Masuk***Megans POV***
Ich wachte in einem leeren Bett auf, doch mein Herz war voller Hoffnung und Aufregung. Joe hatte zum ersten Mal seit unserer Hochzeit mit mir geschlafen, und Gott, es war unglaublich gewesen. Ich sprang aus dem Bett und stellte mich vor den Spiegel an der Wand, betrachtete meine ganze Figur. Er hatte mich endlich wahrgenommen. Die letzte Nacht war eine Mischung aus allem gewesen: Schmerz, Verletzung und dann pure Glückseligkeit. Ich bedeckte mein Gesicht, als ich heftig errötete. Es wurde endlich Realität. Joe wollte mich endlich. Ich drehte mich aufgeregt im Kreis und ging unter die Dusche. ***** „Ich brauche alles – Pasta, Soße und Hähnchen. Ganz viel davon“, sagte ich zu Katie. „Ma’am, erwarten wir einen Gast?“ „Was? Nein…“ Ich lachte. „Das ist für mich. Ich muss mich richtig satt essen, Katie. Ich bin am Verhungern.“ „Das ist verständlich“, flüsterte sie. „Was?“ „Nichts, Ma’am.“ „Komm schon, Katie.“ „Ich wollte nicht neugierig sein, Ma’am, aber ihr wart so laut… Ich konnte nicht anders, als zuzuhören.“ „Was?“ Ich lachte, hielt mir die Seiten und seufzte dann, während ich heftig errötete. „Also habe ich nicht geträumt, oder?“ „Der gemeinsame Abend hat sich wirklich ausgezahlt. Ich freue mich für Sie, Ma’am.“ Gemeinsamer Abend… Ich war mir nicht sicher, ob das wirklich geholfen hatte. Eigentlich wusste ich gar nicht, was es war. Ich glaubte nicht an Wunder, aber das hier – das war definitiv ein Wunder. „Eigentlich, Ma’am… Ich denke, Sie sollten die Dinge heute Abend ein bisschen aufpeppen, um alles zu besiegeln.“ „Was?… Komm schon, ich will nichts überstürzen, Katie. Lass es natürlich kommen.“ Sie schüttelte den Kopf und nahm meine Hände. „Lass uns shoppen gehen.“ Katie und ich tauchten mit Kopftüchern getarnt im Einkaufszentrum auf. „Ist das wirklich nötig?“ fragte ich nervös. „Komm schon…“ Sie zog mich in die Dessous-Abteilung. Dort gab es alle möglichen Arten von Reizwäsche. Katie suchte die wirklich sexy Teile aus, und ich konnte mein Lachen nicht zurückhalten. „Das kann ich unmöglich tragen, Katie. Auf keinen Fall.“ „Vertrau mir, Ma’am.“ „Ich weiß nicht, Katie…“ „Vertrau mir einfach.“ ***** Die Stimmung war perfekt. Alles war vorbereitet. Die Lichter waren gedimmt, das Bett einladend. Und vor allem sah ich verdammt sexy aus. Ich trug die Reizwäsche und eine Maske, bereit, Joe heute Abend eine Show zu bieten. Ich hatte alle möglichen Videos im Internet angeschaut und so hart geübt wie ich konnte. Es sollte eine heiße Nacht werden – zumindest dachte ich das. Die Uhr tickte. Katie und die anderen Angestellten waren nach Hause geschickt worden. Ich war ganz allein in dieser riesigen Villa. In Joes Zimmer, auf seinem Bett. Ich hörte, wie sein Auto in die Einfahrt fuhr, und machte mich bereit für die beste Show meines Lebens. Ich rannte zum Bett und nahm die verführerischste Pose ein, die ich zustande brachte. Die Tür wurde aufgeschlossen, und Schritte – unruhige Schritte – erklangen auf der Treppe. Dann Stimmen. Gedämpfte Stimmen. „Ich habe dich vermisst, Baby“, erklang die Stimme einer Frau, und mein Herz setzte einen Schlag aus. Ich rannte wie eine Vollidiotin unters Bett und versteckte mich. „Lass uns heute richtig schmutzig sein“, folgte Joes Stimme. Kurz darauf waren sie im Zimmer, ihre Füße huschten herum und stießen die Rosenblätter um, die ich auf dem Boden verteilt hatte. Dann das Geräusch von Kleidung, die zu Boden fiel. „Ich will dir heute Nacht all meine Liebe geben“, sagte Joe, und mein Herz zerbrach vollständig. Also war das nur sein üblicher Spruch. „Ja, Baby, und ich werde schreien, genau so, wie du es magst.“ Sie fiel mit einem lauten Plumps aufs Bett. Miranda. Diese Schlampe. Sie war mit Joe nach Hause gekommen, obwohl sie wusste, dass wir als Mann und Frau unter einem Dach lebten. „Was ist mit Megan? Deiner kleinen Ehefrau. Der, die du mir vorgezogen hast.