แชร์

KAPITEL 6: DER GEIST IM FLUR

ผู้เขียน: Joy Heart
last update วันที่เผยแพร่: 2026-08-31 19:53:18

Lucas’ POV

Die Uhr in der großen Eingangshalle schlug zwei Uhr morgens. Der Klang hallte durch die Villa, tief und schwer, wie ein Herzschlag, der nicht dort sein sollte.

Normalerweise wäre ich um diese Zeit in meinem Büro, über Tabellen oder internationale Handelsverträge gebeugt. Aber heute Nacht ergaben die Zahlen keinen Sinn. Die Luft in meinem Büro fühlte sich zu dünn zum Atmen an.

Ich stand auf und ging den dunklen Flur entlang. Meine Füße bewegten sich wie von selbst und führten mich zu dem kleinen Zimmer ganz am Ende des Nordflügels.

Naomis Zimmer.

Ich hatte hier nie viel Zeit verbracht. Für mich war es einfach nur ein Raum – ein Zimmer für die Frau, die ein Jahr lang den Titel meiner Ehefrau getragen hatte.

Doch als ich die Tür öffnete, war die Stille, die mich empfing, anders.

Es war nicht einfach nur ruhig.

Es war leer.

Es war diese Art von Leere, die einem die Brust eng werden lässt.

Ich schaltete das Hauptlicht nicht ein. Das Mondlicht, das durch das Fenster fiel, reichte aus, um mir zu zeigen, wie wenig sie zurückgelassen hatte.

Ich setzte mich auf die Bettkante.

Es war schmal und fest.

Ich runzelte die Stirn.

Warum war dieses Bett so klein?

Meine Mutter hatte mir gesagt, Naomi bevorzuge diesen Flügel, weil er „ruhig“ sei.

Aber als ich mich umsah, wurde mir klar, dass es nicht ruhig war.

Es war abgelegen.

Es war der am weitesten von allen anderen entfernte Ort.

Meine Hand streifte einen kleinen Nachttisch aus Holz.

Dort, unter einer Lampe, lag ein kleines, abgenutztes Notizbuch.

Ich zögerte.

Ich hatte mich nie um ihre Privatsphäre gekümmert, weil sie mir nie etwas bedeutet hatte.

Aber jetzt, mit der Erinnerung an den positiven Schwangerschaftstest, der in meiner Tasche brannte, musste ich wissen, wer sie war.

Ich schlug die erste Seite auf.

Es war kein Tagebuch.

Es war ein Haushaltsbuch.

Meine Augen wanderten über die Spalten.

Montag: Brot, Milch, Tee.

Dienstag: Nichts.

Mittwoch: Nichts.

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

Ich gab ihr jeden Monat ein Taschengeld – ein großzügiges, wie ich dachte.

Ich überprüfte die Summen.

Sie hatte keinen einzigen Cent des Geldes meiner Familie für sich selbst ausgegeben.

Keine Kleidung.

Kein Schmuck.

Kein Make-up.

Jeder Dollar war unter „Haushaltsbedarf“ aufgeführt.

Sie hatte ihr eigenes Ehegeld benutzt, um genau die Seife zu kaufen, mit der die Bediensteten meine Böden wuschen.

„Warum, Naomi?“, flüsterte ich in den leeren Raum. „Warum hast du nicht nach mehr gefragt?“

Dann sah ich es.

Eine kleine, vertrocknete Blume, die zwischen den Seiten des Buches lag.

Es war eine einfache Gänseblume, gelb und brüchig.

Ein scharfer Schmerz durchfuhr mein Herz, als ich mich erinnerte.

Vor einem Jahr, an unserem Hochzeitstag, hatte mir ein Kind einen Blumenstrauß gegeben.

Ich war nach der Zeremonie erschöpft und genervt nach Hause gekommen und hatte eine der Blumen auf den Tisch geworfen, an dem Naomi saß.

Ich hatte sie nicht einmal angesehen.

Ich hatte sie einfach dorthin geworfen, als wäre sie Müll.

Sie hatte sie behalten.

Ein ganzes Jahr lang hatte sie ein Stück Müll aufbewahrt, das ich ihr zugeworfen hatte, als wäre es ein Schatz.

Ich schloss die Augen.

Und zum ersten Mal sah ich sie nicht als „Vertragsehefrau“, sondern als ein Mädchen.

Eine neunzehnjährige Waise, die mit nichts als Hoffnung in dieses kalte Haus gezogen war.

Und was hatte ich ihr gegeben?

Schweigen.

Kälte.

Eine Familie, die sie wie einen Schatten behandelte.

Ich stand auf und ging zum Kleiderschrank.

Er war offen.

Darin waren nur noch drei Kleiderbügel.

Sie war mit einer kleinen Tasche weggegangen.

Eine Tasche für ihr ganzes Leben.

Eine Tasche für unser Kind.

„Ich wusste es nicht einmal“, murmelte ich, und meine Stimme brach. „Ich habe dich nicht einmal gesehen.“

Ich ging zurück zum Fenster und blickte auf die dunklen Gärten hinaus.

Die Wachen waren immer noch draußen und durchsuchten das Gelände, aber ich wusste, dass sie sie nicht finden würden.

Naomi war ein Jahr lang ein Geist in diesem Haus gewesen.

Sie wusste, wie man verschwindet, weil ich ihr beigebracht hatte, dass sie keine Bedeutung hatte.

Naomis POV

Das Hotelzimmer war winzig.

