LOGINDie Prophezeiung sagte, dass ein menschliches Mädchen die Werwölfe entweder zerstören oder unaufhaltsam machen würde. Prinzessin Nyra, eine menschliche Prinzessin, heiratete einen mächtigen Werwolfkönig, um ihr Volk zu retten. Was sie nicht wusste: Sie war der einzige Mensch in seiner Welt. Kael, ihr Ehemann, ist kalt, mächtig und verbirgt einen Wolf hinter seinem menschlichen Gesicht. Er sollte sie kontrollieren. Stattdessen erkennt sein Wolf sie als seine wahre Gefährtin – etwas, das zwischen Mensch und Werwolf unmöglich sein sollte. Allmählich entsteht zwischen ihnen eine Anziehung, gegen ihren eigenen Willen. Als Feinde versuchen, sie zu töten, verwandelt er sich vor ihren Augen, um ihr Leben zu retten. Nyra ist verletzt und fühlt sich betrogen, als sie die wahre Identität ihres Mannes erfährt, doch schließlich akzeptiert sie ihn so, wie er wirklich ist. Nun gezeichnet und im Wandel, empfängt sie ein Kind, das jedes Rudel besitzen will. Nyra muss in einer Welt überleben, die sie als Bedrohung sieht. Denn die Prophezeiung handelte nie von ihr. Sie handelte von ihrem Kind.
View MoreKapitel 1 – Der Fremde am Altar
„Vertrau ihm niemals ganz, meine Prinzessin“, flüsterte ihre Zofe, während sie mit zitternden Händen die Schnüre ihres Kleides zuzog, sodass es sich zu eng um ihre Brust legte.
„Man sagt, er ist nicht… ganz ein Mann.“
Nyra lachte leise darüber hinweg.
Sie glaubte, sie ginge einer Ehe entgegen, einem Ehemann.
Sie hatte keine Ahnung, dass sie einem Biest entgegenlief..
. .Nur noch wenige Schritte trennten sie von der Ehe mit einem Fremden. Nyra hielt den Blick gesenkt, während sie den Gang hinunterging und verzweifelt gegen den Drang ankämpfte, sich umzudrehen und aus dieser erdrückenden Umgebung zu fliehen. Die Türen der Burg waren bereits mit einem lauten Knall hinter ihr zugefallen, und Adlige aus beiden Königreichen beobachteten sie schweigend von den Seiten der Halle aus. Ihre Flüsterworte wurden von der leisen Musik übertönt, die den Raum erfüllte. Es gab kein Entkommen mehr. Das war endgültig.
Mit jedem Schritt ballten sich ihre Finger fester um die voluminösen Falten ihres Kleides, während sie an den neuen Titel dachte, den sie nun trug.
„Die zukünftige Königin von Blackthorn.“ Der Titel fühlte sich immer noch sehr fremd an.
Als sie weiterging, erblickte sie ihren Vater am Ende des Ganges neben dem Altar. Sein Ausdruck war stolz, aber Nyra wusste, dass darunter echte Sorge und Unruhe lagen. Ihre Mutter stand neben ihm, gefasst wie immer. Königin Elena fing den Blick ihrer Tochter auf, und für ein paar Sekunden sahen sie sich nicht voneinander ab.
Die tröstenden Worte ihrer Mutter kehrten langsam zu ihr zurück.
„Ich will das nicht tun.“
„Ich weiß, dass du es nicht willst.“
„Warum dann?“ Ihre Stimme war kaum hörbar.
„Nyra, in den Adel geboren zu sein bringt Verantwortungen mit sich, um die wir nie gebeten haben – Dinge, die unvermeidlich sind.“ Nyra hatte diese Worte gehasst, aber noch mehr hasste sie, dass sie verstand, was ihre Mutter meinte.
„Also bin ich die Allianz?“ Eine schwere Stille folgte.
„Unser Königreich geht die Möglichkeiten aus.“ Sie verstand, dass eine Krone manchmal Opfer verlangt, die ein Herz nie bringen würde.
„Und wenn wir uns nicht mögen?“ fragte Nyra, was ihre Mutter schwach lächeln ließ.
„Vielleicht werdet ihr es lernen.“
„Du musst ihn heute nicht lieben.“ Die Stimme ihrer Mutter war sanft gewesen. „Du musst ihm heute nicht einmal vertrauen.“ Während sie weitersprach, richtete sie die goldenen Blumenstecker in Nyras Haar.
