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Kapitel 3

Penulis: Vivian
Sarah stutzte überrascht.

„Frau Waldner, was machen Sie denn bei Herrn Richter zu Hause?“

Instinktiv zog ich meinen Sohn hinter mich, um ihn vor ihren Blicken zu schützen.

„Ich…“

„Sie sind Verwandte von mir. Sie wohnen vorübergehend hier.“

Bevor ich antworten konnte, fiel Maximilian mir ins Wort.

Seine Hand umklammerte den Koffergriff immer fester.

Es war nicht das erste Mal, dass ich das hörte.

Aber jedes Mal stach es mir ins Herz.

Ich wollte etwas sagen, doch mein Sohn kam mir zuvor.

„Guten Tag, Herr Richter.“

Ungläubig drehte ich mich um. Tims Augen waren gerötet.

„Mama, lass uns gehen.“

Alle Worte blieben mir im Hals stecken. Ich zwang mir ein Lächeln ab.

„Gut.“

Im Vorbeigehen hielt Maximilian mich fest.

Fassungslos starrte er mich an.

„Was hat Tim mich gerade genannt?“

Ich lachte bitter. Was für eine Ironie.

„War es nicht genau das, was du immer wolltest, Herr Richter?“

Sechs Jahre geheime Ehe. Maximilian hatte nicht nur unsere Beziehung verheimlicht.

Er hatte auch nie zugelassen, dass sein Sohn ihn „Papa“ nannte.

Der einzige Unterschied war:

Früher hatte er Tim gezwungen, ihn „Herr Richter“ zu nennen.

Jetzt wollte Tim von sich aus nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Ich senkte den Blick und versuchte, meine Hand aus seinem Griff zu befreien. Vergeblich.

Maximilian sah mich an. Sein Blick war schwer zu deuten.

„Gib mir ein paar Tage.“

„Ich werde es Tim erklären.“

Ich erinnerte ihn:

„Sarah wartet auf dich. Lass mich los.“

Maximilian schien erst jetzt zu begreifen. Widerwillig ließ er meine Hand los.

Ich schnaubte verächtlich, nahm Tims Hand und wollte gehen.

Doch Maximilian rief uns zurück.

„Wartet.“

Er lief zum Auto und kam mit einer Tortenschachtel zurück.

„Tim, alles Gute zum Geburtstag.“

Sarah meldete sich prompt zu Wort.

„Eigentlich hatte Herr Richter die Torte für mich gekauft. Was für ein Zufall, dass Ihr Sohn gerade Geburtstag hat.“

„Frau Waldner, ich hoffe, Sie nehmen das nicht übel.“

Die Schachtel in meinen Händen wog plötzlich zentnerschwer.

Ich wollte sie zurückgeben, doch dann sah ich die Freude in Tims Augen.

Mein Herz wurde weich. Ich behielt sie.

Tim verstand nichts von den Machtspielen der Erwachsenen. Erwartungsvoll blickte er zu Maximilian auf.

„Isst du ein Stück mit mir?“

Maximilian zögerte nur kurz, dann nickte er.

Tim jubelte und rannte ins Wohnzimmer. Er drängte mich, die Torte anzuschneiden.

Ich strich ihm über den Kopf und verteilte die Stücke.

Doch in dem Moment, als ich den ersten Bissen kostete, erstarrte mein Lächeln.

„Spuck das aus! Nicht essen!“

Fast panisch riss ich Tim das Stück aus der Hand.

Maximilians Miene verfinsterte sich schlagartig.

„Lina, bist du verrückt geworden?“

Ich hob den Kopf. Meine Augen brannten.

„Tim ist allergisch gegen Mango. Das weißt du nicht?“

Maximilian wurde blass. Panik huschte über sein Gesicht.

„Tut mir leid. Das wusste ich nicht.“

Schon wieder eine Entschuldigung.

Seit Tims Geburt hatte ich unzählige davon gehört.

Auch Tim begriff. Reglos starrte er Maximilian an.

Alle Hoffnungen war aus seinen Augen verschwunden.

„Macht nichts. Die konnten es ja nicht wissen.“

Nach diesen Worten vergrub er sein Gesicht an meiner Brust und weigerte sich, Maximilian noch einmal anzusehen.

Ohne zu zögern stand ich auf und trug ihn hinaus.

Noch als wir die Villa verließen, spürte ich Maximilians Blick – voller Reue, voller Hilflosigkeit.

Doch diesmal ließen weder mein Sohn noch ich uns davon berühren.

Ich fuhr direkt zur Firma und räumte schnell meinen Schreibtisch.

Eigentlich hatte ich mich in Ruhe verabschieden wollen. Aber das war jetzt nicht mehr nötig.

Ich legte die unterschriebenen Scheidungspapiere auf den Tisch und atmete tief durch.

Mit meinem Gepäck brachte ich Tim zum Flughafen.

Vor dem Einsteigen fragte ich ihn:

„Bist du böse auf Mama, dass wir weggehen?“

Tim schüttelte den Kopf und schmiegte seine Wange an meine.

„Ich brauche nur Mama.“

Endlich liefen mir die Tränen über das Gesicht. All der Schmerz löste sich in Erleichterung auf.

Ich nahm mein Handy und blockierte Maximilian überall.

Maximilian, wir werden uns nie wiedersehen.

Am nächsten Tag kam Maximilian pünktlich ins Büro.

Seit dem Vorfall am Abend zuvor war er unruhig gewesen.

Er öffnete sein Postfach. Eine genehmigte E-Mail sprang ihm entgegen.

„Kündigungsschreiben?“
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