LOGINSarah
„Wieso sollte ich mich denn da einschreiben? Mich interessiert es nicht was die da machen, ich will doch nur meine Ruhe haben!", meinte ich aufgebracht und meine Mutter blickte mich besorgt an. „Habt ihr kein anderes Weib was ihr nehmen könnt?", fragte Elliot seinen Sohn, der immer wieder wütend zu mir blickte. Mein Vater stand stumm neben mir und meiner Mutter und streichelte mir beruhigend über den Kopf. „Sie hat sich doch beworben!" „Wenn ich mich bewerben würde, dann doch auf gar keinen Fall zu euch!", rege ich mich genauso auf wie Ace gerade. So ein Idiot! „Nicht da wo mein Stiefbruder ist!" „Hat er dich denn gefragt ob du willst?", fragte Elliot mich. „Nein! Ich würde auch nie ja sagen, wir verstehen uns doch gar nicht! Ich verstehe nicht einmal was ich da alles machen muss, weil es mich wie gesagt überhaupt nicht interessiert was die machen. Ich will noch nicht einmal was mit dem ganzen Zeug zu tun haben! Das ist doch alles bescheuert! Ich gehöre zu gar keiner Studentenverbindung an!" „Was jetzt, Elliot? Eine Vertragsauflösung vom Anwalt?", fragte Mum meinen Stiefvater. „Das ist nicht möglich und wenn, unsere Anwalt wird das nicht zulassen", meinte Davis ernst. „Es ist eine Sache der Ehre. Eine Sache des Respekts. Wie stehen wir als Kings da, wenn unsere Lady einfach abhaut?" Ezra nickte zustimmend. „Es hat sich jemand ein Scherz erlaubt", meinte Elliot zu Mum. „Scherz? Ist das wirklich witzig?" „Sowas tun andere Kings, um die stärksten zu schwächen, Liebling", erklärte Elliot. „Du kennst das Prinzip doch", meinte Elliot zu Dad, der langsam nickte. „Es weiß bisher nur die Verbindung was davon. Bitte deinen Sohn sich eine andere Lady zu nehmen", meinte Dad ruhig. Mein Vater hatte recht. Sollen Sie die Mäuler der North Side stopfen und mich gehen lassen. „Laut meines Wissens haben Meghan und Fiona allen Kings mitgeteilt, dass die neue Lady Sarah ist", meinte Ezra. „Außerdem versuchen wir seit zwei Jahren Sarah zu daten", meinte Davis und deutete auf sich und Ezra. „Als ihre Bewerbung vor uns lag, war die Stimme zwei gegen eins", meinte er ruhig. Ich weinte und sehe meinen Dad an. „Bitte hilf mir." Er legte seinen Arm um meine Schulter und zog mich an an. „Das wird knallharte Konsequenzen haben, Taylor!", warnte meine Vater Elliot. Er seufzte. „Ihr wisst doch, dass das alles Politik ist. Wie wäre es damit ... Sarah zieht hier hin." „Kommt nicht in Frage!", meinte Mum aufgebracht. „Inmitten von drei pubertierenden Jungs, die ihre Schwänze nicht beibehalten können..." „Sie bekommt einen Schlüssel für ihren Raum!", meinte Elliot und unterbrach sie. „Das ist trotzdem nicht sicher genug", meinte Dad und starrte wütend die Jungs an. „Bei allem Respekt!", meinte Ezra. „Das wir hier stehen und uns das alles anhören ist eigentlich schon großzügig genug. Sarah gehört jetzt uns und keiner kann etwas dagegen tun." Meine Eltern verstummten. Sie kannten alle Regeln besser als ich. „Setz dich Sarah." Elliot zog ein Stuhl vom Tisch weg und ich setzte mich darauf. „Wir reden kurz miteinander. Ace mitkommen!" Meine Eltern, Stiefvater und Stiefbruder verließen das Wohnzimmer. Sie ließen mich mit Davis und Ezra allein. Davis kramte am Tisch im Dokumenten herum und hielt mir anschließend drei Papiere hin. „Steckbrief und Checkliste." Ich nahm es entgegen. Mein Passbild war zu sehen, alle Daten korrekt, sogar meine Unterschrift schien gleich. „Das habe ich nicht ausgefüllt und das ist mein aktuelles digitales Passbild. Ich mag es überhaupt nicht, ich würde es nie auf einem Steckbrief beilegen." Sie sahen mich stumm an. „Wer hat Zugang zu all deinen Daten?" „Ich habe keine Freunde. Ich bin Einzelgänger. Ace kann es gewesen sein?" Ezra schüttelte den Kopf. „Nein, er hat darauf beharrt das