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Kapitel 3

Author: Zeaauthor
last update publish date: 2026-07-05 22:41:39

Klopf, klopf!

Ein kräftiges Klopfen hallte an dem Ort wider, den Rosemary einst ihr „Zuhause“ genannt hatte. Ihre Fingerspitzen bebten – nicht vor Angst. Es war eine Mischung aus Wut und einer kalten, entschlossenen Entschlossenheit, die ihr Blut in Wallung brachte.

Bumm!

Die Tür flog auf. Adrian stand da, das Gesicht zu einer grimmigen Maske verzerrt.

„Rosemary?“, sagte er mit einer Stimme, die schwer und voller Verachtung war. „Du hast dich also doch noch getraut, hier aufzutauchen.“

Rosemarys Blick war eiskalt. „Ich bin nur gekommen, um meine Sachen zu holen. Den Rest kann ich nicht gebrauchen. Daran habe ich kein Interesse mehr.“

Adrian verschränkte die Arme vor der Brust und spottete: „Deine Sachen? Du verschwindest zwei Tage lang spurlos, tauchst dann mit diesem bemitleidenswerten Gesichtsausdruck auf und willst deine Sachen? Glaubst du wirklich, ich würde dir das abkaufen?“

Rosemary unterdrückte den Schmerz, der ihr die Brust zuschnürte, und hob das Kinn.

„Ich bin nicht verschwunden. Ich brauchte nach dieser Demütigung, die du mir angetan hast, einfach nur Zeit. Ich habe nicht vor, noch eine weitere Nacht unter demselben Dach wie ein Mann wie du zu verbringen.“

Adrian machte einen Schritt auf sie zu. Sein Blick war so scharf wie ein Messer.

„Demütigung? Schieb deine eigene Dummheit nicht auf mich. Du bist ungebeten auf einer Party aufgetaucht und hast dich vor allen Leuten blamiert, nicht wahr? Willst du mir jetzt die Schuld dafür geben? Das, Rosemary, hast du dir ganz allein zuzuschreiben.“

Rosemary lachte bitter. „Zuzuschreiben? Weil ich eine hingebungsvolle Ehefrau war? Weil ich dir mein ganzes Leben geopfert habe? Ist es ein Verbrechen, dass ich an dich geglaubt habe?“

„Hingebung?“, lachte Adrian höhnisch. „Du warst zwei Tage weg. Wo hast du geschlafen? Oder vielmehr... mit wem warst du zusammen?“

Rosemarys Gesicht erstarrte augenblicklich. „Wie kannst du es wagen, so etwas zu sagen? Was hast du getan! Du hast eine andere Frau vor aller Welt zur Schau gestellt und bezeichnest mich jetzt als leichtes Mädchen?“

Adrian trat noch näher heran und flüsterte mit tiefer, giftiger Stimme: „Wer weiß? Eine verletzte Frau tut unberechenbare Dinge. Hast du in den Armen eines anderen Mannes Trost gesucht? Das würde doch... viel logischer klingen, oder nicht?“

Patsch!

Rosemarys Hand traf Adrians Wange mit voller Wucht. Ein trockenes Geräusch hallte durch das Wohnzimmer.

„Nimm das nie wieder in den Mund, Adrian!“, Rosemarys Augen brannten vor Wut. „Ich mag dieses erbärmliche Eheleben verloren haben, aber meine Würde habe ich nicht verloren!“

Adrian hielt sich die gerötete Wange. Sein Gesicht verdunkelte sich, bevor es in ein kaltes Lächeln überging. „Du hast mich geschlagen... in meinem eigenen Haus.“

„In deinem Haus?“, Rosemary atmete schwer und ließ den Blick durch den Raum schweifen. „Dieses Haus ist das Ergebnis des Schweißes, den wir beide vergossen haben! Mein Geld steckt auch hier drin! Hör auf so zu tun, als würde alles allein dir gehören.“

Adrian trat wieder näher und drohte mit leiser, einschüchternder Stimme: „Dein Geld brauche ich nicht. Alles, was hier ist, gehört mir. Du bist hier nur ein Gast.“

Rosemarys Körper bebte, aber ihre Stimme blieb standhaft.

