INICIAR SESIÓN
Kapitel 1
♡ SAGES SICHTWEISE ♡ Die klirrende Kälte weckte mich, noch bevor ich überhaupt die Gelegenheit hatte, die Augen zu öffnen. Meine müden Augen zwangen sich auf, nur um sich im nächsten Moment wegen des grauen, eisfarbener Lichts, das durch die dünnen Vorhänge drang, wieder krampfhaft zu schließen. Ich kniff die Augen noch fester zusammen und zog die dünne Decke bis an meine Nase. Es half nichts. Der Strom war seit sechs Tagen ausgefallen, was bedeutete, dass das Haus im Grunde ein riesiger Kühlschrank war. Ich blieb eine Minute lang vollkommen still liegen, atmete einfach nur und beobachtete, wie mein Atem als kleine, weiße Wolke in die Luft trat, bevor er sich auflöste. Ich streckte eine Hand unter der Decke hervor und tastete blind nach der Lampe auf dem Nachttisch. Meine Finger fanden den Schalter. Klick. Klick. Nichts. Stimmt. Es gab keinen Strom. Ich wusste nicht, warum ich es immer wieder mit dieser blöden Lampe versuchte. Alte Gewohnheit, schätzte ich. Oder vielleicht einfach pure, ungefilterte Verleugnung. Beides war zu diesem Zeitpunkt ziemlich nutzlos. Endlich zwang ich mich dazu, aufzustehen. Die Decke rutschte mir bis zur Taille herab, und die eiskalte Luft griff sofort nach meinen nackten Armen. Ich schwang die Beine über die Bettkante, aber mein Fuß verhedderte sich im Stoff. Ich rutschte direkt von der Matratze und landete hart auf meinem flachen Hintern. „Au“, murmelte ich in den leeren Raum und rieb mir mein Steißbein. Für eine Sekunde blieb ich einfach da auf dem eiskalten Holzboden liegen und starrte an die Decke. Ich hätte genau hier einschlafen können. Einfach die Augen schließen und nie wieder aufstehen. Ellis ist weg. Ich sprach es manchmal laut aus. Einfach nur, um die Worte zu hören. Einfach nur, um zu sehen, ob sie mich endlich treffen würden. „Ellis ist weg“, flüsterte ich in den leeren Raum. Die Worte hingen einfach so in der kalten Luft. Sie machten mich nicht mehr traurig. Sie machten mich nicht wütend. Sie fühlten sich einfach nur... schwer an. Wie ein Stein, genau dort, wo früher mein Herz gewesen war. Er war nun schon seit Wochen verschwunden. Fünf? Sechs? Ich hatte ehrlich aufgehört zu zählen. Die Tage gingen einfach so ineinander über, bis sie überhaupt keine Bedeutung mehr hatten. Er war mitten in der Nacht gegangen, ohne Notiz, ohne Warnung, ohne Abschied. Nur eine leere Bettseite und das leise Klicken der Haustür, die hinter ihm ins Schloss fiel. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte er bereits jedes einzelne Konto leergeräumt. Das gemeinsame Girokonto. Das Ersparte. Sogar die dreihundert Dollar, die ich hinten in der Speisekammer in der Kaffeedose versteckt hatte – hinter einer Schachtel alterig gewordener Cracker, als wäre ich ein Kind, das Süßigkeiten versteckte. Er hatte sie trotzdem gefunden. Er fand immer die Dinge, die ich für mich behalten wollte. Das war seine Spezialität. Ich stand langsam auf, meine Beine fühlten sich steif und fremd an, als würden sie zu jemandem anderen gehören. Ich schnappte mir Ellis’ alten dunkelblauen Bademantel von der Rückseite der Tür und zog ihn an. Er war viel zu groß für mich, die Bündchen waren ausgefranst und abgenutzt, und er roch immer noch schwach nach seinem Aftershave. Dieser scharfe, saubere Duft, den ich geliebt hatte, als wir gerade erst