“ „Ich weiß es nicht. Interessiert mich nicht. Sie schläft wahrscheinlich gerade. Und hey, ich habe dich nie über sie gewählt. Du weißt, dass mein Herz immer nur für dich geschlagen hat. Ich habe sie nur geheiratet, damit mein Vater glücklich ist und mir die Rechte an seinem Imperium übergibt. Ich werde mich bald von ihr scheiden lassen und dich holen.“ Sie kicherte. „Wirklich? Das sind gute Neuigkeiten. Deshalb bin ich zurückgekommen. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass du mit ihr verheiratet bist. Ich habe es nicht geglaubt.“ „Du weißt, dass ich sie nie dir vorziehen würde. Jetzt sei still und lass mich dich ficken. Und hey… hör auf, die Nacht mit dem Namen dieser Schlampe zu ruinieren.“ Er küsste sie überall, ich hörte die schmatzenden Geräusche, während Miranda kicherte. „Was, wenn sie uns hört?“ fragte sie, obwohl sie absichtlich laut war. „Ist mir egal. Sie weiß, dass unsere Ehe nur eine Transaktion ist. Sie wäre verrückt, wenn sie mehr erwarten würde.“ „Oh, Joe… du bist grausam…“ „Und das gefällt dir. Jetzt sei still.“ Sie kicherte. „Entschuldige, Daddy.“ Meine Augen waren tränenverschleiert. Eine Närrin. Das bist du, Megan. Ich biss mir so fest auf die Lippe, dass sie zu bluten begann, während Mirandas Stöhnen das Zimmer erfüllte. „Ja… fick mich, ja…!“ schrie sie. Selbst wenn ich tief in meinem Zimmer geschlafen hätte, hätte mich das geweckt. Sie wollte, dass ich es hörte. Sie wollte, dass ich wusste, wer hier das Sagen hatte. Das Bett vibrierte unter ihrem Gewicht, und mit jedem Stoß, jedem Stöhnen zerriss mein Herz in immer kleinere Stücke. Ich war eine Närrin. Eine riesige Närrin. Jetzt wurde es mir klar. Ich war nur eine Schachfigur in Joes kleinem Spiel. Er hatte mit mir gespielt wie mit einem Spielzeug und mein Herz bei jeder Gelegenheit zerstört. Er hatte mich nie geliebt. Er würde es nie tun. Alles war nur ein perfides Spiel. Ich musste aus dieser Hölle, die ich Ehe nannte, raus. Ich musste sofort raus. Diese Nacht? Es war die schlimmste Nacht meines Lebens. Joe hatte mich immer wie Dreck behandelt, auf mich und meine Familie herabgeschaut, mich in der Öffentlichkeit gedemütigt, Frauen vor mir paradiert – aber das hier? Das war das Schlimmste, was ein Mann einer Frau antun konnte. Mich nur zu heiraten, um das Imperium seines Vaters zu bekommen, mich mit meiner Stiefschwester direkt vor meiner Nase zu betrügen und zu planen, sich von mir scheiden zu lassen, sobald alles geregelt war. Ich schwor bei meinem letzten Atemzug: Er würde dafür bezahlen. Er würde es bereuen, mich je wie Dreck behandelt zu haben. Er und jeder einzelne Mensch, der mich schlecht behandelt hatte – inklusive meiner „Familie“. Sie alle würden bezahlen. Ich kroch beschämt unter dem Bett hervor. Miranda und Joe erstarrten, zu Tode erschrocken. Ich trug immer noch die Maske. „Was ist das?“ fragte Miranda und versteckte sich hinter Joe. „Dein schlimmster Albtraum, Schlampe.“ Ich nahm die Maske ab und zielte auf ihr Gesicht. Sie schrie auf, klammerte sich an Joe und starrte in mein verheultes, verschmiertes Gesicht. Meine Schminke war verlaufen, ich sah aus wie ein Dämon. „Bist du verrückt? Was hast du unter meinem Bett gemacht? Bist du wirklich so erbärmlich?“ Ich lächelte kalt. „Ich bin fertig. Zur Hölle mit dir und dieser Ehe, Joe.“ Damit ging ich hinaus – besiegt, aber nicht schwach. Ich konnte ihre Stimmen noch hören. „Ist sie immer so erbärmlich? Will sie die Ehe wirklich verlassen?“ „Megan?“ Joe schnaubte. „Sie stellt sich nur wieder an wie immer. Ohne mich kommt sie nicht klar. Erbärmlich. Ich werde mich scheiden lassen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.