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Kapitel 5

last update publish date: 2026-03-17 23:42:50

Davis

Alle Kings waren im Territorium der East Side versammelt. Im Wohnsaal von ihnen. Das war mal eine alte Kirche gewesen, die umgebaut wurde für die East Kings. Der Glockenturm war noch vorhanden. Darunter war angeblich auch genug Stauraum.

Der South King Reid stand auf um das Wort an sich zu nehmen. Aces Mum war vor drei Tagen gestorben und Reid hatte dieses Treffen gestern berufen. Mistkerl. Er wusste Ace würde nicht kommen.

„Was ist dein Anliegen, Mann?", fragte der West Side King Marcel.

„Die Norths haben keine Lady ernannt. Ist das Anliegen genug?", fragte er.

„Ace ist gerade nicht in der Verfassung eine Lady zu ernennen."

„Ihr seid doch in der Verfassung. Wieso tut ihr es einfach nicht?", fragte Simon ein East Side King. Ich mochte ihn. Ein korrekter Kerl. „Es steht nur Ace zu."

„Ihr und eure Traditionen!", meckerte Reid.

„Die dürfen einen Monat lang rum huren wo sie wollen. Was bekommen wir dafür?", beschwert sich Finn, ebenfalls ein South.

„Wir ziehen euch hundert Punkte ab", schlug Simon vor.

„Tut das. Im nächsten Match hole ich sie mir wieder", meinte Ezra und ich grinste. Die Mum unseres besten Freund war verstorben. Wir konnten jetzt nicht über hundert Punkte jammern.

„Gut. Dann ist das abgemacht. Ernennt eure Lady bis zum nächsten Monat oder es werden die doppelte Punkte abgezogen. Überlegt euch gut, ob euch die Traditionen, dass ein Taylor die Lady ernennt dreihundert Punkte wert sind", warnte uns Simon und ich nickte.

„Noch was?"

„Unser Herzliches Beileid natürlich", meinte Killion, ebenfalls ein East King wie Simon. Ich mochte die aus dem East. Sie hatten Ehre, nicht wie die Bastarde aus dem South Bereich. 

Das Meeting wurde beendet und wir liefen aus der ehemaligen Kirche.

„Hat er überhaupt eine Entscheidung getroffen?", fragte Ezra mich interessiert. „Ich weiß es nicht", meinte ich. Mir tat Ace leid. Ich verstand ihn natürlich. Meine Eltern waren toll und beide noch zusammen, ich konnte es mir nicht vorstellen, dass sie sich trennen oder das ich einen von ihnen verliere.

„Davis", meinte Ezra.

„Was?"

„Wir sollten zu ihm fahren und schauen, ob er was braucht."

Ich nickte und startete den Motor. Ab zu Ace.  

Sarah

Einen Monat später:

Dad und ich waren auf der Beerdigung von Aces Mum gewesen. Mum hatte uns gebeten zu kommen. Ace hatte nichts gesagt, auch nicht als Dad und ich ihn unser Beileid aussprachen. Er war natürlich am Boden zerstört. Ich könnte mir auch ein Leben ohne Dad nicht vorstellen. Den Elternteil zu verlieren mit dem man sich am meisten verstand war schrecklich.

Ace war zwei Wochen nicht zum College gekommen und war auch danach nur unregelmäßig da bis er sich anscheinend erholt hatte.

Ich saß in der Bibliothek und arbeite meine Aufgaben an.

Ich sah wie Ace in den Raum kam. Er trug ein weißes Hemd und eine schwarze Hose. Sehr casual.

„Steh auf", befahl er mir.

„Was?", flüsterte ich.

„Komm mit."

„Wohin?", fragte ich ihn.

„Zum Studentenverbindungshaus."

„Wieso?"

„Es gab eine sehr interessante Entwicklung, die dich sehr interessieren wird."

„Ich bin in keine Verbindung."

„Ich weiß. Komm trotzdem mit."

Ich musterte ihn verwirrt und packte langsam meine Sachen in meinen Rucksack. Immer wieder ging ich die letzten Tage und vor allem die letzten Stunden durch.

Hatte ich was falsch gemacht?

Hatte ich irgendeine Ankündigung verpasst die es heute vielleicht gab?

Will der Dekan mich vielleicht sehen?

Vielleicht liegt es auch an meinen vielen Fehltagen?

Oder irgendeine Arbeit ist schlecht ausgefallen?

Aber wieso sollte ich dann in das Studentenverbindungshaus?

Mir ging so viel durch den Kopf das ich kaum darauf achtete das Ace genervt mir zuschaute.

„Waa habe ich denn gemacht? Oder liegt es an den vielen Fehltagen? Oder das ich nie zu diesen Matches komme wo jeder Schüler sonst immer dabei ist? Das kann man doch auch anders klären oder?"

Ich nahm meine Sachen in die Hand und blickte den genervten Ace an, der ohne mir eine Antwort gab los lief und ich ihm natürlich hinterher.

„Hallo? Könntest du mir nicht einmal antworten Taylor?"

