MasukEINE DROGENNACHT. EIN VERRAT. SIEBEN JAHRE VOLLER GEHEIMNISSE. Mia Turner dachte, sie würde ihrem Freund das perfekte Geburtstagsgeschenk machen. Stattdessen wachte sie im Hotelzimmer eines Fremden auf – von den Menschen, die sie eigentlich lieben sollten, als Fremdgeherin gebrandmarkt. Verstoßen. Verlassen. Schwanger mit einem Geheimnis, das alles verändern sollte. Sieben Jahre später ist Mia pleite und verzweifelt. Sie kämpft um das Leben ihres kranken Sohnes. Der einzige Ausweg ist eine Stelle als Nanny mit Logis bei der Familie Whitmore – und ihrem berüchtigten, eiskalten CEO. Roland Whitmore lässt keine Bindungen zu. Schon gar nicht zu der Nanny seines Sohnes. Aber irgendetwas an Mias Zwillingen berührt ihn auf eine Weise, die er sich nicht erklären kann ... und ein einziger Blick auf ihren stillen kleinen Jungen lässt ihn alles infrage stellen, was er über seine eigene Vergangenheit zu wissen glaubte. Das Anwesen der Whitmores ist voller Geheimnisse. Aber wessen Geheimnis ist das gefährlichere – seins oder ihres? Wird Mias Wahrheit die zerbrechliche Welt zerstören, die sie aufgebaut hat, um ihre Kinder zu beschützen? Oder wird Rolands eigene verborgene Vergangenheit sie alle zuerst zerreißen?
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Was schenkt man einem Typen, der schon alles hat?
Ich hatte zwei Wochen am Stück über genau dieser Frage gebrütet. Julian hatte Geld. Er besaß das Neueste von allem, noch bevor es überhaupt in die Läden kam. Eine Uhr, eine Jacke, ein Gutschein – nichts davon hätte von mir kommend irgendeine Bedeutung gehabt. Also hatte ich mich für das Eine entschieden, das sich wirklich so anfühlte, als gehörfe es mir allein, um es zu verschenken. Das Eine, das noch nie jemand anderes angefasst hatte.
Es ging nicht darum, leicht zu haben zu sein. Es ging darum, seine zu sein. Es gab da einen Unterschied, und ich wusste das, selbst wenn es sonst niemand verstehen würde.
Heute Nacht war es so weit. Ich musste nur zuerst die Party überstehen.
Die Hotelsuite, die Julians Freunde für seinen Geburtstag gemietet hatten, war schon rappelvoll, als ich ankam; die Musik dröhnte mir bereits durch die Wände entgegen, noch bevor ich aus dem Fahrstuhl stieg. Ich strich mein schwarzes Trägerkleid ein letztes Mal glatt und schob die Tür auf.
„Mia!“ Jemand aus meinem Chemiecurs winkte mich herüber, einen Plastikbecher bereits in der Hand. „Du hast es geschafft! Wo ist das Geburtstagskind?“
„Ich suche ihn gerade.“ Ich lachte und ließ mich für einen Moment in die Menge ziehen. „Hast du ihn gesehen?“
„Irgendwo hier. Komm erst mal tanzen, du bist in letzter Zeit so verkrampft!“
Sie zog mich mitten in den Raum, noch bevor ich widersprechen konnte, und für ein paar Minuten erlaubte ich mir zu vergessen, nach irgendjemandem zu suchen. Die Lichter waren gedimmt, bunt und strachen in langsamen Kreisen durch den Raum. Jemand hatte die Sofas an die Wand geschoben, um Platz für eine Tanzfläche zu machen, die definitiv nicht zum Möblierungsplan des Hotels gehörte.
Eine Gruppe am Fenster war mitten in einem Trinkspiel und zählte lautstark herunter, bevor sie ihre Becher auf den Tisch knallten. Jemand warf eine Cappy wie eine Frisbee durch den Raum. Ein Paar, das ich aus der Orientierungsstufe kannte, hing am Balkongeländer eng umschlungen aneinander, völlig egal, wer zuschaute.
Wir sind praktisch fertig mit der Schule. Ich schätze, so sieht die Freiheit im Studium aus.
Ich ließ mich dazu hinreißen, über einen Witz zu lachen, den ich kaum gehört hatte, klatschte zu einem Lied, dessen Text ich nicht kannte, und spürte, wie sich meine Schultern zum ersten Mal seit einer Woche entspannten. Es war leicht, sich mitreißen zu lassen – von dem Lärm, der Hitze und dem Durcheinander der Körper, die sich zusammen bewegten.
Aber meine Augen wanderten jedes Mal wieder zur Tür, wenn sie sich öffnete.
