INICIAR SESIÓN
POV: Clem | Gowanus, Brooklyn, an dem Morgen, an dem ich starb
An dem Morgen, an dem ich starb, aß ich einen Bagel.
Das möchte ich festgehalten wissen. Ich möchte es in einen sehr kleinen Stein meißeln. Hier ruht Clementine Rourke, die um neun Uhr zweiundvierzig morgens getötet wurde, während sie einen Everything-Bagel mit Frühlingszwiebel-Frischkäse in der Hand hielt, den sie noch nicht aufgegessen hatte.
„Du machst das Gesicht“, stellte Prue von der anderen Seite meiner Werkbank fest.
„Ich mache kein Gesicht.“
„Du machst das Gesicht, bei dem du auf eine Uhr schaust und an deinen Mann denkst.“ Prudence Whitaker, meine beste Freundin seit der dritten Klasse, saß mit verschränkten Beinen auf einem Hocker in einem gelben Regenmantel, mit einer Lücke zwischen den Vorderzähnen und dem Mund voller Mohnsamen, und deutete mit einem halb aufgegessenen Bagel auf mich wie mit dem Hammer eines Richters. „Es ist das Gesicht einer Frau, mit der seit elf Tagen nicht gesprochen wurde.“
„Er hat am Donnerstag mit mir gesprochen.“
„Was hat er gesagt?“
„Er hat gesagt: Das Auto wird um sieben unten sein.“
„Das ist kein Sprechen. Das ist eine Bahnansage.“
Ich lachte und beugte mich wieder über die Uhr, damit sie meine Augen nicht sah.
Meine Werkstatt lag im Erdgeschoss eines alten Backsteingebäudes am Rande des Gowanus-Kanals, und ich liebte sie mit der wilden, hilflosen Liebe, die Menschen für einen Ort empfinden, der sie noch nie enttäuscht hat. Sie roch nach Messingpolitur, Maschinenöl und altem Holz. Uhren bedeckten jede Wand, Hunderte von ihnen, tickten in einem großen, weichen, sich überlagernden Gemurmel wie ein Wald voller Insekten. Es gab Kuckucksuhren und Reiseuhren, eine französische Kaminuhr mit stillstehendem Pendel und eine holländische Wanduhr mit einem gemalten Schiff, und sie gehörten mir nicht. Sie waren die Großmütter anderer Leute. Sie waren über die Jahre an meiner Tür abgestellt worden, immer mit demselben hoffnungsvollen, ängstlichen Blick, als wäre ich ein Arzt.
Mein Großvater hatte es mir beigebracht. Er war ein winziger, brummiger, schlecht gelaunter Mann mit dicker Brille und einer Taschenuhr an einer Kette gewesen, und er pflegte zu sagen, eine Uhr sei eine sehr ehrliche Maschine.Wenn du genau hinhörst, Clementine, wird sie dir genau sagen, was mit ihr nicht stimmt. Das glaubte ich. Das glaubte ich von Uhren. Ich hatte, Gott steh mir bei, geglaubt, dass ich es auch von Menschen glauben könne.
„Ich werde nicht über ihn reden“, sagte ich zu Prue.
„Doch, wirst du.“
„Nein.“
„Du bist seit zwei Jahren verheiratet und hast elf Abendessen mit deinem Mann gegessen. Ich weiß das, weil du es mir im März mit sehr kleiner Stimme erzählt hast.“ Sie schluckte. „Elf, Clem. Ich habe mehr Abendessen mit dem Mann vom Kiosk gehabt.“
„Atlas ist beschäftigt.“
„Atlas ist ein Kühlschrank im Anzug.“
„Ist er nicht.“
„Er ist ein sehr gutaussehender Kühlschrank. Das gebe ich zu.“ Sie wischte sich die Finger an ihrem Mantel ab. „Aber wenn mein Mann seinen Assistenten schicken würde, um mich an meinen eigenen Hochzeitstag zu erinnern, würde ich den Assistenten in den Kanal werfen.“
Ich antwortete nicht. Ich strich mit dem Daumen über die Walnussholz-Kante der großen Uhr vor mir und versuchte, nicht an die gelbe Rose zu denken.
