Mag-log inSage Calloway heiratete in die Harlowe-Dynastie ein, weil sie glaubte, dort ihr sicheres Netz gefunden zu haben. Sie lebte zwar in purem Luxus und massivem Wohlstand, doch wahre Freiheit und echtes Glück blieben ihr verwehrt – ihr Dasein glich vielmehr dem in einem goldenen Käfig. Als ihr Ehemann Ellis inmitten eines Finanzskandals verschwand, der sie öffentlich demütigte, stand nur eine einzige Person vor ihrer Tür: die Frau, die sie drei Jahre lang kaum eines Blickes gewürdigt hatte – Victoria Harlowe, ihre Schwiegermutter und Kapitänin der semi-professionellen Frauen-Eishockeymannschaft *Iron Vixens*. Victoria rettete Sage keineswegs aus mütterlicher Pflichtschuldigkeit. Sie rettete sie, weil sie gewartet, beobachtet und im Stillen gebrannt hatte. Gezwungen, in das Harlowe-Penthouse zu ziehen, wurde Sage von Victorias innerem Kreis aufgefangen: Mikko, der schweigsamen Beschützerin fürs Grobe, die Brot buk und Herzen bewachte; Jules, der lebensfrohen Spielmacherin, die ihr das Lachen wieder beibrachte; Cassia, der Mannschaftsärztin, deren ruhige Stimme Wunden heilte, die niemand sehen konnte; und Fen, dem ungezähmten Rookie, die Sage auf Schritt und Tritt herausforderte und sich nach einer Sanftheit sehnte, die sie selbst nie kennengelernt hatte. Während Sage sich der Liebe von vier völlig unterschiedlichen Frauen hingab, hielt Victoria sich zurück und wartete darauf, dass Sage sich aus freien Stücken entschied. Doch die Kapitänin hatte nicht nur Feinde auf dem Eis, sondern auch in jener Unterwelt, die sie seit einem Jahrzehnt beherrschte. Als Mitglieder der *Vixens* als Geiseln genommen wurden, forderte Victoria jeden Gefallen aus ihrer Mafia-Vergangenheit ein. Damit offenbarte sie Sage eine Wahrheit, die sie entweder für immer aneinanderbinden oder alles komplett in Trümmer legen würde. Die Eisprinzessin war zugleich die gefürchtetste Strategin der Unterwelt – und sie würde die Welt niederbrennen, um ihre Familie nach Hause zu holen. Von Entführung bis zum Meisterschaftsruhm, von verbotenen Blicken bis hin zur tiefen, seelischen Hingabe
view moreKapitel 8♡ SAGES SICHTWEISE ♡Ich konnte nicht schlafen.Ich versuchte es. Gott, ich versuchte es wirklich. Ich lag in diesem großen, weichen Bett mit den viel zu vielen Kissen und der warmen grauen Decke, die mir bis zum Kinn hochgezogen war, und starrte an die Decke.Das Zimmer war ruhig. Die Lichter der Stadt flimmerten durch das Fenster und warfen weiche Schatten an die Wände. Der Tee, den Mikko mir gemacht hatte, stand immer noch halb getrunken auf dem Nachttisch. Alles war perfekt. Alles war bequem.Und trotzdem wollten sich meine Augen einfach nicht schließen.Jedes Mal, wenn ich blinzelte, sah ich die Reporter. Jedes Mal, wenn das Haus knarrte, zuckte ich zusammen. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, spürte ich Ellis' besitzergreifende Hände auf mir... Sie kontrollierten mich stets. Die Art und Weise, wie er mich berührte, als wäre ich etwas, das ihm gehörte.Ich warf die Decken fort und setzte mich auf.Das war dumm. Ja, ich war in Sicherheit. Victoria hatte dafür gesorgt
Kapitel 7 ♡ SAGES SICHTWEISE ♡ Die Stille nach Fens Weggang lag so schwer im Raum, dass ich hätte ersticken können. Ich stand einfach da mitten im Penthouse, die Reisetasche zu meinen Füßen, während meine abgenutzten Turnschuhe aussahen, als wären sie direkt aus einem Müllcontainer gekrochen und dort gestorben. Meine Finger waren vor Kälte praktisch blau angelaufen. Meine Nase lief. Meine Haare bildeten ein strähniges Chaos, das seit vier Tagen kein Shampoo gesehen hatte. Und hier standen ein paar Frauen und musterten mich, als wäre ich ein Rätsel, das sie zu lösen versuchten. Jules bewegte sich als Erste. Sie klatschte in die Hände, der Laut klang scharf und hell in dem ruhigen Zimmer, und jenes breite Lächeln kehrte zurück, als wäre es nie dagewesen. «Okay», sagte sie und dehnte das Wort. «Das ist ja deprimierend. Du siehst aus, als würdest du gleich umkippen. Komm, ich zeige dir dein Zimmer.» Sie ging auf mich zu, hakte ihren Arm in den meinen, als kennten wir uns schon seit
Kapitel 6 ♡ SAGES SICHTWEISE ♡ Vier Frauen warteten auf mich. Die Erste trat vor, noch ehe ich blinzeln konnte. Sie hatte goldbraune Haut und einen wilden Haufen dunkler Locken, die von einem leuchtend gelben Stirnband aus dem Gesicht gehalten wurden. Ihr Lächeln wirkte breit und warm – jene Sorte Lächeln, die einen dazu brachte, ihr sofort vertrauen zu wollen, selbst wenn man sie überhaupt nicht kannte. «Da ist sie ja», sagte sie. Ihre Stimme besaß einen weichen, musikalischen Akzent, den ich nicht recht einordnen konnte. Vielleicht Französisch. «Wir fingen schon an zu glauben, du hättest dich irgendwo zwischen Garage und Aufzug verlaufen. Mikko, du solltest sie eigentlich direkt nach oben bringen.» Mikko erwiderte nichts. Sie ging einfach an mir vorbei, stellte meine Reisetasche an der Wand ab und nahm ihren Platz neben den anderen ein. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und verharrte dort wie eine schweigende Wächterin. Die lockige Frau verdrehte theatralisch die Augen
Kapitel 5♡ SAGES SICHTWEISE ♡Die Fahrertüren der Aufzugskabine glitten mit einem leisen Zischen zu.Ich stand in der hinteren Ecke, die Arme fest um meinen eigenen Körper geschlungen, als wären sie das Einzige, was mich noch am Boden hielt.Die Wände bestanden von unten bis oben aus Spiegeln, so makellos poliert, dass ich mich dutzendfach darin gespiegelt sah. Blasse Haut. Strähniges Haar. Eine abgetragene Jacke, die unter dem warmen, goldenen Licht noch elendiger wirkte.Ich sah aus wie ein streunender Hund, der sich in einen prächtigen Palast verirrt hatte.Mikko stand neben dem Bedienfeld, die Reisetasche nun in ihrer Hand, den Blick starr nach vorne gerichtet. Sie hatte kein einziges Wort gesprochen, seit wir die Tiefgarage verlassen hatten.Victoria befand sich in der Mitte des Aufzugs, den Rücken kerzengerade, die Hände locker vor sich gefaltet. Sie starrte auf die Türen, als könnte sie durch sie hindurchsehen.Die Kabine summte leise und begann sich nach oben zu bewegen.Ich





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