“ Seine Worte hallten in meinem Kopf nach, während ich in mein Zimmer ging. Ich werde dir zeigen, wie eine erbärmliche Frau wirklich aussieht, Arschloch. ***** Ich zog meinen Koffer hinter mir her und verließ Joes luxuriöse Villa noch vor dem Morgengrauen. Mein Entschluss stand fest. Ich wusste nicht, wohin ich ging, aber ich wusste, dass ich diesen Höllenort verlassen musste. Ich blieb nicht bis zum Morgen, weil ich Joes selbstgefälliges Gesicht nicht ertragen konnte. Er würde seine Taten niemals bereuen, und es war sinnlos, Scheidungspapiere vorzubereiten – er würde sie nie unterschreiben, solange er den Segen seines Vaters nicht hatte. Und verdammt, ich würde nie zulassen, dass er das erreichte – nicht auf Kosten meines Glücks. Ich konnte nicht so tun, als würde mich das alles nicht verletzen. Deshalb ging ich sehr früh am Morgen. Katie würde sich wahrscheinlich Sorgen machen, also hinterließ ich ihr eine Nachricht. Kein Hinweis, wohin ich wollte (nicht, dass Joe nach mir suchen würde), sondern ein Dankeschön und ein Abschied. Ich brauchte einen Neuanfang. Weg von Joe. Weg von meiner Familie. Weg von dem Menschen, der ich gewesen war. Ich merkte gar nicht, wie ich mitten auf die Straße lief. Ein grelles Licht und ein lautes Hupen waren das Letzte, was ich sah, bevor alles schwarz wurde.Joe's POVEs waren Wochen vergangen, seit Megan damit gedroht hatte, ihre Anwälte zu schicken, um mir die Scheidungspapiere zuzustellen, und trotzdem hatte ich nichts gesehen.Keine gerichtliche Mitteilung.Keine Anwälte.Nichts.Zuerst dachte ich, vielleicht hatten meine Drohungen endlich Wirkung gezeigt. Vielleicht hatte sie begriffen, dass sie nicht einfach so von mir weggehen konnte. Oder vielleicht – nur vielleicht – plante sie etwas noch Schlimmeres.Wie auch immer.Es spielte keine Rolle.Egal, ob sie ihre Anwälte schickte oder selbst auftauchte, ich würde diese Papiere niemals unterschreiben.Niemals.Ich saß allein in meinem Hotelzimmer. Die Vorhänge waren fest zugezogen und verliehen dem Raum eine bedrückende Atmosphäre. Der Geruch von Alkohol erfüllte die gesamte Luft. Leere Flaschen lagen wie gefallene Soldaten auf dem Boden. Whiskey, Wodka, alles, was ich in die Finger bekommen konnte.Ich wusste nicht einmal mehr, wann ich an diesem Abend angefangen hatte zu trinken – od
Megans POVNachdem ich einen politischen Kampf gegen jemanden wie Joe gewonnen hatte, war der nächste wichtige Schritt der Abschluss.Vor der Öffentlichkeit zu gewinnen bedeutete nicht, dass ich frei war.Es bedeutete nur, dass der Krieg in eine neue Phase eingetreten war.Joe war nicht der Typ Mann, der eine Niederlage einfach akzeptierte. Das war er noch nie gewesen. Selbst wenn er verlor, fand er immer einen Weg, die andere Person leiden zu lassen. So lebte er. So atmete er.Wochen später, nachdem Victoria Hales die Scheidungspapiere erfolgreich vorbereitet hatte, fasste ich einen Entschluss.Ich würde Joe die Papiere selbst übergeben.Nicht durch einen Boten.Nicht durch Anwälte.Nicht durch Wachen.Meine eigenen Hände sollten ihm den letzten Schlag versetzen.„Megan …“, rief Kai leise, als ich meinen Mantel zurechtrückte.Er stand ein paar Schritte von mir entfernt, die Arme verschränkt, sein Gesicht angespannt. Ich konnte die Sorge deutlich in seinen Augen sehen. Kai versuchte i
Joe's POVDas Erste, was ich spürte, als Don Julian mir in meinem Büro direkt gegenüberstand, war Schmerz.Scharf. Heiß. Brennend.Eine Ohrfeige traf meine Wange so hart, dass sich mein Kopf drehte. Für eine Sekunde wurde alles schwarz. Mein Ohr klingelte. In meinem Mund schmeckte ich Blut.Ich taumelte einen Schritt zurück und hob die Hand an meine Wange. Ich konnte bereits spüren, wie sie anschwoll.Aber der Schmerz? Er war nichts im Vergleich zu der Wut, die in mir brannte.Don Julians Gesicht war vor Zorn rot angelaufen. Sein Griff um seinen Gehstock wurde fester. Er schwang ihn, als wollte er mich damit zertrümmern.„Du Idiot“, zischte er. „Ich habe dich gewarnt!“Ich lachte – leise, bitter und voller Hass. Ich wollte schreien, doch ich schluckte es hinunter.„Musst du wirklich noch Salz in diese Wunde streuen?“, fragte ich. Meine Stimme war leise. Vielleicht schwach, aber nicht besiegt.„Halt dein verdammtes Maul, Joe!“, brüllte Don Julian. „Du hast mich vor dem Clan gedemütigt.
