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Kapitel 2

作者: Zeaauthor
last update 公開日: 2026-07-05 22:40:26

„Rose! Um Himmels willen, du bist ja totenbleich. Was ist passiert?“

Lilas Stimme, die ihrer besten Freundin, war sofort zu hören, als Rosemary ihre Wohnungstür öffnete. Rosemary antwortete nicht. Ihr Körper schwankte, ihr regennasser Mantel drohte von ihren Schultern zu rutschen. Mit leerem Blick ging sie durch das Wohnzimmer, als wäre ihre Seele noch immer in diesem Ballsaal zurückgeblieben.

„Rosemary! Hey, antworte mir doch!“ Lila eilte auf sie zu und packte sie am Arm. „Du machst mir Angst.“

Plötzlich blieb Rosemary stehen. Ihre Schultern bebten heftig. Ein schwaches Flüstern entwich ihren Lippen: „Er... er hat sich von mir scheiden lassen. Vor allen Leuten.“

Lila erstarrte. „Was?!“

Langsam drehte sich Rosemary zu ihr um. Tränen strömten unaufhörlich über ihre Wangen.

„Adrian... mein Ehemann... er hat einer anderen Frau eine Diamantkette geschenkt. Und dann... sagte er: ‚Von heute Abend an lasse ich mich von dir scheiden.‘ Alle haben mich ausgelacht, Lila. Sie haben mich ausgelacht, als wäre ich ein Clown!“

Ihr Weinen brach unkontrolliert aus ihr heraus. Sie sackte auf den Boden und verbarg ihr Gesicht in den Händen.

„Um Himmels willen...“, Lila kniete nieder und umarmte ihre zitternde Freundin. „Rose... ich kann nicht fassen, dass er dir das antun konnte.“

Rosemary schüttelte heftig den Kopf, während ihr Schluchzen immer schmerzlicher wurde.

„Ich habe ihm mein ganzes Leben gewidmet, Lila! Ich habe meinen Job aufgegeben, um ihm beim Aufbau seines Unternehmens zu helfen. Ich habe alle meine Träume geopfert. Ich dachte, er würde das zu schätzen wissen, aber stattdessen...“, ihre Stimme brach, „hat er mich vor aller Augen gedemütigt!“

Lila strich ihr sanft über das Haar, um sie zu beruhigen. „Atme tief durch, Rose. Beruhige dich. Du bist nicht allein. Ich bin hier.“

Rosemary drückte Lila sanft von sich weg. Ihre Augen waren rot und geschwollen. „Warum hat er mir das angetan? Warum, Lila? Was habe ich falsch gemacht?!“

Lila schüttelte entschieden den Kopf. „Du hast gar nichts falsch gemacht. Er ist derjenige, der im Unrecht ist. Er ist ein herzloser Mistkerl, der nicht weiß, was Dankbarkeit bedeutet.“

Rosemary stand plötzlich auf und tigerte durch das Wohnzimmer. „Diese Frau... diese Frau im roten Kleid... wer ist sie eigentlich? Warum hat Adrian sie seine erste große Liebe genannt? Warum habe ich nie etwas von ihr gewusst?“

„Die Frau im roten Kleid?“, Lila runzelte die Stirn. „Kennst du sie?“

Rosemary schüttelte den Kopf. Ihr Gesicht war von inneren Wunden gezeichnet. „Nein. Aber sie hat mich hämisch angelächelt, Lila. Als hätte sie Adrians Herz bereits für sich gewonnen.“

Lila ballte die Fäuste. „Wenn ich diese Frau treffe, werde ich ihr eine schallende Ohrfeige verpassen.“

Rosemary lächelte bitter.

„Eine Ohrfeige wird die Scham, die ich heute Abend empfunden habe, nicht auslöschen.“

„Sie wird die angewiderten Blicke der Leute, als sie mich ansahen, nicht ungeschehen machen.“

„Sie wird ihr Lachen nicht verstummen lassen, Lila. Ich... ich wurde bloßgestellt.“

Ihr Körper wurde wieder schwach, bis sie sich auf das Sofa fallen ließ. Beide Hände deckten ihr Gesicht ab, während ihr unterdrücktes Schluchzen den Raum erfüllte. „Ich weiß nicht einmal mehr, was ich jetzt tun soll.“

Lila setzte sich neben sie und hielt ihre Hand fest. „Rose... hör mir zu. Du bist viel stärker, als du denkst. Lass nicht zu, dass sie dich zerstören.“

Rosemary sah sie mit verquollenen Augen an. „Wie soll ich stark sein, nachdem mein eigener Ehemann mich vor allen Leuten wie Müll entsorgt hat? Weißt du, was sie getan haben, Lila? Sie haben alles aufgenommen! Ich konnte das Blitzen der Kameras sehen, während mein Leben in Scherben zerbrach... sie werden das bestimmt überall verbreiten. Morgen wird jeder das Video sehen. Ich werde die Lachnummer der Stadt sein!“

Lila schwieg. Sie wusste, dass Rosemary recht hatte. Im Zeitalter der sozialen Medien konnte sich dieser schreckliche Moment innerhalb weniger Stunden wie ein Lauffeuer verbreiten.