Es war unser erster Hochzeitstag gewesen. Er war spät nach Hause gekommen, wie immer, und hatte in der Tür der Küche gestanden, in seinem schwarzen Mantel, mit einer einzelnen gelben Rose in der Hand. Er hatte sie angeschaut, dann mich, und dann hatte er sie auf die Anrichte gelegt und mit seiner flachen, formellen, vorsichtigen Stimme gemurmelt: Frohen Hochzeitstag, und den Raum verlassen.
Ich hatte sie in dem größten Buch gepresst, das ich besaß, einem schweren braunen Traktat über Uhrmacherei, und sie lag immer noch dort. Ich wusste nicht warum. Es war der einzige Beweis, den ich hatte, dass er einmal, für eine Sekunde, es versucht hatte.
Die Uhr war die Aurora.
Sie stand sieben Fuß hoch mitten in meiner Werkstatt, eine prachtvolle, uralte Walnussholz-Standuhr mit einem Mondzifferblatt und einem Messingpendel so lang wie mein Arm, und sie war das wertvollste Objekt im ganzen Gebäude. Sie gehörte der Familie Rourke. Sie hatte Atlas’ Urgroßvater gehört, der sie in einer Kiste mit dem ersten Paket Diamanten aus Amsterdam mitgebracht hatte, und sie hatte hundert Jahre lang im Schaufenster an der Fifth Avenue gestanden, bis ihr Werk stecken geblieben war. Als Atlas sie mir im zweiten Monat unserer Ehe brachte, hatte er volle zwei Minuten in meiner Tür gestanden, sie angeschaut und dann gemurmelt: Bitte repariere sie, und war gegangen.
Es hatte vierzehn Monate gedauert. Ich liebte sie, wie man einen schwierigen Verwandten liebt. Jeden Morgen strich ich mit der Hand über den geschnitzten Mond, und jeden Morgen summte das Gehäuse unter meinen Fingern.
So fand ich die Verkleidung.
Ich reinigte den Sockel, mit einer weichen Bürste und einer kleinen Flasche Öl, als sich etwas bewegte. Ein leises Klicken, eine Verschiebung im Holzmaser, ein Brett, das nicht ganz so bündig saß, wie es sollte. Ich hielt inne. Ich legte das Ohr an das Holz, wie immer, und hielt den Atem an.
„Clem?“, fragte Prue. „Warum umarmst du die Uhr?“
„Pssst.“
Da war ein Hohlraum. Ein sehr kleiner, sehr sorgfältig gearbeiteter Hohlraum, an der Rückseite des Sockels, hinter einem Streifen Walnussholz, der so abgeschliffen war, dass er zum Rest passte. Ein Trick der Schreiner. Mein Großvater hatte ihn mir einmal gezeigt, als ich zehn war. Ich nahm meinen dünnsten Schraubenzieher und schob ihn in die Fuge, und mit einem winzigen Hauch alten Staubes sprang der Streifen heraus.
Drinnen lag ein Notizbuch.
Es war klein, schwarz, aus weichem Leder, so groß wie meine Hand, und es war in ein Öltuch gewickelt, so alt, dass es knisterte, als ich es auseinanderfaltete. Mein Herz begann zu pochen. Ich öffnete es auf der Werkbank unter der Lampe, und Prue rutschte von ihrem Hocker und kam an meine Schulter.
Es war ein Hauptbuch. Seite um Seite mit sauberer, gedrängter Handschrift, in einem Code, den ich nicht erkannte, Spalten mit Zahlen, Daten, Häfen. Antwerpen. Luanda. Mombasa. Dubai. Neben jedem Eintrag, neben den Zahlen, war eine kleine Zeichnung eines Diamanten. Ganz unten auf der ersten Seite stand eine Zeile in klarem Englisch, in einer anderen Handschrift, stark und schräg und schwarz.
C.R. schleust die Steine durch das Auktionshaus. Beweis nötig, bevor sie informiert wird.
„Was ist das?“, flüsterte Prue.
„Ich weiß es nicht.“
„Es sieht aus wie eine Liste von Verbrechen.“
„Es sieht aus wie Lieferungen.“ Mein Mund war trocken geworden. Ich blätterte um. Und die nächste Seite. Am Rand jeder zweiten Seite, klein und heftig, stand dieselbe schräge Handschrift. Der Onkel weiß Bescheid. Kann nichts sagen. Die Wände hören zu. Und auf der allerletzten Seite, ganz unten, zweimal unterstrichen, ein Satz, der mich wie kaltes Wasser durchfuhr.
