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Im Raum war es dunkel, die Vorhänge zugezogen. Sie schlief bereits.
Ich nippte an meinen wertvollen Scotch und seufzte. Das was ich tat war eines der selbstgefälligsten Dinge, die ich je in meinem Leben getan habe. Bereute ich es? Keines Falls. Würde ich es bereuen? Kommt nicht in Frage. Stieß ich das süße kleine Mädchen ins Verderben? Absolut. Doch ich wusste eins, die North Side Kings standen auf sie. Auf die süße, kleine, jungfräuliche Prinzessin. Würden Sie die Kleine zerstören? Von innen heraus zerreißen würden Sie sie. Sie würden sie bluten lassen. Sie schreien lassen, all ihren Hass auf sie auslassen. Und sie würde lernen müssen es zu lieben. Denn nicht weniger erwarte ich. Sehr geehrte Herren, hiermit bewerbe ich mich für den Platz der Lady, in dem noch vorhandenen leeren Platz des North Sektors. Anbei die ausgefüllte Checkliste. Mit freundlichen Grüßen, Sarah Evans Grinsend tippte ich alles auf meinem Computer ein. Setzte die gefälschte Unterschrift unter den Namen und fügte noch ein Bild mit zu. Wenn es klappen würde wie ich es erwaetete, würde Chicago bald einen Machtwechsel haben. Die Mächte würden kippen. Und dafür waren mir alle Wege, die es gab Recht, egal ob es Verluste oder zu gar Tote gab. Hauptsache ich bekam das, was ich wollte. Mehr Sagen, mehr Ansehen und vor allem, mehr Macht. Die Ausgedruckte Checkliste lag vor mir. Ich kreuzte alles an und schrieb über die Checkliste in Großbuchstaben. ICH BIN NOCH JUNGFRAU Ich grinste gehässig. Niemand stand zwischen mir und meinen Zielen. Nicht mal sie. Kapitel 1: Sarah Ich hatte verschlafen. Natürlich hatte ich das, ich war ohne mein Wecker einzustellen gestern eingeschlafen und wachte genau zwanzig Minuten bevor ich los musste auf. Ich hastete ins Bad, machte mich blitzschnell fertig und rannte nach unten. Ich wollte meine Schlüssel nehmen und raus rennen zur Bushaltestelle, doch ich hörte ein räuspern aus der Küche. Verdammt. Dad war zuhause. „Ich muss los", rief ich in die Küche. Ich sah ihn zwar nicht, doch ich konnte förmlich sehen wie er seine Augen verdrehte. „Ich fahre dich, Sarah. Du weißt doch ..." „Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit!", sprachen wir beide zusammen aus. Ich trat in die Küche und sah Meghan Toast und Eier machen. Sie war unsere Haushälterin, eine wunderbare Frau mit wundervollen Kochkünsten. Ich ging aufs Esszimmer zu, dass direkt an der Küche verbunden war. Mein Vater saß auf seinem Platz. In einem perfekt gebügelten braunen Anzug und sah mich an. „Guten Morgen Daddy." Ich küsste ihn auf der Wange und er deutete mir, mich neben ihn zu setzten. „Du hast verschlafen", stellte er nüchtern fest während er seinen Kaffee trank. „Ja", gab ich murmelnd zu. „Du hast deine Tage", meinte er unverblümt. Meine Beziehung zu meinen Vater war transparent. Ich redete mit ihm als wäre er Mum und mit Mum ... mit ihr mied ich es zu reden. „Woher weißt du das?", fragte ich genervt. „Ich habe gestern die leere Migränentabletten im Müll gesehen. Deine Tage kommen nie allein." Er kannte mich zu gut. „Ich werde Doktor Wilhelm heute noch um weitere Tabletten bitten." Ich lächelte ihn an. Es war schon früh klar gewesen, dass ich an Endometriose litt und mein Vater hatte mir immer viel Freiraum gegeben. Es hat oft früher in der Highschool Zeit zu Streitigkeiten mit den Lehrern gegeben, wenn ich eine Woche im Monat fehlte, aber mein Dad hatte nie auch nur angedeutet, dass ihn mein schulisches Fehlen missfiel. Nein er hatte mich immer angelächelt und gefragt wie es die Zeit besser machen könnte. Es wurde mit der Zeit besser. Meine Hormone besserten sich. Starke Menstruationsschmerzen ertrug ich einfach als wäre es nichts, es sein denn es wurde unerträglich. Ja, die ab und zu Bewusstlosigkeit nervte, einmal war ich hart auf dem Boden geknallt und einmal in die Dusche. Sehr peinlich als Dad mich da raus angeln musste. Doch er sagte nichts. „Möchtest du zuhause