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HEISSES VERGNÜGEN
HEISSES VERGNÜGEN
Author: Valerie Ray

Rivale des Ex-Freundes

Author: Valerie Ray
last update publish date: 2026-09-09 20:56:52

Die späte Nachmittagssonne stand tief und warf lange Schatten über die ruhige Vorstadtstraße, als Liora vor Thornes Haus hielt. Ihr Herz klopfte vor Aufregung und Freude, die kleine Samtschachtel in ihrer Manteltasche wie ein geheimnisvolles Gewicht, das ihr ein Lächeln entlockte. Zwei Jahre zusammen – Nächte ineinander verschlungen, gemütliche Morgen mit Kaffee und leisen Geständnissen, Träume von einem gemeinsamen Leben. Heute Abend würde sie ihn mit dem Ring überraschen, für den sie gespart hatte, einem Symbol der Ewigkeit, an die sie geglaubt hatte. Die Luft war still, warm von der Verheißung des Abends, kein Anzeichen des Sturms, der in ihr aufzog.

Sie stieg aus dem Auto, strich ihr Kleid glatt und ging mit leichten Schritten den Weg entlang. Die Haustür war wie immer unverschlossen; Thorne vertraute ihr alles an, so hatte sie es zumindest geglaubt. Sie drückte sie auf und rief leise: „Thorne? Ich habe etwas für dich.“ Keine Antwort, doch ein leises Geräusch drang aus dem Schlafzimmer – rhythmisch, intim, zog sie vorwärts wie ein sich auflösender Faden.

Ihr Puls beschleunigte sich. Sie bog um die Ecke, die Tür einen Spalt offen, und der Anblick traf sie wie ein Schlag. Thorne, ihr Thorne, lag ausgestreckt auf dem Bett, sein Körper bewegte sich in drängendem Verlangen unter einer Frau, deren dunkle Locken über seine Schultern fielen. Sie waren ineinander verloren, ihre Hüften wiegten sich in einem langsamen, fordernden Rhythmus, seine Hände umklammerten ihre Taille, als wäre sie sein Anker. Der Raum roch nach Schweiß und Verlangen, ein Duft, den Liora nur zu gut von ihren eigenen gestohlenen Momenten kannte.

Die Schachtel fiel ihr aus der Hand und schlug mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden auf. Thornes Augen rissen auf, sein Gesicht wurde kreidebleich. Die Frau – schlank, mit scharfen Gesichtszügen und einem Ring, der an ihrem Finger funkelte – warf einen Blick über die Schulter, ihr Gesichtsausdruck wechselte von Lust zu kühler Belustigung. Sie hörte nicht auf, zumindest nicht sofort, sondern ließ den Moment wie eine Hohnschleife schleifen.

„Liora?“, stammelte Thorne und richtete sich auf, wobei er die Frau sanft von sich schob. Er griff nach einem Kissen, um sich zu bedecken, seine Stimme klang panisch. „Das ist nicht so, wie es aussieht.“

Die Frau glitt mit bedächtiger Anmut von ihm herunter und hüllte sich in einen Morgenmantel. Sie drehte sich ganz um, ihr Blick musterte Liora mit mitleidiger Verachtung. „Tatsächlich ist es genau so, wie es aussieht. Ich bin Elowen. Seine wahre Verlobte.“ Sie hob die Hand, der smaragdgeschliffene Diamant blitzte warnend auf. „Wir sind seit einem Jahr verlobt. Wer bist du eigentlich? Die Nebensache?“

Verlobte. Das Wort traf Liora wie ein Schlag. Zwei Jahre hatten sie gemeinsam eine Welt aufgebaut – seine sanften Berührungen auf ihrer Haut, wie er sie nach Albträumen gehalten und ihr zugeflüstert hatte, dass sie sein Ein und Alles sei. Alles, auf nichts gebaut. Der Ring an ihrem Finger, den sie erst vor wenigen Wochen bekommen hatte, fühlte sich jetzt an wie Blei, eine billige Imitation der Wahrheit.

„Thorne“, flüsterte Liora mit zitternder Stimme, „sag mir, dass sie lügt.“ Sie suchte in seinem Gesicht nach dem Mann, den sie geliebt hatte.derjenige, der ihr das Gefühl gegeben hatte, gesehen und geschätzt zu werden.