du dich nie bewerben würdest." „Wieso habt ihr das getan?" „Um dich zu vögeln, wieso sonst? Du weißt doch wofür die Lady da ist", meinte Davis nüchtern. „Das hat mich nie interessiert", meinte ich. „Sehen wir." „Bitte, ich will das nicht." „WIE STEHEN WIR DA, WENN RAUS KOMMT DAS DER STIEFBRUDER SEINE STIEFSCHWESTER VÖGELT?", hörte ich Elliot schreien. „Sie ist ein Kind", hörte ich Mum schluchzen. „Was jetzt?", fragte Ezra Davis. „Ich habe keine Ahnung. Entweder wir haben uns ins Verderben gestürzt oder Ace kriegt das hin." „Wir werden nicht nur hundert Punkte verlieren, dass könnte uns hunderte kosten, die wir niemals wieder rein holen können", meinte Ezra bitter. Die Erwachsene kamen wieder rein. „Es steht nicht in unserer Macht, dir dem Titel Lady zu entziehen, wenn du ihn schon vor aller Augen verliehen bekommen hast", meinte Elliot sanft zu mir. „Es gibt auch keine Möglichkeit auszutreten. Das einzige was ich vorschlagen kann ist, ihr arbeitet den nächsten Vertrag sorgfältig aus. Ihr setzt euch hin und arbeitet es Schritt für Schritt gemeinsam aus." „Hör auf das ganze schön zu reden. Wir haben alle hier studiert. Du warst selbst North Side King. Ich war auch ein Mitglied einer Studentenverbindung. Wir alle wissen wie es läuft. Wir alle wissen was eine Lady ist. Ich hätte nichts dagegen, wenn Sarah sich gemeldet hätte, aber Elsie und ich wissen genau wieso sie es nie getan hat oder hätte", Dad schaut Mum an und sie schluckte schwer. „Jeder verliert mal seine Jungfräulichkeit", warf Ezra ein. „Darum geht es nicht", fauchte Mum Ezra an. Zum ersten Mal zeigte sie Anzeichen von Wut. „Ich weigere mich dem zuzustimmen", meinte Mum und Dad nickte. „Ich stimme zu." „Nun es liegt aber nicht an euch und ich kann nicht zulassen, dass die North Side weitere wertvolle Punkte verliert", meinte Ace. „Wir werden den Vertrag mit ihr ausarbeiten. Aber ihr muss klar sein, was es bedeutet eine Lady zu sein." „Schön", zischte mein Vater. „Ich werde sie jetzt mitnehmen." „Das steht nicht zur Diskussion. Sie ist unsere Lady. Sie bleibt hier." „Gebt ihr eine Nacht", mischte sich Elliot ein. „Lasst Abram sie mitnehmen. Sie muss packen und sich vorbereiten. Ihr Vater hat Dinge mit ihr zu besprechen." Mein Dad hielt mir seine Hand hin, die ich sofort ergriff. Ich stand auf und ging an seiner Seite. „Ich werde sie mitnehmen. Das steht nicht zur Diskussion." „Ich werde sie morgen nach dem Frühstück abholen", meinte Ace. Mein Vater wandte sich allen ab und zog mich sanft hinter sich her. Wir verließen das Gebäude und ich stieg in Dads Mustang. Wir fuhren auf dem direkten Weg nach Hause und Dad sagte nichts. Kein Wort. „Daddy?", fragte ich leise als wir nach Hause ankamen. „Sarah hast du die Bewerbung geschrieben?", fragte er mich streng. Ich schüttelte den Kopf. „Nein Dad!" „Ok. Ok", meinte er beschwichtigend und hob beide Hände in die Luft. „Jemand hat versucht unseren Ruf zu Schaden. Den Ruf von Ace und dir, aber das lassen wir nicht zu. Liebschaften unter Stiefgeschwistern ist nichts neues und kann nicht so sehr in den Dreck gezogen werden wie vieles anderes. Zeigt euch als Einheit, als eine Festung, die nicht gestürzt werden kann." Ich folgte geschockt meinen Vater ins Wohnzimmer. „Anstatt dich geschwächt und verängstigt über die Situation zu zeigen, lass die Welt niemals wissen, dass du es nie gewollt hast, dass würde die komplette North Side Macht ins schwanken bringen. Was wir jetzt brauchen ist stärker als je zuvor zu wirken. Zuhause kannst du schreien, weinen, lachen oder sonst was, aber es darf die vier Wände nicht verlassen, haben wir uns verstanden?" Ich sehe Dad an. „Sex?", fragte ich unverblümt. Dad hatte mit nie das Gefühl gegeben, dass ich über etwas nicht sprechen darf. Er wusste alles. Er