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Rivale des Ex-Freundes

Author: Valerie Ray
last update publish date: 2026-09-09 20:58:15

Der beengte Raum des Wagens hallte vom unerbittlichen Trommeln des Regens wider, jeder Tropfen ein Pulsschlag, der die Unruhe in Lioras Brust widerspiegelte. Rivens Finger verweilten unter ihrem Kinn und neigten ihr Gesicht zu seinem, die Wärme seiner Haut ein starker Kontrast zur Kälte, die durch die Scheiben drang. Seine Augen hielten die ihren fest, stürmisch und unnachgiebig, und zogen sie in einen Strudel ungelöster Spannung. Wortlos überbrückte er die Distanz, seine Lippen umschlossen ihre in einer Welle der Leidenschaft, die ihr den Atem raubte.

Der Kuss entfaltete sich wie ein enthülltes Geheimnis – dringlich und doch bedächtig, sein Mund drückte sich mit einer Tiefe, die ihre Schutzmauern durchbrach. Eine Hand umfasste ihren Hinterkopf und zog sie näher, während die andere auf ihrem Oberschenkel ruhte, ein fester Anker inmitten der aufsteigenden Flut der Empfindungen. Lioras Welt geriet ins Wanken, der Sicherheitsgurt nur noch eine schwache Barriere, als sie sich an ihn schmiegte, ihre Lippen sich unter dem sanften Drängen seiner Zunge öffneten. Ein Hauch von Salz auf ihrer Haut, der subtile Duft seines Atems vermischten sich und webten einen Teppich der Wiederentdeckung. Es war keine Eroberung, sondern eine tiefe Verbundenheit. Seine Berührung entfachte ein Kribbeln in ihren Nerven und weckte Sehnsüchte, die sie unter Schichten von Vertrauen und Verrat begraben hatte.

Erinnerungen an vergangene Lieben verblassten, Thornes Liebkosungen waren nur noch Schatten vor diesem flammenden Feuer. Riven erkundete sie mit einer Geduld, die die Hitze Schicht für Schicht steigerte. Seine Lippen wurden weicher, dann fester und entlockten ihr Reaktionen, von denen sie nicht gewusst hatte, dass sie sich danach sehnte. Ihre Finger krallten sich in seinen Kragen, hielten sich fest, während Wellen der Gefühle über sie hereinbrachen – Wut über die Lügen, ein zarter Hoffnungsschimmer in den Rissen. Der Kuss wurde länger, die Zeit löste sich im Rhythmus ihrer gemeinsamen Ausatmungen auf, das sanfte Schaukeln des Wagens verstärkte die Intimität.

Endlich lösten sie sich voneinander, ein widerwilliges Loslassen, das Liora nach Luft schnappen ließ. Ihre Lungen rangen nach Luft, schwer vom Duft nassen Leders und seinem Parfüm. Ihr Brustkorb hob und senkte sich unregelmäßig, ihre Haut kribbelte von der Berührung, ihre Lippen waren geschwollen und empfindlich. Rivens Blick wanderte über ihr Gesicht, ein sanftes Leuchten lag in seinen Augen, als sein Daumen über ihre volle Unterlippe strich und ihre Kurve mit bedächtiger Langsamkeit nachzeichnete. „Wunderschön“, flüsterte er, die Silbe durchdrungen von Ehrfurcht, vibrierend in ihr wie eine Liebkosung, die über Berührung hinausging.

Eine Röte stieg Liora in den Nacken und wärmte ihre Wangen in einem Anflug, den sie nicht unterdrücken konnte. Das Wort, einfach und doch tiefgründig, durchdrang ihre Rüstung und weckte eine Mischung aus Schmeichelei und Furcht in ihr. Sie wandte den Blick ab und drehte den Kopf zum beschlagenen Fenster, das kühle Glas ein Balsam für ihre erhitzte Haut. Sie wich zurück und schuf eine zerbrechliche Distanz, ihr Körper vibrierte noch immer von der Begegnung. Das Handtuch rutschte ihr ein wenig von den Schultern und geriet in dem Augenblick in Vergessenheit.

Stille umhüllte sie, ein samtener Schleier, nur unterbrochen vom rhythmischen Wischen der Scheibenwischer und dem leisen Schnurren des Motors. Riven lehnte sich zurück, seine Anwesenheit eine beständige Wärme neben ihr, seine Stille ohne Druck. Er blickte nachdenklich auf die Straße vor ihnen und ließ die Stille wirken. Liora konzentrierte sich auf die verschwommene Landschaft, Straßenlaternen warfen flüchtige Lichthöfe durch die regennassen Scheiben. Gedanken wirbelten: Die Aussicht auf etwas Vernünftiges, der Kuss die unausgesprochenen Abmachungen besiegelnd. Verletzlichkeit blieb, doch auch ein Funke Stärke, die Nacht formte ihren Weg neu.

