LOGINTeil 1:
Destiny Ariana Ich klopfte mit meinen flachen Sandalen auf dem Boden und zerschlug so Zeit, bis meine beste Freundin endlich in der Lage war, sich von ihrem Freund zu verabschieden und herzukommen. „Oh sorry Ari, ich habe nicht auf die Zeit geschaut ..." „Wie jeden Tag", unterbrach ich sie. „Was sollen wir Madame Lou R'uar sagen, wenn sie wieder durch ihr Fernglas schaut? Wieso sind wir heute zu spät?", fragte ich sie und verschränkte meine Arme ineinander. Wir wohnten in einem ziemlich großen Haus, das in vier Teile geteilt wurde, wo jeweils zwei Studentinnen als WG miteinander wohnen konnten, und ich hatte das große Glück im Unglück, die WG mit meiner besten Freundin Charlotte teilen zu dürfen, die Hals über Kopf in einen reichen Studenten verknallt war. „Die Alte soll mal nicht so einen Theater machen. Man kann auch mal einkaufen gewesen sein oder so", meinte sie augenrollend. „Du kennst die Regeln. Sie macht die Regeln. Nicht wir!", rief ich ihr in Erinnerung. Sie seufzte und schaute mich durch ihren grauen Augen an. „Ich wünschte, wir hätten gleich da drüben eine WG bekommen, aber das haben wir nicht", meinte sie traurig und schob eine lose schwarze Strähne hinters Ohr. Die glitzernden Strähnen, die sie in Japan machen lassen hatte, in einem dunklen Pinkton, sahen wunderschön aus. Sie war wunderschön, die schönste Japanerin ever, und das wusste sie auch. „Tja, ändern können wir es nicht." Ja, aber sich diese alte Französin mit der Einstellung einer Dame aus dem 18. Jahrhundert ist auch nicht richtig. Sie weiß ja selber nicht, was sie tut. Einerseits verabscheut sie, dass wir Mädels ans College gehen, und andererseits will sie nur an Studentinnen vermieten mit strickten Regeln wie direkt nach dem College nach Hause, als wären wir in einem Internat." Ich lachte. „Na komm schon. Wir müssen uns einschmuggeln." Sie seufzte dramatisch. „Ich finde schon eine neue WG. Warte nur ab!", versprach sie. ———————————————— „Ähem, Ähem." Oh oh ... Madame Lou R'uar stand am Flurende mit an den breiten Hüften gestemmten Händen und schaute uns fragend an. „Hättet ihr nicht eine halbe Stunde vorher Zuhause sein sollen?" „Ach kommen Sie schon alte Frau, man kann auch mal länger im Unterricht gewesen sein. Jede Minute ihnen Bericht zu schicken, ist echt nicht möglich." Sie funkelte Charlotte aus schmalen Augen an. „Nicht so frech hier, Fräulein", sie hob ihren rechten Zeigefinger. „Eure Kolleginnen sind schon zuhause." „Jeder hat einen anderen Plan", versuchte ich, sie zu besänftigen. Ihre Augen wurden ein Stück wärmer, als sie endlich zu mir schaute. „Mit dir habe ich ja auch kein Problem, meine Liebe. Ich weiß, dass du nicht wie manch anderer bist." Jetzt schaute sie Charlotte wieder intensiv an. „Ich bereue es, hier überhaupt unterschrieben zu haben", seufzte Charlotte und steckte den Schlüssel ins Schloss. „Dann such dir eine neue Bleibe. Aber glaub mir, meine Regeln sind nur das Beste für euch. Ich habe eine Menge Mädels gesehen, die vom Studium abgelenkt wurden durch Liebschaften und am Ende standen sie ohne nichts da!" Sie drehte sich um. „Ohne nichts! Merkt euch das!" Ich trat hinter Charlotte in die Wohnung und wäre fast über ihren Plüsch-Pantoffel gestolpert. Ich schaute sie entrüstet an. „Also tut mir leid", meinte sie langsam. Es herrschte Chaos. Überall lagen Kleidungsstücke, Schuhe und Schmuck umher. „Ich hatte meine Bluse morgens nicht gefunden, als du schon los bist und dann ..." „Dann hast du deinen Kleiderschrank auseinander genommen?", fragte ich entgeistert. „Ja, so in etwa", meinte sie verlegen. „Wer räumt das jetzt auf?" „Na, wir!", meinte sie euphorisch und fiel mir um den Hals. Ich seufzte. „Du bist meine beste Freundin, aber die schlimmste Mitbewohnerin!", meinte ich gespielt genervt. „Ach komm, ohne mich hast du doch gar keinen Spaß im Leben." Wie wahr. Wie wahr ..."The world paused when I saw your face, Like my heart already knew its place."ZacMein Unternehmen zog meine Seele langsam aber sicher aus mir heraus. Frederico hatte recht, ich musste mehr Last abgeben als weitere auf mich zu nehmen. Ich wartete nur darauf, dass er endlich soweit war, auch einen Teil von Vaters Erbe auf sich nehmen zu können. Unser geliebter Vater Manfred King hat dreizehn Jahre seines Lebens in diesem Unternehmen gesteckt und unser Großvater sogar fünfzig. Beide waren mittlerweile Rentner. Vater war mit Mutter ständig am Reisen, er hatte ihr versprochen, dass er, sobald er vierzig wird, nur noch sein Leben unserer Mutter Nadia widmen würde, und er hielt sich. Unser Großvater lebte in Luxus-Seniorenheimen, die eher wie fünf Sterne Hotels gebaut waren als typische Heime, und genoss seine Siebziger in ganzen Zügen. Nicht, dass er Grandma je treu gewesen war, aber man hatte erst nach ihrem Tod gesehen, was für ein Casanova er doch war. Vater dagegen hat immer nur eine
