MasukSUMMERS SICHTIch eilte das Servicetreppenhaus hinunter und schlüpfte in einen leeren Aufenthaltsbereich nahe dem Hinterausgang. Er war verlassen und ruhig - ein sicherer Ort, um den Funkverkehr zu überwachen. Ich tippte auf meinen Ohrstöpsel und hörte den Hauptkanal mit."Ist Roberts da?" fragte ich Victor Lang. Ich hörte seine leise Stimme durch das Rauschen dringen."Man soll den Teufelssohn nicht an die Wand malen," murmelte Victor eine Sekunde später. Ich nahm das als Zeichen, dass Roberts sich endlich gezeigt hatte."Ich habe mich gefragt, wer den Mut hat, mich heute Nacht herauszufordern. Also warst du es," Roberts' harsche Stimme krächzte durch die Leitung.Victor kicherte leise. "Ist das eine Art, einen langjährigen Freund zu begrüßen?""Langjähriger Freund, von wegen. Du weißt, dass das Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht," spuckte Roberts zurück. "Ich habe gehört, du hast einige meiner Männer im Ostflügel niedergestreckt. Warum?""Du weißt verdammt gut, warum," Victors
SUMMERS SICHTIch saß auf der Kante des plüschigen Bettes und wartete auf den sogenannten hochkarätigen Kunden, den Noel mir für die Nacht zugewiesen hatte. Mein Daumen wischte ununterbrochen über den Bildschirm meines Handys, überprüfte, ob es verpasste Anrufe oder Nachrichten von Kingsley gab. Nichts. Die Stille von ihm war ohrenbetäubend, ein schwerer Klumpen setzte sich in meinem Magen fest.Ich war nicht in die aktive Operation vor Ort heute Nacht eingebunden worden. Es waren ausschließlich die Jungs und Kingsleys Onkel, Victor Lang. Meine Anweisung war einfach und nicht verhandelbar: zurückbleiben, aus den Schatten beobachten und aus der Gefahrenzone bleiben. George hatte darauf bestanden, dass es ausschließlich zu meiner Sicherheit sei, und diesmal.Felix hatte keine einzige sarkastische Bemerkung angeboten, um mich bei meinem Jammern zu unterstützen. Er hatte einfach den Kopf gesenkt gehalten und akribisch die Trackinggeräte und Signalverstärker kalibriert. Wir waren alle über
KINGSLEYS SICHTIch fuhr rücksichtslos durch die glatten, regennassen Straßen. Die Nacht war bereits hereingebrochen, und der Himmel hing schwer vor Wasser. Mein Handy summte ununterbrochen auf dem Beifahrersitz. Clydes Name leuchtete immer wieder auf dem Bildschirm auf. Aber ich hatte keine Zeit, ranzugehen. Ich hatte heute Nacht nur ein Ziel: die Operation zu stoppen, bevor es zu spät war.Als ich in die Einfahrt einbog, war das Haus völlig dunkel."Summer!" rief ich und schlug die Haustür hinter mir zu. Es gab keine Antwort, stattdessen schlug mir die unheimliche Stille ins Gesicht."Summer!" rief ich erneut, lief tiefer in den Flur und durchsuchte die schattigen Zimmer."Kingsley... hier ist niemand. Sie sind alle gegangen."Die Stimme meiner Mutter hielt mich sofort an. Ich drehte mich um und sah sie nahe dem Küchenzugang stehen, noch in ihrer Schürze."Sie sind gegangen?" fragte ich und versuchte, die Panik aus meiner Stimme herauszuhalten. "Wie lange ist das her?""Vielleicht e
CLYDES SICHTGabrielle hatte mir an diesem Morgen geschrieben und gefragt, ob ich für die Aufgabe trotzdem vorbeikommen könnte, gefolgt von einer zweiten Nachricht, fast sofort, in der sie zugab, dass es ihr nicht besonders gut ging. Ich sagte ihr, ich würde Notizen mitbringen und so oder so nach ihr sehen.Ihr Haus war unheimlich still, als ich ankam, die Art von Stille, die das ganze Haus größer wirken ließ, als es war."Du hättest nicht kommen müssen," sagte sie und öffnete die Tür in einem übergroßen Pullover, blass aussehend, aber stabil genug. "Ich hätte die Notizen auch per Nachricht hinbekommen.""Ich wollte sicherstellen, dass du tatsächlich etwas isst." Ich hielt die Tüte in meiner Hand hoch. "Ich habe auch Suppe mitgebracht. Widersprich nicht." sagte ich und ließ ihr keinen Raum für Widerspruch.Sie verdrehte die Augen, aber ihr Mundwinkel hob sich trotzdem. "Gut. Komm rein."Wir arbeiteten fast eine Stunde lang an ihrem Küchentisch an der Aufgabe, das Gespräch war so leich
KINGSLEYS SICHT Das Wohnzimmer war wieder lebendig geworden, als ich mich auf den Weg zurück nach unten machte — Felix riss Witze, George lachte tatsächlich über einen davon, Summer saß in die Ecke des Sofas gekuschelt mit etwas, das fast wie Frieden auf ihrem Gesicht wirkte. Ich blieb für eine Sekunde im Türrahmen stehen und beobachtete sie einfach, und irgendetwas an diesem Anblick ließ meine Brust eher zusammenschnüren, als dass es mich beruhigte. Ich konnte nicht stillsitzen. Nicht, während Roberts' Worte noch in meinem Kopf kreisten, nicht mit dem Gewicht dieses unfertigen Gebäudes, das auf mir lastete, als hätte es eigene unerledigte Angelegenheiten. Ich ging zurück in mein Zimmer, schnappte mir meine Schlüssel und kam wieder nach unten, bevor ich es mir noch ausreden konnte. „Ich bin dann mal weg“, sagte ich, zielte auf lässig und verfehlte es um Lichtjahre. „Wohin?“ Die Stimme meiner Mutter durchschnitt sofort den Raum, scharf von der Sondermischung aus Misstrauen, die of
SUMMERS SICHT"Kingsley..." Sein Name kam kaum lauter als ein Flüstern heraus.Er lehnte sich vor, langsam genug, dass ich es hätte stoppen können, langsam genug, dass ein kleiner, ehrlicher Teil von mir es nicht wollte. Seine Stirn berührte fast meine, sein Atem warm auf meiner Haut, so nah, dass der Raum zwischen uns sich anfühlte wie das Einzige, was noch im Zimmer übrig war."Summer..." sagte er, tief, rau an den Rändern. "Sag mir, ich soll aufhören, und ich höre auf."Ich sagte nichts. Ich konnte nicht. Meine Hände hatten die Vorderseite seines Hemdes gefunden, ohne Erlaubnis vom Rest von mir, hielten fest, statt wegzuschieben.Die Tür schwang auf.Wir fuhren so schnell auseinander, dass ich fast rückwärts in den Stuhl stolperte, Hitze flutete mein Gesicht, als wir uns beide dem Geräusch zuwandten.Es war Eleanor, einen weiteren Teller in den Händen balancierend, die Augenbrauen erhoben beim Anblick von uns, die wir eine volle Raumbreite voneinander entfernt standen, atemlos, sch