Wenn C. das findet, ist es für uns alle vorbei. A.R.
Ich kannte diese Handschrift. Ich hatte sie auf hundert Zetteln gesehen, die auf hundert Küchenanrichten lagen. Ich hatte sie auf unserer Heiratsurkunde gesehen. Ich hatte sie an diesem Morgen gesehen, auf einem Haftzettel an der Kühlschranktür, auf dem stand: Spät zurück.
„A.R.“, sagte Prue langsam. „Das ist…“
„Mein Mann.“
„Was bedeutet das? Wer ist C.?“
Ich starrte auf die Seite, und ein schreckliches, stilles, kaltes Verständnis begann sich in meiner Brust auszubreiten. Wenn C. das findet, ist es für uns alle vorbei.
„Clementine“, flüsterte ich. „Er meint mich.“
„Das muss nicht unbedingt…“
„Er hat es in einer Uhr versteckt, von der er wusste, dass ich sie reparieren würde. Er wusste, dass ich es finden würde. Und er hat geschrieben, dass wenn ich es täte…“ Meine Stimme zitterte. „Er hat geschrieben, dass es für sie alle vorbei wäre. Er ist Teil davon, Prue. Mein Mann ist Teil davon.“
„Clem, warte. Warte, setz dich hin.“
Ich setzte mich nicht. Ich schloss das Buch mit zitternden Händen und schob es in das Futter meines Mantels, wo ich meine Schraubenzieher aufbewahre, und stand mitten in meiner geliebten Werkstatt, während all die Uhren um mich herum tickten, und spürte, wie etwas in meiner Brust, etwas, das sich zwei Jahre lang gebogen hatte, sehr langsam zu reißen begann.
„Ich werde ihn fragen“, sagte ich.
„Fragen, was?“
„Alles.“
„Jetzt sofort?“
„Jetzt sofort. Ich werde in diesen Turm gehen und das auf seinen Schreibtisch legen, und ich werde ihm eine einzige Frage stellen.“ Meine Stimme war dünn und fremd. „Ob irgendein Teil davon jemals wahr war.“
„Clem…“
„Ich hole mir zuerst einen Kaffee“, antwortete ich, „weil ich nicht vor ihm weinen werde.“
Ich ließ Prue in der Werkstatt zurück, mit ihrem Bagel und ihrem besorgten Gesicht. Ich ging hinaus in einen warmen, grauen Junimorgen, die gepflasterte Gasse am Kanal entlang, die Hände in den Manteltaschen und das Notizbuch gegen meine Rippen gedrückt wie ein zweites Herz. Die Luft roch nach Regen und Diesel und dem säuerlich-süßen Gestank des Wassers. Mein Auto, ein kleiner, uralter, verblasst grüner Mini, den ich in zwei Jahren Ehe mit einem Milliardär abgelehnt hatte auszutauschen, stand am Bordstein vor der Werkstatt, bedeckt mit Taubenkot und einem Strafzettel.
Ich war auf dem halben Weg zur Ecke, als es passierte.
Ich hörte die Explosion nicht. Nicht zuerst. Ich spürte sie, einen großen, weichen, schweren Luftstoß, der mein Haar vom Nacken hob und mich nach vorn auf die Knie aufs Pflaster stieß, die Handflächen schürften über den Stein. Einen Moment später kam der Laut, ein ohrenbetäubendes, flaches Dröhnen, und dann begannen die Teile zu fallen, Metall- und Glassplitter, die wie Hagel auf die Straße um mich herum prasselten.
Ich drehte den Kopf.
Mein Auto brannte.
Es war eine große orangefarbene Flammenkugel, die zwischen den Gebäuden hochrollte, mit schwarzem Rauch, der daraus quoll, und einem Gebrüll wie von einem lebendigen Wesen. Die Fenster der Werkstatt waren herausgeflogen. Tauben explodierten von den Dächern in alle Richtungen. Autoalarme heulten die ganze Länge der Gasse entlang, und ich kniete auf dem Boden, die Ohren klingelten, die Hände bluteten, und meinen Kaffee, ich weiß nicht warum, immer noch in der linken Faust, völlig unberührt.
