LOGINMaeve Gallagher sollte niemals die Braut sein. Doch als ihre Schwester verschwindet, ist Maeve gezwungen, an ihrer Stelle zum Altar zu schreiten und den skrupellosesten Milliardär der Stadt zu heiraten, um ihre Familie vor dem Ruin zu bewahren. Alistair Sterling ist kalt, gefährlich und absolut unnachgiebig. Er weiß, dass Maeve eine Ersatzfrau ist. Und in ihrer Hochzeitsnacht stellt er seine Bedingungen brutal klar: Spiele die perfekte Ehefrau, oder deine Familie brennt. Doch Alistair glaubt, er habe ein hilfloses Opfer geheiratet. Er weiß nicht, dass Maeve einen brillanten Verstand und eine gefährliche Agenda verbirgt. Sie hat seine Welt infiltriert, um die dunkle Wahrheit hinter dem Ruin ihrer Familie aufzudecken, und sie besitzt ein Geheimnis, das sein Imperium zerstören könnte. Gefangen in einem goldenen Käfig aus Lügen, Eifersucht und explosiver Anziehungskraft spielen sie ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel. Doch in einem Krieg der Geheimnisse ist derjenige, der sich zuerst verliebt, der Erste, der verliert...
View MoreNimmst du, Alistair Sterling, diese Frau zu deiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau?
Die Stimme des Priesters bebte.
Alistair antwortete nicht sofort. Er stand in seinem schwarzen Smoking am Altar, seine dunklen Augen auf mich gerichtet, als wäre ich ein Tatort, den er gleich sezieren würde. Die Stille dehnte sich aus. Vierhundert Gäste hielten den Atem an. Irgendwo in der ersten Reihe klickte die Perlenkette einer Frau gegen ihr Schlüsselbein, das einzige Geräusch in der riesigen Kathedrale.
Ich hielt den Kopf gesenkt und spielte die Rolle der zitternden, verängstigten Braut. Meine Hände bebten in meinen Spitzenhandschuhen. Nicht vor Nervosität. Sondern wegen des Adrenalins, weil ich wusste, dass ich gleich in eine Falle tappen würde.
Sag einfach Ja, sagte ich mir. Sag einfach Ja, damit ich in dein Arbeitszimmer gelangen kann.
Ja, sagte Alistair schließlich. Seine Stimme war wie dunkler Samt, geschmeidig und tödlich.
Die Gemeinde atmete wie ein Mann auf. Der Priester lächelte, sichtlich erleichtert.
Dann trat Alistair einen Schritt vor.
Er griff nicht nach meiner Hand. Er schenkte mir nicht das höfliche, distanzierte Lächeln, das die Kameras erwarteten. Er griff nach meinem Schleier.
Seine Finger streiften meine Wange, eiskalt, und er hob die Seide von meinem Gesicht. Das Blitzlicht der Kameras explodierte wie Schüsse. Die Gäste gurrten. Eine Frau in der dritten Reihe tupfte sich tatsächlich mit einem Taschentuch die Augen ab.
Narren, sie alle.
Sie sahen einen Bräutigam, der seine errötende Braut enthüllte. Ich sah ein Raubtier, das entschied, ob es mich jetzt oder später fressen sollte.
Der Priester räusperte sich, sein Lächeln schwankte leicht unter Alistairs starrem Blick. Und nimmst du, Maeve Gallagher, diesen Mann zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann?
Ich ließ meine Lippen leicht geöffnet. Ich ließ meine Augen sich weiten, glasig mit der perfekten Menge an unvergossenen Tränen. Ich ließ meine Stimme klein, zerbrechlich und kaum über einem Flüstern klingen.
Ich will. Das Wort schmeckte wie Asche.
Alistairs Kiefer zuckte. Nur ein einziges Mal. Ein Mikro-Ausdruck, den die Kameras verpassten, den ich aber bemerkte. Er ist wütend, wurde mir klar. Er ist stinksauer.
Gut. Lass ihn wütend sein. Lass ihn denken, ich sei nur die bemitleidenswerte kleine Ersatzschwester, die in letzter Minute eingeschoben wurde, weil die echte Braut den gesunden Menschenverstand hatte, wegzulaufen.
Der Priester fummelte mit den Ringen. Alistairs Trauzeuge, ein großer, scharfäugiger Mann, der mir als Declan vorgestellt worden war, trat mit den Ringen auf einem Samtkissen vor. Declans Blick huschte zu mir, dann zu Alistair, und etwas geschah zwischen ihnen. Eine Warnung. Ein stilles Gespräch, das ich nicht verstehen sollte.
Alistair nahm den Ring. Er schob ihn mit einer langsamen, bewussten Präzision auf meinen Finger, die meinen Magen zusammenziehen ließ. Seine Knöchel streiften meine Haut. Seine Berührung war Feuer und Eis, und ich musste den Drang unterdrücken, meine Hand wegzuziehen.
Mit diesem Ring nehme ich dich zur Frau, intonierte der Priester.
Dann kam der Moment, auf den jeder Gast wartete. Der Kuss.
Alistair beugte sich vor. Seine Hand legte sich an meinen Nacken, sein Daumen drückte in die empfindliche Haut direkt unter meinem Ohr. Für die Menge sah es nach Leidenschaft aus. Für mich fühlte es sich wie eine Drohung an. Seine Finger verhedderten sich in meinem Haar, hielten mich fest, und er neigte meinen Kopf zurück.