ArianaAm Abend klopfte es an der Tür und ich musste die Tür runzeln. War etwa Madame Lou R'uar hier, um die monatliche Kontrolle zu machen, wie wir ihr Apartment hielten? Sie kam eigentlich immer angekündigt. Ich rappelte mich auf, richtete mein eingelaufenes T-Shirt und legte meinen Eisbecher zur Seite. Ich ging auf die Tür zu und schaute durch den Türspion. Charlotte stand davor. Sofort öffnete ich die Tür. „Hattest du etwa deinen Schlüssel ver- ...", ich hielt inne. Charlottes Haare waren durcheinander und sie hatte geweint. „Was ist passiert?", fragte ich leise. Sie fiel mir um den Hals. Ich drückte sie fest an mich. Als sie sich aufgelöst von mir löste, laut schniefte, schloss ich die Haustür hinter ihr. „Du musst mir jetzt sagen, was passiert ist", meinte ich völlig besorgt. „Soll ich deine Mum anrufen?"Sie schüttelte heftig den Kopf. „Er hat eine andere geküsst."Ich ließ ihr Gesagtes erstmal sacken. Verarbeitete es. „Frederiko hat ein anderes Mädchen geküsst?", fragte ich la
ArianaAm nächsten Tag während der Mittagspause rannte unser bester Freund Elvin auf uns zu voller Freude. Charlotte pfiff laut und checkte Elvin von oben bis unten aus. „Hot. Hot Mister. Hast du es ins Team geschafft?"Wir sahen ihn beide hoffnungsvoll an. „Ja, gerade so."„Wieso gerade so? Du hast während der Proben die meisten Tore geschossen", fragte ich verblüfft. „Einige Jungs wollten mich nicht im Team. Ihr wisst schon, weil ich mit keinem von denen befreundet bin, sondern nur mit zwei Damen."„Wir kennen uns von klein auf. Natürlich sind wir befreundet!"„Nun", meinte er verlegen. Seine Wangen liefen sogar zartrosa an. Er nahm den Helm ab und seine strubbeligen braunen Haare kamen zum Vorschein. „Einige Jungs denken, ich stehe auf Jungs und deswegen hätte ich kein Recht, ins Team zu kommen."Ich zog meine Brauen hoch, Charlotte schnaubte. „Tut mir leid, wenn es dich verletzt hat", meinte ich sanft. Was war das nur für ein bescheuerter Grund?„Nun, die kennen ja deine hotte Fre
Teil 1: DestinyAriana Ich klopfte mit meinen flachen Sandalen auf dem Boden und zerschlug so Zeit, bis meine beste Freundin endlich in der Lage war, sich von ihrem Freund zu verabschieden und herzukommen. „Oh sorry Ari, ich habe nicht auf die Zeit geschaut ..."„Wie jeden Tag", unterbrach ich sie. „Was sollen wir Madame Lou R'uar sagen, wenn sie wieder durch ihr Fernglas schaut? Wieso sind wir heute zu spät?", fragte ich sie und verschränkte meine Arme ineinander. Wir wohnten in einem ziemlich großen Haus, das in vier Teile geteilt wurde, wo jeweils zwei Studentinnen als WG miteinander wohnen konnten, und ich hatte das große Glück im Unglück, die WG mit meiner besten Freundin Charlotte teilen zu dürfen, die Hals über Kopf in einen reichen Studenten verknallt war. „Die Alte soll mal nicht so einen Theater machen. Man kann auch mal einkaufen gewesen sein oder so", meinte sie augenrollend. „Du kennst die Regeln. Sie macht die Regeln. Nicht wir!", rief ich ihr in Erinnerung. Sie se
Dark Romance Triggerwarnung:In diesem Buch kommen folgende Themen auf, die triggern könnten:- Stalking- sexuelle Inhalte- sexuelle Gewalt/Belästigung- Mord- Depressionen - Mental Breakdown - Folter- Verstümmelung (noch nicht sicher)- Entführung- Inhaftierung- Gewalt Widmung Und wenn dein Herz schlägt ... schlägt es dann für ihn ... oder doch längst für mich?"In Verlangen,dein neuer Bookboyfriend.Prolog Ariana PrestonVerzweifelt versuchte ich, mich durch die Lüftung zu zwängen. Wäre ich nur ein paar Kilo schwerer gewesen, hätte ich es gar nicht geschafft. Schon jetzt war es kaum auszuhalten, ohne eine Panikattacke zu bekommen. Ich musste kriechen, obwohl mir der Gedanke daran den Atem raubte, aber ich hatte keine Wahl. Dieser Luftschacht war definitiv nicht dafür geeignet, einen Menschen darin kriechen zu lassen. Ich hatte, um ehrlich zu sein, auch Angst, dass das Plastik unter mir brechen könnte, aber was war unten? Eine Wand oder nichts? Tausend Gedanken rasten mi