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Kapitel 8: Der DNA-Test

ผู้เขียน: Adelina Beston
last update วันที่เผยแพร่: 2026-05-24 23:40:09

POV Manon

Die internen Compliance-Richtlinien des Konzerns untersagten es den Angestellten strikt, gemeinsam mit dem CEO den Aufzug zu nutzen, und Maxime blockierte die Chefetagen traditionell mit seiner exklusiven Keycard. Wenn die Kabine also ausgerechnet auf dieser Etage stoppte, dann nur, weil Fernand sie persönlich angefordert hatte.

Die verchromten Türen glitten lautlos auf. Fernand stand in der Mitte der Kabine, die Hände in den Taschen seiner maßgeschneiderten Anzughose. Er warf einen kurzen, eisigen Blick in den Korridor, wobei er meine Anwesenheit komplett ignorierte, als wäre ich aus Glas. Dann fixierte er Marie. Sein Blick wurde für den Bruchteil einer Sekunde weicher – eine Nuance, die mir wie ein physischer Schlag in die Magengrube fuhr.

Sie hob stolz das Kinn, warf mir ein triumphierendes, giftiges Lächeln zu und stolzierte an mir vorbei in die Kabine. Die Türen schlossen sich direkt vor meiner Nase. Das spiegelnde Chrom schnitt mich von ihnen ab.

„Monsieur Levasseur ist tatsächlich persönlich heruntergekommen, um sie abzuholen?“, tuschelte eine der Nachwuchsdesignerinnen hinter meinem Rücken, kaum dass der Aufzug sich in Bewegung gesetzt hatte. „Das ist ja Wahnsinn. Habt ihr ihre Designer-Klamotten gesehen? Sie kommt wirklich aus einer ganz anderen Welt, diese Frau hat eine unglaubliche, königliche Aura.“

„Absolut“, pflichtete eine andere mit ehrfürchtigem Seufzen bei.

Eine Kollegin stieß mich leicht mit dem Ellbogen an, blind für das Drama, das sich hier abspielte. „Manon, was denken Sie als Art Directorin darüber? Ist sie nicht die perfekte Besetzung für die Repräsentanz?“

Ich starrte auf meine perfekt manikürten Nägel, die sich fast in meine Handflächen bohrten. „Bestimmt“, erwiderte ich mit tonloser Stimme.

Ich spürte, wie meine Knie unter dem Stoff meines Rocks leicht zitterten. Zu sehen, wie Fernand diese Frau vor der gesamten Belegschaft zur Schau stellte und sie zur neuen Herrscherin deklarierte, während ich auf dem Papier noch immer seine Ehefrau war, hinterließ eine lähmende, eisige Leere in meinem Kopf. Ein messerscharfer Schmerz durchbohrte meine Brust, sodass ich tief durch die Nase einatmen musste, um vor meinem Team nicht hier und jetzt die Fassung zu verlieren.

Als der nächste Aufzug eintraf, stieg ich als Erste ein. Mein Blick war starr nach vorn gerichtet.

Im großen Konferenzraum der Führungsetage ergriff Fernand sofort das Wort, um Marie vor dem versammelten Vorstand und den Direktoren offiziell vorzustellen. Er rühmte ihren akademischen Lebenslauf in Paris, wies ihr den Platz direkt an seiner rechten Seite zu – den Platz, der strategisch dem Bouchard-Einfluss zustand – und übertrug ihr die Leitung der lukrativsten Kundenkonten der Haute Joaillerie.

Die Führungskräfte nickten mit unterwürfigem, speichelleckendem Lächeln. Während er sprach, beugte sich Marie demonstrativ vor, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Ihre Hand berührte dabei wie zufällig seine Schulter, strich über den teuren Stoff seines Sakkos. Er sah sie an und lächelte. Ein echtes, ungespieltes Lächeln, das er mir in fünf Jahren nicht ein einziges Mal geschenkt hatte.