„Nein, es hat nichts mit all dem zu tun. Das ist eine Privatveranstanrung der Verbindung und du kleine Schwester musst dabei sein."

Vielleicht brauchte er mich einfach. Als Familie?

Ich folgte ihn nach draußen, stieg in seinem Jeep ein und er fuhr los. Die zehn Minütige Fahrt verlief ruhig. Er parkte vor dem North Gebäude und ich sah das hier ein Haufen weiterer Autos parkte. Wir stiegen aus und ich sah wie seine besten Freunde Davis und Ezra vor dem Eingang standen und mit verschränkten Armen auf Ace warteten.

„Ace, wie lange willst du uns noch warten lassen? Und was macht sie hier? Ist sie auch der Verbindung beigetreten?"

„Gehen wir rein", meinte mein Stiefbruder nur und ignorierte alle Fragen. Ezra starrte ihn wütend an, während Davis sein Blick über meinen Körper schweifen ließ und stumm Ace folgte. Er hielt mir die Tür auf und ich trat ein.

„Ace!", zwei Frauen standen an der Tür zu einem großen Raum, von dort hörte ich viele Stimmen, die sich miteinander unterhielten.

„Meghan, Fiona, schickt Claire weg. Es sei den, sie möchte Teil der Verbindung werden. Ich habe mich umentschieden, ich will sie nicht."

Beide Frauen starrten ihn fassungslos an.

„Ich hoffe, du weißt was du tust, Bruder", meinte Davis langsam. Ezra sagte nichts.

„Ja, sehr gut sogar."

Wir betraten allesamt die Halle.

„Lass sie nicht weglaufen", meinte er zu seinen Freunden, bevor er nach vorne trat und das Mikro nahm. Alle verstummten augenblicklich. Es waren um die hundert Studenten.

„Liebe North Side Studenten. Es ist soweit. Es ist sehr verspätet, aber lieber später als nie."

Die Jungs brüllten auf.

„Ich ernenne heute ein Mädchen zu unserer Lady. Sie wird am Ende des Jahres die Queen der North Side sein. Sie wird für euch Ladys die Führung sein und ich bin mir sicher, sie muss nichts alleine machen, denn wir machen tolle Mädels unter uns. Meghan und Fiona werden bestimmt weiterhin ihre Aufgaben übernehmen. An die Jungs, die Lady ist für euch Tabu. Ein falscher Blick und ihr fliegt aus der Verbindung. Ihr behandelt sie mit Respekt wie ihr es mit uns tut und ohne euch länger auf die Folter zu spannen, ernenne ich Sarah Evans zu der neuen Lady der North Side."

Mein Herz blieb stehen und rutschte weg. Hatte er gerade meinen Namen gesagt? Mir wurde heiß und kalt zugleich.

Ein lautes jubeln ging durch den Raum. Mein Kopf pochte.

„Ihre Bewerbung war für uns die überzeugendste und wir freuen uns, dass sie unsere Lady wird. Immerhin bekommen wir direkt hundertfünfzig Punkte zugeteilt, weil sie Jungfräulich ist."

Ein raunen ging durch den Raum. Was war hier nur los?

Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich zog ohne überlegen mein Handy aus der Tasche und rief Mum an.

„Was tust du da?", fauchte Ezra.

„Ihr seid entlassen", rief Ace. Alle eilten aus den Raum.

Meine Mum ging bei den dritten Klingeln dran.

„Was tut sie da?", fragte Davis ernst.

„Mum?", weinte ich.

„Fuck", zischte Ace und kam auf mich zu.

„Mum, Ace hat mich einfach zur Lady gemacht ohne meine Einwilligung!", sagte ich schnell ins Telefon, bevor Ace es sich schnappen konnte, aber da ich es gesagt habe, zog er seine Hand zurück.

„Was?", fragte meine Mutter schrill. „Er hat was?"

„Mum bitte."

„Warte. Warte Liebling. Elliot!", sie rief nach Aces Dad und ich wartete angespannt. Die drei Jungs starrten mich an. Ace voller Hass, Davis neutral und Ezra genervt.

Meine Mutter redete mit Elliot und ich hörte nicht wirklich was.

Aces Handy klingelte und er ging stöhnend dran.

„Ja", sagte er nach einer Weile. „Wir treffen uns in der North Villa."

„Baby hörst du mich?", fragte Mum mich.

„Ja."

„Fahr mit Ace zu seiner Villa. Dein Dad und wir sind gleich da ja, ich rufe deinen Dad an."

„Okay Mum."

Ich legte auf und Ace sah mich mit verschränkten Armen an. „Du redest kaum mit ihr, aber bei der ersten Gelegenheit rennst du zu Mummy?"

„Wieso hast du das getan?"

„Wieso hast du dich beworben?", stellte er eine Gegenfrage.

„Habe ich nicht."

„Nun die Beweise sagen etwas anderes. Komm mit. Wir fahren."

Ich folgte den Jungs widerwillig. Meine Eltern würden mich hier raus holen.

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