INICIAR SESIÓNLUETTA
Erwin küsste mich, als hätte er zehn Jahre lang gehungert.
Kaum klickte die Schlafzimmertür hinter uns ins Schloss, drückte er mich schon dagegen – sein harter Körper presste sich an meinen, eine Hand in meinem Haar vergraben, die andere an meiner Hüfte, als gehörte ich ihm allein. Sein Mund fiel über mich her, heiß, fordernd, und die Welt schrumpfte zusammen auf ihn.
Er schmeckte dunkel. Süchtig machend. Falsch auf die allerrichtigste Weise.
Ich stöhnte in seinen Mund, bevor ich mich bremsen konnte, krallte die Finger in seine Schultern und zog ihn noch näher. Mein Körper stand bereits in Flammen – Brustwarzen hart, mein Schoß pochte, jeder vernünftige Gedanke verbrannte unter seiner Hitze.
Das war Wahnsinn.
Er war gefährlich. Vermutlich kriminell.
Und ich hatte noch nie jemanden so sehr gewollt wie ihn.
Er löste sich kurz von mir. „Fühlt sich gut an“, knurrte er, dann presste er seinen Mund wieder auf meinen.
Seine Erektion drückte hart gegen meinen Bauch.
Dieser Mann war so verdammt schön. Wie mochte sein Schwanz aussehen? Majestätisch. Genau wie der Rest von ihm. Und beeindruckend, dem Umriss nach zu urteilen.
Seine Zunge erforschte jeden Winkel meines Mundes. Als er sich ein wenig zurückzog, drang ich mit meiner in seinen. So süß, so köstlich war jeder Teil von ihm. Ich fuhr über sein Zahnfleisch, die Innenseiten seiner Wangen, seine Zähne und –
„Oh!“
Ein tiefes Stöhnen drang aus seiner Kehle. „Ich brauche dich“, knurrte er, die Lippen kaum bewegt.
Ich berührte mit den Fingerspitzen meine Zunge. Blut. Der metallische Geschmack breitete sich aus. Etwas hatte mich geschnitten. Etwas in seinem Mund. Hatte er ein Zungenpiercing? Mir war nichts aufgefallen.
„Ins Schlafzimmer“, sagte er.
Seine dunklen Augen leuchteten elektrisch. Ich schaute nach unten auf seinen Schritt und schluckte. Er war fast doppelt so groß geworden.
Ich nahm seine Hand und führte ihn hinauf in mein Zimmer. Das Bett war ungemacht, doch es kümmerte mich nicht. Mich kümmerte nichts außer den Kleidern, die ich loswerden wollte – seine und meine. Ihn wieder küssen. Ihn wieder schmecken. Mir erneut die Zunge ritzen lassen. Diesen mächtigen Schwanz endlich in mir spüren.
Er schob mich Richtung Bett, bis meine Waden die Matratze berührten und ich ins Wanken geriet. Sofort fing er mich auf, die Hände fest an meinen Schultern. Er sah mir tief in die Augen. „Du bist wunderschön. So unendlich schön.“
Ich lächelte. „Du auch.“
Er fuhr mit einem Finger über meine Unterlippe. „Dieser Kuss…“
Ich öffnete den Mund, doch es kam nur ein leises Seufzen heraus. Er vergrub seine Nase an meinem Hals und atmete tief ein.
„Du riechst so gut. Ich könnte ewig nur von deinem Duft leben.“ Wieder ein tiefer Atemzug. „Fast.“
Fast? Ich verstand nicht, was er damit meinte, aber in diesem Moment wollte ich nur wieder seinen Mund auf meinem. Obwohl die feuchten Küsse an meinem Hals auch himmlisch waren.
Als er zurück zu meinen Lippen fand, öffnete ich sie sofort für ihn. Seine Zunge glitt in meinen Mund, und ich sank beinahe in ihn hinein, als käme ich nach langer Abwesenheit endlich heim. Ich drängte mich ihm entgegen, hungrig nach allem, was er mir geben konnte, nach allem, wonach ich mich insgeheim sehnte.
Und wie durch Magie vertiefte er den Kuss. Ich begegnete der kraftvollen Forderung seines Mundes mit neuer Leidenschaft, ein Feuer, das bis in die tiefsten Schichten meines Körpers brannte. Ein Hunger erwachte in mir, ein Hunger, den nur Erwin stillen konnte. Und wenn er ihn stillte, wollte ich, dass er mich ganz verschlang.
Meine Brustwarzen drückten hart gegen den BH, sehnten sich nach seiner Berührung.
Zwischen meinen Beinen hatte eine wilde Feier begonnen – aus sanftem Kribbeln wurde ein pochendes, drängendes Verlangen.
Unsere Zungen tanzten, unsere Lippen glitten übereinander, und als ich tief in meiner Seele spürte, dass ich alles tun würde, was er von mir verlangte –
zog er sich zurück. „Ich kann nicht“, knurrte er.