Er saß mit gesenktem Kopf auf der Bettkante, unfähig, ihr in die Augen zu sehen. „Ich wollte nicht, dass es so weit kommt, Liora. Elowen und ich … es sind die Erwartungen unserer Familie. Du warst … auf eine Art echt, wie sie es nicht ist.“

Elowen lachte, ein Geräusch wie zerbrechendes Glas. „Echt? Ach, Liebling, sie ist die Dumme, die dachte, ein bisschen Gerede im Bett bedeute Verbindlichkeit. Marcus – Thorne – mag seine Ablenkungen. Hält die Leidenschaft am Leben, bis wir uns das Jawort geben.“ Sie trat näher an ihn heran, ihre Hand ruhte besitzergreifend auf seiner Schulter. „Wusstest du das nicht? Du bist nur das Warm-up, diejenige, die er anruft, wenn er eine Auszeit von der Realität braucht.“

Demütigung durchfuhr Liora, heiß und unerbittlich. Jetzt sah sie die Lügen, verwoben in jede Erinnerung: die abgesagten Verabredungen, die ausweichenden Lächeln, die Nächte, in denen er behauptete, allein zu sein. Sie hatte ihr Herz geöffnet, ihre Verletzlichkeit preisgegeben, ihm Teile von sich anvertraut, die sie jahrelang gehütet hatte. Und er hatte alles ausgenutzt, sie weggeworfen wie eine Laune von gestern.

Wut stieg in ihr auf und übertönte den Schmerz für einen flüchtigen Augenblick. Ihr Blick fiel auf die Vase auf dem Nachttisch – ein zartes Glasgefäß, das sie gemeinsam bei einem Wochenendausflug ausgesucht hatten, ein Symbol ihres gemeinsamen Lebens. Sie riss sie an sich, die kühle Oberfläche beruhigte ihre Wut. Mit einem Schrei, der ihr aus der Brust riss, schleuderte sie die Vase nach Thornes Kopf.

Sie traf ihn mit einem widerlichen Knall, Scherben zersplitterten, als er sich zu spät duckte. Blut rann aus einer Wunde auf seiner Stirn, und er stieß einen Schrei aus und umklammerte die Stelle. Elowen keuchte auf und wich zurück, ihre Fassung bröckelte zum ersten Mal.

„Du Mistkerl“, knurrte Liora mit keuchender Brust. Sie reckte trotzig den Mittelfinger in die Höhe, eine unverhohlene Geste des Widerstands, und drehte sich auf dem Absatz um. Die Schlafzimmertür knallte hinter ihr zu, dann die Haustür – jeder Schlag ein endgültiger Bruch.

Sobald sie ins Freie trat, brach der Himmel los. Dunkle Wolken, die sich unbemerkt zusammengebraut hatten, rissen auf, und heftiger Regen prasselte in Strömen herab und durchnässte sie sofort. Wasser strömte über ihr Gesicht und vermischte sich mit den Tränen, die sie nicht länger zurückhalten konnte. „Toll“, murmelte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen, das Wort bitter auf der Zunge, während der Wolkenbruch ihre Welt verschwimmen ließ.

Ziellos irrte sie umher, der Bürgersteig war glatt unter ihren Füßen, das Kleid klebte wie eine zweite Haut an ihr. Häuserblocks verschwammen vor ihren Augen – vertraute Läden, Parks, in denen sie Hand in Hand spaziert waren – nun zu höhnischen Erinnerungen. Alles, was sie gefühlt hatte, jeder zärtliche Moment, jedes Mal, wenn seine Lippen in stiller Zuneigung ihre Schläfe berührt hatten, alles zerbrach unter der Last des Verrats. Ihr Körper zitterte, nicht nur vor der aufsteigenden Kälte, sondern auch vor dem Schmerz über eine Liebe, in die sie alles investiert hatte, nur um festzustellen, dass sie hohl war.

Tränen strömten ihr nun ungehindert über die Wangen, Schluchzer schüttelten sie, als sie sich am Bordstein vornüberbeugte und die Hände an die Seiten presste, als wolle sie sich festhalten. Der Regen übertönte ihre Schreie, doch innerlich nagte die Verletzlichkeit an ihr – das Vertrauen, das sie so bereitwillig geschenkt hatte, war zerbrochen. Wie hatte sie nur so blind für den emotionalen Abgrund zwischen ihnen sein können? Die Leidenschaft, die sie geteilt hatten, wie sich sein Körper im Dunkeln an ihren geschmiegt hatte, Geborgenheit und Sehnsucht verheißend, fühlte sich nun wie Diebstahl an.

Sie richtete sich etwas auf und wischte sich vergeblich übers Gesicht, als Scheinwerfer den Tränenstrom durchschnitten. Ein eleganter Wagen verlangsamte die Fahrt und hielt neben ihr, das Brummen des Motors ein ferner Trost im Sturm. Das Fenster senkte sich mit einem leisen Surren und gab den Blick

auf eine schattenhafte Gestalt im Inneren frei.

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