine Kuchenstückchen. Jedes einzelne prüfte sie gründlich, bevor sie es aß.Lucy trug ein dunkelblaues Kleid, das sie selbst aussuchte. „Dunkelblau wirkt seriös“, erklärte sie auf meine Nachfrage. „Ich habe heute schließlich etwas Ernstes zu besprechen.“Nach dem Essen gab es Kuchen.

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 245

    Aidens Perspektive„Du bist der fähigste Mensch, den ich kenne“, sagte ich.Sie zeigte auf den Vertrag. „Bleib bei der Sache.“„Das meine ich ernst.“„Ich weiß. Trotzdem. Bleib bei der Sache.“Ich sah wieder auf die Unterlagen.Der geplante Ausbau war zu groß. Diese achtzehn Monate kosteten mich mehr, als das zusätzliche Wachstum wert war. Ich kannte solche Geschichten. Unternehmen wuchsen ihren Gründern über den Kopf. Die hielten den Betrieb mit aller Kraft am Laufen und opferten dafür den Rest ihres Lebens. Meistens genau den Teil, für den sie das Unternehmen überhaupt erst gründeten.Ich wusste, was ich wollte.Ich rief Richard an.„Wir machen ein Gegenangebot“, sagte ich. „Sechs Städte in der ersten Phase. Die Erweiterung im zweiten Jahr hängt davon ab, ob diese sechs Standorte stabil laufen. Die finanziellen Konditionen bleiben. Den Zeitplan verlängern wir um neun Monate.“Richard schwieg kurz. „Dagegen werden sie sich wehren.“„Vielleicht. Aber unser Konzept ist seinen Preis wert

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 244

    Aidens PerspektiveDer Vertrag kam an einem Montagmorgen. Vierzig Seiten von einem Unternehmen für Militärlogistik aus Atlanta.Marcus brachte ihn persönlich vorbei. Den Weg vom dritten in den vierten Stock machte er nur, wenn etwas wirklich wichtig war. Er legte die Unterlagen auf meinen Schreibtisch und setzte sich. „Lies zuerst die Zusammenfassung.“Ich las.Das Unternehmen wollte unser Programm zur Wiedereingliederung von Veteranen in sein landesweites Netzwerk aufnehmen. Zunächst waren zwölf Städte vorgesehen. Im zweiten Jahr sollten es zweiundzwanzig sein. Bessere finanzielle Konditionen bekamen wir seit der Firmengründung noch nie angeboten. Mit dieser Zusammenarbeit konnten wir unsere Kapazitäten verdreifachen. Unser Betreuungsmodell erreichte damit mehr Veteranen als nach fünf weiteren Jahren Wachstum aus eigener Kraft.Es war eine gewaltige Chance. Das sah jeder sofort.Den Rest des Montags telefonierte ich mit Richard. Am Dienstag sprach ich mit zwei Investoren. Sie verfolgt

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 243

    Rosalies PerspektiveEs begann mit einer Einverständniserklärung.Lucys Klasse wollte ins Naturkundemuseum. Dafür brauchte die Schule meine Unterschrift. Das Formular lag seit vier Tagen in ihrem Schulranzen. Ich wusste es genau. Am Montag erinnerte Lucy mich daran, und ich versprach, noch am selben Abend zu unterschreiben. Dann wollte Alessandro nicht ins Bett, und das Formular geriet in Vergessenheit. Am Dienstag blieb ich bis sieben in der Galerie.Am Mittwochmorgen erinnerte Lucy mich erneut daran. Also unterschrieb ich im Stehen an der Küchenarbeitsplatte. Ein Arm steckte schon im Mantel. Mila schrie in ihrem Stühlchen, weil ihr Spielzeug auf dem Boden lag. Gleichzeitig erzählte Alessandro mir mit erheblicher Lautstärke etwas Wichtiges über einen Traum. Beide waren kaum zu überhören.Ich reichte Lucy das Formular. Sie nahm es wortlos entgegen. Ihr Blick blieb allerdings einen Augenblick zu lange auf mir liegen. Diesen Blick kannte ich. Ihr lag etwas auf der Zunge. Sie entschied si

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 242

    Rosalies PerspektiveDas Flugzeug landete zwanzig Minuten früher als geplant. Es fühlte sich wie ein Geschenk an.Irgendwo über dem Atlantik schlief ich vier Stunden. Den Rest des Fluges sah ich aus dem Fenster, ohne wirklich etwas wahrzunehmen. Ich dachte an Alessandros Fieber, an das Buch über Kartografie in meiner Tasche, an die Frau am Fenster im Louvre und an die Galerie. An alles, was in dieser Woche geschah. In meinem Kopf musste es erst noch seinen Platz finden.Mit der Landung war das Nachdenken vorbei. Ich wollte nur noch hinaus.An der Gepäckausgabe dauerte es unnötig lange. Das Band hielt zweimal ohne erkennbaren Grund an. Dann setzte es sich wieder in Bewegung. Träge und unbeirrbar, als folgte es einem eigenen Zeitplan, in dem wartende Passagiere nicht vorkamen.Ich sah auf mein Handy. Lucy schrieb mir vor vierzig Minuten: [Wir sind da. Alles bereit. Mila ist gut gelaunt. Das kann sich allerdings ändern.]Ich ging durch den Zoll und folgte den Schildern zur Ankunftshalle.

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status