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Übung

Author: Thecozywriter
last update publish date: 2026-09-22 22:00:48

Ich starrte auf den Metallsplitter in meiner Hand, als gehöre er jemand anderem.

Die Kante hatte bereits eine dünne weiße Linie über meine gegenüberliegende Handfläche hinterlassen. Ich öffnete die Finger und ließ das Stück fallen. Es klirrte auf dem Holzboden des Lagerhauses und lag dort, gewöhnlich und hässlich.

Jax hockte sich vor mich. „Lumi. Sieh mich an.“

Ich tat es. Seine sturmfarbenen Augen suchten die meinen, ruhig und besorgt.

„Ich habe das nicht aufgenommen“, sagte ich. „Ich habe es
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  • Lumi und der zerbrochene Faden   Als die Lichter ausgingen

    Die Laternen erloschen alle auf einmal, und der Grat versank in dichter, regendurchtränkter Dunkelheit.Einen Moment lang bewegte sich niemand. Das einzige verbliebene Licht war der schwache Schein des Gegenstands in den Händen meiner Mutter. Er malte ihr Gesicht in kaltem Blauweiß und ließ die Tränen auf ihren Wangen wie Linien aus Eis aussehen.Das Echo hielt immer noch meine Stimme.„Du kannst nicht aufhalten, was du mit erschaffen hast“, sagte es durch mich. „In jeder Wendung versuchst du, mich einzusperren. In jeder Wendung bricht der Faden trotzdem.“Die Hände meiner Mutter zitterten. „Verschwinde aus meiner Tochter.“Sie hob den Gegenstand höher. Die Luft zwischen uns wurde schwer und drückte gegen meine Brust und meinen Schädel wie Wasser. Das Echo zuckte in mir mit einem scharfen, stummen Knurren zurück. Meine Knie knickten beinahe ein.Jax stürzte vor. Er erreichte meine Mutter, bevor die beiden Unverwobenen, die ihr den Grat hinunter gefolgt waren, ihn aufhalten konnten. Si

  • Lumi und der zerbrochene Faden   Genau rechtzeitig

    Corbins Lächeln erreichte seine Augen nicht.Die beiden Unverwobenen an der gegenüberliegenden Wand setzten sich sofort in Bewegung. Meine Mutter drehte sich vollständig zur Tür und erstarrte, als sie mich sah. Für einen Herzschlag huschte etwas wie Schuld über ihr Gesicht. Dann verschwand es und wurde durch dieselbe sorgfältige Leere ersetzt, die sie jahrelang getragen hatte, wann immer mein Echo nachts zu laut gesprochen hatte.„Lumi“, sagte sie. „Du hättest nicht hierherkommen sollen.“„Du hast ihm gesagt, wo die Anker sind“, antwortete ich. Meine Stimme klang ruhig. Ich fühlte mich nicht ruhig.Corbin trat näher, die Hände offen, als wolle er zeigen, dass er keine Waffe trug. „Deine Mutter versteht, was du immer noch ablehnst zu sehen. Der Faden ist ein Käfig. Jedes Echo ist eine Kette. Ihn zu durchschneiden ist die einzige Barmherzigkeit, die noch bleibt.“Jax stellte sich vor Kora und mich. „Bleibt hinter mir.“Einer der Unverwobenen stürzte vor. Jax ging ihm entgegen, rammte di

  • Lumi und der zerbrochene Faden   Übung

    Ich starrte auf den Metallsplitter in meiner Hand, als gehöre er jemand anderem.Die Kante hatte bereits eine dünne weiße Linie über meine gegenüberliegende Handfläche hinterlassen. Ich öffnete die Finger und ließ das Stück fallen. Es klirrte auf dem Holzboden des Lagerhauses und lag dort, gewöhnlich und hässlich.Jax hockte sich vor mich. „Lumi. Sieh mich an.“Ich tat es. Seine sturmfarbenen Augen suchten die meinen, ruhig und besorgt.„Ich habe das nicht aufgenommen“, sagte ich. „Ich habe es erst gesehen, als die Vision endete.“Kora stand ein paar Schritte entfernt, die Arme um sich geschlungen. „Dein Echo hat dich dazu gebracht.“„Es hat ‚Übung‘ gesagt“, antwortete ich. Das Wort schmeckte falsch in meinem Mund.Jax hob den Splitter vorsichtig auf und legte ihn auf eine zerbrochene Kiste, außer greifbarer Reichweite. „Die Vision hat dir gezeigt, wie du den Faden durchschneidest. Und jetzt versucht dein Echo, deine Hände an die Bewegung zu gewöhnen. Das ist keine Warnung. Das ist Vo