Nyra starrte sie mit gerunzelter Stirn an. „Was genau soll ich dann tun?“
Ihre Mutter hatte nicht sofort geantwortet. Stattdessen hatte sie einfach nach Nyras Händen gegriffen.
„Tu, was nur du tun kannst. Du wirst nicht fortgeschickt, weil wir dich nicht lieben. Du tust das um deines Volkes willen.“ Damals hatte Nyra es nicht verstanden, aber jetzt tat sie es.
Eine politische Ehe zwischen ihr und dem König von Blackthorn. Eine Prinzessin, die über die Grenze geschickt wurde, im Tausch für eine Allianz, die stark genug war, um ihr Volk zu schützen. Zuerst hatte sie sich vor dem Gedanken gesträubt, einem völligen Fremden anverlobt zu werden. Andere Prinzessinnen heirateten Männer ihrer Wahl, und hier war sie, gezwungen, ein Leben mit jemandem zu teilen, über den sie fast nichts wusste.
Während sie ging, strich der Saum ihres saphirblauen Kleides bei jedem Schritt über den polierten Boden. Sie sah heute wirklich schön aus – vielleicht zu schön für jemanden, der gegen ihren Willen zu etwas gezwungen wurde.
Als sie dem Altar nahe war, griff ihr Vater nach ihrer Hand und sie legte sie in die seine.
Seine Finger schlossen sich für einen kurzen Moment um ihre. „Du musst keine Angst haben“, murmelte er.Nyra hätte fast gelacht. In diesem Moment spürte sie nur Angst und Druck, aber sie konnte nur nicken. Ihr Volk brauchte Schutz, und wenn das bedeutete, eine Allianz zu werden, um Stabilität zu bringen, dann würde sie es tun.
Es basierte nur auf Pflicht und nichts anderem.
„Sei stark, Nyra, um deiner Familie und Eldermere willen“, erinnerte sie sich selbst.
Ihr Vater sah sie noch eine Sekunde lang an, bevor er sie zum Altar führte.
Nyra spürte, wie sich ihre Brust zusammenzog, als sie merkte, dass er ihre Hand losgelassen hatte und niemand mehr zwischen ihr und dem Fremden stand, der auf sie wartete. Als sie die letzten Schritte machte, blieb ihr Blick gesenkt und fest auf den Boden gerichtet.
Sie versuchte so sehr wie möglich, sich auf alles andere zu konzentrieren außer auf den Mann vor ihr, doch die Neugier gewann langsam. Seit dem ersten Tag, an dem man ihr von der arrangierten Ehe erzählt hatte, hatte sie sich immer gefragt, wie ihr vorgesehener Ehemann aussehen würde.
„War er alt? War er streng? Würde er sie überhaupt wollen?“
Sie schluckte nervös, während Millionen von Fragen durch ihren Kopf rasten. Nur noch wenige Schritte, und sie stand direkt vor ihm.
Schließlich hob sie den Blick, und als sich ihre Augen trafen, hörte sie instinktiv auf zu atmen. Alles in ihr erstarrte. Ihre Lippen öffneten sich, doch keine Worte kamen heraus. Sie starrte einfach nur…
Der Mann, der vor ihr stand, war nichts wie das Bild, das sie sich in ihrem Kopf gemacht hatte – nicht einmal annähernd.
Ihre Finger lösten sich aus dem engen Griff um ihr Kleid und fielen an ihre Seiten. Zum ersten Mal an diesem Tag dachte Nyra weder an Eldermere, die Allianz, ihre Pflicht noch an die Flucht. Sie konnte nur den Fremden anstarren, der vor ihr stand.