Mein Verstand war ein einziges Labyrinth. „Was?“
„Ich kann das nicht mit dir machen.“
„Nein, es ist okay. Du kannst.“
„Ich will dir nicht wehtun…“
„Du tust mir nicht weh. Ich schwöre es. Es ist in Ordnung, Erwin. Ich werde nicht von Vergewaltigung reden.“
Er zuckte zusammen. „Das würde ich niemals!“
Ich streckte die Hand nach ihm aus, doch er wich zurück. „Ich weiß. Bitte. Vertrau mir.“
„Ich… vertraue dir ja, Luetta. Sonst hätte ich dich nicht um Hilfe gebeten. Du hättest mich letzte Nacht verhaften lassen können, hast es aber nicht. Aber vertraust du mir?“
Tat ich das? Es ging gegen jede Logik. Warum zog es mich so unwiderstehlich zu ihm? War ich einfach nur geil? Nein.
Ich konnte nicht leugnen, dass ich Erwin mit einer rohen Begierde wollte, die ich nie zuvor gekannt hatte. Doch da war noch etwas anderes. Ein Bedürfnis, in seiner Nähe zu sein. Ihn zu beschützen.
Und ja – ich vertraute ihm.
„Ich weiß selbst nicht genau warum“, sagte ich leise, „aber ja, ich tue es.“
„Dann vertrau mir auch jetzt, wenn ich sage, dass ich dich nicht ins Bett nehmen kann. Nicht heute. Ich dachte, ich könnte es. Ich dachte…“ Er atmete tief ein. „Dein Duft. Deine Erregung. Mein Gott…“ Wieder sog er die Luft ein.
Dann plötzlich:
„Nein! Nicht jetzt!“
ERWIN„Ich habe diese Website gefunden“, sagte ich zu Emil. „Ich hätte fast eine Mail geschickt, hab’s dann aber gelassen. Es wirkte wie ein Schwindel.“„Ich habe ein Dummy-Postfach angelegt und geantwortet“, sagte Emil. „Es gibt viele Dokumente auf der Seite, alle verschlüsselt. Selbst wenn ich sie lesen könnte, wäre es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.“„Wie hast du dann die Sachen zum Blutsbund gefunden?“„Ich kann es dir nicht genau sagen. Die Dokumente waren verschlüsselt. Ich musste Schlüsselwörter eingeben und dann Gebühren zahlen, damit die entsprechenden Dokumente entschlüsselt wurden. Vielleicht hätte ich die Texte selbst durchsuchen sollen, aber …“ – er schauderte – „… ich konnte das Buch nicht noch einmal öffnen.“Ich hatte es schon versucht. Ich würde deutlich mehr Zeit zum Lernen brauchen, um es auch nur ansatzweise zu verstehen. Das musste mein Großvater aber nicht wissen. „Steht auf der Seite eine Übersetzung der Vampyr-Texte?“
LUETTAIch seufzte, als ich mich neben Berna an meinen Arbeitsplatz setzte.„Alles in Ordnung?“, fragte sie. „Du siehst aus, als hättest du gerade ein schweres Trauma erlebt.“Schweres Trauma? Schweres Trauma sahen wir jede Nacht in der Notaufnahme. Trotzdem hatte mich die Auseinandersetzung mit Dr. Albrecht mitgenommen. Sie hatte wissen wollen, wie ihr Forschungsprojekt vorankam, und als ich sagte, ich hätte nichts Substanzielles gefunden, war sie ausgerastet. „Du bist wertlos.“ Dann hatte sie einen Hundert-Dollar-Schein aus der Tasche gezogen und ihn mir hingeschoben. „Ich sollte dich wohl besser bezahlen, sonst schleppst du mich noch vor den kleinen Gerichtshof, und dafür habe ich wirklich keine Zeit.“Wenigstens hatte sie mich nicht wegen Logan zusammengestaucht, wovor ich am meisten Angst gehabt hatte. Sie hatte nur gefragt, ob ich wüsste, wo er hingegangen sein könnte.Und wenigstens war ich jetzt hundert Dollar reicher.„Mir geht’s gut“, sagte ich. „Nur wieder eine Nacht mit de
ERWINSobald ich den Schock überwunden hatte, dass Luetta sich die Vampyr-Texte genommen hatte, war ich eigentlich froh darüber. Ich hatte sowieso vor, sie zurückzubringen … nachdem ich sie gründlich studiert hätte.Das Buch war gar nicht so umfangreich, wie es auf den ersten Blick wirkte, denn die Worte waren auf dickem Pergament gedruckt. Dennoch war es lang – ungefähr so dick wie das Neue Testament.Eine Menge Altfranzösisch.Ich hatte etwas mehr über die Sprache recherchiert und festgestellt, dass Altfranzösisch vor allem eine gesprochene Sprache gewesen war. Sehr wenig Literatur aus dieser Zeit hat sich erhalten.Wer auch immer die Texte übersetzt hatte, hielt Altfranzösisch offenbar für eine gute Idee. Ich konnte dem nicht zustimmen.Ich blätterte die ersten Seiten durch. Es hätte genauso gut auf Griechisch geschrieben sein können.Zehn Online-Stunden in modernem Französisch brachten da nicht viel.Ohne deutlich mehr Kenntnisse würde ich diesen Band nicht lesen können.Nachdem i
