LOGINDieser Ort mochte vom Donner der Kanonen erfüllt sein, doch hier hatte ich meine Würde und eine Freiheit, die mir niemand nehmen konnte.In dieser Einöde hatte ich Wurzeln geschlagen, hier die höchste Berufung einer Chirurgin gefunden.Was dieses sogenannte Lupo-Anwesen betraf – es war für mich nur eine vergoldete Gruft, die ich nie wieder betreten würde.Als Luca die Entschlossenheit in meinen Augen sah, geriet er völlig in Panik.Er schoss in die Höhe und umklammerte den Zaun so fest, dass die scharfen Widerhaken sich in seine Handflächen rissen und Blut floss, das er nicht einmal zu bemerken schien.„Stella, du grollst mir immer noch wegen Bianca, nicht wahr? Ich weiß, dass ich damals blind war, aber jetzt sehe ich klar!“„Biancas Körper hat aufgegeben. Die Ärzte haben gesagt, ihre Organe versagen. Sie wird die Woche nicht überleben!“„Wenn du nur zurückkommst, wirst du die einzige Donna in der Lupo-Familie sein! Ich werde dieses Kind sofort fortschicken, ich schwöre, es wird nie wi
[Stellas Perspektive]Das Flugzeug durchstieß die Wolken und ließ die Stadt, die der Lupo-Familie gehörte, mit all ihrem Neon und Blutvergießen weit hinter sich.Ich lehnte still an der kalten Kabinenwand und sah zu, wie die glitzernden Lichter der Familiengebiete unter mir zu Stecknadelköpfen schrumpften.Mein Herz war ruhiger, als es jemals gewesen war.Von diesem Moment an war ich nicht länger die „Frau des Underbosses“.Ich gehörte keinem Mann und keiner Familie.Ich war nur noch ich selbst.Nach einer langen, verborgenen Reise voller geheimer Flüge und holpriger Geländefahrten erreichte ich schließlich das kriegszerrüttete Grenzgebiet.Hier gab es keine Untergrundordnung, nur marodierende Rebellen, Söldner und Schmuggler. An jeder Straßenecke konnte jederzeit ein Feuergefecht ausbrechen.Anders als in den Privatclubs der Metropole mit ihren Marmorböden und Goldverzierungen roch die Luft hier stets nach Schießpulver, Benzin und Rost.Der Leiter des Lagers von Ärzte ohne Grenzen beg
[Lucas Perspektive]Gerade als Biancas Vitalzeichen sich stabilisierten, verschlechterte sich der Zustand des Babys plötzlich dramatisch.Sein Gesicht verfärbte sich in ein erschreckendes Blau, seine Atmung wurde rasselnd und schwach. Die Ärzte der Privatklinik gerieten in Panik, hilflos angesichts des schweren angeborenen Herzversagens.Im VIP-Raum nebenan umklammerte Bianca ihre Brust und schluchzte in ihr Kissen. „Luca, unser Sohn ... er darf nicht sterben! Du musst ihn retten!“Ich fühlte mich völlig in die Enge getrieben und lief ruhelos in dem nach Desinfektionsmittel riechenden Flur auf und ab.Verzweifelt zog mein Vater alle Register der Familie und schaffte es schließlich, den besten pädiatrischen Kardiologen der Stadt ausfindig zu machen.Alle nannten ihn nur „den Doktor“.Er war an keinem Krankenhaus angestellt, doch jeder Mann der Fünf Familien, den er von der Schwelle des Todes zurückgeholt hatte, stand in seiner Schuld.Doch kaum betrat der Alte den VIP-Notfallbereich, li
„Du hast deinen Erben. Meine Kinder brauchen keinen verräterischen Vater. Von diesem Tag an gehen wir getrennte Wege. Wir werden uns nie wiedersehen.“Lucas Hand zitterte. Das dünne Stück Papier fühlte sich so schwer an wie Blei und presste ihm die Luft aus den Lungen.„Unmöglich. Das kann nicht echt sein.“Seine Augen wurden blutunterlaufen. Sein Blick schoss zu den Türen des Bankettsaals, seine Stimme rau. „Stella! Komm heraus! Das kann nicht echt sein!“Der Kurier zuckte mit den Schultern, plötzlich vorsichtig.„Nachdem Stella Lupo mir die Box gegeben hatte, stieg sie in ein Auto Richtung zum internationalen Flughafen. Inzwischen hat ihr Privatjet wahrscheinlich die Grenze überquert.“Damit drehte er sich um und ging durch die Menge, ohne sich umzublicken.[Lucas Perspektive]Ich starrte lange auf den Ultraschallbefund in meiner Hand, bis die Worte zu verschwimmen begannen.Das Wort „Zwillinge“ war wie zwei Nägel, die mir in die Augen getrieben wurden und mich verhöhnten für den Nar
Bevor ich mich entschloss zu gehen, registrierte mein chirurgischer Instinkt, dass etwas mit Biancas Baby nicht stimmte.Die Atmung des Babys war ungewöhnlich flach, und die Lippen wiesen einen schwachen bläulichen Schimmer auf: klassische Anzeichen eines schweren angeborenen Herzfehlers.Ganz gleich, was Luca getan hatte – ich konnte nicht einfach zusehen, wie ein unschuldiges Kind litt. Ich nutzte meine Kontakte, um einen renommierten Kinderkardiologen zu einer kurzen Untersuchung auf das Anwesen zu bringen.Doch als ich den Arzt ins Kinderzimmer führte, drehte Bianca völlig durch.„Was machst du da?!“, schrie sie, riss das Baby an sich und umklammerte es fest. „Mein Sohn ist vollkommen gesund! Er ist der Erbe der Lupo-Familie! Du bist doch nur eifersüchtig, weil ich einen Sohn zur Welt gebracht habe und du unfruchtbar bist, also versuchst du, ihn zu verfluchen!“Sie brach in theatralische Tränen aus, ihr Wehklagen hallte durch die Gänge.Luca stürmte herein, sein Gesicht finster vor
Ein derart abscheulicher Verrat, und doch versuchte er, ihn mit einer Flut selbstgerechter, hohler Worte reinzuwaschen.Nachdem ich eine kleine Tasche gepackt hatte, ging ich ins private Arbeitszimmer, um ein seltenes, vergriffenes medizinisches Fachbuch zu holen.Als ich die Tür aufstieß, fand ich die Donna vor, die ihre Leute anwies, Dinge umzuräumen.Sie warf einen Blick auf die Reisetasche zu meinen Füßen, ihr Gesicht eine Maske der Verachtung.„Ich habe dieses Zimmer für Bianca freimachen lassen. Ich habe dem Personal gesagt, sie sollen all diese nutzlosen, verstaubten medizinischen Bücher wegwerfen. Sie hat gerade entbunden und braucht Platz. Dieses Zimmer ist perfekt für ihre Sachen.“Als ich hineinsah, entdeckte ich meine wertvollen Bände achtlos in eine Ecke geworfen, ersetzt durch Kartons mit importierten Windeln und einen Kinderwagen mit eingeprägtem Familienwappen.Doch sie war noch nicht fertig. „Außerdem schläfst du heute Nacht im Gästezimmer im Erdgeschoss. Wenn dir das