Dann kam endlich der Gedanke…
„Das ist mein Ehemann?“
Kapitel 8 – Sein letztes WortIn dem Moment, als sich die großen Doppeltüren öffneten, wandten sich alle Blicke im Raum ihm zu.Kael betrat den Ratssaal mit ruhigen, un hastigen Schritten. Seine Stiefel hinterließen leise Klickgeräusche auf dem Boden. Sein schwarzer Mantel, bestickt mit Gold und schwachen Wolfs-Motiven, fing das Licht ein, während er sich bewegte. Sein Gesicht zeigte kein Lächeln, sondern blieb kalt und undurchdringlich. Die Atmosphäre im Raum veränderte sich, sobald er eintrat.Alle erhoben sich zugleich. Er schritt zur erhöhten Plattform und setzte sich auf den Thron. Erst danach nahmen die anderen ihre Plätze ein. Eine schwere Stille legte sich über den Saal, bevor die Versammlung offiziell begann.Torin, Kaels rechte Hand, ergriff als Erster das Wort.„Eure Majestät, diese Zusammenkunft wurde wegen der Prophezeiung … und der Entscheidung, die daraus folgte, einberufen.“Das Wort „Prophezeiung“ löste leises Gemurmel im Raum aus. Einige Ratsmitglieder verrückten sic
Kapitel 7 – Manche Dinge bleiben besser ungesagtEin leises Klopfen an der Tür riss Nyra aus ihren Gedanken. Zwei junge Frauen, fast in ihrem Alter, traten mit gesenkten Köpfen ein. Da bemerkte Nyra die auffallende Schönheit, die beide besaßen – etwas, das sie an Kael erinnerte.Sie trugen ähnliche dunkle Kleidung. Eine trug einen Korb, die andere hielt Lotionen und duftende Seifen.„Guten Morgen, Eure Hoheit“, begrüßten sie sie.„Ich bin Lydia, und das ist Vera. Wir wurden von Seiner Majestät als Ihre persönlichen Zofen eingeteilt. Wir sind immer da, wenn Sie etwas brauchen“, sagte die größere. Sie hatte blutrotes Haar und leuchtend braune Augen. Vera wirkte ruhiger, mit dunklen Locken und ähnlich hellbraunen Augen.Nyra stand vom Bett auf und ging auf sie zu. Sie war nicht in der Stimmung für ein Gespräch.„Ich möchte jetzt baden“, sagte sie und zwang sich zu einem kleinen Lächeln.„Wir bereiten es sofort vor“, antwortete Lydia und ging ins Bad.„Während sie dein Bad vorbereitet, he
Kapitel 6 – Das Gold in seinen AugenNyra stand unbeweglich im Türrahmen der Kutsche. Ihr Blick war auf den Mann gerichtet, der mitten auf der Straße stand.Kael.Der Schnee um ihn herum war blutrot gefärbt. Tote Wölfe lagen überall um ihn; einigen fehlten Gliedmaßen, anderen war die Kehle aufgeschlitzt.Seine Hände waren rot, Blut tropfte langsam von ihnen auf den Boden. Eine kleine, aber sichtbare Narbe nahe seinem linken Auge war ihr nicht entgangen. Er wirkte unerwartet ruhig für jemanden, der mitten in einem Gemetzel stand, nach einem Angriff wilder Wölfe.Dann hob er den Kopf, und seine Augen fingen für einen Moment das Licht ein. Ein goldener Schimmer blitzte auf, bevor sie wieder ihre übliche dunkle Farbe annahmen.Nyra blinzelte mehrmals. Sie wusste, dass ihre Augen sie in diesem entscheidenden Moment nicht täuschen würden. Sie hatte es gesehen – goldene Funken in seinen Augen.Und sie konnte es nicht verstehen. Etwas an ihm fühlte sich zutiefst falsch an.„Kael…“ Sein Name e
Kapitel 5 – Blut im SchneeNyra saß auf dem Boden der Kutsche, die Knie fest an die Brust gezogen.Knochenerstarrende Knurrlaute füllten ihre Ohren, Geräusche kamen aus mehr als einer Richtung. Bevor sie vollständig begreifen konnte, was geschah, ertönte ein scharfer Schrei von der Vorderseite der Kutsche. In diesem Moment wurde ihr klar, dass der Kutscher draußen war mit dem, was sie angriff. Seine Stimme wurde plötzlich von einem kurzen, erstickten Schrei abgeschnitten, und danach hörte sie nichts mehr von ihm.Klauen schabten über das Holz der Kutsche, während Körper im Schnee aufeinanderprallten, gefolgt von lauten Schreien, die sie jedes Mal zusammenzucken ließen. Sie kniff die Augen zusammen und presste beide Hände über die Ohren, um den Lärm auszublenden.Ein weiterer Aufprall erschütterte die Kutsche so heftig, dass sie den Rand des Sitzes greifen musste, um nicht flach auf den Boden zu fallen. Ihr Atem wurde flach, während sie dem Chaos draußen lauschte.Es gab ein weiteres K











