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Kapitel 15

Auteur: Léo
last update Date de publication: 2026-01-30 15:17:48

Drei Männer stürmten in den Raum, von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, ihre Silhouetten hoben sich wie bedrohliche Schatten im gedämpften Licht ab. Einer von ihnen, größer als die anderen, stand aufrecht wie eine Klinge. Er trug eine schwarze Maske, die nur seine kalten, unnachgiebigen Augen zeigte.

Raphina, halb auf dem Bett liegend, zuckte zusammen, als er den Lärm hörte. Sein Herz begann schneller zu schlagen, sein Gehirn konnte nicht verarbeiten, was vor sich ging. Er hatte nicht einmal Z
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  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 227

    Am anderen Ende der Stadt schlief Éléonore bereits in einem schweren, unruhigen Schlaf. Das schrille Klingeln des Telefons riss sie abrupt aus den Träumen.Sie tastete im Dunkeln nach dem Gerät, das Herz klopfte, und ergriff es vom Nachttisch.»Collen? Geht es euch gut, mein Kleiner?«, fragte sie ängstlich.»Ja, Tante. Uns geht es gut. Wir sind gerade angekommen«, antwortete die tiefe Stimme des jungen Mannes.Éléonore ließ einen großen Seufzer der Erleichterung los und richtete sich in den Kissen auf.»Ach, gut. Ruht euch gut aus. Wir sehen uns heute Morgen. Pass gut auf Chantelle auf.«»Versprochen. Gute Nacht, Tante.«»Gute Nacht, mein Kleiner.«Sie legte mit einer mechanischen Bewegung auf und legte das Telefon langsam auf den hölzernen Nachttisch.Die Stille im Zimmer wurde sofort erdrückend. Neben ihr schlief Edmond nicht. Er lag im Bett, die Augen weit geöffnet, und starrte sie an.»Wer war am Telefon?«, fragte er mit gedehnter, falsch ruhiger Stimme.»Collen.«»Ist er zurück?«

  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 226

    Die Limousine war kaum vor dem Eingang der Notaufnahme zum Stehen gekommen, da öffnete Chantelle bereits ihre Tür. Sie war die Erste, die aus dem Wagen stieg und die eisige Nachtluft durchschnitt.Sie begann zu rennen, bis ihr die Luft ausging, durch die automatischen Türen der Halle. Ihre hastigen Schritte hallten auf dem sterilen Boden.Am Ende des Flurs der Intensivstation war eine vertraute Silhouette im Halbdunkel zusammengesunken. Hélène war da, zusammengekauert auf einer harten Plastikbank.»Hélène!«, rief Chantelle mit erstickter Stimme.Die arme Frau hob wirre, vom Warten ausgelaugte Augen. Chantelle hielt nicht an, sie warf sich gegen sie, klammerte sich verzweifelt an ihre Schultern.Hélène drückte sie mit all ihrer schwindenden Kraft, ihre zitternden Finger verloren sich in Chantelles Haaren. Ihre Wangen waren still überströmt.»Du bist zurück, meine Liebe …«, flüsterte die Mutter mit hauchdünner Stimme.»Ich bin da, Hélène. Ich bin da«, antwortete Chantelle und wischte si

  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 225

    Die große Standuhr im Wohnzimmer schlug Mitternacht, als Éléonore die Tür ihres Hauses aufschob. Die Dunkelheit war fast vollständig, erdrückend. Nur ein schwacher Lichtschein drang aus dem großen Wohnzimmer.Edmond saß in seinem gewohnten Sessel, ein Glas Whisky in der Hand. Ein arrogantes Lächeln zog seine dünnen Lippen. Er schien seit Stunden auf diesen Moment zu warten.»Na?«, begann er mit gedehnter Stimme. »Atmet unser großes Wunderkind noch? Oder müssen wir schon den Bestatter rufen?«Éléonore schloss die schwere Holztür ohne ein Geräusch. Sie atmete tief durch, um die wilde Wut zu verbergen, die ihr die Eingeweide zerfetzte.»Er lebt«, antwortete sie mit eisiger Stimme, während sie ihre Tasche abstellte.Edmond ließ das bernsteinfarbene Getränk langsam in seinem Glas kreisen. Ein flüchtiger Anflug von Enttäuschung huschte über seinen dunklen, berechnenden Blick.»Lebt … das ist ein großes Wort für jemanden, der den Rest seiner tristen Tage im Rollstuhl verbringen wird«, kicher

