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Kapitel 2

Author: Bagel
Ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen, drehte ich mich um, ging nach oben ins Schlafzimmer – das mit den Fotos von mir, von der medizinischen Fakultät bis heute – und begann, meine wenigen persönlichen Habseligkeiten zusammenzupacken.

Wenn ich schon gehen würde, dann würde ich sauber Schluss machen, ohne eine einzige Spur zu hinterlassen.

Von unten drang erneut ihr fröhliches Lachen herauf. Meine Hände verharrten über einem alten Trenchcoat, den ich gerade zusammenlegte.

„Luca, könntest du dem Baby meinen Nachnamen als Zweitnamen geben? So wird er, selbst wenn er eine andere Frau Mama nennt, immer einen Teil seiner wahren Mutter bei sich tragen.“

Selbst durch die Decke hindurch konnte ich mir den schmerzerfüllten, tief bewegten Ausdruck auf Lucas Gesicht vorstellen, als er diese Worte hörte.

Die letzte Glut der Liebe, die ich einst für ihn empfunden hatte, erstarrte zu einem dumpfen Schmerz in meiner Brust.

Meine Gedanken schweiften zurück zu dem Tag meiner Rückkehr, als mein Herz noch voller Freude gewesen war.

Mein Koffer war vollgepackt mit seltenen Medikamenten, die ich über meine Kontakte für seine chronischen Kopfschmerzen besorgt hatte – in dem Glauben, sein altes Leiden könnte endlich gelindert werden.

Doch am Tor des Anwesens lief ich Luca und Bianca in die Arme, die von einem Spaziergang zurückkehrten.

Anders als der Anflug von Panik auf Lucas Gesicht musterte Bianca mich lediglich von oben bis unten, ihr Ausdruck war distanziert, als taxierte sie einen unerwarteten Besucher.

„Wer sind Sie? Haben Sie sich verlaufen? Hier ist das private Anwesen der Lupo-Familie.“

Ich antwortete nicht. Mein Blick heftete sich auf ihren hohen, runden Bauch.

Ich war nur zehn Monate fort gewesen, und mein Mann hatte dreist seine alte Flamme in unser Haus geholt und sie geschwängert.

Keine Erklärung war nötig für das, was in diesen zehn Monaten geschehen war.

Wie aus einem Traum erwachend, reagierte Luca endlich und stammelte eine Antwort, wobei sein Körper sich instinktiv teilweise vor Bianca schob.

„Das ist Stella, meine Frau.“

Ich hatte erwartet, dass Bianca ein Anzeichen von Unbehagen zeigen würde, doch nichts dergleichen. Stattdessen spielte sie die Rolle der Hausherrin und bot mir mit gespielter Gastfreundschaft Tee an.

Als sie an mir vorbeiging, zischte sie mit einer Stimme, die nur ich hören konnte, Worte, die vor selbstgefälliger Provokation trieften.

„Ein Ersatz bleibt eben ein Ersatz, Frau Doktor. Sie waren nur ein Werkzeug. Das Original ist zurück – und mit dem Erben der Familie. Also gehen Sie mir besser aus dem Weg.“

In diesem Augenblick schnürten mir zehn Monate der Sehnsucht und die scharfe Demütigung des Verrats die Brust zusammen, dass ich kaum atmen konnte.

Ich stand wie erstarrt und starrte sie direkt an.

Biancas Augen waren voller unverhohlener Triumph. „Sie stehen mir im Weg“, fauchte sie und hob plötzlich die Hand, als wolle sie mich schlagen.

Instinktiv wich ich zur Seite und trat einen Schritt zurück.

Ihre Hand traf nur Luft. Sie nutzte den Schwung, um sich mit theatralischer Geste rückwärts die Steinstufen hinunterzuwerfen.

Sie kullerte drei Stufen hinab, bevor sie ihren Bauch umklammerte und einen schrillen Schrei ausstieß.

„Stella! Warum haben Sie mich gestoßen? Mein Baby!“

Die umstehenden Wachen und Diener eilten herbei und trennten uns.

Der Don und die Donna trafen ein, angelockt vom Tumult. Sie hörten sich kein Wort meiner Verteidigung an, sondern zeigten mit Fingern auf mich und schrien Anschuldigungen.

Sie bezichtigten mich finsterer Absichten, behaupteten, ich sei nur zurückgekehrt, um Unruhe zu stiften, und nannten mich eine unkultivierte, eifersüchtige Xanthippe.

Die Donna trat vor, ihr elegantes Gesicht vor Wut verzerrte.

„Steh nicht da und spiel die Unschuldige. Wir wissen seit Monaten von Luca und Bianca. Um es ganz klar zu sagen: Wir haben ihm unseren Segen dafür gegeben!“

„Dachtest du wirklich, wir würden das Vermächtnis der Lupo-Familie wegen einer unfruchtbaren Frau wie du aussterben lassen?“

„Die Familie braucht einen reinblütigen Erben, um den Thron zu sichern. Es ist uns egal, mit welchen Methoden das erreicht wird!“

In weniger als einem Jahr war Bianca zur Heldin geworden, die ihr glorreiches Vermächtnis fortführen würde.

Und ich, die rechtmäßige Ehefrau, war zum Narren gemacht worden, von allen vorgeführt.

Die Bitterkeit breitete sich in meinem Körper aus. Ich kämpfte die Tränen nieder und weigerte mich, sie fallen zu lassen.

In diesem Moment kam Luca auf mich zu, seine Augen gerötet, und griff nach meiner Hand.

„Stella, ich wollte dich niemals verraten. Es ist nur ... Biancas Gesundheit versagt. Die Ärzte sagten höchstens noch sechs Monate. Ihr einziger Wunsch war ein eigenes Kind.“

„Sie hat eine Kugel für mich abgefangen. Ich kann nicht einfach tatenlos zusehen, wie sie voller Reue in einem Krankenbett stirbt ... Es ist eine Blutschuld. Ich musste sie begleichen.“

„Ich habe darüber nachgedacht, es dir zu sagen, aber du warst so beschäftigt mit deinem Kongress. Ich wollte dich nicht ablenken. Ich hatte vor, dir alles zu erklären, wenn du zurückkommst, dich behutsam darauf vorzubereiten.“

„Wenn du bereit bist, können wir dieses Kind nach ihrem Tod gemeinsam aufziehen. Es wird wie unser eigenes sein, in Ordnung?“

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