LOGIN„Hey, Rayla“, sagte Leon und ließ sich neben mich fallen.Mein Gesicht brannte bereits vor Verlegenheit. Dieses Gespräch war das Letzte, das ich gerade führen wollte. „Hey“, murmelte ich und starrte weiter auf meinen Tisch.„War der Kuss wirklich so schlimm?“ fragte Leon grinsend.„Leon.“ Ich schlug die Hände vors Gesicht. Mein Magen fühlte sich an wie ein einziger Knoten.„Rayla, schau mich an.“Langsam nahm ich die Hände runter. Leon trug Jeans und ein blaues T-Shirt, das seine Augen noch intensiver wirken ließ.Warum fühlte ich mich eigentlich immer zu Männern hingezogen, die kompliziert waren?„Es tut mir leid“, sagte ich schnell. „Ich wusste nicht, dass du eine Freundin hast. Wirklich nicht.“Leon fing an zu lachen. „Ich habe keine Freundin. Ich treffe mich erst seit Kurzem mit jemandem.“„Aber… willst du mit ihr zusammen sein?“Er zuckte leicht mit den Schultern. „Keine Ahnung. Kommt auf vieles an.“ Sein Blick blieb an mir hängen. „Und ehrlich gesagt dachte ich, genau das wollte
„Hey, Rayla“, sagte Leon mit einem breiten Grinsen im Gesicht.Ich holte tief Luft und lächelte zurück. Es fühlte sich erstaunlich gut an, überhaupt wieder lächeln zu können. Gemeinsam gingen wir ins Restaurant, wo uns die Bedienung zu einer kleinen Sitzecke führte.Leon setzte sich mir gegenüber und musterte mich aufmerksam. „Geht’s dir gut, Rayla?“„Was? Ja. Klar.“ Ich senkte den Blick auf den Tisch und strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr. Plötzlich machte mich seine Nähe nervös.„Und? Weißt du inzwischen, worüber du deine nächste Rede halten wirst?“„Tatsächlich ja.“ Er grinste. „Aber du musst bis zur Vorlesung warten.“Ich lachte leise. „Warum? Wird das wieder irgendeine peinliche Geschichte über mich?“„Du hältst dich echt für den Mittelpunkt der Welt.“ Er schüttelte lachend den Kopf. „Meine Rede hat diesmal nichts mit dir zu tun. Nur weil ich dich einmal erwähnt habe, heißt das noch lange nichts.“Dann musterte er mich gespielt nachdenklich. „Wobei… du wirst wirklich schnell
Professor Laurent zog sich das Shirt über den Kopf und sah auf mich hinunter. Seine gebräunte Haut, die klaren Konturen seiner Bauchmuskeln… augenblicklich jagte ein heißes Verlangen durch meinen Körper. Die ganze Spannung zwischen uns schien plötzlich zu zerreißen.Er beugte sich über mich, stützte sich mit den Armen rechts und links von mir ab. Ich wollte, dass er mich küsste. Warum tat er es nicht? Meine Finger glitten durch sein Haar.„Rayla.“ Mit dem Handrücken strich er sanft über meine Wange. „Du solltest mich nicht berühren“, murmelte er mit rauer Stimme. „Ich habe dir gesagt, dass das nur ein einziges Mal passieren darf.“Keuchend schreckte ich aus dem Schlaf hoch. Selbst in meinen Träumen schaffte Professor Laurent es, mich völlig aus der Fassung zu bringen. Mein Herz raste noch immer.Er hatte mich gewarnt. Zumindest irgendwie. Für ihn sollte das zwischen uns etwas Einmaliges bleiben. Er hatte gesagt, er hoffte, mich vergessen zu können, wenn er der Versuchung einmal nachga
Mein Zorn war nicht verraucht. Ganz im Gegenteil: Den ganzen Tag Zeit zu haben, darüber nachzugrübeln, hatte alles nur noch schlimmer gemacht.Ich starrte weiter auf die Rosen auf meinem Schreibtisch. Diese verlogenen Arroganz-Rosen.Ich hätte irgendein Zeichen sehen müssen, aber da war absolut nichts gewesen. Professor Laurent war so verdammt charmant gewesen.Ich holte tief Luft. Zur Hölle mit ihm.Ich stand auf und hob die Vase vom Tisch.Es juckte mich in den Fingern, sie einfach in den Müll zu pfeffern, aber sie waren einfach zu schön. Stattdessen stellte ich sie in meinen Kleiderschrank und schlug die Tür zu.„Alles klar.“ Emilia hielt die beiden Tüten hoch und entzifferte die Handschrift darauf. „Ich glaube, das hier sind die gebratenen Nudeln. Das hier muss deins sein.“Sie reichte mir eine der Tüten und ließ sich auf ihr Bett fallen. Ich öffnete den Beutel und holte die Stäbchen und die hübsche kleine Pappschachtel heraus.Chinesisch war mein absolutes Soulfood. Und im Moment