„Clem!“ Prues Stimme kam von irgendwoher weit weg. „Clem! Clementine!“
„Ich bin hier“, antwortete ich. Es kam als Krächzen heraus. „Ich bin hier. Mir geht’s gut.“
„Oh mein Gott, oh mein Gott, du lebst, du lebst…“
Ich lebte. Ich lebte. Ich kniete auf einer Straße in Brooklyn in einem Mantel voller Schraubenzieher, und mein Auto war genau an der Stelle explodiert, an der ich gestanden hätte, wenn ich zehn Minuten später Kaffee geholt hätte, und jemand hatte eine Bombe hineingelegt.
Jemand hatte eine Bombe in mein Auto gelegt.
„Steh auf“, murmelte ich zu mir selbst. „Steh auf. Steh auf.“
Ich weiß nicht, wie ich die zwei Blocks zum Waschsalon gelaufen bin. Ich weiß, dass Prue nicht bei mir war. Ein Feuerwehrwagen war vorbeigesaust, und ich hatte sie in der Menge verloren, die aus den Gebäuden strömte, und ich stand auf dem Bürgersteig vor dem Suds N Duds, die Hände zitterten und die Sirenen heulten, weil im Schaufenster ein Fernseher hing, oben in der Ecke festgeschraubt, auf einen Morgennachrichtenkanal eingestellt.
Eilmeldung, bot eine blonde Frau in roter Jacke an, vor einem Band gelben Absperrbandes auf dem FDR Drive.Chaos heute Morgen in New York, wo eine Autoexplosion das Leben der Frau des Diamantenmagnaten Atlas Rourke gefordert hat. Die Polizei hat das Opfer als die siebenundzwanzigjährige Clementine Rourke identifiziert. Eine dem Familienkreis nahestehende Quelle teilt uns mit, dass Mrs. Rourke zum Zeitpunkt der Explosion allein im Fahrzeug war.
Ich stand da. Ein Bild erschien auf dem Bildschirm. Es war mein Hochzeitsfoto. Ich trug ein weißes Kleid und ein verdutztes Lächeln. Der Mann neben mir schaute ohne jeden Ausdruck in die Kamera.
„Arme Frau“, bemerkte ein Mann in rosa Jersey, der neben mir einen Trockner auslud. „Verheiratet mit dem kalten Fisch. Stell dir vor.“
„Ja“, gab ich schwach zu.
„Reiche Leute.“ Er schüttelte den Kopf. „Die kommen nie dazu, es zu genießen.“
Ich sagte ihm nicht, dass ich die arme Frau war. Ich sagte ihm nicht, dass ich drei Fuß entfernt stand, bedeckt mit Spinnweben und Ruß, einen Becher Kaffee in der Hand. Ich drehte mich einfach um und ging, zuerst sehr langsam, dann sehr schnell, und dann rannte ich.
Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, bis ich zum Rourke Tower kam. Zwei Züge. Ein Taxi. Eine Meile zu Fuß. Ich kam aus der U-Bahn an der Fifth Avenue, der Mantel zerrissen, die Knie blutend und eine kleine, harte, schreckliche Hoffnung in der Brust brennend. Er würde weinen. Er würde in diesem riesigen weißen Büro sitzen, den Kopf in den Händen, weil der kalte Fisch die Nachricht gehört hätte, und er würde in Stücke zerbrechen, und ich würde durch die Tür kommen und er würde aufschauen und mich sehen und sagen: Clementine.
Das war alles, was ich wollte. Dass er meinen Namen sagte, als wäre es etwas, das er verloren hatte.
Ich ging durch den Lieferanteneingang in der Seitenstraße, weil ich der Lobby nicht ins Gesicht sehen konnte. Eine Liefertür, eine Laderampe, ein graues Betontreppenhaus, das nach Bleichmittel roch. Ich hatte den Weg vor zwei Jahren gelernt, an meinem Hochzeitstag, als ich das ganze Gebäude allein ablaufen wollte. Zweiundfünfzig Stockwerke. Meine Lungen brannten. Ich stieg trotzdem, auf wackligen Beinen, eine Hand am kalten Geländer, und ich war auf dem Treppenabsatz der Penthouse-Ebene, die Hand an der Feuertür, als ich seine Stimme hörte.