„Okay, aber wo ist Julian überhaupt?“, fragte ich und löste mich nach einem weiteren Lied von der Gruppe. „Ich habe ihm noch nicht mal alles Gute gesagt.“
„Er war vorhin am Balkon“, meinte jemand. „Oder vielleicht in der Küche? Keine Ahnung, es ist eine große Suite.“
Ich schlängelte mich durch die Menge, überprüfte jede Ecke und wurde unterwegs in zwei weitere Gespräche verwickelt. Keine Spur von ihm.
„Suchst du deinen Freund?“ Brooke, meine beste Freundin, tauchte an meiner Seite auf, zwei Drinks in der Hand. Sie hielt mir einen hin.
„Ich passe.“ Ich winkte ab. „Du weißt, dass ich nichts trinke.“
„Es ist sein Geburtstag, keine Beerdigung.“ Sie schob das Glas näher heran. „Ein Drink, Mia. Du suchst schon die ganze Party nach ihm, entspann dich mal für zwei Sekunden.“
„Brooke—„
„Komm schon. Locker dich ein bisschen auf. Es wird dich schon nicht umbringen.“ Sie wackelte mit dem Glas, bis es meine Hand berührte. „Einer. Das war’s. Versprochen.“
Ich gab nach und nahm es. Der erste Schluck brannte wie Feuer im Hals, und ich hustete mit tränenüberströmten Augen.
„Der ist stark.“
„Ist schon gut“, sagte Brooke. „Trink aus. Ich gehe ihn für dich suchen, okay? Bleib genau hier.“
Sie glitt in die Menge, bevor ich protestieren konnte. Ich stand mit meinem Becher an der Wand und sah zu, wie sich alle anderen in der Party verloren. Das Trinkspiel am Fenster hatte sich in einen vollendeten Wettkampf verwandelt; die Jungs hieben jedes Mal auf den Tisch, wenn jemand eine Runde gewann. Zwei Mädchen, die ich nicht kannte, machten Shots von den Händen der jeweils anderen und kreischten vor Lachen. Das Paar am Balkon war immer noch nicht wieder aufgetaucht, um Luft zu holen.
Wie schaffen es alle, einfach so frei zu sein?
Ich nahm noch einen Schluck und redete mir ein, dass er mir helfen würde, mich ebenfalls zu entspannen. Der Raum begann an den Rändern leicht zu verschwimmen, und das Wummern der Musik fühlte sich weiter entfernt an, als es sollte.
„Hast du ihn gefunden?“, fragte ich, als Brooke endlich zurückkam, während meine Worte etwas schleppend herauskamen.
Sie hielt eine Schlüsselkarte zwischen zwei Fingern.
„Zimmer 214“, sagte sie. „Er will dich da oben sehen. Er sagt, er hat ein Geschenk für dich, bevor die Sache mit der Torte steigt.“
„Ein Geschenk?“ Ich blinzelte sie an, mein Kopf war wie vernebelt. „Eigentlich sollte ich diejenige mit dem Geschenk sein.“
„Frag nicht mich, frag ihn.“ Sie drückte mir die Karte in die Handfläche und drehte mich in Richtung der Fahrstühle. „Geh. Er wartet.“
Die Fahrstuhlfahrt verschwamm. Der Flur verschwamm. Als ich die Tür schließlich fand, gehorchten mir meine Beine nicht mehr richtig, und ich brauchte zwei Anläufe, um die Nummer an der Wand scharfzuscharren.
215.
Die Karte piepte grün. Die Tür gab nach.
Drinnen war das Zimmer dunkel, die Vorhänge zugezogen, keine Lampen an. Mein Kopf war zu schwer, zu langsam, alles wie in Watte gepackt.
„Julian?“
Keine Antwort. Nur das Geräusch der Tür, die hinter mir ins Schloss fiel, und dann Hände, die meine Taille griffen.
Ich ließ mich hineinfallen. In ihn. In den Mund an meinem Hals und die Finger, die mich näher heranzogen, während mein Gehirn viel zu vernebelt war, um sich zu fragen, warum sich nichts davon wirklich richtig anfühlte.
„Warte.“ Meine Stimme klang schleppend, dickflüssig. „Mach das Licht an. Ich will dich sehen.“
Die Hände hielten inne. Und zogen sich dann fester zusammen.