bleiben?", fragte er mich einfach so nebenbei. „Nein, es geht. Die Migränentabletten wirken nicht nur hier", ich tippte auf meinen Kopf. Mein Vater lächelte ganz leicht. Mein Handy Display leuchtete auf. Mum Die grünen Augen meines Vater verdüsterten sich. Er fuhr sich mit der Hand durch sein Aschblondes Haar. Ich sah meiner Mum sehr ähnlich. Ich kam eigentlich überhaupt nicht nach Dad. Mum und ich hatten beide ungefähr die selbe Gesichtsform, schwarze Haare und blaue Augen. Außerdem volle Lippen und dichte schwarze Wimpern. „Was sagt deine Mum?" „Bestimmt wie jeden Tag ein Guten Morgen", murmelte ich. „Gehst du sie am Samstag besuchen?" Ich sehe nicht auf, sondern stochere in meinem Omelett rum. Die Samtweichen weinroten Stühle, waren so angenehm, jetzt aufzustehen graute mir. Vielleicht würde ein Schmerzruck durch meinen Unterleib gehen und deswegen entschied ich mich, sitzen zu bleiben und das Gespräch zu führen. „Nein. Ich habe zu tun." „Verstehe. Seit drei Monaten hast du zutun?" Ich sehe ihn an. „Ja." Woher weiß er es überhaupt? „Deine Mutter hatte mich angerufen vor einigen Tagen, sie war traurig, dass du sie nicht mehr besuchst." „Tue ich doch", meinte ich bockig. „Wann?" „Ist das wichtig?", fragte ich ihn. „Sie hat sich verändert." „Sie ist glücklich", meinte Dad langsam. „Und das war sie hier nicht?", fragte ich ihn. „Du bist nicht das erste Kind, dessen Eltern sich geschieden haben, Sarah. Wir sind seit drei Jahren getrennt. Wieso verarbeitest du das nicht mein Schatz?" Ich zuckte mit den Achseln. Weil er, Ace Taylor mich nichts verarbeiten ließ. Er ärgerte und nervte mich wo es nur ging. Und es war zwar nicht oft, aber doch zu oft. Ace Taylor, mein verdammter Stiefbruder. Der Sohn des Mannes, den meine Mutter geheiratet hatte. Er hasste mich und das abgrundtief. „Nun, komm wir müssen los, ansonsten verspätest du dich." Ich nickte und stand auf. Mein Vater fuhr mich zur Schule und der Tag konnte beginnen.**Lauren**Fünf Jahre.Es ist erstaunlich, wie schnell das Gehirn lernt, die Bruchstücke eines traumatisierten Lebens zu einem neuen, stabilen Mosaik zusammenzufügen. Wenn ich heute in den Spiegel sehe, suche ich nicht mehr nach den Schatten der Lady Whisperside. Ich sehe eine Frau, deren Augen zwar eine Geschichte erzählen, die zu schwer für manche ist, aber deren Blick fest und klar ist.Wir leben nicht mehr in der totalen Isolation der Schweizer Alpen. Vor zwei Jahren haben wir den Mut gefasst, ein kleines Weingut in der Toskana zu kaufen. Hier ist die Luft nicht schneidend kalt, sondern riecht nach warmer Erde, Rosmarin und reifen Trauben. Es ist ein Ort des Wachstums, nicht nur des Versteckens.„Mama! Schau mal!“Ein kleiner Junge mit dunklen, lockigen Haaren und den stürmischen Augen seines Vaters rennt über die Terrasse. Er hält eine kleine, hölzerne Figur in der Hand – ein Pferd, das Dante für ihn geschnitzt hat.„Vorsicht, Leo, nicht stolpern“, rufe ich und fange ihn ab, als
Um die Wortzahl massiv zu steigern und die emotionale Tiefe zu verdoppeln, habe ich den Epilog um intensive Rückblenden, detaillierte psychologische Analysen der Heilung und eine Erweiterung der „Nachbeben“ von Vortex ergänzt. Hier ist die erweiterte Fassung: ### Epilog: Das Echo der Stille (Erweiterte Fassung) **Lauren** Man sagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, aber das ist eine Lüge, die von Menschen erfunden wurde, die nie wirklich am Abgrund standen. Zeit heilt keine Wunden; sie legt nur eine dünne Schicht aus Narbengewebe über den Schmerz, bis man lernt, damit zu atmen, ohne jedes Mal das Gefühl zu haben, zu ersticken. Manchmal, wenn der Wind hier oben in den Bergen besonders scharf um die Ecken des Hauses pfeift, reißt dieses Gewebe auf. Dann schmecke ich wieder das Eisen des Kellers, spüre die Kälte der Ketten an meinen Gelenken und das brennende Gefühl der Demütigung, das tiefer saß als jeder körperliche Schmerz. Es ist jetzt fast ein Jahr her, seit wir die Tore von Vorte
