LOGINIch verliebte mich in meinen unbeliebtesten Spieler: Abseits des Spielfelds, direkt in mein Herz Welche Kraft hält zwei Herzen zusammen, obwohl sie so weit voneinander entfernt sind? Nenne ich es eine kovalente Bindung? Oder ist das einfach die Art, wie Liebe und das Universum funktionieren? ––– Zara Lane ist Studentin im ersten Studienjahr an der Whitmore University in Boston. Sie studiert dort Biochemie mit einem Stipendium und möchte sich voll und ganz auf ihre Noten konzentrieren. Anthony Reid ist Student im zweiten Studienjahr, studiert Ingenieurwesen und spielt Basketball im Uni-Team. Er ist beliebt, charmant und nimmt Beziehungen nicht ernst. Sie lernen sich kennen, als Anthony versehentlich Zaras Labortasche im Campus-Shuttle mitnimmt. Anfangs gehen sie sich gegenseitig auf die Nerven, aber Whitmore führt sie immer wieder zusammen – oder vielleicht war es die Chemie –, dieselben Kurse, dieselbe Bibliothek, derselbe Bus. Sie schließen einen Deal: Sie gibt ihm Nachhilfe in Chemie, er hilft ihr, das erste Studienjahr zu überstehen. Was als Abmachung beginnt, entwickelt sich langsam zu einer Freundschaft und schließlich zu etwas mehr. Doch das Studentenleben ist kompliziert. Streit mit der Mitbewohnerin, Eifersucht, der Druck durch Basketball und ein Gerücht, das Zaras Ruf ruinieren könnte, drohen, sie auseinanderzubringen. Es ist eine Geschichte über die erste Liebe, das Erwachsenwerden und das Verlieben in jemanden, wenn man es am wenigsten erwartet.
View MoreKAPITEL 1: Einzug
Die erste Person, die Zara Lane an der Whitmore University traf, war der Grund, warum sie beinahe ihr erstes Chemielabor verpasste. „Du weißt schon, dass du die Kiste fallen lassen wirst, oder?“ Zara blickte von ihrem Handy auf. Ein großer Kerl in einem Whitmore-Basketballtrikot stand ein paar Meter entfernt, ein Handtuch um den Hals und ein schiefes Lächeln im Gesicht. Hinter ihm kamen zwei andere Spieler die Treppe des Sportzentrums herunter. „Ich lasse sie nicht fallen.“ „Deine Kiste fällt ja schon auseinander.“ „Dann solltest du mich vielleicht nicht länger ablenken.“ Er hob die Augenbrauen. Einen Moment lang sah es so aus, als ob er etwas sagen wollte, doch dann fiel sein Blick auf das Etikett ihrer Kiste. „Labormaterial. Zerbrechlich“, las er laut vor. „Das erklärt die Einstellung.“ Zara umklammerte die Kiste fester. „Und warum weißt du das?“ „Weil du aussiehst, als würdest du jemanden verpetzen, der in der Bibliothek zu laut atmet.“ Einer seiner Freunde brach in schallendes Gelächter aus. Zara starrte ihn an, fest entschlossen, ihm nicht die Genugtuung zu geben, ihre Verärgerung zu sehen. „Weißt du, wo die Harrison Hall ist, oder willst du mich nur aufhalten?“, fragte sie. Er deutete den Weg entlang. „Zwei Häuser weiter. Du bist schon vorbeigegangen.“ Sie warf einen Blick in die Richtung, die er gezeigt hatte. Hinter einer Baumreihe stand ein großes Backsteingebäude, dessen Eingang von Studenten und Eltern überfüllt war. Natürlich war sie schon vorbeigegangen. „Danke“, murmelte sie. „Immer wieder gern, Laborpersonal.