„Nein“, sagte die Stimme an meinem Ohr. „Noch nicht.“
Mias PerspektiveSpät in dieser Nacht, nachdem die Kinder fest schliefen, saß ich auf der Bettkante und drückte das Telefon an mein Ohr, während ich mit Sandra sprach.„Ich sage dir, Sandra, es war so heftig“, flüsterte ich und hielt meine Stimme leise. „Seine ganze Familie ist gekommen – seine Eltern, seine Schwester, Marcus. Und als sie Ben sahen... Sandra, im Raum herrschte Totenstille. Die Ähnlichkeit ist so unbestreitbar, dass selbst seine Mutter und seine Schwester ihn in völligem Schock anstarrten.“„Mia, das ist verrückt“, hauchte Sandra durch den Lautsprecher, ihre Stimme voller Sorge. „Wirst du klarkommen? Wie sieht es mit dem Job aus? Hast du einen anderen Ort gefunden, wo du hin kannst?“Ich holte tief und zittrig Luft. „Marcus hat mir einen Job angeboten. In seinem Laden in der Innenstadt – The Black Velvet Lounge. Als Kassiererin.“Am anderen Ende entstand eine lange Pause. „Ein Stripclub, Mia? Bist du dir da sicher?“„Ich tue alles, Sandra“, sagte ich, meine Stimme brac
**Rolands Perspektive** Ich hustete heftig und verschluckte mich beinahe an meinem Glas Eiswasser, als die unglaublichen Worte meiner Mutter in meinem Gehirn ankamen. Ich stellte das schwere Kristallglas mit einem scharfen *Klacken* ab und starrte sie mit reiner, unverdünnter Fassungslosigkeit an. „Ist das dein Ernst?“, krächzte ich und wischte mir mit einer Leinenserviette den Mund ab. „Ein DNA-Test für den Sohn einer Nanny?“ „Ja, Roland!“, beharrte meine Mutter geschmeidig und tupfte sich die Lippen ab. „Man kann nie wissen, was passiert sein könnte. Du kannst mir nicht erzählen, dass du die Ähnlichkeit nicht siehst.“ „Mutter, du gehst völlig zu weit“, fuhr ich sie an, mein Kiefer wie aus Eisen gemeißelt. „Es gibt auf keinen Fall eine Möglichkeit, dass dieses Kind von mir ist. Ich bezweifle, dass du mir meinen medizinischen Zustand unter die Nase reiben willst – wir wissen beide, dass Leos Zeugung vor sieben Jahren ein absolutes Wunder war. Damit ist dieses Thema beendet.“ Sie ö
**Rolands Perspektive**Ich stand in der Mitte des Empfangszimmers und spürte die schwere, fassungslose Stille, die nach Mias leiser Erklärung zurückblieb. Sie hat nicht argumentiert. Sie hat nicht gebettelt. Sie hat ihre Kündigung einfach als ihre „gerechte Strafe“ akzeptiert und ihren jungen Sohn zurück in ihren Flügel gezogen.„Mutter, ich werde meine Entscheidung nicht überdenken“, sagte ich kalt und schnitt den Protest ab, der sich auf den Lippen meiner Mutter bildete, bevor sie ihn überhaupt aussprechen konnte. „Sie geht, und das ist endgültig. Mia, Sie sind entlassen.“Mia neigte einmal den Kopf, nahm Ben an der Hand und zog sich leise den großen Korridor hinunter zurück.In dem Moment, als die Doppeltür hinter ihr ins Schloss fiel, wandte sich meine Mutter an mich, ihre dunklen Augen blitzten vor aristokratischer Wut. „Roland, warum musst du immer so vollkommen herzlos sein? Das Mädchen hat nur versucht, Leo zu helfen! Und wie um alles in der Welt kannst du sie einfach wegschi
**Mias Perspektive** Am nächsten Morgen wachte ich vor Sonnenaufgang auf, mein Geist war bereits schwer von der tickenden Uhr der verbleibenden sechs Tage. Ich zog mich schnell an, versorgte meine eigenen Kinder und eilte den Korridor hinunter zu Leos Zimmer, um ihn für die Schule fertigzumachen. Als ich behutsam anklopfte und eintrat, war die Atmosphäre dick und frostig. „Guten Morgen, Leo“, bot ich warm an und streckte die Hand aus, um sein verstrubbeltes dunkles Haar glattzustreichen. Leo weicht sofort zurück und duckte sich aus meiner Reichweite. „Fass mein Haar nicht an“, murmelte er und starrte auf den Boden. Er schnappte sich sein Handtuch vom Haken, sein kleines Kinn zu einer harten, sturen Linie angespannt. „Ich kann mich selbst waschen. Ich brauche dich nicht.“ Ich schluckte den plötzlichen Kloß in meinem Hals herunter und spürte die distanzierte, eisige Mauer, die er über Nacht errichtet hatte. *Roland muss ihm etwas gesagt haben*, wurde mir schweren Herzens klar. Denno











