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Kapitel 3

Penulis: Uyai Jimmy
last update Tanggal publikasi: 2026-10-06 16:54:12

Das Taxi fuhr leise durch die fast leeren Straßen, die Stadtlichter glitten über die Fensterscheiben, während wir fuhren. Ich saß neben Adriel, meine Handtasche auf dem Schoß, und die Ereignisse der letzten Stunden spielten sich immer wieder in meinem Kopf ab, ohne sich in eine sinnvolle Reihenfolge fügen zu wollen. Es war seltsam, wie schnell sich alles verändert hatte. Ich war in diese Kneipe gegangen, mit noch feuchten Tränen im Gesicht, überzeugt, dass meine Ehe soeben zu Ende gegangen war und ich keine Ahnung hatte, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Jetzt saß ich neben einem Mann, den ich erst vor wenigen Stunden kennengelernt hatte, und hielt seine Hand, als kennten wir uns schon viel länger als nur eine einzige Nacht.

Ich blickte auf unsere ineinandergeschlungenen Finger, und Adriel bemerkte es.

„Denkst du immer noch darüber nach?“

Ich sah ihn an. „Worüber?“

„Ob das eine gute Idee ist.“

Ein kleines Lächeln erschien auf meinen Lippen. „Ist es das?“

Er lachte leise. „Ich hatte gehofft, du würdest es mir sagen.“

Ich blickte wieder aus dem Fenster und sah zu, wie die Straßenlaternen an mir vorbeizogen.

„Ich weiß es nicht.“

Er drückte meine Hand sanft. „Du kannst deine Meinung ändern.“

Ich wandte mich zu ihm um. „Ich weiß.“

„Und ich meine das ernst.“

Etwas an dem Ernst in seiner Stimme ließ mich entspannen, mehr, als ich erwartet hatte.

„Ich will meine Meinung nicht ändern.“

Er lächelte, und danach sagte keiner von uns mehr etwas. Die Stille zwischen uns war angenehm, nicht unsicher.

Als das Taxi vor dem Hotel anhielt, bezahlte Adriel den Fahrer, und wir stiegen in die kühle Nachtluft. Ich blieb einen Moment stehen und blickte zu dem Gebäude hinauf. Eine winzige Stimme in mir fragte immer noch, ob ich einen Fehler machte. Aber ein anderer Teil von mir war es leid, Angst zu haben. Drei Jahre lang hatte ich mein Leben darum herumgebaut, was von mir erwartet wurde. Ich hatte versucht, die perfekte Ehefrau zu sein, die perfekte Schwiegertochter, die Frau, die Marcus irgendwann die Familie geben würde, die er wollte. Heute Abend wollte ich einmal eine Entscheidung treffen, einfach weil ich es wollte – ohne die Erwartungen anderer daran.

Also folgte ich Adriel hinein.

Die Hotellobby war still, einige Lampen warfen ein warmes Licht über den Marmorboden, und die Empfangsdame warf uns kaum einen Blick zu, während Adriel mit ihr sprach. Wenige Minuten später standen wir im Aufzug, die Türen schlossen sich, und plötzlich wurde mir bewusst, wie nah wir einander waren.

Adriel sah mich an. „Du bist nervös.“

„Ein bisschen.“

Er lächelte. „Gut.“

Ich runzelte die Stirn. „Gut?“

„Das bedeutet, ich bin nicht der Einzige.“

Ich lachte leise, und der Aufzug hielt auf unserer Etage an. Wir gingen den Flur entlang, bis Adriel vor einer Tür stehenblieb und die Schlüsselkarte ans Schloss hielt. Die Tür öffnete sich, und ich trat als Erste ein.

Das Zimmer war sanft beleuchtet, mit einem großen Bett zum Fenster hin, die Vorhänge gegen die Dunkelheit draußen zugezogen. Ich legte meine Handtasche auf einen kleinen Tisch und drehte mich um. Adriel hatte die Tür hinter uns geschlossen, und für ein paar Sekunden standen wir einfach da – ohne Gespräch, hinter dem man sich hätte verstecken können, ohne Barkeeper, ohne Musik, ohne Whiskygläser zwischen uns. Nur wir beide.

Er kam auf mich zu, und als er mich erreichte, strich seine Finger sanft über meine Wange.

„Bist du sicher?“

Ich sah ihm in die Augen. „Ja.“

Er beugte sich zu mir hinunter und küsste mich – langsamer als der Kuss in der Kneipe, ohne jede Unsicherheit jetzt, nur mit dem stillen Verständnis, dass wir beide unsere Entscheidung getroffen hatten. Ich schloss die Augen und legte die Arme um ihn, und für diese wenigen Stunden erlaubte ich mir, alles zu vergessen – die Grausamkeit, die Demütigung, das leere Schlafzimmer, das ich hinter mir gelassen hatte, die Fragen nach Kindern, die Zukunft, von der ich geglaubt hatte, dass sie mir bevorstand. Adriel bat mich nicht, etwas davon zu erklären. Er hielt mich einfach, und vielleicht war das der Grund, warum es sich so leicht anfühlte, bei ihm zu sein.

