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Author: Minnah
last update Petsa ng paglalathala: 2026-10-25 04:13:57

„Scheidungspapiere“, platzte er heraus. Seine Worte zertrampelten ihr Herz auf dem Marmorboden.

„Unterschreib sie!“, murmelte er kalt.

Sie taumelte und hielt sich zur Unterstützung an der Tischkante fest.

„Du machst Witze, oder?“, fragte sie, und er lächelte spöttisch.

„Er macht keine Witze. Unterschreib sie und verschwinde zum Teufel aus seinem Leben!“, antwortete Yulia unverblümt.

„Ich rede nicht mit dir!!“, schrie Thalia sie an. Sie versuchte, nach seiner Hand zu greifen, doch er wich zurück und verstärkte seinen Griff um Yulias Hand.

„Frank, wir können darüber reden, bitte, wir können darüber reden!“, flehte sie mit Tränen in den Augen.

Doch ihre Worte stießen auf taube Ohren. Er hatte seine Entscheidung bereits getroffen und war nicht bereit, irgendjemandem zuzuhören.

„Hör zu, Thalia, du weißt, dass ich deine Schwester zuerst kennengelernt habe und sie zuerst geliebt habe …“

„Aber du hast mich auch geliebt, warum tust du das?“, weinte Thalia.

„Ja, aber nicht mehr. Ein Jahr lang war ich nicht glücklich. Ich habe dich nur geheiratet, um eine Ehefrau zu haben, eine Frau an meiner Seite, nicht weil ich dich geliebt habe oder so. Du solltest weiterziehen und die Scheidungspapiere unterschreiben. Ich will wirklich nicht mehr mit dir zusammen sein“, sagte er ihr direkt ins Gesicht.

Ihr Unterkiefer klappte herunter, und eine seltsame Kälte durchfuhr sie wie plötzliches Fieber.

„Franklin, hab kein Mitleid mit ihr, sie verdient es. Obwohl sie wusste, dass du mich liebst, hat sie dich trotzdem geheiratet. Thalia, du bist nichts weiter als eine Verräterin, und für deinen Verrat an mir verdienst du mehr als das“, stimmte Yulia ihm zu.

Sie war nicht überrascht, dass Yulia so über sie dachte. Seit ihrer Kindheit hatte Yulia sie immer beneidet. Yulia begehrte alles, was ihr gehörte. Sie hasste sie eindeutig, und das war nichts Neues für sie.

Aber Franklin … sie waren ganze drei Jahre zusammen gewesen. Das bedeutete, dass er nur so getan hatte, als würde er sie lieben. Heute Morgen war alles gut gewesen, letzte Nacht ebenfalls.

Er hatte ihre Stirn geküsst und „für immer“ gesagt. War auch das eine Lüge gewesen?

Die Liebe, die Aufmerksamkeit, die Ehrlichkeit, das Vertrauen und die Fürsorge – alles war vorgetäuscht gewesen. Er hatte sie nie geliebt. Sein Herz hatte die ganze Zeit Yulia gehört.

„Warum?“, fragte sie, ihre Stimme brach.

Frank schnaubte. Er dachte, sie würde wegen etwas so Einfachem dramatisch werden. Ihre Reaktion erschien ihm unnötig übertrieben.

Yulia konnte nicht aufhören zu lächeln. Sie fühlte sich, als würde sie über der Welt stehen. Thalia zu besiegen, war ein Traum, der wahr geworden war. Sie hatte geschworen, Frank von ihr wegzunehmen, und sie hatte es geschafft. Und nicht nur Frank, sondern alles, was Thalia gehörte.

„Unterschreib die Scheidungspapiere, verschwende nicht unsere Zeit!“, schrie sie.

„Was habe ich getan, um das zu verdienen?“, fragte Thalia und ignorierte Yulia.

„Genau darum geht es hier. Du warst gut zu mir, aber ich muss glücklich sein, und sie ist mein Glück“, sagte er sanft.

Das Gift des Verrats versank tief in ihr. Sie wusste nicht, dass noch mehr auf sie zukommen würde.

Eine Dienstmagd schleifte Thalias Koffer nach unten zu dem Platz, an dem sie standen.

„Was machst du mit meinem Koffer?“, fragte Thalia schockiert, während Tränen in ihren Augen glitzerten.

„Zwillingsschwester, du musst dir keine Sorgen machen. Außerdem hast du genug Geld …“

„Franklin, was soll das alles?!“, schrie sie, unfähig, ihre Gefühle zu kontrollieren.

„Ja, du kannst nicht hierbleiben, während Yulia hier ist. Du solltest die Scheidungspapiere unterschreiben und gehen. Das ist das Beste“, antwortete er gleichgültig.

Wohin erwartete er, dass sie gehen würde? Sie war finanziell abgesichert, aber wohin sollte sie um diese Uhrzeit gehen?

„Das ist unser Zuhause. Wegen ihr willst du mich aus diesem Haus werfen!“, weinte Thalia, ihre Stimme zitterte, während ihre Wangen vor Scham brannten.

„Wann wirst du es verstehen? Ich sagte, dass ich dich nicht mehr will. Wir sind nicht mehr wir. Unterschreib die Scheidungspapiere und verschwinde aus meinem Haus!“, beharrte er.