„Ein Gast? Ich habe meine Karriere geopfert, um deinen Erfolg zu unterstützen! Ich habe alle Papiere sortiert und an deiner Seite gestanden, als du noch ein Niemand warst. Und jetzt nennst du mich einen Gast?“

Adrians Lächeln wurde auf grausame Weise verzerrt. „Ganz genau. Schon immer warst du für mich nichts weiter als Ballast.“

Rosemary schloss für einen Moment die Augen und versuchte, den Schmerz dieser Worte, die wie Dolche in ihr Herz stachen, zu ertragen. Als sie sie wieder öffnete, lag eine absolute Entschlossenheit in ihrem Blick.

„Wenn du sagst, dass ich ‚Ballast‘ bin, dann schreib dir das hinter die Ohren: Dieser ‚Ballast‘ hat dich auf die Position gehoben, die du heute innehast. Vergiss das nicht, Adrian. Ohne mich wärst du heute immer noch ein Niemand.“

Adrian verlor für einen Moment die Sprache, sein Gesicht versteifte sich. Doch nach wenigen Sekunden zwang er sich wieder zu einem kalten Lächeln. „Wagst du es immer noch, mir zu widersprechen? Selbst nachdem ich dich vor allen Leuten verlassen habe?“

Rosemary ging so nah auf ihn zu, bis ihre Gesichter sich beinahe berührten.

„Ja, das wage ich. Du dachtest wohl, du hättest mich in jener Nacht in eine erbärmliche Frau verwandelt.“

„Aber genau in jener Nacht ist mir eines klargeworden: Ich habe es satt, in deinem Schatten zu leben.“

„Du kannst mich beleidigen, verdächtigen und verstoßen, wie du willst. Aber hör mir gut zu, Adrian: Ich werde nicht für immer am Boden liegen bleiben. Wenn ich aufstehe, wirst du derjenige sein, der vor mir auf die Knie fällt.“

Adrian kniff die Augen zusammen. Seine Worte waren kurz, aber scharf wie eine Rasierklinge. „Ist das eine Drohung? Glaubst du wirklich, du kannst gegen mich gewinnen? Rosemary, du bist ganz allein. Du hast absolut nichts mehr.“

Rosemary lächelte bitter. „Vielleicht ist das jetzt so. Aber ich habe eine Waffe, die stärker ist als alles, was du jemals besitzen wirst. Genau diese Entschlossenheit wird dich eines Tages zu Fall bringen, Adrian.“

Die beiden starrten sich an, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Die Luft im Raum war schwer, und die Stille war so scharf wie tausend Klingen, die sie beide zerteilen wollten.

Schließlich wandte sich Rosemary ab, während sie ihre Tränen unterdrückte. Sie ging ins Schlafzimmer, öffnete den Schrank und begann, ihre Sachen in den Koffer zu packen. Ihre zitternden Fingerspitzen rührten nicht von Angst her, sondern von der tiefen Wunde, die sie in ihrem Herzen trug.

Adrian stand mit verschränkten Armen im Türrahmen und sah mit kaltem Gesichtsausdruck auf sie herab. „Nimm mit, was du willst. Komm nie wieder zurück.“

Rosemary schloss den Reißverschluss des Koffers und richtete sich kerzengerade auf. Sie sah Adrian ein letztes Mal an – es war nicht der Blick einer am Boden zerstörten Ehefrau, sondern der einer Frau, die Rache an ihrem Ehemann geschworen hatte.

„Keine Sorge, Adrian. Ich habe nicht vor, zurückzukehren. Aber ich verspreche dir eins: Eines Tages wirst du dich nach der Wärme sehnen, die du hattest, als ich an deiner Seite war. Und wenn dieser Tag kommt... wirst du es bitter bereuen.“

Adrian antwortete nicht. Er zeigte nur ein kleines, dünnes Lächeln. Doch tief in seinem Inneren blieb Rosemarys letzter Blick als eine unerklärliche, nagende Unsicherheit zurück.

Rosemary zog den Koffer hinter sich her und ging zum Eingang. In dem Moment, als sie einen Schritt hinaus in den Regen machte, hallte Adrians Stimme von hinten wie eine letzte Grenzziehung durch den Raum:

„Sobald die Scheidung vollzogen ist, setz nie wieder einen Fuß in mein Haus! Ich habe nicht die Absicht, dich jemals wieder aufzunehmen!“

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