geheiratet hatten. Der Duft, der mir damals den Magen umgedreht hatte. Jetzt wurde mir davon einfach nur übel. Ich zog ihn trotzdem an, weil er das Einzige war, was ich noch an Wärme besaß. Ich machte mich auf den Weg in die Küche, während meine nackten Füße auf das eiskalte Holz klatschten. Das Haus glich einem Trümmerhaufen. Nicht jene Sorte von Unordnung, die über Nacht entsteht, sondern jene, die sich langsam, Tag für Tag, einschleicht, wenn man einfach aufhört, sich zu kümmern. In der Spüle stapelten sich Berge von Geschirr, das ich nicht spülen konnte, weil die Rohre eingefroren waren. Die Arbeitsplatte begrub ein ganzer Berg ungeöffneter Post. Eine feine Staubschicht überzog alles, als trauere das Haus bereits um mich. Ich öffnete den Kühlschrank aus purem Reflex, obwohl das Licht schon lange nicht mehr anging. Die Regale waren leer. Völlig kahl. Bis auf ein einziges Glas Dijon-Senf, das in der Kühlschranktür stand. Ellis’ Lieblingssenf. Er hätte keine andere Sorte angerührt. Früher hatte er mich gezwungen, zu drei verschiedenen Läden zu fahren, wenn der nächste ihn gerade nicht vorrätig hatte. Ich starrte dieses blöde Glas lange Zeit an. Halb voll. Blassgelb. „Du bist das Einzige, was er mir gelassen hat“, sagte ich zu dem Senf. Der Senf antwortete nicht. Was wahrscheinlich auch besser so war, denn hätte er es getan, wäre ich endgültig dem Wahnsinn verfallen. Ich knallte die Kühlschranktür zu und ging zur Haustür, wobei ich den schweren Bademantel wie eine Schleppe hinter mir herzog. Und in diesem Moment sah ich es. Ein leuchtend oranges Papier, flach auf das Holz geklebt. Es war nicht wie die anderen Benachrichtigungen durch den Briefschlitz gesteckt worden. Dieses hier klebte draußen. Für jeden sichtbar. Die Nachbarn. Der Postbote. Jeder, der vorbeifuhr und einen Logenplatz an meinem absoluten Tiefpunkt haben wollte. Ich zog es ab. Das Klebeband knackte unter meinen Fingern wie dünnes Eis. LETZTE MAHNUNG. SIE MÜSSEN DIESES HAUS IN 27 TAGEN VERLASSEN. Ich las es zweimal. Dann ein drittes Mal, als würden sich die Worte auf magische Weise in etwas Netteres verwandeln. Sie taten es nicht. Siebenundzwanzig Tage, bis die Polizei auftauchte und meine Sachen wie Müll auf den Bordstein warf. Siebenundzwanzig Tage, bis sie die Schlösser austauschten und der Bank die Schlüssel zurückgaben, so als wären die letzten drei Jahre meines Lebens nie passiert. Ich hätte irgendetwas spüren müssen. Panik. Angst. Diesen heißen Adrenalinstoß, der den Wunsch weckt, zu kämpfen oder zu fliehen. Aber ich spürte einfach gar nichts. Nur diese dumpfe, schwere Last in meiner Brust. Ich legte die Benachrichtigung auf den Flurtisch und ging zum Wohnzimmerfenster, zog den Vorhang nur einen einzigen Zentimeter zur Seite, um nachzusehen, wer gerade geparkt hatte. Ein weißer Nachrichtenwagen stand direkt am Bordstein, seine Satellitenschüssel in den Himmel gerichtet. Kanal 7. Eine Frau in einem roten Blazer stand mit einem Mikrofon auf meinem abgestorbenen, frostbedeckten Rasen, während ein Typ in einer Daunenjacke seine Kamera auf meine Haustür richtete. Weitere Autos reihten sich dahinter an der Straße auf. Mehr als noch am Tag zuvor. Sie kamen und gingen inzwischen in Schichten, wie Geier, die sich abwechselnd an einem Aas gütlich taten. Ich lehnte den Kopf gegen die Wand und beobachtete sie. Die Frau im roten Blazer begann zu sprechen, ihre Stimme war hoch und scharf und drang durch das dünne Glas. „...das Haus von Ellis Harlowe, dem untergetauchten Finanzberater, dem vorgeworfen wird, Investoren um über vierzig Millionen Dollar betrogen zu haben.