Megans POVIch wusste nicht, wie lange ich Kai schon festhielt.Die Zeit fühlte sich seltsam an – gedehnt, verschwommen –, als hätte mein Körper gerade erst begriffen, dass die Last, die er tagelang getragen hatte, endlich verschwunden war. Meine Arme lagen fest um ihn geschlungen, mein Gesicht an seine Brust gedrückt, und für einen Moment vergaß ich, wo wir waren. Ich vergaß das Gericht, die Ältesten, die Augen, die uns noch immer beobachteten.Alles, was ich spürte, war er.Das gleichmäßige Heben und Senken seiner Brust. Seine Wärme.Gott.Ich hätte beinahe „Ich liebe dich“ gesagt.Die Erkenntnis traf mich so plötzlich, dass ich leicht erstarrte und mein Herz heftig gegen meine Rippen schlug. Schnell schluckte ich die Worte hinunter und biss mir auf die Innenseite der Wange, als könnte ich sie dadurch dorthin zurückdrängen, wo sie hingehörten.Nicht jetzt.Nicht so.„Du hast es geschafft“, murmelte ich stattdessen, meine Stimme gedämpft an seiner Brust. „Du hast es wirklich geschaff
Megans POV„Danke.“Kai sagte es nicht mit Worten, sondern nur mit seinen Augen, als er zurück zum Podium ging. Der Blick, den er mir zuwarf, war ruhig und erdend, als würde er mir wortlos sagen, dass ich nur noch ein wenig länger durchhalten musste.Und das tat ich, denn ich vertraute Kais Urteil. Er mochte Dinge vor mir verborgen haben, aber er würde mich niemals verraten. Und ich würde lieber damit leben, dass er Geheimnisse vor mir hatte, als wieder zu Joe zurückzugehen.Joe schüttelte sichtlich frustriert den Kopf und verschränkte die Arme vor der Brust. Das Selbstvertrauen, mit dem er den Saal betreten hatte, war verschwunden. An seine Stelle waren Verärgerung, Ungläubigkeit … und Angst getreten.„Es stimmt, dass ich Megan von Anfang an beobachtet habe“, begann Kai ruhig. Seine Stimme hallte durch den Saal. „Aber ich habe sie niemals dazu gezwungen, Joes Haus zu verlassen. Sie ist nicht wegen mir gegangen. Sie ist gegangen, weil er sie verletzt hat. Tief verletzt.“Ein Raunen gi
****Megans Sicht****Der Saal erstarrte vor Schock.Jeder Laut erstarb in dem Moment, als Kai den Raum betrat, seine Präsenz schnitt durch den Saal wie Gift. Wachen folgten ihm in perfekter Formation, wachsam und bereit, und direkt an seiner Seite war sein rechte Hand, Anton, der einen schwarzen Lederkoffer fest umklammert hielt.Einen Moment lang dachte ich, ich würde mir das nur einbilden.„Kai…“, entfuhr es mir, bevor ich es stoppen konnte.Ich war genauso schockiert, ihn hier zu finden.Wie wusste er davon?Wie war er überhaupt in eine Vorladung wie diese hineingekommen?„Lasst auch nur eine einzelne Strähne ihres Haares berühren“, sagte Kai kalt, seine Stimme trug durch den gesamten Saal, „und dieser Rat wird es bereuen.“Die Drohung war mit einer Ruhe unterlegt, die sie erschreckend machte.Einige Älteste sprangen wütend auf und schlugen mit den Händen auf den Tisch.„Das ist eine Beleidigung!“ „Wer wagt es, hier so zu sprechen?“ „Entfernt ihn sofort!“Flavio De’Flavio lehnt


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