LUETTA„Was ist das, Luetta?“, fragte Erwin leise.„Oh!“ Sie lächelte. „Das ist für dich.“Aber seine Stirn war gerunzelt. Er sah nicht glücklich über meine „Errungenschaft“ aus.„Woher hast du das?“„Ich … habe es mir ausgeliehen. Heute Morgen. Von Emil.“„Weiß er, dass du es genommen hast?“ Erwin schüttelte den Kopf. „Natürlich nicht. Er lässt niemanden an dieses Buch. Luetta, was hast du dir dabei gedacht?“„Ich habe an dich gedacht. An all die Fragen, die du hast. Du lernst Französisch, um dieses Ding lesen zu können. Ich wollte helfen.“Er lief im Wohnzimmer auf und ab und fuhr sich mit den Fingern durch die ohnehin zerzausten Haare. Er war aufgebracht, wütend. Und alles, woran ich denken konnte, war, wie verdammt gut er dabei aussah.Was stimmte nicht mit mir? Wie hatte ich so einen dummen Fehler machen können?„Ich … es tut mir leid. Ich bringe es zurück.“„Nein.“ Er drehte sich zu mir um. „Was du getan hast, war falsch. Das weißt du so gut wie ich. Aber ich brauche dieses Buch
ERWIN„Ich gebe dir so viel, wie du willst, Liebes.“„Ich weiß. Ich hätte nur nie gedacht …“ Sie schloss die Augen. „Ich hätte in einer Million Jahren nie geglaubt …“Es war kein Zufall, dass sie die Sätze nicht zu Ende sprach. Beendete sie sie in Gedanken? Ich wusste es nicht und würde nicht fragen.Unsere Bindung war real und stark.Irgendwo in ihrem Stammbaum gab es einen Vampir. Half ihr das, meinen Blutgeschmack auf meinen Lippen mehr zu schätzen? Der Gedanke wärmte mich. Vielleicht waren wir uns gar nicht so unähnlich.Ich liebte sie, und ich wusste ohne jeden Zweifel, dass sie mich liebte.Aber solange sie mich nicht wirklich als Vampir akzeptierte, konnte sie auch nichts Vampirisches in sich selbst akzeptieren. Und solange sie mich nicht wirklich als Vampir akzeptierte, würde unsere Beziehung nicht tiefer gehen.Wir würden nicht zusammenwohnen. Das hatte sie sowieso abgelehnt. Wir würden nicht heiraten, Kinder bekommen –Das Bild, das ich schon einmal gesehen hatte, tauchte wi
LUETTADer Band der Vampyre Texts war groß und prachtvoll, in Leder gebunden, der Text auf dickem Pergament. Ich schleppte ihn aus Emils Haus zu meinem Auto und versuchte, so leise wie möglich zu sein. Deshalb lernte Erwin gerade Französisch – um dieses Buch lesen zu können. Um herauszufinden, was zwischen uns vorging und warum.Ich musste auf jede erdenkliche Weise helfen, auch wenn das bedeutete, dass ich es stehlen – nein, ausleihen – musste. Ich hatte vor, es zurückzubringen, sobald wir fertig waren.Trotzdem nagte das schlechte Gewissen an mir. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie etwas gestohlen. Zu Hause in Ohio hatte ich mit dreizehn einen Fünfzig-Dollar-Schein auf dem Boden eines kleinen Antiquitätenladens gefunden und ihn der Verkäuferin gebracht. Verrell hatte nur die Augen verdreht und gesagt, ich hätte sie gerade um fünfzig Dollar reicher gemacht.Stehlen war für mich keine Kleinigkeit.Leise kehrte ich in Erwins Schlafzimmer zurück. Er war immer noch in der Küche un
LUETTADie Tür der Blutbank stand weit offen wie eine Wunde im sterilen weißen Flur. Frische Blutstropfen glänzten auf den Fliesen direkt dahinter – noch feucht, noch falsch.Ich war nur kurz aus der Notaufnahme heruntergekommen, um O-negativ zu holen. Unser Schussopfer in Trauma Eins kippte uns we
ERWIN„Verschwinde aus meinem verdammten Kopf, du psychotische Schlampe.“Die Erinnerung traf mich wie ein Messer – ihr Gesicht über mir, kalte Hände auf meiner Haut, dieses grausame Lächeln, während sie sich nahm, was sie wollte.Ich taumelte von Luetta zurück und riss mir die Haare. „Nein – verda
ERWINIch konnte ihren Herzschlag bereits schmecken.Jede verstreichende Sekunde machte den Hunger schlimmer.Nicht nur nach Blut – nach ihr.Ihr süßer, warmer Duft, der von Luettas Haut aufstieg, trieb mich in den Wahnsinn. Mein Schwanz war schon halb hart, bevor wir den Parkplatz überhaupt verlas
LUETTADie Finger des Patienten schlossen sich wie eine Stahlklammer um mein Handgelenk.Das war kein verwirrter, kraftloser Griff eines Mannes, den man nackt auf der Straße gefunden hatte. Dieser Griff war stark. Absichtlich. Und viel zu klar.Seine Augen sprangen auf – scharf, uralt und direkt in