Als wäre es nicht genug, dass er sie betrogen hatte, warf er sie nun auch noch aus dem Zuhause, das sie gemeinsam aufgebaut hatten.

Thalia schüttelte den Kopf und ging zwei Schritte rückwärts. Er grinste, griff nach dem Griff des Koffers und streckte dann die Hand nach ihr aus, doch sie riss ihre Hand weg.

„Sei nicht stur!“, rief er halb und packte sie gewaltsam.

Yulia grinste zufrieden und genoss jeden einzelnen Moment davon. Sie verschränkte die Arme wie eine Königin, die dabei zusah, wie ihr Feind zu Boden ging.

„Lass mich los, Frank, ich werde nirgendwo hingehen!“, wehrte sie sich, doch sein Griff war zu stark. Er öffnete die Haustür und stieß sie hinaus.

„Frank, wohin soll ich gehen?“, weinte sie und flehte ihn an.

„Bitte lass mich bleiben, ich kann nicht hinaus, ich bin …“

„Ich will nicht wissen, wohin du gehst oder wie du überleben wirst. Aber du kannst heute Nacht nicht hierbleiben“, sagte er.

„Frank, bitte, du kannst mich nicht verlassen. Ich liebe dich, erinnerst du dich? Ich …“ Franklin schlug ihr die Tür laut vor dem Gesicht zu.

Ihr Körper zitterte vor Schock, eine Träne rann über ihre Wange.

Sie stand dort wie erstarrt. Der kalte Wind schlug ihr ins Gesicht, doch er konnte nicht mit der Kälte mithalten, die bis in ihre Knochen drang. Ihre Finger umklammerten den Griff ihres Koffers, als könnte er sie zurück in eine Realität bringen, die gerade zerbrochen war.

Der Regen begann zu fallen, zunächst langsam, feine Tropfen küssten ihre Haut und vermischten sich mit den Tränen, die bereits über ihr Gesicht liefen.

Ihre Beine zitterten unter ihr. Sie wusste nicht, ob es an der Kälte lag oder an der Last des Verrats, die in ihrer Brust zusammenbrach.

„Franklin, bitte tu mir das nicht an …“, flüsterte sie zur verschlossenen Tür, ihre Lippen zitterten.

„Bitte nicht … ich bin schwanger …“, flüsterte sie. Der Testbericht und das Ultraschallergebnis befanden sich noch in ihrer Tasche.

Als sie keine Antwort bekam, sanken ihre Hände langsam von der Tür. Ihr Blick blieb am Türgriff hängen, als würde sie hoffen, dass er sich drehen würde. Hoffen, dass er zurückkommen, sich entschuldigen und sagen würde, dass alles nur ein grausamer Scherz gewesen sei.

Doch das geschah nicht. Die Stille auf der anderen Seite schrie lauter als jeder Streit.

Yulia war dort drinnen, trug ihren Bademantel, trank ihren Wein und lag in ihrem Bett.

Ihrem Bett.

Thalias Knie gaben nach und sie brach direkt auf der Veranda zusammen, während sie ihren Koffer wie ein Kind umklammerte, das sich an einen Rettungsanker klammert.

Alles war weg. Es war für sie vorbei. Drei Jahre ihres Lebens waren verschwunden wie Asche, die im Wind verstreut wurde.

Wie hatte sie das nicht kommen sehen? Wie hatte sie neben einem Mann schlafen können, der sie nie wirklich geliebt hatte? Ein Mann, der sie festhielt, während sein Herz für eine andere Frau schlug.

Nicht nur irgendeine andere Frau – ihre Schwester.

Ihr Magen verkrampfte sich. Der Verrat war nicht nur romantischer Natur, er ging bis ins Blut.

Yulia – ihre Zwillingsschwester. Sie sollte sie bedingungslos lieben, doch stattdessen hatte sie ihr das tiefste Messer in den Rücken gestoßen.

Und Franklin – ihr Ehemann. Der Mann, den sie liebte, mit dem sie betete, für den sie kochte, von dem sie träumte, der ihr in die Augen sah und sagte, sie sei nur ein Körper, der den Platz einer „Ehefrau“ ausfülle.

Nichts weiter.

Der Regen wurde stärker und durchnässte ihre Kleidung, ihre Haare, ihre Haut. Trotzdem bewegte sie sich nicht.

Sie wusste nicht, wohin sie gehen sollte. Ihr Handy könnte in ihrer Tasche sein, aber ihre Finger konnten es nicht spüren. Ihr fiel kein einziger Name ein, den sie anrufen konnte. Wem hätte sie das überhaupt erklären sollen? Wer würde ihr zuhören?

Ihr durchnässter Körper brauchte Ruhe. Der Arzt hatte ihr gesagt, sie solle sich ausruhen, doch sie tat es nicht.

Sie hatte ihr ganzes Leben um Franklin herum aufgebaut, und nun stand sie allein in den Trümmern.

Und plötzlich knarrte die Tür und öffnete sich. Sie sah ihn an der Türschwelle stehen.

„Franklin“, rief sie leise.

Ihre Hoffnung flammte in ihrer Brust wieder auf.

Es war Franklin. War er zurückgekommen? Würde er sie wieder hineinnehmen und sich entschuldigen?

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