ログインGlydons SichtDas Vibrieren meines Handys erschreckte mich so sehr, dass es mir aus den Fingern glitt und auf dem Sofa landete.Ich nahm den Anruf fast augenblicklich entgegen.„Großmutter?“„Wir waren zu spät, mein Kind.“Mein Magen zog sich zusammen.Ich sprang so schnell auf die Beine, dass Vanessa gerade noch rechtzeitig ins Wohnzimmer zurückkam und neben mir stehen blieb.„Was meinst du damit?“, fragte ich, während meine Stimme bereits zitterte. „Wo ist Vincent? Habt ihr ihn gefunden? Ist Chloe bei ihm?“„Ich muss, dass du ruhig bleibst und mir zuhörst.“„Nein.“ Ich schüttelte den Kopf, obwohl sie mich nicht sehen konnte. „Bitte sag mir nicht, ich soll ruhig bleiben. Sag mir einfach, dass sie noch leben.“Großmutter Liz seufzte leise.„Meine Männer erreichten das Lagerhaus weniger als zehn Minuten nach deinem Anruf. Doch als sie dort ankamen ... waren alle bereits verschwunden.“Der Boden schien unter meinen Füßen zu schwanken.„Verschwunden?“, flüsterte ich.„Sie fanden nur die
Glydons POVDer Regen hatte sich zu einem gleichmäßigen Nieselregen abgeschwächt und klopfte sanft gegen die bodentiefen Fenster. Das Anwesen, das einst so prachtvoll und lebendig gewesen war, fühlte sich nun leer an. Jeder Raum schien die Abwesenheit der Menschen widerzuspiegeln, auf deren Rückkehr wir verzweifelt warteten.Vanessa und ich saßen uns im Wohnzimmer gegenüber.Keine von uns hatte den Tee angerührt, den der Butler gebracht hatte. Meiner war bereits vor fast einer Stunde kalt geworden.Ich starrte auf die unberührte Tasse, bevor ich meinen Blick zu Vanessa hob.Sie wirkte ruhiger, als ich erwartet hatte. Besorgt, ja, aber gefasst. Hin und wieder warf sie einen Blick auf ihr Handy, in der Hoffnung auf eine Neuigkeit, nur um es kurz darauf enttäuscht wieder auf den Tisch zu legen.Das Schweigen zwischen uns war mittlerweile nicht mehr unangenehm.Es war einfach nur... bedrückend.Ich lehnte mich gegen die Sofalehne und seufzte.„Du musst mich für seltsam halten.“Sie blickt
Glydons POVIch lief unruhig im Haus auf und ab. Kaum hatte Vincent das Haus verlassen, konnte ich mich keine Sekunde mehr hinsetzen. Meine Handflächen waren schweißnass, und mir liefen Schweißtropfen über die Stirn.Ich wollte irgendetwas tun, um zu helfen. Ich wusste nicht, was Vincent geplant hatte, aber aus irgendeinem Grund glaubte ich fest daran, dass er Chloe retten würde.Meine Sicht verschwamm, als plötzlich ein auf der Konsole liegendes Wegwerfhandy vibrierte. Ich nahm es in die Hand und ging ran.„Schicken Sie Verstärkung, Mr. Rognez wurde in eine Falle gelockt.“Es war Mr. Hans Stimme.„Was?!“Das war das Einzige, was über meine Lippen kam.Jemand innerhalb seines Imperiums hatte ihn verraten.Die Angst krallte sich so heftig in meine Brust, dass ich dachte, jeden Moment zusammenzubrechen.Dann schoss mir ein weiterer Gedanke durch den Kopf. Wenn Vincent tatsächlich in eine Falle geraten war...Gab es nur eine Person, die mächtig genug war, gegen die Entführer vorzugehen,
Vincents POVNachdem ich Glydon endlich beruhigt hatte, machte ich mich auf den Weg zum alten Familienlagerhaus, in dem unsere geheimen Geschäfte abgewickelt wurden.Stille legte sich wie ein lebendiges Wesen über mein Büro.Einen langen Moment starrte ich auf den dunklen Bildschirm meines Handys. Jeder Muskel meines Körpers war angespannt.Chloe.Ausgerechnet sie ...Sie war zwar nicht durch Blut mit uns verwandt, aber sie war schon lange an Glydons Seite gewesen, bevor ich überhaupt in ihr Leben getreten war. Wenn ihr etwas zustieß, würde das nicht nur Chloe zerstören. Es würde auch Glydon das Herz brechen.Das konnte ich nicht zulassen.Ich drückte auf die Sprechanlage.„Han. Komm in den Lagebesprechungsraum. Sofort.“Weniger als drei Minuten später herrschte im privaten Sicherheitszentrum unterhalb des Rognez-Imperiums geschäftiges Treiben. Riesige digitale Bildschirme leuchteten mit Karten, Satellitenbildern und Live-Verkehrsaufnahmen auf. Die Analysten waren bereits dabei, die W
Glydons POV„Chloe?“ Meine Stimme zitterte. „Chloe, antworte mir!“Ohrenbetäubende Stille. Der Anruf war bereits beendet.Meine Finger umklammerten mein Handy so fest, dass es wehtat. Mein Herz hämmerte schmerzhaft gegen meine Rippen, während ich auf den dunklen Bildschirm starrte und hoffte, dass er wieder aufleuchten würde. Doch nichts geschah.Nein, nein, nein ...Sofort wählte ich ihre Nummer erneut. Der Anruf ging durch.Dann ...„Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist derzeit nicht erreichbar.“Mir sackte das Herz in die Hose.„Was ist los?“Ich fuhr herum.Vincent stand ein paar Schritte hinter mir, die Hände in den Hosentaschen. Sein Gesicht war wie immer ausdruckslos, doch seine scharfen Augen hatten die Panik in meinem Gesicht längst bemerkt.„Es ist Chloe.“ Meine Stimme brach. „Ich ... ich glaube, ihr ist etwas zugestoßen.“Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich augenblicklich.„Was ist passiert?“„Ich habe einen Anruf von einer unbekannten Nummer bekommen.“ Ich schluckte sc
Glydons POVIch hatte schon immer geglaubt, dass Menschen sich nicht über Nacht verändern.Es war eine dieser Wahrheiten, die mir das Leben schon lange vor meiner Begegnung mit Vincent Rognez beigebracht hatte.Als der Butler also am nächsten Morgen, kurz nach meiner morgendlichen Dusche und einen Tag nach meiner Brautkleidanprobe, an meine Schlafzimmertür klopfte, war Vanessa die Letzte, von der ich erwartet hätte, dass sie nach mir fragen würde.„Mrs. Rognez ...“, begann er zögernd.Ich blickte von meinem Notizbuch auf, das auf meinem Schoß lag. Ich hatte gerade versucht, den endgültigen Hochzeitsablauf zu ordnen, den mir die Hochzeitsplanerin spät am Vorabend geschickt hatte. Doch seit ich aufgewacht war, schweiften meine Gedanken immer wieder ab.„Was gibt es?“Er verlagerte verlegen sein Gewicht.„Vanessa hat darum gebeten, mit Ihnen zu sprechen.“Ich runzelte die Stirn.„Warum? Was will sie?“„Das weiß ich leider nicht, Ma'am.“Ein freudloses Lachen entwich mir.Von all den Mens