Rosemary senkte den Kopf. Ihre Stimme bebte wieder. „Ich habe Adrian mein ganzes Leben geschenkt. Ich dachte... er wäre immer für mich da.“ Sie unterdrückte ein Schluchzen. „Ich habe sogar meinen Traumjob im Ausland abgelehnt, weil er mich anflehte, hierzubleiben. Ich habe ihm vertraut... und jetzt zertrampelt er mich so.“

Stille legte sich über den Raum, nur unterbrochen von Rosemarys Weinen. Lila atmete tief durch.

„Rose... hör mir gut zu. Adrian ist kein Mann, der deine Tränen wert ist. Wenn er dich wirklich geliebt hätte, hätte er dich nicht für eine andere verlassen. Er hätte dich auch niemals vor der ganzen Welt gedemütigt.“

Rosemary schüttelte schwach den Kopf. „Ich kann es nicht akzeptieren, Lila... wirklich nicht. Gestern Abend... sein Gesicht war so kalt, als hätte ich ihm nie etwas bedeutet. Als wäre ich nur... ein Hindernis.“

Lila wischte ihr sanft die Tränen weg. „Vielleicht ist er schon lange mit dieser Frau zusammen. Vielleicht war das alles von langer Hand geplant.“

Rosemarys Kopf schnellte nach oben. „Schon lange?“

„Ja. So etwas passiert nicht einfach über Nacht. Diese Frau muss schon lange in seiner Nähe gewesen sein, ihn verführt und beeinflusst haben. Und Adrian... war zu schwach, um zu widerstehen.“

Rosemary verstummte. Die Tränen liefen noch immer, doch tief in ihrem Inneren begann ein neues Feuer zu lodern. „Wenn das wahr ist... wurde ich die ganze Zeit belogen. All sein Lächeln, jedes ‚Ich liebe dich‘... alles war nur eine Maske.“

Lila nickte langsam. „Rose... ich weiß, das ist unglaublich schwer. Aber hör auf zu fragen, was dein Fehler war. Fang an zu fragen, was du ab jetzt tun kannst.“

Rosemarys Atem stockte, als sie ihre Freundin ansah. „Was kann ich tun, Lila? Jeder hat gesehen, wie ich abserviert wurde. Jeder lacht über mich. Ich... ich habe sogar Angst, morgen das Haus zu verlassen.“

Lila drückte ihre Hand noch fester. „Du kannst wieder aufstehen. Du kannst beweisen, dass du keine schwache Frau bist, die man einfach so mit Füßen treten kann.“

Rosemary schwieg lange. Die Tränen flossen noch immer, aber ihr Gesichtsausdruck wurde langsam fest. „Wieder aufstehen...“

„Ja.“ Lila sah sie mit fester Überzeugung an. „Rache, Rose. Nicht mit Tränen, sondern indem du zeigst, dass du ohne ihn viel stärker bist. Bring Adrian dazu, den Tag zu bereuen, an dem er dich verlassen hat.“

Rosemary erstarrte. Diese Worte drangen direkt in ihre Seele ein.

Rache.

Langsam stand sie auf und betrachtete ihr eigenes Spiegelbild im großen Spiegel des Wohnzimmers. Ihr Gesicht wirkte gezeichnet, ihre Augen geschwollen, doch tief in ihrem Blick begann eine kleine Flamme zu lodern.

„Adrian...“, flüsterte sie, so scharf wie Glasscherben. „Du denkst, du kannst mich vor allen Leuten demütigen und dann glücklich mit ihr leben? Da hast du dich gewaltig getäuscht.“

Lila sah sie an, überrascht von der plötzlichen Wandlung in ihrem Ausdruck. „Rose?“

Rosemary lächelte dünn, bitter, aber voller Entschlossenheit. „Ich habe ihm alles gegeben. Jetzt bin ich an der Reihe, mir alles zurückzuholen... und noch mehr.“

Sie ballte ihre Hände fest zu Fäusten.

„Ich schwöre es dir, Lila. Ich werde nicht untätig bleiben. Adrian wird für alles bezahlen, was er mir angetan hat. Er... wird es bereuen.“

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