“ Vierzig verdammte Millionen. Die Zahl fühlte sich immer noch nicht real an. Ich konnte mir vierzig Millionen Dollar nicht vorstellen. Ich konnte mir kaum vierzig vorstellen. Auf meinem Girokonto befanden sich exakt noch dreiundsechzig Dollar. Das war alles. Das war mein gesamtes Leben in diesem Moment. „...seine Frau, Sage Calloway-Harlowe, wurde seit über zwei Wochen nicht mehr dabei gesehen, wie sie das Anwesen verließ...“ Ihre Stimme hatte einen leichten Singsang an sich, als würde es ihr Spaß machen. So als wäre mein zusammenbrechendes Leben einfach nur gute Unterhaltung für ihre Morgensendung. Ich glitt an der Wand nach unten, bis mein Hintern den kalten Boden berührte. Ich zog die Knie an die Brust und schlang die Arme darum. Zwei Wochen. War es wirklich schon so lange her, dass ich einen Fuß vor die Tür gesetzt hatte? Nach dem dritten Tag hatte ich aufgehört, rauszugehen. Die Reporter hatten mich umlagert. Hatten Fragen geschrien. Hatten mir Kameras ins Gesicht gedrückt. Einer von ihnen hatte tatsächlich nach meinem Arm gegriffen, woraufhin ich geschrien und wie ein verschrecktes Kaninchen ins Haus zurückgelaufen war. Danach blieb ich einfach drinnen. Das war einfacher und sicherer. „...Nachbarn haben ihre Besorgnis über den Zustand des Anwesens geäußert...“ Mrs. DeWitt. Sie musste es gewesen sein. Sie war die Einzige in dieser Straße, die Wörter wie „Verwahrlosung“ in einem ganz normalen Gespräch verwendete. Sie hatte ganz bestimmt den Nachrichtensender angerufen. Wahrscheinlich hatte sie auch die Polizei verständigt. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie sie mit einer Tasse Tee an ihrem Fenster stand und mit diesem schmalen, kleinen Lächeln, das sie immer trug, zusah, wie mein Leben in sich zusammenbrach. „Das ist eine schöne Gegend, Sage. Wir versuchen, die Dinge schön zu halten.“ Ein Lachen blubberte in meiner Kehle hoch. Es klang scharf und abgehackt, ganz anders als mein echtes Lachen. Es hörte sich so an, als wäre noch jemand anderes mit mir im Raum, der langsam den Verstand verlor. Ich war vierundzwanzig Jahre alt. Ich hatte ein halbfertiges Kunststudium, einen verschwundenen Ehemann, ein Haus voller Nichts und dreiundsechzig Dollar. Ich hatte seit vier Tagen mit keinem anderen Menschen gesprochen. Meine Eltern waren tot. Meine Freunde längst weg. Mein Telefon war vor drei Wochen gesperrt worden, weil ich die Rechnung nicht bezahlen konnte. Wenn ich jetzt ein Bild von meinem Leben zeichnen würde, wäre das einfach nur ein leerer Kreis. Die Reporterin redete weiter. „...es bleiben Fragen offen, ob Mrs. Calloway-Harlowe von den Machenschaften ihres Mannes wusste...