Ich starrte auf meine Hände, die ruhig auf meinen Knien lagen. Fünf Jahre lang hatte ich Tag und Nacht geschuftet, versteckt hinter dem italienischen Pseudonym Éloise, nur um „das Business zu schützen“ und die Bankrotterklärung seiner Familie abzuwenden. Und dieser Mann verschenkte mein gesamtes Lebenswerk im Handumdrehen an eine Frau, die erst vor wenigen Stunden zur Tür hereingespielt worden war.

Ohne seine Liebe, ohne den Schutz des Bouchard-Namens war ich in diesem Imperium nichts weiter als ein lästiges Möbelstück, das man achtlos in die dunkelste Ecke schob.

„Manon, Sie sind ganz blass. Ist alles in Ordnung?“, flüsterte meine Tischnachbarin besorgt und reichte mir ein Glas Wasser.

Ich straffte den Rücken, die Wirbelsäule hart wie eine Klinge. „Hervorragend.“

Ich würde mich ohnehin von ihm scheiden lassen. Seine Geliebten, seine eklatanten Fehlentscheidungen und seine toxischen Intrigen gingen mich ab heute Sekunde nichts mehr an.

Ich erhob mich von meinem Stuhl. Das Scharren der Stuhlbeine ging im Monolog meines Mannes unter. Mit ruhigen, festen Schritten ging ich am zentralen Konferenztisch vorbei, ignorierte die irritierten Blicke der Vorstandsmitglieder, stieg die Stufen zum Podium hinauf und riss dem sichtlich verdutzten Moderator das Mikrofon glatt aus der Hand.

Das gellende Pfeifen der Rückkopplung schnitt durch den Raum. Sofort wandten sich alle Gesichter mir zu. Auch Fernands Blick fixierte mich, augenblicklich alarmiert.

„Guten Tag allerseits. Ich bin die Art Directorin der US-Division“, sagte ich, und meine Stimme hallte glasklar und ohne jedes Zittern durch die Lautsprecher. „Ich teile Ihnen hiermit mit, dass ich mit dem heutigen Tag mit sofortiger Wirkung von all meinen Posten in der Levasseur Group zurücktrete. Anaïs wird meine laufenden Projekte übernehmen. Viel Erfolg beim anstehenden Quartalsbericht.“

Ich knallte das Mikrofon auf das hölzerne Rednerpult, dass es nur so krachte, drehte mich um und verließ den Saal, ohne auch nur einen einzigen Blick zurückzuwerfen. Hinter mir brach im Konferenzraum das absolute Chaos aus.

Auf dem Firmenparkplatz ließ ich den Motor meines Wagens an. Das Aggregat heulte auf, und sofort leuchtete der Name auf dem Display des Armaturenbretts auf: Fernand.

Ich stieß einen genervten Seufzer aus, drückte aber dennoch die Annahmetaste am Lenkrad, während ich aus der Parklücke setzte.

„Wenn du dich für diese lächerliche Szene entschuldigst und zustimmst, Hand in Hand mit Marie an der neuen Struktur zu arbeiten, sorge ich persönlich dafür, dass die exklusive Signatur für Ombre Royale offiziell bei dir bleibt“, tönte seine arrogante, herrische Stimme aus den High-End-Lautsprechern meines Wagens. Er glaubte immer noch, er könnte mich kontrollieren.

Eine bittere Welle von Galle stieg mir in die Kehle. Ombre Royale bedeutete monatelange, obsessive Skizzen und schlaflose Nächte im Studio. Er wusste genau, dass dieses Schmuckstück mein Herzblut war. Er wusste, dass es mir von Marie und ihrer Schwester gestohlen worden war, und er benutzte diesen schamlosen Diebstahl nun eiskalt als Druckmittel, um mich vor ihm zum Kriechen zu bringen und seine Mätresse in meinem Leben zu akzeptieren.

