FAZER LOGINKapitel 11 â Das MĂ€dchen im KorridorâSie ist nicht einmal einer Königin wĂŒrdig.âDiese Worte hallten noch immer in Nyra's Kopf wider, wĂ€hrend sie den langen Korridor entlangging. Ihre Schritte waren leise auf dem kalten Steinboden. Je weiter sie sich von der GroĂen Halle entfernte, desto schwerer wurde die Stille.Sie wusste nicht mehr, was sie denken sollte.Ohne nachzudenken, fanden ihre Finger die mondförmige Halskette an ihrem Hals. Königin Elena hatte sie ihr zu ihrem sechzehnten Geburtstag geschenkt. Sie war schlicht, doch sie war das Einzige, das sich noch wie Zuhause anfĂŒhlte. FĂŒr einen Moment erlaubte sie sich, sich an Eldermere zu erinnern â an die WĂ€rme der Hallen, die vertrauten Stimmen und das Leben, das sie zurĂŒckgelassen hatte. Ihre Hand schloss sich fester um die Kette.Dann kehrten die anderen Worte zurĂŒck.âVielleicht wird sie sich nicht mehr so wohl fĂŒhlen, wenn sie den wahren Grund erfĂ€hrt.âNyras Schritte wurden langsamer.*Warum bin ich ĂŒberhaupt hier?*Ein poli
Kapitel 10 â Unter FremdenâDu sagst also, es ist alles Zufall?â Kaels ruhige, tiefe Stimme hallte in seiner privaten Kammer wider.Er saĂ auf seinem groĂen, hohen Stuhl, der mit Fellen drapiert war, vor ihm ein schwerer Eichenholz-Tisch. Der Raum gehörte ganz zu ihm â erfĂŒllt vom leichten Duft von Holzrauch und einer stillen AutoritĂ€t, die nur ihm eigen war.âEure MajestĂ€t, wir haben unsere geschicktesten Krieger ausgeschickt, um Informationen und die Ursache des Angriffs zu suchenâ, berichtete Alan, der zusammen mit Torin vor ihm stand. âBisher gibt es keine Antworten.ââSucht weiterâ, sagte Kael, seine Augen verdunkelten sich. âIch glaube nicht, dass es ein gewöhnlicher Angriff war. Nicht an irgendeinem Tag, sondern genau am Tag ihrer Ankunft in Blackthorn.ââMein König, der Angriff muss von denen gekommen sein, die mit Ihrer Entscheidung nicht einverstanden sindâ, sagte Torin vorsichtig. âViele in Blackthorn und darĂŒber hinaus waren nicht erfreut, dass Sie sie hierhergebracht habe
Kapitel 9 â Vorsicht, Eure HoheitDie TĂŒren der königlichen Kammer klickten leise hinter ihm zu. Der Raum war dunkel, nur wenige brennende Kerzen warfen weiches Licht in den stillen Raum.In dem Moment, als er eintrat, trafen sich ihre Blicke. Kaels Blick glitt langsam ĂŒber sie. Sie saĂ am Rand des Bettes, ihr weiĂes Nachthemd um sie herum ausgebreitet. Ihr langes Haar war frei von den goldenen Nadeln, die sie frĂŒher getragen hatte, und fiel lose ĂŒber ihren RĂŒcken. Das sanfte Kerzenlicht lieĂ ihre Haut fast wie Mondlicht wirken, und ihre eisblauen Augen machten es schwer, wegzusehen.Sie war schön.Kael merkte, dass er etwas lĂ€nger gestarrt hatte, als er sollte. Er schob den Gedanken beiseite und ging zum Schrank. Er legte seinen Mantel ab und hĂ€ngte ihn ordentlich auf, dann setzte er sich, um seine Stiefel auszuziehen. Seine Bewegungen waren ruhig und unbeeilt, aber die leichte Anspannung in seinem Kiefer verriet ihn.Nyras Augen folgten ihm einen Moment, bevor sie wegsah.âDie Versa