“ Ich zuckte zusammen. Wie um alles in der Welt konnten die so etwas denken? Dass ich es gewusst hatte. Sie glaubten, ich hätte ihm geholfen. Ich. Die ruhige Ehefrau, die zu Hause blieb, malte und so tat, als würde sie ihn spät nachts nicht am Telefon hören. Die Ehefrau, die auf Partys lächelte, das Kleid trug, das er ausgesucht hatte, und niemals Fragen stellte, weil Fragen ihn wütend machten. Und jetzt war ich die Frau eines Diebes. Die Frau, die zurückgelassen wurde. Diejenige, deren Gesicht auf jedem Nachrichtensender prangte und in deren Flur eine Räumungsklage lag. Ich war so müde. Müde zu frieren. Müde zu hungern. Müde, beobachtet zu werden. Ich ließ den Kopf wieder gegen die Wand sinken und starrte an die Decke. Die Kälte vom Boden drang durch den Bademantel bis in meine Knochen vor, und ich ließ es einfach zu. Die Verzweiflung breitete sich wie eine zweite Decke über mir aus. Schwer, erstickend und kalt. Einundzwanzig... nein, siebenundzwanzig Tage. Kein Geld. Keine Freunde. Kein Ausweg. Ich war völlig und vollkommen allein. Und niemand kam, um mich zu retten.Kapitel 8♡ SAGES SICHTWEISE ♡Ich konnte nicht schlafen.Ich versuchte es. Gott, ich versuchte es wirklich. Ich lag in diesem großen, weichen Bett mit den viel zu vielen Kissen und der warmen grauen Decke, die mir bis zum Kinn hochgezogen war, und starrte an die Decke.Das Zimmer war ruhig. Die Lichter der Stadt flimmerten durch das Fenster und warfen weiche Schatten an die Wände. Der Tee, den Mikko mir gemacht hatte, stand immer noch halb getrunken auf dem Nachttisch. Alles war perfekt. Alles war bequem.Und trotzdem wollten sich meine Augen einfach nicht schließen.Jedes Mal, wenn ich blinzelte, sah ich die Reporter. Jedes Mal, wenn das Haus knarrte, zuckte ich zusammen. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, spürte ich Ellis' besitzergreifende Hände auf mir... Sie kontrollierten mich stets. Die Art und Weise, wie er mich berührte, als wäre ich etwas, das ihm gehörte.Ich warf die Decken fort und setzte mich auf.Das war dumm. Ja, ich war in Sicherheit. Victoria hatte dafür gesorgt
Kapitel 7 ♡ SAGES SICHTWEISE ♡ Die Stille nach Fens Weggang lag so schwer im Raum, dass ich hätte ersticken können. Ich stand einfach da mitten im Penthouse, die Reisetasche zu meinen Füßen, während meine abgenutzten Turnschuhe aussahen, als wären sie direkt aus einem Müllcontainer gekrochen und dort gestorben. Meine Finger waren vor Kälte praktisch blau angelaufen. Meine Nase lief. Meine Haare bildeten ein strähniges Chaos, das seit vier Tagen kein Shampoo gesehen hatte. Und hier standen ein paar Frauen und musterten mich, als wäre ich ein Rätsel, das sie zu lösen versuchten. Jules bewegte sich als Erste. Sie klatschte in die Hände, der Laut klang scharf und hell in dem ruhigen Zimmer, und jenes breite Lächeln kehrte zurück, als wäre es nie dagewesen. «Okay», sagte sie und dehnte das Wort. «Das ist ja deprimierend. Du siehst aus, als würdest du gleich umkippen. Komm, ich zeige dir dein Zimmer.» Sie ging auf mich zu, hakte ihren Arm in den meinen, als kennten wir uns schon seit
Kapitel 6 ♡ SAGES SICHTWEISE ♡ Vier Frauen warteten auf mich. Die Erste trat vor, noch ehe ich blinzeln konnte. Sie hatte goldbraune Haut und einen wilden Haufen dunkler Locken, die von einem leuchtend gelben Stirnband aus dem Gesicht gehalten wurden. Ihr Lächeln wirkte breit und warm – jene Sorte Lächeln, die einen dazu brachte, ihr sofort vertrauen zu wollen, selbst wenn man sie überhaupt nicht kannte. «Da ist sie ja», sagte sie. Ihre Stimme besaß einen weichen, musikalischen Akzent, den ich nicht recht einordnen konnte. Vielleicht Französisch. «Wir fingen schon an zu glauben, du hättest dich irgendwo zwischen Garage und Aufzug verlaufen. Mikko, du solltest sie eigentlich direkt nach oben bringen.» Mikko erwiderte nichts. Sie ging einfach an mir vorbei, stellte meine Reisetasche an der Wand ab und nahm ihren Platz neben den anderen ein. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und verharrte dort wie eine schweigende Wächterin. Die lockige Frau verdrehte theatralisch die Augen