Ich umklammerte das Lederlenkrad, bis meine Knöchel weiß anliefen. „Monsieur Levasseur“, sagte ich mit einer gefährlichen, eiskalten Ruhe, „ich habe Ombre Royale erschaffen, und ich kann morgen zehn weitere Meisterwerke auf diesem Niveau kreieren. Die Göre, die es mir gestohlen hat, hat mit diesem Raub bereits ihr absolutes intellektuelles Maximum erreicht. Es ist nur eine Zeichnung auf Papier. Sie kann sie verdammt noch mal behalten. Mal sehen, was sie damit anfängt.“

„Warum wirfst du deine gesamte Karriere wegen einer bloßen, eifersüchtigen Laune hin, Manon?“, verlangte er wütend zu wissen, und ich hörte das unterdrückte Grollen in seiner Stimme.

„Das ist keine Laune“, erwiderte ich und trat auf die Bremse, um die Zündung des Wagens an der nächsten Ampel endgültig auszuschalten. „Ich hätte schon vor fünf Jahren gehen sollen. Ich will nie wieder ein Wort von dir oder von ihr hören. Mein Anwalt wird sich bei dir melden.“

Ich legte auf, noch bevor er antworten konnte, und blockierte seine Nummer.

Ich fuhr direkt zu dem diskreten Nobelrestaurant in der Innenstadt, in dem ich mich mit Isaac verabredet hatte. Er saß bereits an einem Tisch nahe der großen, getönten Fensterfront, perfekt gekleidet in seinem nachtblauen Maßanzug, das weiße Hemd maßgeschneidert, die Krawatte im Windsor-Knoten. Als ich sein vertrautes, markantes Gesicht sah, atmete ich zum ersten Mal an diesem Tag tief durch und setzte mich ihm gegenüber.

Ohne Umschweife legte ich ihm die Details des Server-Hacks und die gefälschten Historien von Anaïs und Marie lückenlos offen.

Isaac hörte schweigend zu, während seine Augen dunkler wurden. Er legte seine Hände flach auf das weiße Tischtuch. „Soll ich sie wegen Urheberrechtsverletzung und Industriespionage bluten lassen? Das ist zwar nicht mein primäres Spezialgebiet, aber ich reiße dieses Verfahren für dich persönlich an mich, wenn du das willst. Ich mache sie fertig.“

Ich rührte langsam mit dem Löffel in meinem Wasserglas, das Eis klirrte leise. „Nein. Ihre gefälschten Beweise im System sind zu perfekt aufbereitet. Wenn ich jetzt eine Urheberrechtsklage einreiche, fährt Levasseur seine internationalen Staranwälte auf. Das Ganze endet in einem jahrelangen, zähen Medienspektakel und wird den Aktienkurs des Konzerns massiv beschädigen.“

„Genau das wollen wir doch! Wir können eine schnelle, millionenschwere außergerichtliche Einigung erzwingen“, beharrte er finster, die Kiefermuskeln angespannt. „Die Levasseurs haben panische Angst vor schlechter Presse im US-Geschäft.“

Ich durchschaute seine juristische Kalkulation sofort. Isaac wollte die Medien als chirurgische Waffe nutzen: Eine hochangesehene Chefdesignerin, die von einer aus Frankreich importierten, vom CEO protegierten Marionette skrupellos bestohlen wird – der amerikanische Markt würde die Marke augenblicklich boykottieren. Wir würden auf ganzer Linie siegen. Doch meine eigene Familie, die Bouchards, hielt massive Anteile an der Levasseur Group. Wenn die Firma unkontrolliert abstürzte, würden meine Eltern über Nacht Millionen verlieren.

