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Kapitel 2

Penulis: Uyai Jimmy
last update Tanggal publikasi: 2026-10-06 16:50:00

Die Aufregung im Pub legte sich allmählich nach der Ankündigung des Barkeepers, obwohl die Leute weiter über den Fremden sprachen, der sich entschieden hatte, für alle zu bezahlen, und in gedämpften, begeisterten Tönen darüber spekulierten, wer es gewesen sein könnte.

Ich ertappte mich dabei, wie ich trotz allem über das Durcheinander lächelte.

Es war seltsam. Ein paar Stunden zuvor hatte ich im Regen vor dem Haus meines Mannes gestanden, nur mit einer Handtasche, und mich gefragt, wo ich schlafen würde. Jetzt saß ich an einer Bar mit einem Glas Whiskey vor mir, umgeben von Fremden, die keine Ahnung hatten, dass mein ganzes Leben in nur einem einzigen Gespräch zerbrochen war.

Vielleicht hatte ich mir deshalb diesen Ort ausgesucht. Hier kannte mich niemand. Niemand kannte meinen Mann. Niemand wusste, dass ich drei Jahre lang versucht hatte, Mutter zu werden, und es irgendwie nicht geschafft hatte, die Frau zu sein, die Marcus sich gewünscht hatte.

Für heute Nacht konnte ich einfach nur Gloria sein.

Ich führte mein Glas an die Lippen.

„Du trinkst das, als hätte es dich persönlich beleidigt."

Ich wandte mich dem Mann neben mir zu. Adriel. Ein schwaches Lächeln umspielte seine Lippen, während er mein Glas betrachtete.

„Vielleicht hat es das", erwiderte ich.

Er lachte leise, der Klang tief und mühelos.

„Du gibst dem Whiskey die Schuld für das, was heute Nacht passiert ist?"

„Ich erwäge es."

„Das scheint unfair."

Ich hob eine Augenbraue. „Verteidigst du meinen Drink?"

„Ich verteidige unschuldigen Whiskey."

Ich lachte, bevor ich mich bremsen konnte, der Klang überraschte mich selbst.

Sein Lächeln wurde breiter.

„Da", sagte er.

„Was?"

„Du hast gelächelt."

Ich verdrehte die Augen, obwohl ich die Wärme noch immer in meinem Gesicht spürte.

„Und?"

„Ich habe mich schon gefragt, ob du überhaupt weißt, wie das geht."

„Du redest zu viel."

„Und du trinkst zu viel."

Ich warf einen Blick auf die Gläser, die vor mir aufgereiht standen.

„Wie viele hatte ich schon?"

Er zählte sie mit den Augen, ohne Eile.

„Vier."

Meine Augen weiteten sich.

„Vier?"

Er nickte.

Ich starrte die Gläser an, als könnten sie sich zu einer kleineren Zahl neu anordnen.

„Ich dachte, es wären zwei."

„Das erklärt einiges."

Ich lachte erneut. Es überraschte mich. Ich hatte nicht erwartet, heute Nacht zu lachen, nicht nach allem, was passiert war, und doch hatte es ein Fremder geschafft, mich innerhalb weniger Minuten zum Lächeln zu bringen.

Ich wandte mich ihm zu.

„Und du?"

„Was ist mit mir?"

„Du hast auch getrunken."

Er betrachtete das Glas in seiner Hand und drehte es leicht.

„Ich versuche, etwas zu vergessen."

„Was?"

Er zögerte, und für einen Moment dachte ich, er würde das Thema wechseln. Dann seufzte er.

„Meine Freundin hat mich betrogen."

Das Lächeln verschwand aus meinem Gesicht.

„Oh."

„Ja."

„Das tut mir leid."

Er zuckte mit den Schultern, obwohl die Geste schwerer wirkte, als er es wahrscheinlich beabsichtigt hatte.

„Ich werde es überleben."

Da war etwas in der Art, wie er es sagte, das mir verriet, dass es ihn mehr mitnahm, als er zeigen wollte.

„Wie lange wart ihr zusammen?"

„Fast zwei Jahre."

Ich nickte langsam.

„Das muss wehtun."

„Tut es."

Er starrte lange auf seinen Drink.

„Ich wollte ihr heute Nacht einen Antrag machen."

Meine Augen weiteten sich.

„Wirklich?"

Er nickte.

„Ich hatte alles geplant."