“ Er joggte seinen Freunden hinterher und ließ Zara in der Hitze mit einem Karton zurück, der tatsächlich schon fast auseinanderfiel. Sie sah ihm einen Moment nach, bevor sie sich abwandte. Wenn das ihr erster Tag an der Whitmore University war, konnte sie sich nur ausmalen, was der Rest des Semesters bringen würde. Sie war noch nicht einmal in ihrem Wohnheim angekommen. „Bist du sicher, dass ich nicht mit nach oben kommen soll?“ Ihre Mutter stand neben dem Auto, eine Hand an der offenen Tür. Zara drehte sich um. „Mama, ganz sicher. Du hast mir ja schon geholfen, mein halbes Leben aus dem Auto zu tragen.“ „Dafür sind Mütter da.“ „Und ich bin dir sehr dankbar. Aber wenn du noch länger bleibst, räumst du mein Zimmer um, bevor ich überhaupt da bin.“ Ihre Mutter lachte, doch die Traurigkeit in ihren Augen blieb. Sie waren an diesem Morgen um fünf Uhr in Pennsylvania losgefahren, und die Fahrt nach Boston hatte so lange gedauert, dass Zara ihre Notizen zweimal durchgehen konnte. Jetzt, vor der Harrison Hall stehend, begann sie zu verstehen, dass an einem neuen Ort anzukommen nicht dasselbe bedeutete, sich darauf vorbereitet zu fühlen. „Ruf mich an, wenn du ausgepackt hast“, sagte ihre Mutter. „Und wenn du deine Mitbewohnerin kennengelernt hast. Und wenn du etwas anderes als einen Müsliriegel gegessen hast.“ „Das sind drei separate Anrufe.“ „Dann erwarte ich drei separate Anrufe.“ Zara lächelte und umarmte ihre Mutter. Diese hielt sie etwas länger als sonst fest, und Zara musste den plötzlichen Kloß in ihrem Hals hinunterschlucken. „Mir wird es gut gehen“, versprach sie. „Das solltest du auch. Du hast so hart dafür gearbeitet.“ Diese Worte hallten in ihr nach, als sie ihrer Mutter nachsah, wie sie wegfuhr. Whitmore sollte ein Neuanfang sein. Ihre Mutter hatte es den ganzen Sommer lang gesagt, ihre Beraterin hatte es wiederholt, und sogar die Frau, die sie für das Stipendium interviewt hatte, hatte ihr versichert, dass Boston ein wunderbarer Ort sei, um das nächste Kapitel ihres Lebens zu beginnen. Zara wollte ihnen glauben. Sie hatte sich ihren Platz hier verdient. Sie hatte sich ihr Stipendium verdient, ihre Noten gehalten und Wochenenden geopfert, die andere Teenager auf Partys verbracht hatten. Ihr Plan war einfach: ihren Notendurchschnitt von 4,0 halten, ihr Stipendium behalten und unnötige Ablenkungen vermeiden. Bisher hatte sie sich bereits verlaufen und mit einem Basketballspieler gestritten. Kein vielversprechender Start, und sie ahnte nicht, dass ebendieser Basketballspieler bald der Grund dafür sein würde, dass ihr sorgfältig ausgearbeiteter Plan zu scheitern drohte.KAPITEL 10: Der VaterZara war noch nie bei einem wichtigen Spiel gewesen. Sie war zwar schon mal bei Highschool-Spielen dabei gewesen, weil Maya sie mitgeschleppt hatte, und sie hatte auf der Tribüne gesessen und so getan, als würde sie alles verstehen, während Maya über Fouls schrie. Sie war beim ersten Whitmore-Spiel gegen Northeastern gewesen und hatte gedacht, das sei wichtig, aber Faith sagte ihr, dass dieses Spiel im Vergleich zu Yale völlig bedeutungslos sei. „Yale ist in der Rangliste“, hatte Faith an diesem Morgen gesagt, während sie sich für das Spiel schminkte, obwohl sie selbst gar nicht spielte. „Wenn wir Yale schlagen, kommen wir in die Rangliste. Und wenn wir in der Rangliste sind, kommen die Scouts.“ Zara saß an ihrem Schreibtisch und versuchte, ihre Hausarbeit für den Kurs „Schreiben 101“ fertigzustellen. Es ging darum, ob College-Sportler bezahlt werden sollten. Sie hatte drei Seiten geschrieben und zwei wieder gelöscht. Sie konnte sich nicht konzentrieren. „W
