MasukHazels SichtweiseMaya rannte zur Haustür hinaus. Ich hörte, wie das schwere Holz ins Schloss fiel. Ich hörte, wie ihr Auto ansprang. Der laute Knall erfüllte die stille Straße. Dann fuhr das Auto davon. Der Klang verhallte. Sie war fort. Ich stand lange im Flur. Ich rührte mich nicht. Das Haus fühlte sich sofort anders an. Es fühlte sich leer an. Es fühlte sich kalt an. Maya hatte immer für Leben gesorgt. Sie hatte Wärme ins Haus gebracht. Sie hatte es mit Leben erfüllt. Jetzt herrschte nur noch Stille. Die Stille war erdrückend. Sie lastete schwer auf mir.Ich rieb mir die Arme. Mir lief ein Schauer über den Rücken. Diese Stille gefiel mir nicht. Ich wusste, ich war nicht allein. Silas war noch da. Irgendwo im Haus. Ich konnte ihn nicht sehen. Ich konnte ihn nicht hören. Aber ich konnte ihn spüren. Es war ein seltsames Gefühl. Wie eine schwere Last in der Luft. Ich wollte ihn nicht sehen. Ich wollte nicht mit ihm reden. Schnell drehte ich mich um. Ich ging die Treppe wieder hinauf.
Hazels SichtDas Zimmer war dunkel. Mein Laptop-Bildschirm war schwarz. Das einzige Licht kam von der Straße. Es warf lange, dünne Schatten auf meinen Boden.Es war ganz still im Haus. Maya lag neben mir im Bett. Sie wärmte mich. Ihr Atem ging langsam. Wir hatten zu viele Chips gegessen. Wir hatten zu viel geredet. Wir waren beide völlig erschöpft.Dann begann der Lärm.Es war Mayas Handy. Es lag auf dem Nachttisch. Es summte. Summ. Summ. Summ. Es klang wie ein Bohrer. Es war ohrenbetäubend laut in dem stillen Zimmer. Ich stöhnte genervt auf.Maya sprang auf. Sie war wie eine Feder. Ihre Augen waren weit aufgerissen. Ihre Haare standen wirr ab. Sie griff nach dem Handy und wischte schnell über den Bildschirm.Auf ihrem Handy blinkte ein grünes Licht. Es war hell. Es blendete. Maya blickte auf den Bildschirm. Ihr Gesicht wurde kreidebleich. Sie sah aus, als hätte sie einen Geist gesehen.„Scheiße“, flüsterte sie. Sie sagte es wie ein Gebet. „Scheiße, Scheiße, Scheiße.“„Maya?“, stöhnte
Hazels SichtDer Film auf meinem Laptop-Bildschirm war eine fröhliche, farbenfrohe Romantikkomödie, aber ich hatte Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen.Maya saß im Schneidersitz auf meinem Bett, die Finger unentwegt in einer Tüte Chips mit Salz und Essig, und lachte über die Eskapaden einer Frau auf dem Bildschirm, die sich nicht zwischen zwei gleichermaßen attraktiven Verehrern entscheiden konnte. Ich hingegen starrte auf den Bildschirm, sah aber etwas ganz anderes. Ich sah, wie sich Silas' Kiefer in der Küche angespannt hatte, wie seine dunklen Augen jede meiner Bewegungen verfolgt hatten und die schwere, elektrisierende Stille, die ihm gefolgt war, als er den Raum verlassen hatte.Das Haus wirkte heute kleiner. Oder vielleicht lag es einfach daran, dass die Luft dichter erschien.„Ugh, ich bin so durstig“, stöhnte Maya und wischte sich einen Krümel von der Lippe. „Dieser Essig ist zwar lecker, aber er schmeckt wie ein Dessert in meinem Mund.“„Es ist Wasser im Kühlschrank“, sag
Hazels SichtDie Tür fiel ins Schloss, und ich lehnte mich dagegen. Das kühle Holz bildete einen starken Kontrast zu der Hitze, die noch immer von meiner Haut ausging. Mein Herz hämmerte wild und unregelmäßig gegen meine Rippen, wie ein gefangener Vogel in einem Käfig, den er nicht verstand.Was war das?Ich presste meinen Handrücken an meine Wange. Sie war heiß – unerträglich heiß. Silas hatte mich nicht einmal berührt, nicht wirklich, aber die Luft in dieser Küche war so schwer von … irgendetwas … gewesen, dass es sich anfühlte, als wäre ich regelrecht weggestoßen worden. Sein Geruch – Zeder, Regen und diese dunkle, drückende Hitze – hing noch immer in meinen Haaren, an meinem viel zu großen T-Shirt, ja sogar in der Luft, die ich mühsam einzuatmen versuchte.Ich blickte auf meine Hände. Sie zitterten. Nur ein winziges, kaum wahrnehmbares Beben in den Fingerspitzen, aber es war da. Ich ballte sie zu Fäusten und drückte sie fest zusammen, bis sich meine Nägel in meine Handflächen schn
Silas' SichtHazel zu necken machte Spaß. Verdammt, sah sie sexy in ihrem Pyjama aus. Sie hatte keine Ahnung, wie heiß sie mich machte. Ich sah, wie sie errötete, als ich in der Küche hinter sie trat. Ihr Duft war himmlisch, wie frische Blumen, vermischt mit etwas Süßem, das mich sofort erregte. Aber ich konnte nichts dagegen tun. Sie machte mich verrückt.Ich stand dicht neben ihr an der Küchentheke und tat so, als würde ich beim Abwasch helfen. Absichtlich berührte ich ihren Körper. Sie erstarrte, ihre Wangen röteten sich. Ich beugte mich vor, mein Atem streifte ihren Hals. Dieser Hals war sichtbar, glatt und einladend. Ich wollte ihn küssen, ihre Haut schmecken, sie spüren lassen, wie sehr ich sie begehrte. Ihr Pyjama war dünn, und ich konnte ihre Brustwarzen deutlich sehen, kleine, harte Spitzen, die sich gegen den Stoff drückten. Verdammt, dieser Anblick ließ meinen Schwanz in meiner Hose zucken. Es war nicht nur Lust; es war dieses Ziehen in meiner Brust, als wäre sie für mich b
Das Kratzen nackter Füße auf dem Hartholzboden war die einzige Warnung, die sie erhielt.Hazel hörte, wie er sich von der Kücheninsel abstieß. Seine Schritte waren leise, gemächlich, bedächtig. Jeder Schritt klang in ihren Ohren wie ein Countdown. Drei. Zwei. Eins.Er blieb direkt hinter ihr stehen.Er war so nah, dass die Luft um sie herum merklich wärmer wurde. Er berührte sie nicht – er suchte selten selbst den Kontakt, sondern quälte sie lieber mit seiner Nähe –, aber er war so nah, dass sie die feste, unbewegliche Wand seiner Brust spürte, die Hitze an ihrem Rücken ausstrahlte. Der dünne Baumwollstoff ihres viel zu großen Nachthemdes bot keinerlei Schutz vor der Wucht seiner Anwesenheit.Hazel erstarrte. Ihre Hände bewegten sich nicht mehr im Seifenwasser. Ihr Atem stockte, ein schmerzhafter Stich in der Kehle. Das Waschbecken, das Fenster, der helle Samstagmorgen draußen – alles verschwand, nur die überwältigende Reizüberflutung durch den Mann hinter ihr blieb zurück."Verzeihun