Ich konnte nicht anders, als Mitleid mit diesem Fremden zu empfinden, der mit seiner eigenen Version der Nacht, die ich gerade hinter mir hatte, in denselben Pub gekommen war.

„Was ist also passiert?"

Er schwieg einen Moment und suchte nach den richtigen Worten.

„Ich habe herausgefunden, dass sie sich mit jemand anderem getroffen hat."

„Das tut mir leid."

„Muss es nicht." Er lächelte humorlos. „Sie hat ihre Wahl getroffen."

Ich musterte ihn, die Anspannung um seine Augen, die Art, wie sich sein Kiefer leicht anspannte, wenn er nicht sprach.

„Hast du sie geliebt?"

„Ja."

Es gab kein Zögern in seiner Antwort, und irgendwie machte diese Ehrlichkeit alles noch trauriger.

Ich verstand diese Art von Schmerz. Ich blickte auf meinen Ehering hinab und drehte ihn unbewusst leicht.

Er bemerkte es.

„Du bist verheiratet."

Ich berührte unbewusst den Ring, das Metall kühl an meinem Finger.

„Ich war es."

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich, wurde schärfer vor Interesse und etwas Sanfterem darunter.

„Was ist passiert?"

Ich atmete langsam ein, um mich zu sammeln, bevor ich es zum ersten Mal laut aussprach.

„Mein Mann hat mich heute Nacht rausgeworfen."

Er wandte sich mir vollständig zu.

„Was?"

„Er sagte mir, ich solle gehen."

„Warum?"

Ich starrte auf den Whiskey in meiner Hand und beobachtete, wie das Licht sich darin bewegte.

„Weil ich ihm kein Kind geben konnte."

Sein Gesicht wurde hart.

„Er hat dich rausgeworfen, weil du nicht schwanger werden konntest?"

Ich nickte.

„Nach drei Jahren."

Er schüttelte langsam den Kopf, Unglauben und Wut mischten sich in seinem Ausdruck.

„Das ist grausam."

Ich lachte bitter auf.

„Er sagte mir, ich hätte nichts von der Ehe vorzuweisen."

Adriels Kiefer spannte sich an.

„Was für ein Mann sagt so etwas zu seiner Frau?"

„Die Art, die sie nicht mehr will."

Er sah mich an, sein Blick fest.

„Er verdient dich nicht."

Ich schluckte.

„Du kennst mich nicht einmal."

„Ich weiß genug."

Seine Stimme war leise, auf eine Weise sicher, die mich überraschte.

Ich sah weg, unfähig, seinem Blick für einen Moment standzuhalten.

„Er sagte mir, alles im Haus gehöre ihm, weil er es bezahlt hätte. Er ließ mich nicht einmal meine Kleider mitnehmen."

Adriel warf einen Blick auf die kleine Handtasche neben mir, und etwas veränderte sich in seinem Ausdruck.

„Du bist damit gegangen?"

Ich nickte.

„Drei Jahre lang war dieses Haus mein Zuhause."

Meine Stimme brach leicht.

„Heute Nacht bin ich mit einer einzigen Handtasche gegangen."

Er schwieg einen Moment. Dann sagte er: „Das tut mir leid."

Ich sah ihn an.

„Danke."

Eine Weile sagte keiner von uns etwas, die Stille legte sich angenehm zwischen uns, anstatt zu drücken.

Dann hob er sein Glas.

„Auf die Menschen, die uns verletzt haben."

Ich hob meines.

„Auf die Menschen, die uns verletzt haben."

Unsere Gläser berührten sich, das leise Klirren verschluckt vom Lärm des Pubs um uns herum. Wir tranken, und der Alkohol wärmte meine Brust, dämpfte den scharfen Schmerz, der dort gesessen hatte, seit Marcus mir gesagt hatte, ich solle gehen.

Adriel lehnte sich gegen die Bar zurück.

„Weißt du, was seltsam ist?"

„Was?"

„Wir sitzen hier, weil zwei Menschen uns verraten haben."

Ich lächelte schwach.

„Und wir kennen uns nicht einmal."

„Genau."

„Vielleicht ist es deshalb leichter."

Er wandte sich mir zu, nun neugierig.

„Warum?"

„Weil du mich nicht kennst." Ich fuhr mit einem Finger um den Rand meines Glases und beobachtete, wie die Flüssigkeit das Licht einfing. „Ich kann dir heute Nacht Dinge erzählen, die ich jemandem, der mich kennt, nie erzählen würde. Morgen könnten wir einfach gehen und uns nie wiedersehen."