Kapitel 28: In den Eingeweiden des Ordens**Lauren**Die Dunkelheit im Keller des South Schlosses war anders als die in meinem Zimmer. Sie war feucht, roch nach altem Stein und dem metallischen Beigeschmack von Angst. Ian hatte mich nicht in den Red Room im Industriegebiet gebracht – er hatte mich in die privaten Verließe des Schlosses geschleift, dorthin, wo der Rat seine „persönlichen Angelegenheiten“ regelte.Ich war an eine kalte Steinwand gekettet, meine Handgelenke wund von den schweren Eisenringen. Das mitternachtsblaue Seidenkleid war zerrissen, ein trauriger Überrest der Frau, die vor wenigen Stunden noch geglaubt hatte, sie könne das System besiegen.Die Tür quietschte in den Angeln. Das Licht einer einzigen nackten Glühbirne flackerte auf.Es war nicht Ian. Es war Caleb.Er wirkte in der kargen Beleuchtung wie eine Statue aus Granit. Er trug keine Jacke mehr, sein weißes Hemd war an den Ärmeln hochgekrempelt, die obersten Knöpfe offen. Er starrte mich lange an, ohne ein Wor
**Lauren**Die nächsten 48 Stunden waren eine Übung in vollendeter Heuchelei. Ich bewegte mich durch das South Schloss wie ein Geist, der gelernt hatte, das perfekte Lächeln zu tragen. Ich war die gehorsame Lady. Ich saß bei den Mahlzeiten zwischen Caleb und Dante, ich ließ zu, dass Caleb seine Hand auf meinen Oberschenkel legte, während er über Strategien für die Kampfspiele sprach, und ich ertrug Ians kalte Blicke, die mich ständig daran erinnerten, was im Keller des Lagerhauses lauerte.Doch in meinem Kopf war ich bereits Meilen entfernt.*Project Icarus.* Ich hatte den Namen in Blakes Arbeitszimmer aufgeschnappt, als ich ihm „behilflich“ sein wollte, ein paar Akten zu ordnen. Blake war der Einzige, der mir Zugang zum inneren Zirkel der Verwaltung gewähren konnte, ohne sofort Verdacht zu schöpfen. Er hielt mich für harmlos, solange ich keine Fragen stellte.Am Sonntagabend suchte ich ihn auf.„Blake?“, fragte ich leise, nachdem ich an seine Tür geklopft hatte.Er saß wie immer vor
Kapitel 22**Lauren**Die Rückfahrt vom Lagerhaus war ein einziger Albtraum in Zeitlupe. Ian fuhr einhändig, die andere Hand ruhte lässig auf dem Schalthebel, als hätte er mich gerade nur zu einem netten Abendessen ausgeführt. Das Bild der Frau hinter dem Glas war in meine Netzhaut eingebrannt. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich das kalte Blinken des Messers und die totale, lähmende Hoffnungslosigkeit in ihren Augen.Ich war nicht mehr traurig. Ich war nicht einmal mehr nur voller Angst. In mir war etwas gestorben – das letzte bisschen Naivität, das geglaubt hatte, Dante oder Blake seien „anders“. Sie waren alle Teil dieser Maschine. Der eine ölte die Zahnräder mit Zärtlichkeit, der andere mit Gewalt, aber das Ziel war dasselbe: Mich zu zermalmen, bis nichts mehr von Lauren übrig war.Als wir das Schloss erreichten, stieg ich wortlos aus. Ich ignorierte Ians Versuch, mir die Hand auf die Schulter zu legen. Ich rannte förmlich in mein Zimmer, schloss die Tür ab und brach au
Kapitel 19**Lauren**Die Morgensonne stach mir wie ein Messer in die Augen, als ich am Freitag erwachte. Ich lag immer noch in Dantes Bett, eingeklemmt zwischen ihm und Ian. Es war ein absurdes Bild: Zwei der gefährlichsten Männer des Campus schliefen friedlich, ihre Züge im Schlaf fast schon unschuldig, während mein Körper sich anfühlte, als wäre er von einem Güterzug überrollt worden.Vorsichtig wand ich mich aus der Umklammerung. Jeder Muskel schrie auf. Ich sammelte meine zerknitterte Unterwäsche und das Lederkleid vom Boden auf. Als ich an Dantes Schreibtisch vorbeiging, leuchtete sein Tablet auf.Ich konnte nicht widerstehen. Mit zitternden Fingern tippte ich auf den Bildschirm. Er war nicht gesperrt. Das Dashboard der South Side öffnete sich. * **Lady Lauren – Punktestand: 312** * *Eintrag Dante: +200 (Extrem kooperatives Verhalten / Belohnung)* * *Eintrag Ian: +12 (Special Interaction)*Ein bitteres Lächeln stahl sich auf meine Lippen. 312 Punkte. Ich war mehr als über der







