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Kapitel 5

Penulis: Mira Writes
last update Tanggal publikasi: 2026-10-25 02:41:33

Arias POV:

Zwei ganze Tage lang sah ich ihn nicht.

Nicht in den Fluren. Nicht im Büro. Nicht einmal auf dem Campus.

Es war, als wäre Wolfe spurlos verschwunden.

Und vielleicht war genau das der Sinn der Sache gewesen.

Nach dem Vertrag. Nach dem Sex. Nach Sloan Maddox und dem Schrank und der kalten Wahrheit, die wie eine scharfe Waffe zwischen uns hing, brauchten wir vielleicht beide eine Auszeit.

Also tat ich das eine, was ich seit Beginn meiner Zeit in Bellmere vermieden hatte.

Ich fuhr nach Hause.

Das Stadthaus der Lancasters stand wie eine Festung an der Upper East Side, mit weißem Stein, eisernen Toren und jener polierten Stille, die förmlich nach Geld schrie.

Meine Schwester Ivy empfing mich an der Tür. Wie immer perfekt. Die Haare gelockt. Lipgloss auf den Lippen. Ihr Handy fest in der Hand.

„Du lebst ja noch“, sagte sie, ohne wirklich aufzusehen.

„Überrascht?“, fragte ich und trat ein.

„Wenn man bedenkt, dass Dad dich letzte Woche beinahe aus Bellmere geholt hätte? Ja.“

Ich blinzelte. „Was?“

Ivy sah mich endlich an. „Du hast deine E-Mails wirklich nicht gelesen, oder?“

Offenbar hatte mein Vater, während ich lernte, auf die Knie zu gehen und zu betteln, Warnungen an das Dekanat geschickt, in denen er sich über „unangemessene Ablenkungen“ beschwerte.

Warnungen, die auf mysteriöse Weise verschwunden waren.

Ich musste nicht fragen, wer sie gelöscht hatte.

Wolfe.

Das Abendessen war unangenehm gewesen.

Vincent Lancaster, König der Immobilien und des Schweigens, saß am Kopfende des Tisches wie eine Statue, die aus Arroganz gemeißelt worden war.

„Also“, sagte er schließlich. „Du hältst deine Noten oben.“

Ich nickte. „Ja.“

„Und keine weiteren Vorfälle?“

Meine Gabel erstarrte mitten in der Luft.

„Nein“, sagte ich. „Keine Vorfälle.“

Er sah mich scharf und prüfend an. „Du hast mich zu sehr an deine Mutter erinnert.“

Ich antwortete nicht. Das war seine liebste Beleidigung gewesen. Eine, die ich wie eine Rüstung trug.

„Mach das nicht kaputt, Aria“, sagte er. „Bellmere ist ein Geschenk. Bring mich nicht dazu, es zu bereuen.“

Ich sagte ihm nicht, dass ich bereits gegen jede einzelne Regel verstoßen hatte.

Ich sagte ihm nicht, dass ich einen Vertrag mit dem Mann unterschrieben hatte, dem er am meisten vertraute.

Stattdessen lächelte ich.

„Natürlich, Daddy.“

Zurück an der Universität wurde nicht alles wieder normal. Aber es wurde still.

Zu still.

Jules bemerkte es.

„Du warst seltsam“, sagte sie, als wir am Kunsthof vorbeigingen.

„Definiere seltsam.“

„Na ja … kein Stöhnen im Schlaf. Kein Erröten beim Blick auf dein Handy. Keine Anspannung in deinen Schultern, als würdest du blaue Flecken an poetischen Stellen verstecken.“

Ich lachte.

„Ich brauchte einfach eine Auszeit.“

„Mmm“, sagte Jules. „Oder vielleicht hat Daddy Dom dich geghostet.“

Ich verdrehte die Augen.

Sie lag nicht falsch.

Und trotzdem sagte mir etwas, dass Wolfe noch nicht fertig war.

Nicht einmal annähernd.

Der Umschlag tauchte drei Nächte später unter meiner Tür auf.

Cremefarbenes Papier. Rotes Wachssiegel.

Mein Name in derselben scharfen Handschrift.

Diesmal befanden sich keine Anweisungen darin.

Nur eine Nachricht:

Du brauchtest Luft. Ich habe sie dir gegeben. Jetzt komm zu mir zurück.

Es gab keine Unterschrift.

Aber ich brauchte auch keine.

Ich hielt das Papier an meine Brust, schloss die Augen und lächelte.

Nicht alles musste auf einmal in Flammen aufgehen.

Manchmal war es das Warten, das das Feuer süßer machte.

Die Ruhe hielt nie lange an.

Das hätte ich inzwischen wissen müssen.

Ich hatte meine Vorlesung am Montag kaum hinter mich gebracht, als der Sturm losbrach.

Es begann mit Geflüster.

Zwei Mädchen im Flur, die hinter vorgehaltenen Händen kicherten.

Ein Professor unterbrach mitten im Satz, als ich den Raum betrat.

Selbst Jules warf mir einen Blick zu. Kein gewöhnliches, neugieriges Grinsen von ihr, sondern etwas Schärferes. Vorsichtiges.

„Was?“, fuhr ich sie schließlich an.

Sie holte ihr Handy heraus, tippte ein paar Mal darauf und drehte mir dann den Bildschirm zu.

Ein anonymer Beitrag im Bellmere-Studentenforum:

„Rat mal, wer den Dekan fickt? Kleiner Hinweis: Nicht nur ihr Notendurchschnitt wird diszipliniert.“

Darunter ein verschwommenes Foto.