Kapitel 8 â Sein letztes WortIn dem Moment, als sich die groĂen DoppeltĂŒren öffneten, wandten sich alle Blicke im Raum ihm zu.Kael betrat den Ratssaal mit ruhigen, un hastigen Schritten. Seine Stiefel hinterlieĂen leise KlickgerĂ€usche auf dem Boden. Sein schwarzer Mantel, bestickt mit Gold und schwachen Wolfs-Motiven, fing das Licht ein, wĂ€hrend er sich bewegte. Sein Gesicht zeigte kein LĂ€cheln, sondern blieb kalt und undurchdringlich. Die AtmosphĂ€re im Raum verĂ€nderte sich, sobald er eintrat.Alle erhoben sich zugleich. Er schritt zur erhöhten Plattform und setzte sich auf den Thron. Erst danach nahmen die anderen ihre PlĂ€tze ein. Eine schwere Stille legte sich ĂŒber den Saal, bevor die Versammlung offiziell begann.Torin, Kaels rechte Hand, ergriff als Erster das Wort.âEure MajestĂ€t, diese Zusammenkunft wurde wegen der Prophezeiung ⊠und der Entscheidung, die daraus folgte, einberufen.âDas Wort âProphezeiungâ löste leises Gemurmel im Raum aus. Einige Ratsmitglieder verrĂŒckten sic
Kapitel 7 â Manche Dinge bleiben besser ungesagtEin leises Klopfen an der TĂŒr riss Nyra aus ihren Gedanken. Zwei junge Frauen, fast in ihrem Alter, traten mit gesenkten Köpfen ein. Da bemerkte Nyra die auffallende Schönheit, die beide besaĂen â etwas, das sie an Kael erinnerte.Sie trugen Ă€hnliche dunkle Kleidung. Eine trug einen Korb, die andere hielt Lotionen und duftende Seifen.âGuten Morgen, Eure Hoheitâ, begrĂŒĂten sie sie.âIch bin Lydia, und das ist Vera. Wir wurden von Seiner MajestĂ€t als Ihre persönlichen Zofen eingeteilt. Wir sind immer da, wenn Sie etwas brauchenâ, sagte die gröĂere. Sie hatte blutrotes Haar und leuchtend braune Augen. Vera wirkte ruhiger, mit dunklen Locken und Ă€hnlich hellbraunen Augen.Nyra stand vom Bett auf und ging auf sie zu. Sie war nicht in der Stimmung fĂŒr ein GesprĂ€ch.âIch möchte jetzt badenâ, sagte sie und zwang sich zu einem kleinen LĂ€cheln.âWir bereiten es sofort vorâ, antwortete Lydia und ging ins Bad.âWĂ€hrend sie dein Bad vorbereitet, he
Kapitel 6 â Das Gold in seinen AugenNyra stand unbeweglich im TĂŒrrahmen der Kutsche. Ihr Blick war auf den Mann gerichtet, der mitten auf der StraĂe stand.Kael.Der Schnee um ihn herum war blutrot gefĂ€rbt. Tote Wölfe lagen ĂŒberall um ihn; einigen fehlten GliedmaĂen, anderen war die Kehle aufgeschlitzt.Seine HĂ€nde waren rot, Blut tropfte langsam von ihnen auf den Boden. Eine kleine, aber sichtbare Narbe nahe seinem linken Auge war ihr nicht entgangen. Er wirkte unerwartet ruhig fĂŒr jemanden, der mitten in einem Gemetzel stand, nach einem Angriff wilder Wölfe.Dann hob er den Kopf, und seine Augen fingen fĂŒr einen Moment das Licht ein. Ein goldener Schimmer blitzte auf, bevor sie wieder ihre ĂŒbliche dunkle Farbe annahmen.Nyra blinzelte mehrmals. Sie wusste, dass ihre Augen sie in diesem entscheidenden Moment nicht tĂ€uschen wĂŒrden. Sie hatte es gesehen â goldene Funken in seinen Augen.Und sie konnte es nicht verstehen. Etwas an ihm fĂŒhlte sich zutiefst falsch an.âKaelâŠâ Sein Name e







