INICIAR SESIÓNZwei Geheimnisse gab es in Charlotte Wendts Ehe. Erstens: Die Familie Sternberg hielt sie nie für eine würdige Schwiegertochter. Deshalb brachten sie alle gemeinsam Konstantin Sternberg vor der Hochzeit mit einem Trick dazu, eine Scheidungsvereinbarung zu unterschreiben – ohne dass er ahnte, worum es sich handelte. Ihre Ehe sollte nur sieben Jahre halten. Zweitens ... brachte sie hinter Konstantins Rücken eine Tochter zur Welt. Während ihrer gesamten Ehe erfuhr Konstantin nie, dass er inzwischen ein fünfjähriges Kind hatte. Charlotte war fest davon überzeugt gewesen, sein kaltes Herz mit ihrer bedingungslosen Liebe irgendwann erwärmen zu können. Doch erst drei Monate bevor die Scheidungsvereinbarung wirksam werden sollte, erkannte sie voller Entsetzen: Auch ihr Mann hatte ein Geheimnis. Die Frau, die er nie aus seinem Herzen verbannen konnte, war ausgerechnet die Verlobte seines Cousins. Sieben Jahre Aufopferung – nichts als eine bittere Farce! In Charlottes Herzen war auch der letzte Funke Hoffnung erloschen. Sie beschloss, Konstantin nie zu verraten, dass sie ein gemeinsames Kind hatten. Entschlossen zog sie einen Schlussstrich: Scheidung. Kind behalten, Vater loswerden! Für sie zählte nur noch eine Zukunft mit ihrer Tochter. Bis sich Charlotte eines Tages von der verspotteten Hausfrau zurück an die Spitze kämpfte – als jüngste Medizinpreisträgerin! Der Mann, der sie jahrelang mit Nichtachtung gestraft hatte, erfuhr endlich, dass ihr Entschluss zur Scheidung längst feststand – und dass sie ihn schon lange nicht mehr wollte. Und plötzlich wusste die ganze Welt, dass es ihre Tochter gab. Der sonst so kalte, beherrschte Konstantin fing sie vor aller Augen ab und fragte zähneknirschend: „Scheidung? Kind behalten, Vater loswerden? Schatz, willst du mich umbringen?“ Charlotte hielt ihre Tochter an der Hand und lächelte gelassen. „Herr Sternberg, hören Sie gut zu: Meine Tochter heißt Holst, nicht Sternberg!“
Ver másKonstantin ging noch einmal ins Arbeitszimmer, um etwas zu holen.In kürzester Zeit hatte er sich für die ungeheure Summe von sechsundzwanzig Millionen die Gelegenheit erkauft, Isabel glücklich zu machen.Auf ihn warten?Hatte er sie noch alle?Charlotte war bereits vor Tagen ausgezogen, und er schien es nicht einmal bemerkt zu haben.Wie gleichgültig musste sie ihm sein, dass ihm selbst das entging?Ihr war beinahe zum Lachen zumute.Sie hatte keine Lust, sich weiter mit Konstantin abzugeben. Nachdem sie das Familienfoto sicher verstaut hatte, verließ sie das Haus.Als sie wieder in ihren alten Opel stieg, stellte sie genervt fest, dass der Wagen schon wieder streikte.Der Motor sprang einfach nicht an.Egal wie oft sie es versuchte, das Auto verweigerte den Dienst.Wenn man Pech hatte, ließ einen selbst der eigene Wagen im Stich.Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es kurz nach acht war.Charlotte stieg aus, um nach dem Fehler zu suchen, doch es half nichts.Als Konstantin heraus
Charlotte hatte nicht damit gerechnet, Konstantin zu Hause anzutreffen.Früher war er kaum je da gewesen. Doch bei ihren letzten Besuchen war sie ihm jedes Mal begegnet.Als er das Geräusch an der Tür hörte, hob er den Blick. Charlotte sah abgehetzt aus. „Hast du so viel zu tun bei der Arbeit?“Sie schien derart beschäftigt, dass sie in letzter Zeit kaum noch heimkam.Vom Anwesen der Sternbergs hatte er erfahren, dass sie schon seit Tagen keine Heilkost mehr vorbeigebracht hatte.Früher hatte Charlotte sogar Wege gefunden, ihm stärkende Suppen direkt in die Firma liefern zu lassen.Auch das war inzwischen ausgeblieben.Er wusste, woran es lag.Immer noch die Sache mit Isabel.Diesmal zeigte Charlotte allerdings deutlich mehr ‚Rückgrat‘ als sonst.Sie wollte darauf nicht eingehen und wandte sich an Monika. „Wo ist das Foto?“Monika trocknete sich die Hände ab und deutete auf den Platz, an dem Konstantin saß. „Auf dem Tisch vor Herrn Sternberg.“Erst jetzt bemerkte Charlotte das Familien
„Wer?“, fragte Charlotte skeptisch.Als sie das Besprechungszimmer betrat und Isabel dort sitzen sah, hatte sie bereits eine Vermutung.Diese saß mit überschlagenen Beinen da und blickte beim Geräusch der Tür langsam auf.Charlottes Erscheinen überraschte sie nicht. Ganz selbstverständlich erklärte sie: „Das Haus, für das du die Anzahlung geleistet hast – ich habe ein Auge darauf geworfen.“Charlotte sah sie gelassen an. „Und weiter?“Isabel kam direkt zur Sache. „Nenn mir einen Preis. Ich will es kaufen.“Offenbar erwartete sie ganz selbstverständlich, dass alle ihr den Weg freimachten.Charlottes Lippen verzogen sich zu einem spöttischen Lächeln. „Du musst wohl alles probieren. Soll ich demnächst ein paar Güllewagen an deinem Haus vorbeischicken, damit du auch davon kosten kannst?“Isabels Gesichtszüge erstarrten kurz.Sollte das etwa heißen, dass sie ... Scheiße fressen sollte?Sie runzelte die Stirn. „So primitiv und ordinär. Kein Wunder, dass Konstantin nichts von dir wissen will.
Durch die Scheibe sah Charlotte Konstantin und Isabel drinnen sitzen.Ihnen gegenüber saßen ein Ehepaar mittleren Alters und Tobias, den sie ebenfalls kannte.Drei von ihnen begegnete sie häufiger.Aber dieses Ehepaar ...Es waren Gerhard Brenner, ihr leiblicher Vater, und Rosemarie Brenner, die Frau, mit der er während seiner Ehe mit Charlottes Mutter jahrelang eine Affäre gehabt hatte.Als Nina dazukam und Konstantin und Isabel drinnen sah, stieß sie ein verächtliches „Pah!“ aus. „Verdammtes Pack!“Trotz ihrer Flüche bemerkte sie, wie schlecht Charlotte aussah, und zog sie rasch in den Restaurantbereich. Dort nahmen sie Platz.„Ich weiß, dass es kurz vor der Scheidung immer noch wehtut. Das ist ganz normal. Schließlich hat man nicht beliebig viele Siebenjahresabschnitte zu verschenken.“Nina war nicht gerade für ihr Feingespür bekannt, doch sie versuchte nach Kräften, ihre Freundin zu trösten.Charlotte schüttelte den Kopf. „Deswegen ist es nicht.“„Weswegen dann?“„Isabels Stiefvate