Ich.

Wie ich aus Raum 207 kam.

Mein Gesicht teilweise abgewandt. Wolfes Mantel über meinen Schultern.

Mir sackte der Magen ab.

„Wer hat das aufgenommen?“, flüsterte ich.

Jules überflog bereits die Kommentare. „Keine Ahnung. Aber es verbreitet sich wie verrückt. Die Leute teilen es überall. Jemand treibt das richtig voran.“

Ich musste nicht raten.

Sloan.

Die Bürotür knallte hinter mir zu.

Wolfe blickte von seinem Schreibtisch auf, sein Kiefer bereits angespannt.

„Hast du es gesehen?“, fragte ich.

Er nickte.

„Ich kümmere mich darum.“

„Wie?“

Er stand auf und kam mit dieser tödlichen Ruhe auf mich zu. „Der Vorstand hat bereits eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Ich werde ihnen zuvorkommen.“

Panik breitete sich in meinem Bauch aus. „Sie werden dich feuern.“

„Nur, wenn sie irgendetwas beweisen können.“

„Es gibt ein Foto, Sebastian.“

Er blieb abrupt stehen. Als ich seinen Namen aussprach, seinen echten Namen, geriet er ins Wanken.

Dann sagte er leiser: „Ich werde nicht zulassen, dass sie dir etwas antun.“

Ich schluckte. „Mir ist egal, was mit mir passiert.“

Er trat näher und legte seine Hände an mein Gesicht. „Das sollte dir aber nicht egal sein.“

Und da wurde mir klar … Er meinte es ernst.

Das war für ihn nicht länger nur ein Spiel.

Das machte mir mehr Angst als alles andere.

Später in dieser Nacht traf Jules mich in der Bibliothek.

„Wir haben ein Problem“, sagte sie und ließ sich auf den Stuhl neben mir sinken.

„Nur eins?“, murmelte ich.

Sie schob mir erneut ihr Handy hin. „Dieses hier ist schlimmer.“

Es war ein Video.

Körnig, aber deutlich.

Eine Aufnahme von mir, gefesselt und mit verbundenen Augen. Stöhnend. Mit einem Halsband.

In Wolfes Rotem Zimmer.

Meine Knie gaben nach, noch bevor ich überhaupt auf Wiedergabe drücken konnte.

„Woher kommt das?“, fragte ich.

„Niemand weiß es. Aber es verbreitet sich. Schnell.“

Mein Puls schoss in die Höhe. Meine Haut wurde eiskalt.

„Es wurde ohne Erlaubnis aufgenommen. Das ist illegal, oder?“

„Aria …“ Jules zögerte. „Jemand wollte unbedingt, dass das an die Öffentlichkeit gelangt.“

Dann machte es Klick …

Nur ein Name kam mir in den Sinn.

Nicht Sloan.

Nicht einmal Ivy.

Dr. Elliot Graves.

Am nächsten Morgen marschierte ich zu Wolfes Büro.

Wie konnte er mich nach allem, was passiert war, einfach allein lassen? Hatte er mich einfach vergessen?

Nein, zwischen uns war mehr als nur Sex gewesen. Ich empfand mehr für ihn als das.

Wir mussten das bald klären.

Die Tür war verschlossen.

„Abgeschlossen“, murmelte ich verwundert. Er schloss diese Tür nie ab. Warum hatte er sie jetzt abgeschlossen? Oder war sie nur zugezogen? Ich überprüfte es noch einmal.

Nicht nur zugezogen, sondern abgeschlossen.

Er war bereits dabei, den Schaden zu begrenzen.

Ich legte meine Handfläche auf das Holz.

„Du kannst mich nicht einfach aussperren“, flüsterte ich.

Ich wusste nicht, ob er mich hören konnte.

Aber ein Teil von mir hoffte, dass er es nicht konnte.

Denn wenn er diese Tür öffnete, war ich mir nicht sicher, ob ich mich davon abhalten könnte, zusammenzubrechen.

Ich legte mein Ohr an die Tür, um zu hören, ob Geräusche von drinnen kamen.

„Ja, Sebastian … ich bin fast so weit.“ Ich keuchte, als mich eine unbekannte Kraft leicht zurückstieß. Hatte ich mich gerade verhört?

Oder spielte mein Ohr mir einen Streich?

Ich beugte mich erneut vor.

„Ohh ja, härter … Baby, härter.“

Es war die Stimme einer Frau.

Was?!

Dann machte es Klick …

Ich erinnerte mich daran, dass er mir einen Ersatzschlüssel für sein Büro gegeben hatte, damit ich jederzeit Zugang zu unseren geheimen Briefen haben konnte, egal, ob er da war oder nicht.

Ich durchwühlte meine Handtasche mit den Händen, konnte den Schlüssel aber nicht finden.

Da war er.

Der Schlüssel fiel mir wegen meiner zitternden Hände aus der Hand. Angst und das Gefühl des Verrats breiteten sich in meinem ganzen Körper aus.

Bumm. Bumm.

Bumm. Bumm.

Ich konnte meinen eigenen Herzschlag laut hören, als würde er sich ein Wettrennen mit Usain Bolt liefern.

Ich öffnete die Tür und konnte zu meiner Überraschung kaum glauben, was sich vor meinen Augen abspielte.

Oh nein.

„JULES!“, schrie ich.

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