Die Nacht entfaltete sich ganz natürlich.

Adriels Hand blieb noch einen Moment auf meiner Wange, nachdem er mich geküsst hatte, sein Daumen strich einmal über meine Unterlippe. Dann küsste er mich erneut, tiefer diesmal, langsamer, als gäbe er mir jede Gelegenheit, mich zurückzuziehen. Ich tat es nicht. Ich öffnete den Mund unter dem seinen und ließ den Geschmack von Whisky und ihm auf meiner Zunge liegen.

Seine Hände wanderten in den kleinen meiner Rücken und zogen mich näher, bis kein Abstand mehr zwischen uns war. Ich spürte die feste Wärme seines Körpers durch unsere Kleidung. Meine Finger fanden die Knöpfe seines Hemdes. Einen nach dem anderen öffnete ich sie, schob den Stoff beiseite, damit ich seine Haut berühren konnte. Warm. Glatt. Das leichte Heben und Senken seines Atems unter meinen Handflächen.

Er gab einen tiefen Laut in seiner Kehle von sich und führte mich rückwärts, bis die Rückseite meiner Knie an die Bettkante stieß. Wir sanken gemeinsam hinab. Ich legte mich auf die kühlen Laken zurück, während er sich über mir abstützte und mich weiter küsste, als hätte er alle Zeit der Welt.

Die Kleidung kam in ruhigen Etappen ab. Zuerst meine Bluse, dann das leise Klicken meines BHs. Adriels Mund folgte dem Weg seiner Hände, drückte offene Küsse entlang meines Schlüsselbeins, der Rundung meiner Brust, der Unterseite, wo die Haut am empfindlichsten war. Als seine Zunge einen meiner Nippel umkreiste, wölbte ich mich ihm entgegen, ein kleiner unwillkürlicher Laut entwich mir. Er antwortete darauf mit einem weiteren, weicheren, gegen meine Haut.

Ich griff nach seinem Gürtel. Er half mir, dann stieß er den Rest seiner Kleidung beiseite. Als er sich zwischen meine Schenkel legte, drückte die harte Länge seines Körpers gegen mich, heiß und bereit. Er eilte sich nicht. Er küsste mich erneut, während eine Hand hinabglitt, streichelte, die Nässe erkundete, die sich bereits gesammelt hatte. Zwei Finger glitten langsam in mich, krümmten sich gerade genug, dass meine Hüften sich hoben.

„Immer noch sicher?“ fragte er gegen meinen Mund.

„Ja.“

Er zog die Hand zurück, positionierte sich und schob sich mit einem einzigen langen, vorsichtigen Stoß in mich. Die Dehnung entlockte mir ein keuchendes Geräusch. Er hielt inne, die Stirn an meine gelehnt, und gab mir Zeit, mich anzupassen. Dann begann er sich zu bewegen – tiefe, gemessene Stöße, die mich jedes Mal vollständig ausfüllten.

Ich schlang die Beine um seine Hüften. Meine Hände glitten über den gespannte Rücken, die festen Muskeln seiner Schultern. Jedes Mal, wenn er bis zum Anschlag in mich eindrang, entwich mir ein leiser Laut. Er antwortete mit tiefen Murmeln gegen meinen Hals, meinen Kiefer, meinen Mund.

Der Rhythmus blieb zunächst unaufgeregt, fast träge, bis das Verlangen zu stark wurde, um es noch zu ignorieren. Seine Hüften stießen härter. Ich kam ihm entgegen, suchte die Reibung. Eine seiner Hände fand die meine und drückte sie über meinem Kopf auf die Matratze, die Finger verschränkt. Die andere blieb zwischen uns, der Daumen kreiste dort, wo ich ihn am meisten brauchte.

Die erste Welle überraschte mich – scharf, hell, rollte durch mich hindurch, bis mein Körper sich hart um ihn zusammenzog. Adriel stöhnte und folgte wenige Stöße später, versenkte sich tief in mir, als er kam, die Hüften stockend, der Atem heiß an meiner Wange.

Wir blieben ineinander verschlungen, während unsere Herzschläge sich beruhigten. Schließlich glitt er aus mir heraus und rollte sich auf die Seite, zog mich mit sich, sodass mein Kopf auf seiner Brust ruhte. Seine Finger zeichneten müßige Muster entlang meiner Wirbelsäule.

Keine Versprechen. Keine Erklärungen.