  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 224

    Während sie zum Flughafen fuhren, hielt Collen in einer Hand sein Telefon und in der anderen die Hand von Chantelle. Das Gepäck war im Kofferraum des sie bringenden Autos verstaut. Chantelle sah ein letztes Mal durch die Heckscheibe. Die türkisfarbene Lagune, die Palmen, die Villa auf Stelzen. Alles verschwand langsam hinter ihnen.»Ich hätte nicht gedacht, dass ich diesen Ort so verlassen würde«, flüsterte sie, die Augen von Tränen getrübt.Collen drückte ihre Hand fester.»Wir werden zurückkommen, meine Liebe. Das verspreche ich dir. Wenn es Stéphane besser geht, kommen wir zurück und beenden, was wir begonnen haben.«»Ich bin nicht traurig wegen mir. Sondern wegen Stéphane.«»Ich weiß. Ich auch. Aber wir werden für ihn da sein. Zusammen.«Er führte ihre Hand an seine Lippen und hauchte einen Kuss darauf. Dann wählte er Robins Nummer. Es klingelte kaum, bevor Robin abnahm.»Collen?«»Robin. Wie geht es dir?«Robins Stimme war müde, aber er versuchte, durchzuhalten.»Ich halte durch,

  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 223

    Auf der Insel schien die Sonne wie immer. Die Wellen streichelten sanft das Ufer, und die Palmen tanzten in der Morgenbrise. Aber an diesem Morgen war Chantelle mit einem stechenden Kopfschmerz aufgewacht. Sie fröstelte, zusammengerollt unter den Decken, das Gesicht blass.Collen war früh aufgestanden, um ihr Medikamente im Dorf zu holen. Er hatte sein Telefon auf dem Nachttisch liegen lassen. Kaum war er gegangen, begann das Gerät zu vibrieren. Einmal. Zweimal. Dreimal. Das beharrliche Klingeln störte die Stille des Zimmers.Chantelle, die Augen halb geschlossen, hörte das Summen. Sie hatte nicht die Kraft aufzustehen, um ranzugehen.Wenige Minuten später kam Collen zurück, ein kleines Tütchen Medikamente in der Hand. Er setzte sich auf die Bettkante und legte eine kühle Hand auf die Stirn seiner Frau.»Meine Liebe, ich mag es nicht, dich so krank zu sehen. Hier, ich habe gefunden, was du brauchst.«Er half ihr, sich aufzusetzen, und reichte ihr eine Tablette mit einem Glas Wasser. C

  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 222

    Die Minuten vergingen. Dann öffneten sich die Türen des OP.Zwei Ärzte in weißen Kitteln kamen heraus, die Gesichter müde, die Schultern schwer. Robin und Hélène standen sofort auf und stürzten auf sie zu.»Herr Doktor! Sagen Sie mir, dass es meinem Sohn gut geht«, flehte Hélène mit gebrochener Stimme.Der Arzt zog seine Maske ab und stieß einen langen Seufzer aus. Er sah Hélène an, dann Robin, mit einer Ernsthaftigkeit, die ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ.»Ihr Sohn lebt. Aber er wurde schwer verletzt.«»Schwer?«, fragte Robin mit angespannter Stimme. »Was meinen Sie damit? Erklären Sie es uns.«Der Arzt verschränkte die Hände vor sich und suchte nach Worten.»Monsieur Segarra hat ein schweres Polytrauma erlitten. Er hat ein Schädel-Hirn-Trauma. Wir überwachen das genau. Er hat auch einen Bruch des linken Beins. Und …«Er zögerte.»Und was, Herr Doktor?«, drängte Robin. »Sagen Sie uns alles. Wir sind seine Familie. Wir haben ein Recht darauf, es zu wissen.«»Auch seine Hüf

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