Kapitel 5♡ SAGES SICHTWEISE ♡Die Fahrertüren der Aufzugskabine glitten mit einem leisen Zischen zu.Ich stand in der hinteren Ecke, die Arme fest um meinen eigenen Körper geschlungen, als wären sie das Einzige, was mich noch am Boden hielt.Die Wände bestanden von unten bis oben aus Spiegeln, so makellos poliert, dass ich mich dutzendfach darin gespiegelt sah. Blasse Haut. Strähniges Haar. Eine abgetragene Jacke, die unter dem warmen, goldenen Licht noch elendiger wirkte.Ich sah aus wie ein streunender Hund, der sich in einen prächtigen Palast verirrt hatte.Mikko stand neben dem Bedienfeld, die Reisetasche nun in ihrer Hand, den Blick starr nach vorne gerichtet. Sie hatte kein einziges Wort gesprochen, seit wir die Tiefgarage verlassen hatten.Victoria befand sich in der Mitte des Aufzugs, den Rücken kerzengerade, die Hände locker vor sich gefaltet. Sie starrte auf die Türen, als könnte sie durch sie hindurchsehen.Die Kabine summte leise und begann sich nach oben zu bewegen.Ich
Kapitel 4♡ SAGES SICHTWEISE ♡Fünf Minuten.Wunderbar. Schließlich war das Zusammenpacken der zertrümmerten Trümmer meines gesamten Lebens ganz bestimmt eine Aufgabe für fünf Minuten.Ich stand noch eine Sekunde lang im Wohnzimmer und starrte abwechselnd auf den schwarzen Ordner auf der Theke und die orangefarbene Benachrichtigung auf dem Tisch. Mein Gehirn fühlte sich an, als bestünde es nur noch aus Rauschen.«Du hast fünf Minuten.»Ich drehte mich um und ging die Treppe hinauf. Meine Beine zitterten noch immer vor Kälte, und die dritte Stufe quietschte unter meinem Gewicht wie gewohnt.Aus purer Gewohnheit stieg ich über sie hinweg.Brav so, Sage. Weck bloß das Monster nicht. Nur dass das Monster längst nicht mehr da war. Das Monster war mit vierzig Millionen Dollar abgehauen und hatte mich zurückgelassen, um elend zu erfrieren.Ich betrat das Schlafzimmer. Hier oben war es noch kälter. Ich riss die Schranktür auf und zog die alte grüne Reisetasche aus der hintersten Ecke.Sie war
Kapitel 3♡ SAGES SICHTWEISE ♡Das Klopfen blieb aus.Ich kauerte noch immer am Fenster, beobachtete Victoria Harlowe, wie sie auf meinem Rasen stand, als gehöre ihr das Anwesen, und wartete darauf, dass sie den Weg heraufkam und an die Tür hämmerte. Ich wartete auf das Drama. Auf die Konfrontation.Aber sie klopfte nicht.Stattdessen hörte ich, wie sich die Haustür knarrend öffnete.Mein Herz setzte aus. Ich herzte den Kopf herum und starrte in den Flur.Ich hatte die Tür nicht abgeschlossen. Ich schloss sie nie ab. Wer verriegelt schon seine Haustür, wenn nichts mehr da ist, das gestohlen werden könnte?Die kalte Luft strömte als Erste herein, scharf und beißend, und zog wie ein unwillkommener Gast durch den Flur.Und dann hörte ich ihre schweren Schritte. Sie klangen langsam, bedächtig und selbstbewusst.Sie trat einfach ein.Sie ging einfach in mein Haus, ohne anzuklopfen, ohne zu fragen, ohne ein einziges Wort.Ich rappelte mich auf die Beine, während meine Beine vom langen Sitze