Er dachte einen Moment darüber nach.

„Vielleicht."

Ich sah ihn an.

„Und du?"

„Was ist mit mir?"

„Warum bist du hierhergekommen?"

Er lächelte schwach, fast vertraulich.

„Aus demselben Grund wie du."

„Um zu vergessen?"

„Um irgendwo zu sein, wo mich niemand kennt."

Ich musterte ihn und neigte leicht den Kopf.

„Warum willst du nicht, dass die Leute dich kennen?"

Er sah auf seinen Drink, statt mich anzusehen.

„Weil manche Menschen dich anders behandeln, wenn sie bestimmte Dinge über dich wissen."

Ich runzelte die Stirn.

„Welche Dinge?"

Er zögerte, die Pause dehnte sich gerade lange genug, um bewusst zu wirken.

„Meine Familie."

„Was ist mit ihr?"

„Sie hat Geld."

Ich wartete darauf, dass er weitersprach. Das tat er nicht.

„Wie viel?"

Er lächelte, die Traurigkeit in seinen Augen wich kurz etwas Amüsierterem.

„Genug."

Ich lachte.

„Das ist keine Antwort."

„Es ist die einzige, die du heute Nacht bekommst."

Ich schüttelte den Kopf.

„Gut."

Er nahm einen weiteren Schluck.

„Ich habe es nie gemocht, Frauen vom Geld meiner Familie zu erzählen."

„Warum?"

„Weil ich wissen will, ob mich jemand meinetwegen mag."

Ich verstand, was er meinte, mehr, als ich erwartet hatte.

„Deine Freundin wusste es also nicht?"

„Nicht alles."

Ich sah ihn an.

„Du hast deinen Reichtum vor ihr verborgen?"

„Ich habe sie nicht belogen. Ich habe ihr nur nicht alles erzählt."

„Warum?"

Er sah mich einen Moment an und wog etwas ab.

„Weil die Leute dich in dem Moment, in dem sie bestimmte Namen hören, anders sehen."

Ich nickte langsam. Das ergab auf seine eigene, stille, vorsichtige Weise Sinn.

„Vielleicht war sie nicht wegen des Geldes mit dir zusammen."

„Vielleicht."

„Das weißt du nicht."

„Nein." Er blickte auf die Bar hinab. „Aber ich weiß, dass sie sich mit einem anderen Mann getroffen hat."

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Er hatte recht, und ich konnte dagegen nicht viel Trost bieten.

Für einen Moment schwiegen wir beide.

Dann fragte ich: „Was hast du ihr also erzählt, womit du dein Geld verdienst?"

„Ich habe ihr gesagt, ich arbeite für ein Unternehmen."

Ich lächelte.

„Technisch gesehen sagst du die Wahrheit."

„Genau."

„Welches Unternehmen?"

Er lächelte, der Ausdruck wurde verspielt.

„Du bist sehr neugierig."

„Ich frage ja nur."

„Vielleicht erzähle ich es dir ein anderes Mal."

Ich lachte.

„Ein anderes Mal?"

Er zuckte mit den Schultern.

„Wer weiß?"

Ich sah ihn an. Etwas an dieser Antwort brachte mich zum Lächeln, auch wenn ich nicht genau erklären konnte, warum. Vielleicht hatte er recht. Wer wusste das schon? Vielleicht würden wir uns nach heute Nacht nie wiedersehen. Vielleicht würde das alles morgen früh zu nichts weiter als einer seltsamen Erinnerung werden, einer Geschichte, die ich selbst kaum glauben würde.

Der Gedanke hätte mich erleichtern sollen.

Stattdessen fühlte ich mich seltsam enttäuscht.

Wir unterhielten uns weiter. Diesmal nicht über unseren Liebeskummer, sondern über kleine Dinge. Er fragte, was für Essen ich mochte, und ich erzählte ihm, ich könnte jeden Tag Pasta essen, ohne es leid zu werden. Er lachte und sagte, das erkläre, warum ich aussähe wie jemand, der komplett von Kohlenhydraten leben könnte. Ich nannte ihn unverschämt. Er sagte, ich würde schon wieder lächeln. Ich stritt es ab. Er bestand darauf.

Schon bald lachte ich. Wirklich lachte. Mir war nicht bewusst gewesen, wie sehr ich das gebraucht hatte.

