تسجيل الدخولAmoras Herz schlug heftig. Das Dröhnen war wie eine Kriegstrommel in ihrer Brust, laut und unregelmäßig. Doch sie zwang ihr Gesicht, ruhig zu bleiben, so ruhig wie die Oberfläche eines Gewässers, unter der sich eine reißende Strömung verbarg. Sie durfte sich nicht provozieren lassen. Nicht jetzt. Nicht vor Lucy.„Wovon redest du, Lucy?“, fragte Amora, wobei sie ihre Stimme locker klingen ließ, obwohl sich ihr Hals trocken anfühlte.Lucy verzog die Lippen zu einem kleinen, spöttischen und durchdringenden Lächeln. „Willst du deine Maske immer noch nicht abnehmen?“Amora schwieg. Ihr Blick wurde für einen Moment scharf, dann nahm sie wieder einen sanfteren Ausdruck an. Sie wusste, dass ein einziger falscher Schritt das Ende von allem bedeuten konnte. Lucy war keine dumme Frau. Sie war gerissen … und gefährlich.„Du bist wirklich eine hinterhältige Frau, Amora!“, zischte Lucy schließlich, ihre Stimme wurde kalt.Schritte waren auf dem Korridor zu hören. Das Klackern von Schuhen auf dem Ma
An diesem Morgen war es im Büro noch ruhig. Das Sonnenlicht drang durch die großen Fenster hinter dem Schreibtisch des Direktors und warf den Schatten einer Frau, die dort mit selbstbewusster Haltung saß.Ja, Amora. Das Mädchen war früher als gewöhnlich gekommen – sogar früher als Vicktor.Sie saß im Direktorenstuhl, einem Stuhl, den sie früher nur aus der Ferne hatte betrachten können. Nun umklammerten ihre Finger die Armlehnen, als wollte sie sich vergewissern, dass all das wirklich geschah.Ein kaum merkliches Lächeln lag auf ihren Lippen.Elegant schlug sie die Beine übereinander. Ihr Körper lehnte leicht zurück, doch ihr Blick war scharf – voller Berechnung.„Daddy …“, flüsterte sie leise, kaum mehr als ein Hauch.Ihre Hände umklammerten den Stuhl noch fester.„Dein Tod wird teuer bezahlt werden!“Ihr Atem ging zunehmend schneller. Amoras Brust fühlte sich eng an, nicht aus Schwäche – sondern wegen der Wut, die sie so lange in sich verschlossen hatte.„Was du einst für deine Fami
Amora betrat ihr Haus mit Schultern, die sich schwerer als gewöhnlich anfühlten. Die Tür fiel leise hinter ihr ins Schloss, als würde sie all die Unruhe, die sie von draußen mitgebracht hatte, ebenfalls einschließen. Der heutige Tag hatte ihren Verstand völlig erschöpft. Zum ersten Mal geriet sogar ihre Konzentration auf ihren Racheplan gegen Vicktor und Lucy ein wenig ins Wanken.Sie seufzte tief.„Lass es einfach … nur für diese eine Nacht“, murmelte sie leise.Eine Nacht, in der Lucy glücklich sein durfte. Eine Nacht, in der die Welt so tun konnte, als würde sie ohne Amoras Einmischung weiterlaufen. Aber danach … würde Amora keinen Raum mehr gewähren.Nach ihrer Rückkehr vom Café Batavia ging Amora direkt in ihr Zimmer. Sie wusch sich und ließ kaltes Wasser über ihre Haut laufen, in dem Versuch, ihre unaufhörlich kreisenden Gedanken zu beruhigen. Danach zog sie Hotpants und ein hellgraues T-Shirt mit kurzen Ärmeln an – bequeme Kleidung, die sie gewöhnlich trug, wenn sie nachdenken
Amoras Wagen wurde langsamer und kam direkt vor dem Café Batavia zum Stehen. Das Licht der Straßenlaternen spiegelte sich in der Windschutzscheibe und warf einen undeutlichen Schatten auf ihr ruhig wirkendes Gesicht – viel zu ruhig für jemanden, der von Misstrauen erfüllt war.Sie stellte den Motor ab. Einige Sekunden lang saß sie einfach nur da, beide Hände noch immer am Lenkrad. Wachsam ließ sie ihren Blick umherschweifen und musterte jede Ecke der Umgebung.„Warum ausgerechnet hier …“, murmelte sie leise.Doch sie wollte nicht verdächtig wirken. Mit kontrollierten Bewegungen griff Amora nach der Tasche, die sie bereits vor einiger Zeit vorbereitet hatte. Sie öffnete die Autotür, stieg aus und richtete sich auf. Ihr Blick glitt erneut über den Parkplatz. Sie sah nach links und rechts und versuchte, die Person zu entdecken, mit der sie vor wenigen Minuten per Nachricht kommuniziert hatte.Niemand war zu sehen.Da waren nur die Geräusche vorbeifahrender Fahrzeuge und einige Menschen,
Noch am selben Tag hielt Vicktor sein Wort tatsächlich. Ohne weitere Diskussionen zog er die Anzeige zurück, die alles so kompliziert gemacht hatte. Diese Entscheidung traf er, nachdem Elishas Bitte – die einfach klang, aber voller Druck war – in einem Ton ausgesprochen worden war, den er nicht ignorieren konnte.Nun saßen sie alle im selben Wagen.Im Inneren des Autos herrschte Stille, doch es war keine unangenehme Stille – vielmehr lag eine tiefe Erschöpfung in der Luft.Lucy saß auf dem Rücksitz und hielt Kelly in ihren Armen, die friedlich auf ihrem Schoß schlief. Gelegentlich strich sie dem Kind sanft über das Haar, als wollte sie sich vergewissern, dass all dies tatsächlich vorbei war.Ein leichtes Lächeln lag auf Lucys Lippen.„Meine Tochter …“, murmelte sie leise, kaum hörbar. „Auf sie kann man sich also doch verlassen.“Lucy betrachtete Kellys friedliches Gesicht und atmete tief durch. Zum ersten Mal an diesem Tag fühlte sich ihre Brust ein wenig leichter an.Auf dem Vordersi
Die Atmosphäre im Besuchsraum erhitzte sich wie ein Feuer, das mit Benzin übergossen wurde. Wort für Wort wurde zu einer Waffe, mit der sie sich gegenseitig gnadenlos verletzten. Doch inmitten dieses Chaos konnte Amora nicht länger einfach schweigend zusehen.„Lucy, nutze Kellys Unschuld nicht aus.“Amoras Stimme klang bestimmt, obwohl in ihrem Inneren langsam Unruhe aufstieg. Sie wusste, dass ein einziger falscher Schritt all ihre Pläne zunichtemachen konnte.Lucys Blick wandte sich sofort Amora zu. Scharf. Voller Hass, den sie nicht länger verbarg.„Was meinst du damit?“, erwiderte Lucy kühl. „Warst nicht du es, die Kelly während ihrer Amnesie ausgenutzt hat? Du hast so getan, als wärst du ihre leibliche Mutter! Du hast Vicktors Vertrauen an dich gerissen und unsere Ehe zerstört.“Diese Worte ließen die Luft noch drückender werden.Amora ballte langsam die Hände zu Fäusten. Doch im nächsten Moment veränderte sich ihr Gesichtsausdruck. Ihr Gesicht wirkte plötzlich verletzlich, ihre A