Der Fahrer, ein Schatten auf dem Beifahrersitz, manövrierte mit stiller Geschicklichkeit durch die gewundenen Gassen, das Leuchten der Stadt verblasste in der Abgeschiedenheit. Minuten verschwammen, die Wut des Sturms ebnete sich zu einem stetigen Nieselregen, als der Wagen eine private Auffahrt hinauffuhr. Rivens Haus tauchte aus dem Nebel auf – ein elegantes Gebäude mit klaren Linien und großen Fenstern, dessen Lichter die Dämmerung wie Leuchtfeuer durchbrachen. Der Wagen hielt sanft vor dem Eingang, der Fahrer stieg aus und öffnete die Türen mit routinierter Eleganz.

Riven wandte sich ihr zu, seine Stimme, ein sanftes Brummen, durchbrach die Stille. „Bleib über Nacht. Hier, bei mir.“ Es war keine Bitte, sondern eine Einladung, sein Blick vermittelte Geborgenheit inmitten des Chaos. Liora erwiderte seinen Blick, das Erröten wich Entschlossenheit; die Alternative – die Rückkehr in einen leeren, hallenden Raum – reizte sie nicht. Sie nickte und nahm seine Hand, als er ihr aus dem Auto half. Der Kies knirschte unter ihren Füßen, Nebel streichelte ihr Gesicht.

Drinnen lag ein Hauch von poliertem Holz und zarten Zitrusnoten in der Luft, das Foyer öffnete sich zu weiten, einladenden Räumen. Riven führte sie die Treppe hinauf, seine Berührung an ihrem Ellbogen sanft, und sie schritten über polierte Stufen zu einem Flur, der mit dezenten Kunstwerken geschmückt war. Er blieb vor einer Tür stehen und stieß sie auf. Dahinter verbarg sich ein Refugium: sanftes Licht, ein breites Bett mit einer flauschigen Decke und ein angrenzendes Badezimmer mit kühlen Fliesen und glänzenden Armaturen. „Hier bist du. Nimm dir, was du brauchst – frisch dich auf, ruh dich aus. Ich bin in der Nähe, falls du Gesellschaft möchtest.“ Seine Stimme klang warm und hallte noch eine Weile im Türrahmen nach, bevor er sich mit einem Nicken zurückzog und sie allein im Zimmer zurückließ.

Liora schloss die Tür und lehnte sich dagegen, während die Schwere des Abends nachließ. Sie streifte die feuchten Überreste ihrer Kleidung ab, der Stoff lag wie zerfetzte Illusionen zu ihren Füßen. Sie betrat das Badezimmer, drehte den Wasserhahn auf, und einladender Dampf stieg auf. Das Wasser umhüllte sie, heiße Strahlen flossen über ihre Schultern und lösten die Verspannungen in ihren Muskeln. Während der Schaum unter ihren Händen aufschäumte, schweiften ihre Gedanken zu dem Kuss ab – dazu, wie Rivens Lippen gebieterisch und doch zärtlich gewesen waren, eine deutliche Überlegenheit gegenüber Thornes mechanischer Zuneigung.

Dieser Mistkerl, dachte sie, der Gedanke voller Gift, Tränen rannen über ihre geschlossenen Augen. Thornes Berührungen waren gespielt gewesen, ohne das Feuer, das Riven mit müheloser Tiefe entfacht hatte. Die Erinnerung nährte eine stählerne Entschlossenheit: Rache wäre süß, die öffentliche Entlarvung seiner Fassade, ihr Arm in Rivens verschränkt, bei jeder Gelegenheit. Doch unter dem Zorn brodelte Neugier, der Kuss deutete auf mehr hin als nur Vergeltung – Verbindungen, die vielleicht heilen könnten, was zerbrochen war.

Sie verweilte unter dem Wasserstrahl, der nicht nur ihren Körper, sondern auch die Spuren der Demütigung abwaschen sollte. Als sie herauskam, tupfte sie sich mit dicken Handtüchern trocken, ihre Haut gerötet und lebendig. Der Kleiderschrank bot nur wenige Alternativen: keine Bademäntel, keine Ersatzkleidung, nur ein einzelnes, tiefschwarzes Poloshirt, übergroß und vergessen auf einem Regal. Sie schlüpfte hinein, der weiche Stoff fiel locker, der Saum streifte knapp über ihren Knien und strich bei jeder Bewegung sanft über ihre nackten Oberschenkel. Keine Unterwäsche, der direkte Kontakt des Stoffes erinnerte sie eindringlich an ihre Blöße, an Verletzlichkeit, die in Schlichtheit gehüllt war.

Sie blieb vor dem Spiegel stehen, fuhr sich mit den Fingern durch die nassen Strähnen, der Ausschnitt des Shirts rutschte ein wenig von einer Schulter. Ein Gefühl der Unsicherheit durchfuhr sie – jede Bewegung betonte den Mangel darunter, eine gewagte Entscheidung in diesem ungewohnten Zufluchtsort. Doch es fühlte sich richtig an, ein Schritt zurück zur Selbstbestimmung, die Erkenntnisse des Abends trieben sie voran. Sie holte tief Luft, drehte den Türknauf und trat in den Flur. Die kühle Luft verursachte ein leichtes Kribbeln in ihren Beinen, ihr Puls beschleunigte sich angesichts des Unbekannten, das sie

unten erwartete.

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