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Gemeinsam im Abgrund
Gemeinsam im Abgrund
Author: Honigtau

Kapitel 1

Author: Honigtau
Ich heiße Sophie Sommer, und seit meiner Kindheit habe ich ein Geheimnis, über das ich kaum zu sprechen wage.

Ich leide am Gier-Syndrom, einem unstillbaren Verlangen. Seit meiner Studienzeit versinke ich Tag für Tag in einem unbeschreiblichen, prickelnden Jucken.

Anfangs war es nur ein vages Pochen, doch allmählich wurde das quälende Prickeln unerfüllter Begierde immer zermürbender und fraß an meiner Vernunft. Als ich es bemerkte, hatte sich dieses Verlangen längst in mein Leben gefressen.

Jede zufällige Berührung jagte mir heiße Reize durch den Körper, als würde Strom durch mich jagen. Ich wurde empfindlich, konnte Nähe kaum noch ertragen, und am Ende reichte sogar ein Blick, um mir das Gefühl zu geben, mit mir werde gespielt ... Ich war völlig wehrlos und konnte mich nur mit Spielzeug notdürftig trösten.

Nach außen hin wirkte ich gepflegt und strahlend. Doch niemand wusste, wie schlüpfrig, feucht und obszön es unter meinem scheinbar ordentlichen Rock aussah.

Ich wurde fast wahnsinnig.

Heute war es wieder so. Ich schleppte meinen von Lust weich gemarterten Körper nach Hause, duschte hastig und überließ mich dem weichen Bett.

Die Vorhänge waren nicht ganz zugezogen. Das Neonlicht der Stadt sickerte durch den Spalt herein und färbte das Schlafzimmer in ein zweideutig warmes Orange.

Ich rollte mich im Licht zusammen, nahm das kleine Spielzeug in die Hand und legte es an die Stelle, die längst vor prickelnder Sehnsucht kaum noch auszuhalten war.

In dem Moment, in dem ich den Schalter drückte, schossen die feinen Vibrationen wie Strom in meinen Körper.

„Mm ...“

Die elektrische Lust breitete sich im selben Augenblick bis in jede Faser aus. Mein ganzer Körper zitterte, mein Atem ging hastig, und in meinem Kopf blieb nichts als abgerissene Laute. Ein laut entkam mir, lange unterdrückt, süßlich und schamlos.

Ich legte den Kopf zurück, stützte mich mit einer Hand aufs Bett, hielt mit der anderen das Spielzeug und führte es langsam nach innen.

Das Gefühl, wie ich nach und nach ausgefüllt wurde, machte mich beinahe ratlos. Ich biss mir auf die Lippe und hantierte unbeholfen mit dem Ding, ließ es in mir umherstoßen, damit es die gierigen Stellen besser erreichte.

Die lange angestaute Sehnsucht stieg wie eine Flut in mir auf. Ich konnte nicht verhindern, dass mir feine, abgehackte Laute entkamen, während meine Taille sich leicht wand.

... Aber es reichte nicht. Ich fühlte mich noch immer leer.

Dass mein entflammter Körper nicht vollständig befriedigt wurde, brachte mich fast zum Zusammenbruch. Warum? Warum verlangte ich immer noch danach? Mein Kopf war leer. Das Spiel mit mir selbst wurde zu einem Mittel gegen den Durst, der nur schlimmer machte, und ließ diese Hitze unerträglicher werden.

Ich wand mich vor Verlangen und war kurz davor, völlig unterzugehen.

Benommen öffnete ich die von Tränen verschwommenen Augen und blickte verloren aus dem Fenster.

Plötzlich bemerkte ich etwas Ungewöhnliches.

In dem höheren Penthouse gegenüber blitzte in der Dunkelheit ein schwacher Reflex auf.

Ich erstarrte.

Es war die Linse eines Hochleistungsteleskops.

Jemand beobachtete mich!

Erschrocken zuckte ich zusammen, mein Körper rollte sich instinktiv ein.

Mein Herz raste wild in meiner Brust. Doch nach der Panik nahm ich verspätet ein anderes, seltsames Gefühl wahr.

Unwillkürlich presste ich die Beine zusammen. Dort hatte ich mich vor Schreck zusammengezogen und das Ding, das eben noch am Eingang steckte, hinausgedrückt.

... Dort war es jetzt schlüpfrig und nass. Das bedeutete, dass dieser Körper in jenem Augenblick, mitten in der Angst, zum Höhepunkt gekommen war.

Ich starrte auf den Lichtpunkt, biss mir auf die Lippe und spürte neben der Scham noch etwas anderes ...

Erregung.

Eine krankhafte Erregung, die mir das Zittern abrang.

Dieser Blick fiel auf meinen Körper, als hätte er eine wirkliche Berührung, und schürte die Leere, die in mir brannte. Meine Vernunft verbrannte.

Jemand sah mich an.

Jemand betrachtete durch ein Teleskop, wie hemmungslos ich in diesem Moment war.

Zumindest jetzt ... teilte jemand dieses Verlangen mit mir.

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