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Author: Rosenhain
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Die Umzugsarbeiter gingen ein und aus, und Stück für Stück wurde die Wohnung leerer.

Erst da wurde mir klar, wie wenige Spuren Lukas Stein nach sieben Jahren Beziehung in meiner Wohnung hinterlassen hatte.

Ein Paar verstaubte Hausschuhe. Ein Wasserglas, das er benutzt hatte.

Ein drittes Stück fand ich nicht.

Und selbst die Hausschuhe und das Glas hatte ich gekauft.

Er hatte mir nie ein wirklich anständiges Geschenk gemacht.

Als Sophie Brandt umgezogen war, hatte er ihr ein Einweihungsgeschenk gebracht. Zu ihrem Geburtstag hatte er einen großen Strauß weißer Rosen vorbereitet, genau die Blumen, die sie mochte.

Zu mir aber sagte er immer nur:

„Solche Förmlichkeiten bringen doch nichts. Wenn zwei Menschen zusammenleben wollen, sollte man praktisch bleiben.“

Ich hatte ihn deswegen zur Rede gestellt. Ich war unzufrieden gewesen.

Doch er sagte nur:

„Ich mache deiner besten Freundin doch nur Geschenke, damit du gut dastehst.“

Ich lachte leise über mich selbst. Da vibrierte mein Handy.

Meine Mutter rief an.

„Hallo, Clara. Wie sieht es mit der Hochzeit aus? Hast du schon mit Lukas gesprochen?“

Vor nicht allzu langer Zeit hatten Lukas Stein und ich gerade unsere Eltern getroffen.

Beide Familien waren sehr zufrieden gewesen. Doch als es darum ging, ein Hochzeitsdatum festzulegen, sagte Lukas, er befinde sich gerade in einer wichtigen Phase seiner Karriere. Mit der Hochzeit müsse man sich nicht beeilen.

Damals war ich zwar enttäuscht gewesen, hatte aber trotzdem Verständnis für seinen Arbeitsdruck gehabt.

Jetzt dagegen war ich nur noch erleichtert.

Ein Mann, der nicht einmal meine Tür richtig fand — sollte ich nach der Hochzeit etwa für immer allein zu Hause auf ihn warten?

„Mama. Wir heiraten nicht. Ich will mich von ihm trennen.“

Die Stimme meiner Mutter wurde sofort angespannt.

„Warum? Hat er dir etwas angetan?“

„Nein. Ich habe nur plötzlich gemerkt, dass wir nicht zusammenpassen.“

Am anderen Ende der Leitung schwieg meine Mutter hörbar.

Schließlich wusste jeder, dass ich Lukas ganze sieben Jahre lang geliebt hatte.

Wie tief eine Liebe nach sieben Jahren war, wusste meine Mutter.

Und Sophie wusste es auch.

Damals war ich diejenige gewesen, die Lukas hinterhergelaufen war.

Um ihm näherzukommen, hörte ich die Bands, die er mochte. Ich las Bücher aus seinem Fachgebiet. Ich meldete mich sogar heimlich im selben Fitnessstudio an, nur um ihm zufällig zu begegnen.

Nach dem Abschluss unterschrieb er einen Arbeitsvertrag in Südstadt.

Ohne ein zweites Wort gab ich die Stelle auf, die mein Betreuer mir vermittelt hatte, nahm meinen Koffer und folgte ihm.

Meine Mutter war so wütend, dass sie drei Tage lang nicht mit mir sprach.

Ich aber antwortete nur:

„Mama, wenn ich ihn verpasse, werde ich es mein Leben lang bereuen.“

Damals hatte Sophie mich noch wütend angefahren:

„Clara Winter, du bist ihm wirklich vollkommen verfallen.“

Sophie und ich waren seit zehn Jahren befreundet. Für mich war sie längst so wichtig wie Familie geworden.

Doch niemand hätte gedacht, dass ausgerechnet sie jetzt ganz selbstverständlich die Fürsorge meines Freundes annahm, ohne auch nur im Geringsten auf meine Gefühle Rücksicht zu nehmen.

Als ich Sophies neuen Instagram-Post von einem romantischen Abendessen sah, wurden meine Augen leicht feucht.

Der Standort im Video war genau das Restaurant, für das ich so viel recherchiert hatte.

Flackerndes Kerzenlicht, fein angerichtete Gerichte, im Hintergrund angenehme Klaviermusik.

Doch jedes Mal, wenn ich Lukas vorgeschlagen hatte, zusammen dorthin zu gehen, sagte er nur:

„Wir heiraten doch bald. Kannst du nicht ein bisschen sparsamer sein?“

„Ein einziges Essen kostet dort ein paar Hundert Euro. So ein Candle-Light-Dinner können wir uns doch auch einfach zu Hause machen.“

Er sagte das so selbstverständlich, dass ich meine Erwartungen jedes Mal wieder hinunterschluckte.

Doch jetzt hatte Sophie nur gesagt, dass sie Lust darauf hatte, und schon brachte er sie in genau das Restaurant, nach dem ich mich so lange gesehnt hatte.

Als das letzte Möbelstück hinausgetragen war, sank ich erschöpft auf das Sofa.

Beim letzten Umzug hatte ich Lukas angerufen. Er sagte, er sei mit der Arbeit zu beschäftigt und könne sich nicht freinehmen. Ich solle mir selbst jemanden zum Tragen suchen.

Um Geld zu sparen, biss ich die Zähne zusammen und schleppte alles allein.

Am Ende war ich so erschöpft, dass mein akuter Bandscheibenvorfall wieder aufflammte und ich zwei Tage lang im Bett liegen musste.

Doch als Sophie umzog, nahm Lukas extra Jahresurlaub.

„Ein Umzug ist doch anstrengend. Deine beste Freundin ist eine Frau allein. Da müssen wir doch ein bisschen mehr helfen.“

Ich sah zu, wie er überall mit anpackte, wie der Schweiß seine Haare durchnässte.

In diesem Moment kam er mir unheimlich fremd vor.

Er konnte also durchaus bei einem Umzug helfen.

Er war nur nicht bereit gewesen, für mich auch nur einen einzigen Tag Jahresurlaub zu nehmen.

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