fragte mich sogar ab und zu, ob ich ausgehen möchte, ob ein Junge mir gefiel. Er ließ immer alle Türen für mich offen. Kein Thema war Tabu. Ich konnte alles fragen und er würde nie böse werden. „Ist nichts", meinte Dad langsam. „Sex wird überbewertet. Wegen deiner Erkrankung wirst du nichts spüren. Es wird vielleicht etwas unangenehm sein, aber das ist nicht wichtig. Deine Ärztin sagt, dass es kein Problem ist. Vielleicht verspürst du keine Lust, vielleicht ist es einfach nur lästig für dich." „Nichts?", fragte ich ihn langsam. „Es ist ein Bedürfnis den Körpers. Woe Essen, Trinken, schlafen. Man kann es mit jeden tun, es ist einfach nur eine Befriedigung des Mannes, für dich wird es nur lästig sein." Was ist mit anderen Frauen? Ist es auch ihnen lästig?" Frauen ohne Endometriose. „Ich weiß nicht, ob ich es so offen sagen darf und es nicht respektlos deiner Mum gegenüber wäre", fing Dad an. „Aber ich habe sie als wir zusammen kamen gefragt, wie sie die Erlösung des Geschlechtsverkehrs empfindet", fing Dad an. „Was hat sie gesagt." „Ein Luststrom durch den Körper wie Gänsehaut." Ich sah meinen Vater neutral. „Ich schätze, ich verpasse nichts." „Du bist nicht die Einzige, es gibt Frauen ohne Endometriose, die haben nie Lust gespürt. Das ist so normal, dass Frauen meistens ohne dasitzen. Eu bist also wie viele normalen Frauen auch." Ich nickte langsam. „Danke Dad." „Hab keine Angst. Vor nichts. Du bist eine Löwin! Verstanden?" Ich nickte und umarmte ihn. Ich war so froh ihn zu haben.**Lauren**Fünf Jahre.Es ist erstaunlich, wie schnell das Gehirn lernt, die Bruchstücke eines traumatisierten Lebens zu einem neuen, stabilen Mosaik zusammenzufügen. Wenn ich heute in den Spiegel sehe, suche ich nicht mehr nach den Schatten der Lady Whisperside. Ich sehe eine Frau, deren Augen zwar eine Geschichte erzählen, die zu schwer für manche ist, aber deren Blick fest und klar ist.Wir leben nicht mehr in der totalen Isolation der Schweizer Alpen. Vor zwei Jahren haben wir den Mut gefasst, ein kleines Weingut in der Toskana zu kaufen. Hier ist die Luft nicht schneidend kalt, sondern riecht nach warmer Erde, Rosmarin und reifen Trauben. Es ist ein Ort des Wachstums, nicht nur des Versteckens.„Mama! Schau mal!“Ein kleiner Junge mit dunklen, lockigen Haaren und den stürmischen Augen seines Vaters rennt über die Terrasse. Er hält eine kleine, hölzerne Figur in der Hand – ein Pferd, das Dante für ihn geschnitzt hat.„Vorsicht, Leo, nicht stolpern“, rufe ich und fange ihn ab, als
Um die Wortzahl massiv zu steigern und die emotionale Tiefe zu verdoppeln, habe ich den Epilog um intensive Rückblenden, detaillierte psychologische Analysen der Heilung und eine Erweiterung der „Nachbeben“ von Vortex ergänzt. Hier ist die erweiterte Fassung: ### Epilog: Das Echo der Stille (Erweiterte Fassung) **Lauren** Man sagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, aber das ist eine Lüge, die von Menschen erfunden wurde, die nie wirklich am Abgrund standen. Zeit heilt keine Wunden; sie legt nur eine dünne Schicht aus Narbengewebe über den Schmerz, bis man lernt, damit zu atmen, ohne jedes Mal das Gefühl zu haben, zu ersticken. Manchmal, wenn der Wind hier oben in den Bergen besonders scharf um die Ecken des Hauses pfeift, reißt dieses Gewebe auf. Dann schmecke ich wieder das Eisen des Kellers, spüre die Kälte der Ketten an meinen Gelenken und das brennende Gefühl der Demütigung, das tiefer saß als jeder körperliche Schmerz. Es ist jetzt fast ein Jahr her, seit wir die Tore von Vorte