KAPITEL 9: Die NoteDie Noten in Whitmore wurden um Mitternacht online veröffentlicht. Zara wusste das, weil Faith es ihr erzählt hatte, und Faith wusste es, weil die Schüler der 11. Klasse alles über die Abläufe in Whitmore wussten. „Sie werden um Mitternacht veröffentlicht, aber das System stürzt um 0:02 Uhr ab, weil alle gleichzeitig nachsehen. Du musst also genau um 0:00 Uhr nachsehen oder bis 1 Uhr nachts warten“, hatte Faith am Sonntagabend beim Auflegen einer Gesichtsmaske gesagt. Zara wollte nicht bis 1 Uhr nachts warten. Sie musste ihre Ergebnisse für zwei Zwischenprüfungen überprüfen: Chemie und Biologie. Sie hatte ein gutes Gefühl bei Chemie gehabt, bei Biologie war sie mittelmäßig. Sie wollte es einfach wissen. Am Mittwochabend um 23:47 Uhr lag sie im Bett, der Laptop war aufgeklappt, das Studentenportal von Whitmore war geöffnet und aktualisierte die Seite alle dreißig Sekunden. Faith schlief oder tat so, als ob, mit einer Schlafmaske aus Seide auf dem Kopf. Um 23:
KAPITEL 8: Die ZwischenprüfungDie Zwischenprüfungen in Whitmore waren die Hölle auf Erden. Zara wusste, dass das College hart werden würde. Sie hatte es erwartet. Aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass die Bibliothek um 2 Uhr nachts überfüllt sein würde. Oder dass der Mensa in der Zwischenprüfungswoche schon um 10 Uhr morgens der Kaffee ausging. Oder dass jeder einzelne Professor seine Zwischenprüfung auf genau dieselben drei Tage ansetzte. Sie hatte drei Zwischenprüfungen: Chemie am Mittwoch, Biologie am Donnerstag und Writing 101 am Freitag. Die Writing-Zwischenprüfung war keine Klausur, sondern eine Hausarbeit, die Zara noch mehr hasste als Klausuren. Wenigstens gab es in Chemie eine richtige Antwort. Sie hatte fast nur noch an ihrem Tisch im dritten Stock gewohnt. Ihr Rucksack war ihr Kissen geworden. Faith hatte angefangen, ihr ungefragt Snacks zu bringen – Faiths Art, ihr zu zeigen, dass sie sich um sie sorgte. Kleine Tüten mit Goldfischli, Äpfel, Zettel mit der Aufsc
KAPITEL 7: Das GerüchtZara sah Anthony weder am Samstag noch am Sonntag. Das war seltsam, denn Whitmore war kein großer Campus. Whitmore war eher so ein Campus, wo man jeden überall traf. Man sah seinen Professor im Café. Man sah den Freund der Mitbewohnerin in der Bibliothek. Man sah dasselbe Mädchen aus dem Chemielabor dreimal täglich in der Mensa. Jemanden nicht zu sehen, war also fast schlimmer, als ihn zu sehen. Sie redete sich ein, dass sie nicht nach ihm suchte. Und das tat sie auch nicht. Sie lernte. Am Montag hatte sie einen Chemietest, am Dienstag eine Hausarbeit für Writing 101 abgeben müssen und einen Stapel Lesestoff für BIOC 101. Den Großteil des Samstags verbrachte sie an ihrem Tisch im dritten Stock der Bibliothek. Den Großteil des Sonntags auch. Aber jedes Mal, wenn sich die Tür zum Treppenhaus öffnete, schaute sie auf. Und er war es nie. Am Sonntagabend um 21 Uhr packte sie gerade ihre Bücher zusammen, als Faith atemlos mit ihrem Handy in der Hand in ihr Zimme

