Isaac zog die dunklen Augenbrauen zusammen und musterte mich eindringlich, fast schon enttäuscht von meinem Zögern. „Du bist zu weich, Manon. Wenn du nicht bereit bist, hart und ohne Rücksicht auf Verluste zuzuschlagen, kann ich dich in diesem Krieg nicht vertreten.“

Ich nahm einen kleinen Schluck Wasser und schenkte ihm ein vielsagendes, eiskaltes Lächeln, das ihn augenblicklich stutzig machen ließ. „Hältst du mich etwa für eine blutige Anfängerin, Isaac? Das Fest hat gerade erst begonnen.“

Er hielt inne, das Glas auf halbem Weg zum Mund. Eine Augenbraue wanderte amüsiert nach oben. „Du hast ihnen den Köder also mit Absicht überlassen?“

Ich nickte langsam und lehnte mich ein Stück über den Tisch zu ihm vor, meine Stimme sank zu einem Flüstern. „Der Entwurf eines Haute-Joaillerie-Schmuckstücks ist absolut wertlos ohne die hochkomplexe, handwerkliche Fertigungstechnik. Meine Kunsthandwerker in den Ateliers arbeiten ausschließlich mit mir zusammen. Sie kennen nur Éloise. Ohne meine präzisen Gusskalkulationen, die Legierungsmischungen und die geheimen Schleifvorgaben ist niemand in der gesamten Werkstatt in der Lage, Ombre Royale zum Leben zu erwecken. Da die beiden Damen also unbedingt die genialen Designerinnen spielen wollen, werde ich ihnen genüsslich dabei zusehen, wie sie beim ersten Prototypen für den Aufsichtsrat kläglich und öffentlich scheitern. Sie werden sich selbst ruinieren.“

Isaac starrte mich einen Moment lang an, dann ließ er ein tiefes, sichtlich erleichtertes Lachen hören. Seine Augen blitzten vor ungehaltener Bewunderung für meine Kaltblütigkeit. Er war beeindruckt, dass ich mich keineswegs unterkriegen ließ.

Ich verschränkte die Hände auf dem Tisch, und mein Tonfall wurde schlagartig ernst, die Temperatur am Tisch sank spürbar. „Es gibt noch etwas, Isaac. Ich habe mir Maries Gesicht heute Morgen ganz genau angesehen, aus allernächster Nähe im Chefbüro. Sie hat nicht nur eine vage Ähnlichkeit mit mir. Sie hat exakt die gleichen genetischen Gesichtszüge wie mein Vater.“

Ich gleiche meinem Vater, Wilfred Bouchard, wie ein Ei dem anderen. Ich habe seine markante Knochenstruktur, die Form der Wangenknochen, auch wenn ich das eher zurückhaltende Wesen meiner Mutter geerbt habe. Marie hatte dieselbe Struktur.

Isaac straffte augenblicklich den Rücken, jede Spur von Amüsement wich aus seinem Blick. Seine dunklen Augen bohrten sich wie ein Laser in meine. „Du glaubst, sie ist seine uneheliche Tochter? Ein Bouchard-Bastard?“

Ich nickte stumm, die Wahrheit war so ungeheuerlich, dass sie mir fast den Atem raubte.

Mein Vater genoss in unserer gesamten High-Society-Schicht seit Jahrzehnten den makellosen Ruf des perfekten, absolut treuen Ehemanns und Philanthropen. Wenn dieses Mädchen tatsächlich von ihm stammte, bedeutete das, dass meine gesamte Ehe mit Fernand von Anfang an eine arrangierte Farce war – eingefädelt von unseren Väter, um ein uneheliches Kind und ein riesiges Vermögen zu vertuschen. Unsere gesamte Welt würde in ihren Grundfesten erschüttert werden.

Isaac stützte die Ellbogen auf den Tisch, schob sein Glas beiseite und senkte die Stimme zu einem verschwörerischen, gefährlichen Flüstern, das mir eine Gänsehaut bescherte:

„Wir brauchen eine Haarprobe von ihr, Manon. Oder ihren Becher. Wir werden diesen DNA-Test erzwingen und deinem Vater die Maske vom Gesicht reißen.“

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