  • Lumi und der zerbrochene Faden   Das Messer

    Die Worte hingen zwischen uns in der Dunkelheit.Koras Augen gehörten wieder ihr, weit und verängstigt, aber das Bild, das sie beschrieben hatte, blieb in der Luft wie Rauch. Ich spürte, wie Jax neben mir erstarrte. Wasser plätscherte leise gegen den steinernen Vorsprung. Hoch oben bewegten sich Corbins Männer durch die Tunnel, ihre Stimmen gedämpft, aber immer noch zu nah.„Was meinst du damit, dass ich ein Messer gehalten habe?“ fragte ich.Kora schluckte. Ihre Stimme war rau, als hätte das Kind-Echo ihre Kehle roh geschabt. „Es war kein gewöhnliches Messer. Es war etwas aus Fadenlicht und Metall. Du standest im Zentrum von allem, und der Himmel riss über dir auf. Du hast etwas durchschnitten, das wie ein leuchtendes Seil aussah, und in dem Moment, als du es tatest, begannen die Menschen zu schreien. Dann wurde alles weiß.“Jax’ Blick huschte zu mir. „Hat dein Echo dir etwas davon gezeigt?“Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Noch nicht.“In meiner Brust blieb die Stimme, die die meine

  • Lumi und der zerbrochene Faden   Das hungrige Kind

    Koras Finger gruben sich so fest in mein Handgelenk, dass sie Spuren hinterließen. Die Stimme, die aus ihrem Mund kam, gehörte nicht ihr. Sie war höher, dünner, roh geschabt von etwas, das nie genug zu essen bekommen hatte.„Lumi“, sagte sie. „Ich habe so Hunger.“Ich erstarrte. Regen lief uns beiden über das Gesicht. Hinter Kora wartete der dunkle Mund des Sturmabflusses, und irgendwo über uns am Ufer suchten Corbins Männer immer noch.Jax trat näher, die Stimme niedrig und ruhig. „Das ist nicht Kora, die spricht. Ihr Echo hat die Vorderseite übernommen.“Thistle kreiste um unsere Füße und gab einen leisen, gequälten Laut von sich.Ich behielt Koras Augen im Blick. Oder was früher Koras Augen gewesen waren. Der Ausdruck, der mir entgegenblickte, war älter, als der eines Kindes je sein sollte, und leerer als der eines lebenden Menschen.„Kora“, sagte ich vorsichtig. „Ich brauche, dass du mich hörst. Dräng es zurück.“Die Kindstimme lachte, ein trockenes kleines Geräusch. „Sie kann nic

  • Lumi und der zerbrochene Faden   Etwas geschieht

    Die drei leisen Schläge hingen noch in der Luft, als ich nach der schiefen Tür griff.Jax versuchte nicht, mich aufzuhalten. Er trat nur näher, bereit. Thistles Krallen stachen durch meinen Ärmel, als ich die Tür gerade weit genug öffnete, um hinauszusehen.Kora stand im Regen, das Haar an den Wangen klebend, die Schultern hochgezogen, als versuche sie, sich kleiner zu machen. In dem Moment, als sie mich sah, brach die Anspannung in ihrem Gesicht.„Ich bin Thistle gefolgt“, sagte sie. „Ich wusste nicht, wohin sonst.“Ich zog sie hinein und schloss die Tür gegen das Wetter. Wasser strömte von ihrem Mantel auf die Bretter. Sie wirkte ausgehöhlt, als hätte etwas seit dem letzten Mal, dass ich sie gesehen hatte, von innen an ihr gekratzt.„Was ist passiert?“ fragte ich.Sie schlang die Arme um ihren Bauch. „Heute Morgen habe ich den Namen meiner eigenen Straße vergessen. Ich stand lange vor meiner Tür, bevor er zurückkam. Dann, während ich dich gesucht habe, ist der Grund, warum ich unter

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