Sie kam von der anderen Seite. Tief, flach, vollkommen ruhig.
„Ist das Double an Ort und Stelle?“
Ich blieb stehen.
Eine Pause. Dann leiser: „Sorgt dafür, dass die Zahnunterlagen passen. Der Gerichtsmediziner ist unserer. Ich habe ihm die Akte schon geschickt.“ Wieder eine Pause. „Nein. Sie darf es nicht wissen, bis es erledigt ist. Sie wird wütend sein. Sie wird mich hassen.“ Da war etwas in seiner Stimme, das ich noch nie gehört hatte, etwas Raues, ein Riss im Glas. „Gut. Lass sie. Lass sie mich hassen. Wenn sie mich hasst, wird mein Onkel es glauben.“
Meine Finger waren taub geworden am kalten Stahlgriff. Ich konnte nicht atmen.
„Die Beerdigung ist am Freitag“, flüsterte mein Mann. „Macht sie sehr schön. Macht sie genau so, wie sie es gehasst hätte.“
Ich weiß nicht, wie lange ich dort im Treppenhaus stand, der Beton kalt gegen meinen Rücken und das Geräusch meines eigenen Herzschlags in den Ohren. Die Tür auf der anderen Seite schloss sich. Schritte entfernten sich. Ein Telefon klickte.
Mein Mann hatte seine Frau nicht verloren. Das begriff ich mit einer langsamen, schrecklichen, kristallklaren Klarheit, wie eine Uhr, die in einem leeren Haus Mitternacht schlägt. Er hatte nicht geweint. Er war nicht zerbrochen.
Er hatte Regie geführt.
KAPITEL VIER: DIE ZIEGEPOV: Clem | Fogo Island, Neufundland, drei Wochen späterAuf Fogo Island leben vierhundertdreiundsechzig Menschen, und am Ende meines zweiten Tages kannte ich das Geschäft von jedem einzelnen, und keiner von ihnen kannte meins.„Du bist das Mädchen, das die Uhr repariert“, verkündete Dolly Goudie und stellte einen Teller mit gebratenem Brotteig vor mich auf den Küchentisch, mit der Miene einer Frau, die beschlossen hatte, mich zu füttern, bis ich entweder wuchs oder platzte. „Von woanders her. Stilles kleines Ding. Nimm ein paar Toutons, mein Schatz. Du bist nur Haut und Knochen.“„Danke, Mrs. Goudie.“„Dolly. Mrs. Goudie war meine Schwiegermutter, Gott hab sie selig, und sie war eine schreckliche Frau.“ Sie setzte sich mir gegenüber, siebzig Jahre alt, einen Meter fünfzig, mit weißen Locken, einer handgestrickten Strickjacke in der Farbe eines Verkehrshütchens und einem Paar heller schwarzer Augen wie eine sehr kleine und sehr kluge Krähe. „Iss. Und erzähl mir
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POV: Clem | Prues Wohnung und St. Patrick’s Cathedral, drei Tage späterTot zu sein ist viel langweiliger, als die Leute denken.Drei Tage lang lebte ich in Prues Studio-Apartment in Queens, auf einem grünen Samtsofa, das nach Katze roch, in ihrem Schlafanzug, und schaute die Nachrichten mit heruntergedrehtem Ton. Ich aß ein ganzes Glas Erdnussbutter mit einem Suppenlöffel. Ich erfuhr, dass mein Tod die drittmeistgesehene Geschichte in Amerika war, hinter einer Promischeidung und einem Hund, der Ski fahren konnte. Jeder Kanal zeigte dieselbe Aufnahme des verbrannten Minis und dieselbe Aufnahme meines Mannes, der mit gesenktem Kopf und einem Gesicht wie aus Stein aus dem Rourke Tower kam, und dieselbe Aufnahme derselben Frau in Rot, die ankündigte, dass die Beerdigung am Freitag um zehn Uhr stattfinden würde, nur auf Einladung.„Du musst nicht hingehen“, sagte Prue zum neunten Mal.„Ich weiß.“„Es ist wahnsinnig. Es ist das wahnsinnigste, was jemals jemand in der Geschichte des Wahnsin
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