Ich wappnete mich. Ich wappnete mich für die kalte Berührung seiner Lippen, für das Schauspiel, für die Kameras.
Aber sein Mund berührte nie meinen.
Stattdessen schwebten seine Lippen nur einen Hauch von meinem Ohr entfernt. Sein Arm schloss sich wie ein Stahlband um meine Taille und hielt mich fest gegen seine harte Brust gedrückt. Die Menge seufzte, in dem Glauben, es sei eine zärtliche Pause vor dem Kuss.
Dann sprach er. Seine Stimme war ein tödliches, leises Zischen, das die Musik, die Kameras und jede Lüge, die ich in den letzten drei Wochen konstruiert hatte, durchschnitt.
Ich weiß, dass du nicht sie bist.
Mein Herz schlug so hart gegen meine Rippen, dass ich dachte, es könnte sie zerbrechen.
Mein Atem stockte. Mein Blut wurde zu Eis. Die Welt schrumpfte auf die Hitze seines Körpers gegen meinen und die Worte, die in meinem Schädel hallten, zusammen.
Er weiß es.
Sein Griff verstärkte sich. Sein Daumen drückte fester gegen den Pulspunkt an meinem Hals und spürte den hektischen Rhythmus meines Herzens. Er genoss es.
Wo ist das Hauptbuch, Maeve?
Der rote Punkt von Tristans Laservisier lag genau über Maeves Herzen.Ich dachte nicht nach. Ich zögerte nicht. Ich reagierte einfach.Ich riss meine Waffe hoch und schoss direkt nach oben. Die Kugel zerschmetterte die riesige industrielle Halogenlampe, die direkt über dem Laufsteg hing. Die Glühbirne explodierte in einer Dusche aus Funken und Glassplittern und tauchte den Tresorraum in pechschwarze Dunkelheit.„Beweg dich!“, brüllte ich.Ich packte Maeve an der Taille und riss sie hinter mich, während Tristan das Feuer eröffnete. Das gedämpfte Pfft-Pfft seiner Pistole durchschnitt die Dunkelheit. Die Kugeln schlugen Zentimeter neben meiner Schulter in den Beton und sprengten kleine Stücke heraus.Ich schoss blind zurück und zielte auf den Mündungsblitz. Ein Schmerzensschrei hallte vom Laufsteg wider, gefolgt vom scheppernden Geräusch einer fallengelassenen Waffe.„Los, los, los!“, drängte ich und stieß Maeve in Richtung des Flurs.Wir rannten durch das Labyrinth verhüllter Skulpturen
The drive back into the city blurred into a jumble of rain-soaked asphalt and flashing neon lights.Maeve sat in the passenger seat, her disposable phone on her knee. She hadn't spoken a word since we'd left the house by the lake. But the stiff tension in her shoulders had given way to a focused, quiet determination. She was completely in her element.I steered the armored SUV into the shadows of an alley, three blocks from the Blackwood Gallery. The abandoned building loomed before us, a skeletal structure of rusted iron and broken glass against the midnight sky.I turned off the engine and turned to her.I reached into the center console and pulled out a compact, matte black Glock. I checked the chamber, released the safety, and held the weapon out to her.She looked first at the pistol and then into my eyes. She didn't even flinch. She took it, her fingers closing around the grip with practiced ease. Then she tucked the weapon into the waistband of her jeans and pulled her jacket o
I woke up to the scent of pine trees and strong black coffee.The guest room was bathed in the pale, golden light of early morning. For a few seconds, I simply lay there, listening to the gentle lapping of the lake water against the wooden jetty outside. It was so still. So utterly removed from the chaos of the city, the penthouse, and the war I'd been waging for the past three weeks.I put on the jogging pants and flannel shirt that Alistair had left for me, tied my hair back, and tiptoed barefoot down the hallway.I found him on the back terrace.He sat at a heavy wooden table. A locked tablet lay before him, and he held a steaming mug in his hand. He wore a dark gray T-shirt that stretched tightly across his broad shoulders, the sleeves pushed up to his elbows. The morning breeze ruffled his dark hair.As the glass door behind me opened, he looked up. The watchful, calculating expression in his eyes softened slightly when he saw me."Morning," he said. His voice was a deep, rough g
Die Worte hingen schwer und unumstößlich in der Luft des rustikalen Wohnzimmers.„Maya lebt.“Ich starrte sie an. Im gewaltigen Steinkamin knackte das Feuer und schickte eine Wolke orangefarbener Funken den Schornstein hinauf, doch das Geräusch schien meilenweit entfernt zu sein. Meine Gedanken rasten, während ich alles neu bewertete, was ich in den vergangenen drei Wochen zu wissen geglaubt hatte.Maya war kein Opfer, das ihre Familie im Stich gelassen hatte. Sie hielt sich im Verborgenen auf und versorgte Maeve aktiv mit Informationen. Das bedeutete, dass das verschlüsselte Laufwerk, nach dem wir suchten, nicht nur eine Waffe gegen Harrison war.Es war Mayas Lebensader.Ich streckte die Hand aus, die Handfläche nach oben gerichtet.„Das Handy“, sagte ich. Meine Stimme war kein Knurren. Sie war ruhig. Präzise.Maeves Finger schlossen sich fester um das Gerät in ihrer Tasche. Ich konnte sehen, wie in ihren blauen Augen ein innerer Kampf tobte. Es mir auszuhändigen bedeutete, ihre einz