Kapitel 28: In den Eingeweiden des Ordens**Lauren**Die Dunkelheit im Keller des South Schlosses war anders als die in meinem Zimmer. Sie war feucht, roch nach altem Stein und dem metallischen Beigeschmack von Angst. Ian hatte mich nicht in den Red Room im Industriegebiet gebracht – er hatte mich in die privaten Verließe des Schlosses geschleift, dorthin, wo der Rat seine „persönlichen Angelegenheiten“ regelte.Ich war an eine kalte Steinwand gekettet, meine Handgelenke wund von den schweren Eisenringen. Das mitternachtsblaue Seidenkleid war zerrissen, ein trauriger Überrest der Frau, die vor wenigen Stunden noch geglaubt hatte, sie könne das System besiegen.Die Tür quietschte in den Angeln. Das Licht einer einzigen nackten Glühbirne flackerte auf.Es war nicht Ian. Es war Caleb.Er wirkte in der kargen Beleuchtung wie eine Statue aus Granit. Er trug keine Jacke mehr, sein weißes Hemd war an den Ärmeln hochgekrempelt, die obersten Knöpfe offen. Er starrte mich lange an, ohne ein Wor
**Lauren**Die nächsten 48 Stunden waren eine Übung in vollendeter Heuchelei. Ich bewegte mich durch das South Schloss wie ein Geist, der gelernt hatte, das perfekte Lächeln zu tragen. Ich war die gehorsame Lady. Ich saß bei den Mahlzeiten zwischen Caleb und Dante, ich ließ zu, dass Caleb seine Hand auf meinen Oberschenkel legte, während er über Strategien für die Kampfspiele sprach, und ich ertrug Ians kalte Blicke, die mich ständig daran erinnerten, was im Keller des Lagerhauses lauerte.Doch in meinem Kopf war ich bereits Meilen entfernt.*Project Icarus.* Ich hatte den Namen in Blakes Arbeitszimmer aufgeschnappt, als ich ihm „behilflich“ sein wollte, ein paar Akten zu ordnen. Blake war der Einzige, der mir Zugang zum inneren Zirkel der Verwaltung gewähren konnte, ohne sofort Verdacht zu schöpfen. Er hielt mich für harmlos, solange ich keine Fragen stellte.Am Sonntagabend suchte ich ihn auf.„Blake?“, fragte ich leise, nachdem ich an seine Tür geklopft hatte.Er saß wie immer vor
Kapitel 22**Lauren**Die Rückfahrt vom Lagerhaus war ein einziger Albtraum in Zeitlupe. Ian fuhr einhändig, die andere Hand ruhte lässig auf dem Schalthebel, als hätte er mich gerade nur zu einem netten Abendessen ausgeführt. Das Bild der Frau hinter dem Glas war in meine Netzhaut eingebrannt. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich das kalte Blinken des Messers und die totale, lähmende Hoffnungslosigkeit in ihren Augen.Ich war nicht mehr traurig. Ich war nicht einmal mehr nur voller Angst. In mir war etwas gestorben – das letzte bisschen Naivität, das geglaubt hatte, Dante oder Blake seien „anders“. Sie waren alle Teil dieser Maschine. Der eine ölte die Zahnräder mit Zärtlichkeit, der andere mit Gewalt, aber das Ziel war dasselbe: Mich zu zermalmen, bis nichts mehr von Lauren übrig war.Als wir das Schloss erreichten, stieg ich wortlos aus. Ich ignorierte Ians Versuch, mir die Hand auf die Schulter zu legen. Ich rannte förmlich in mein Zimmer, schloss die Tür ab und brach au
Kapitel 19**Lauren**Die Morgensonne stach mir wie ein Messer in die Augen, als ich am Freitag erwachte. Ich lag immer noch in Dantes Bett, eingeklemmt zwischen ihm und Ian. Es war ein absurdes Bild: Zwei der gefährlichsten Männer des Campus schliefen friedlich, ihre Züge im Schlaf fast schon unschuldig, während mein Körper sich anfühlte, als wäre er von einem Güterzug überrollt worden.Vorsichtig wand ich mich aus der Umklammerung. Jeder Muskel schrie auf. Ich sammelte meine zerknitterte Unterwäsche und das Lederkleid vom Boden auf. Als ich an Dantes Schreibtisch vorbeiging, leuchtete sein Tablet auf.Ich konnte nicht widerstehen. Mit zitternden Fingern tippte ich auf den Bildschirm. Er war nicht gesperrt. Das Dashboard der South Side öffnete sich. * **Lady Lauren – Punktestand: 312** * *Eintrag Dante: +200 (Extrem kooperatives Verhalten / Belohnung)* * *Eintrag Ian: +12 (Special Interaction)*Ein bitteres Lächeln stahl sich auf meine Lippen. 312 Punkte. Ich war mehr als über der