Adriel schien die Veränderung an mir zu bemerken.

„Du siehst anders aus, wenn du lächelst."

Ich sah ihn an.

„Wie?"

„Glücklicher."

Das Wort machte mich still. Ich konnte mich nicht erinnern, wann mich zuletzt jemand so beschrieben hatte, ohne Einschränkung, ohne mich mit einer Version von mir selbst zu vergleichen, die es nicht mehr gab.

„Vielleicht habe ich heute Nacht gebraucht", sagte ich.

„Vielleicht ich auch."

Unsere Blicke trafen sich, und nun lag eine Sanftheit in seinem Ausdruck, die nicht dagewesen war, als wir uns zum ersten Mal als zwei Fremde, die ihre eigenen Wunden pflegten, nebeneinandergesetzt hatten.

Ich blickte auf mein Glas hinab.

„Du hast traurige Augen."

Er lachte.

„Das ist eine seltsame Sache zu sagen."

„Es stimmt."

„Du hast auch traurige Augen."

„Habe ich nicht."

„Doch."

Ich schüttelte den Kopf.

„Nein."

Er beugte sich leicht näher.

„Doch."

Ich blickte auf. Unsere Blicke verschmolzen, und der Lärm um uns herum schien in etwas Fernes, Unwichtiges zu verblassen. Mir wurde bewusst, wie nah er war, die Wärme, die von seinem Körper ausging, der schwache Duft seines Parfüms, die Art, wie seine Augen von meinen zu meinen Lippen und wieder zurückwanderten, langsam und bewusst.

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

Adriel beugte sich näher. Langsam. Er gab mir genug Zeit, mich zurückzuziehen.

Ich tat es nicht.

„Sag mir, ich soll aufhören", flüsterte er.

Ich hätte es tun sollen. Stattdessen flüsterte ich: „Tu es nicht."

Seine Lippen trafen meine. Der Kuss war zunächst sanft, fast unsicher, als gäbe auch er mir eine letzte Chance, mich zurückzuziehen. Dann schloss ich die Augen und erwiderte den Kuss, und für diese wenigen Sekunden verschwand Marcus aus meinem Kopf. Das Haus verschwand. Der Regen verschwand. Alles, was ich fühlen konnte, war Adriel.

Seine Hand fand sanft meine, und ich hielt mich daran fest.

Als wir uns voneinander lösten, sagte keiner von uns etwas. Ich konnte meinen eigenen Herzschlag hören, laut und ungewohnt in meinen Ohren.

Adriel sah mich an.

„Gloria …"

„Nicht."

Er nickte, verstand, ohne dass es mehr brauchte.

Ich wollte keine Worte. Worte würden es real machen, und heute Nacht wollte ich keine Realität. Ich wollte diesen Moment, und nichts darüber hinaus.

Wir blieben noch eine Weile so, unsere Hände noch immer ineinander verschlungen. Schließlich kam der Barkeeper herüber.

„Letzte Bestellung."

Ich sah mich um. Der Pub war viel ruhiger geworden. Die meisten Tische waren jetzt leer, die Stühle hineingeschoben, die frühere Feierstimmung verblasste in die gewöhnliche Stille der Sperrstunde. Ich sah auf die Uhr. Es war viel später, als ich gedacht hatte.

Adriel sah mich an.

„Hast du einen Ort, zu dem du gehen kannst?"

Ich zögerte.

„Nein."

Sein Ausdruck wurde weicher.

„Ich auch nicht."

Ein leises Lachen entfuhr mir.

„Das klingt praktisch."

„Sehr."

Ich nahm meine Handtasche. Für einen Moment fragte ich mich, was ich da tat. Ich hatte diesen Mann erst vor wenigen Stunden kennengelernt. Ich kannte nicht seine ganze Geschichte. Ich wusste nicht einmal, wie viel von dem, was er mir erzählt hatte, wahr war.

Aber eines wusste ich. Ich fühlte mich sicher bei ihm. Und heute Nacht war das genug.

Adriel stand auf und streckte mir seine Hand entgegen. Ich sah sie an, dann legte ich meine hinein. Seine Finger schlossen sich sanft um meine, und wir gingen gemeinsam zum Ausgang.

Keiner von uns wusste, was der morgige Tag bringen würde. Für heute Nacht war es uns egal — wir wollten uns einfach nur ineinander verlieren.

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