Tränen verschleierten mir die Sicht.Wie konnte ich nur so naiv sein? Er war das Raubtier und ich die Beute.Und ich war bereitwillig in seine Falle getappt. Sein makelloser Körper und seine zweideutigen Worte hatten all meine Hemmungen weggespült.Ich stolperte über meine eigenen Füße und schlug auf seinem Küchenboden auf. Jede Faser meines Körpers wollte einfach dort liegen bleiben. Ich fühlte mich so unendlich schwach.Die Last meiner Taten drückte schwer auf meine Schultern. Ich war eine Geliebte.„Scheiße“, murmelte ich vor mich hin.Ich wischte mir erneut über die Augen und rappelte mich auf. Ich musste hier raus. Ich wollte keine Erklärungen hören.Die Schuldgefühle würden mich ohnehin für immer verfolgen.Es spielte keine Rolle, dass ich es zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst hatte.So oder so: Ich hatte mit einem verheirateten Mann geschlafen.Ich hatte zwar versucht, ihm Fragen zu stellen, aber er war den Antworten jedes Mal meisterhaft ausgewichen.Er war ein manipulatives Ar
In meiner Brust baute sich ein seltsamer Druck auf. Es fühlte sich an, als müsste ich jeden Moment losweinen. Warum verlor ich ausgerechnet hier die Fassung?Ich hatte alles, was ich mir von diesem Mann erträumt hatte. Aber das, was er gerade mit mir getan hatte... die Art, wie er mir das Gefühl gab, geliebt zu werden...Plötzlich fühlte sich alles viel zu real an.Ich setzte mich hastig auf und zog meine Beine an den Körper, um sie fest zu umschlingen. Das Engegefühl in meiner Brust wurde immer stärker. Es fühlte sich an, als würde ich ertrinken.Ich holte tief Luft, um mich zu beruhigen. Was ist bloß los mit mir?Professor Laurent setzte sich ebenfalls auf und nahm mein Kinn sanft in seine Hand.„Rayla, was ist los?“Seine Stirn lag in Falten.„Nichts.“Ich blinzelte heftig, um die Tränen zurückzuhalten, die mir in die Augen stiegen. Ich klammerte mich noch fester an meine Beine.Er strich mir mit dem Daumen über das Kinn, ohne ein Wort zu sagen. Er sah wirklich besorgt aus.„Es ist
„Ich vertraue dir“, sagte er schließlich.„Und was ist mit deinen Eltern? Warum bist du so wütend auf sie?“ – „Es ist kompliziert.“„Du bist Professor. Du solltest gut darin sein, Dinge zu erklären. Hilf mir, es zu verstehen.“Er seufzte schwer. „Mein ganzes Leben lang haben sie mich unter Druck ge
„Du siehst atemberaubend aus, Rayla. Ich begreife nicht, wie es sein kann, dass alles, was mir gehört, an dir so viel besser aussieht.“Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Als ich bei ihm ankam, nahm er meine Hand und drehte mich einmal um die eigene Achse. Er trug Jeans und ein Shirt,
„Komm mit.“ Er nahm meine Hand und führte mich zu einer der geschlossenen Türen neben der Küche. Als er das Licht einschaltete, spürte ich ein leichtes Zittern in meinen Knien.Es war sein Schlafzimmer. Unwillkürlich malte ich mir aus, was er hier alles mit mir anstellen würde.Das Bett stand genau
Wir bogen in die Tiefgarage der luxuriösen neuen Apartments ein, die erst kürzlich am Rande der Hauptstraße hochgezogen worden waren.„Du wohnst hier?“, fragte ich erstaunt. Ich erinnerte mich an die Werbeflyer; die Dinger kosteten sicher an die Million. Professor Laurent war definitiv steinreich.