Nur das leise Geräusch unseres Atems und das Wissen, dass für diese wenigen Stunden der Rest der Welt warten konnte.

Irgendwann zog die Erschöpfung mich in einen tiefen Schlaf. Ohne Versprechen und ohne Erwartungen. Zwischen den Küssen unterhielten wir uns, lachten leise über alberne Dinge und lagen manchmal einfach schweigend nebeneinander und hörten auf nichts Besonderes. Irgendwann merkte ich, dass ich aufgehört hatte, an die Zeit zu denken. Der morgige Tag konnte sich um sich selbst kümmern. Schließlich zog die Erschöpfung mich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

---

Das Morgenlicht kroch durch die Vorhänge, und ich öffnete langsam die Augen, starrte einen Moment an die unbekannte Decke, bevor die Erinnerungen an die Nacht auf einmal zurückkehrten.

Ich drehte den Kopf. Adriel schlief noch, sah friedlich aus, ein Arm lag locker über dem Bett. Ich betrachtete ihn einen Moment und war erstaunt, wie seltsam es sich anfühlte, ihn so zu sehen. Gestern Abend war er der Mann gewesen, der neben mir an der Bar gesessen hatte, mit demselben Schmerz in den Augen, den ich den ganzen Abend mit mir herumgetragen hatte. Jetzt wirkte er völlig entspannt, als hätte sich die Last, die er getragen hatte, über Nacht gelockert.

Ich blickte zur Uhr. Morgen. Die Realität war pünktlich wie immer eingetroffen.

Ich setzte mich auf und zog das Laken um mich. Das Erste, was ich fühlte, war nicht Reue – es war Unsicherheit. Ich hatte keine Ahnung, was zwei Fremde tun sollten, nachdem sie eine Nacht miteinander verbracht hatten. Sollten wir Nummern austauschen? Frühstücken gehen? Darüber reden, ob wir uns wiedersehen würden? Der Gedanke machte mich unbehaglich – nicht weil ich ihn nicht mochte, sondern ganz im Gegenteil. Das war das Problem. Ich mochte ihn. Ich mochte die Art, wie er zuhörte, seinen Humor, wie leicht ich mit ihm über Dinge hatte sprechen können, die ich normalerweise selbst vor Menschen verborgen hielt, die mich seit Jahren kannten.

Aber ich hatte ihn in der schlimmsten Nacht meines Lebens kennengelernt, und ich vermutete, dass genau deshalb alles so intensiv, so unmittelbar gewesen war. Ich wollte es nicht komplizieren, indem ich auf das Gespräch wartete, das unweigerlich folgen würde.

Leise stieg ich aus dem Bett und sammelte meine Kleidung zusammen. Adriel rührte sich nicht. Ich zog mich rasch an, nahm meine Handtasche und blieb einen Moment an der Tür stehen, blickte zu ihm zurück. Ein schwaches Lächeln berührte meine Lippen, als Erinnerungen an die vergangene Nacht durch meinen Kopf zogen. Was auch immer danach kam – ich wusste, dass diese Nacht in irgendeiner Form bei mir bleiben würde, lange nachdem alles andere an dieser Woche verblasst war.

Ich griff nach dem Türgriff. Meine Hand hatte ihn kaum berührt, als Adriels Handy plötzlich zu klingeln begann – scharf und grell in dem stillen Zimmer. Ich erstarrte. Das Telefon vibrierte auf dem Nachttisch, und Adriel bewegte sich unter den Laken, begann aufzuwachen.

Ich wollte nicht da sein, wenn er die Augen öffnete. Ich wollte nicht die peinlichen Fragen, nicht die Unsicherheit, einander im Morgenlicht gegenüberzustehen und zu versuchen herauszufinden, was die Nacht bedeutet hatte. Also öffnete ich die Tür, und während Adriel sich hinter mir erneut bewegte, glitt ich in den Flur und zog die Tür so leise zu, wie ich konnte. Das Klingeln verstummte genau in dem Moment, als das Schloss einschnappte.

Ich blieb eine Sekunde stehen, die Hand noch auf dem Griff, bevor ich ausatmete und zum Aufzug ging. Die Türen öffneten sich, und ich trat ein. Als sie sich schlossen, erblickte ich mein Spiegelbild in der verspiegelten Wand, und zum ersten Mal seit Tagen sah ich weniger zerbrochen aus, als ich mich fühlte.

Vielleicht hatte ich einfach nur eine Nacht gebraucht, um mich daran zu erinnern, dass mein Leben noch nicht zu Ende war.

Der Aufzug fuhr hinab und trug mich weg von dem Zimmer – und von dem Mann, der darin schlief. Ich hatte keine Ahnung, was draußen vor dem Hotel auf mich wartete. Aber was auch immer es war – ich war bereit, mich ihm zu stellen.

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