Die Wände waren in einem matten Gelb gestrichen, das wie alte Zähne aussah, und die Luft roch nach billigem Reinigungsspray und Staub.

Aber als ich auf der quietschenden Bettkante saß, verspürte ich ein seltsames Gefühl von Frieden.

Zum ersten Mal seit einem Jahr flüsterte niemand im Nebenzimmer über mich.

Niemand sah mich mit Augen voller Hass an.

Ich griff in meine Tasche und holte eine kleine Flasche Wasser und eine einzelne Packung Cracker heraus.

Mein Magen fühlte sich verkrampft an.

Die morgendliche Übelkeit setzte vielleicht schon früh ein, oder es lag einfach am Stress.

Ich zwang mich, einen Bissen zu nehmen.

„Du musst essen“, flüsterte ich und berührte meinen Bauch. „Wir müssen stark sein.“

Meine Gedanken kehrten immer wieder zur Villa zurück.

Ich fragte mich, ob Lucas den Test bereits gefunden hatte.

Ein Teil von mir hoffte, dass er es nicht getan hatte.

Ich wollte für ihn nur eine Erinnerung sein – ein Name auf einem Vertrag, den er endlich löschen konnte.

Aber ein anderer Teil von mir, der schwache Teil, der sich noch daran erinnerte, wie er im Mondlicht ausgesehen hatte, fragte sich, ob es ihm etwas bedeuten würde.

อ่านหนังสือเล่มนี้ต่อได้ฟรี
สแกนรหัสเพื่อดาวน์โหลดแอป
ความคิดเห็น (1)
goodnovel comment avatar
Ginger
Haha, wie bitte konnte sie schwanger werden?? Bin mal gespannt was kommt!!
ดูความคิดเห็นทั้งหมด

บทล่าสุด

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   CHAPTER 173 – BRUSHSTROKES OF THE SOUL 🎨✨

    The days following the announcement brought a brand-new rhythm to Naomi’s life.Before, her days had been carefully balanced between attending classes, rushing back to pick up Leo, and spending late nights painting in the quiet corners of her apartment. But now, everything felt elevated.The nomination for the Royal International Art Society competition wasn't just an honor; it was a challenge.A massive one.On a crisp Tuesday afternoon, the university studio was quiet. Most students had already left for the day, but Naomi remained at her easel, brush in hand, staring intensely at the canvas before her.The painting was unlike anything she had ever created.It wasn't just about technique or color theory. It was raw. It was personal.It depicted a mother and child standing at the edge of a turbulent storm, watching the light break through the dark clouds. The brushstrokes were fierce yet tender, capturing both the struggle of survival and the quiet grace of hope."You're going to ruin

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 171

    Naomi blieb noch lange im Atelier, nachdem die meisten anderen Studenten bereits gegangen waren.Das abendliche Sonnenlicht fiel durch die hohen Fenster und tauchte den Raum in ein sanftes, goldenes Licht. Überall um sie herum standen Gemälde. Manche waren noch unvollendet. Manche erstrahlten bereits in voller Schönheit. Andere wiederum wirkten chaotisch und verwirrend.Genau wie das Leben.Naomi stand still vor ihrer Leinwand, Farbe an den Fingern und ein leises Lächeln auf den Lippen.Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit malte sie etwas, das weder aus Angst noch aus Traurigkeit entstand.Es war zwar immer noch voller Gefühle, doch diesmal fühlten sich diese Gefühle weicher an.Hoffnung.Heilung.Das Gemälde zeigte eine Frau, die bei Sonnenaufgang nahe dem Ozean stand. Der Himmel hinter ihr war an einigen Stellen zwar noch dunkel, doch das Licht brach sich bereits langsam durch die Wolken.Professor Evans ging erneut an ihr vorbei und blieb an ihrer Seite stehen.„Sie haben Ihren Sti

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 170 — DIE WAHRHEIT IN IHREM HERZEN

    Valentina stand noch lange nach dem Ende des Anrufs allein am großen Hotelfenster.Unter ihr erstrahlten die Lichter der Stadt in voller Pracht. Autos bewegten sich langsam durch die Straßen, während draußen vor den Restaurants und Bars Menschen miteinander lachten.Alles wirkte so lebendig.Doch in ihrer Brust fühlte sich alles einfach nur leer an.Langsam setzte sie sich auf die Bettkante und nahm einen Ohrring nach dem anderen ab. Die teuren Diamanten funkelten unter dem sanften Licht, doch heute Nacht gaben sie ihr lediglich das Gefühl von tiefster Erschöpfung.Sie erinnerte sich an die Zeit, als sie noch jünger war.Damals glaubte sie fest daran, dass eine Ehe sie glücklich machen würde.Sie stellte sich Romantik vor, Lachen, Kinder, die durch ein wunderschönes Haus rannten.Sie stellte sich einen Ehemann vor, der sie ansah, als wäre sie die einzige Frau auf der ganzen Welt.Stattdessen bekam sie Schweigen.Distanz.Kalte Abendessen.Ein aufgesetztes Lächeln für die Kameras.Und

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 169 – EIN KLEINES LICHT IN DER DUNKELHEIT

    Naomi trat zur Seite und ließ Professor Evans in die Wohnung.„Es tut mir leid, dass ich Sie um diese späte Stunde störe“, sagte er und hielt die Papiertüte hoch. „Die Bäckerei in der Nähe der Galerie hatte noch geöffnet, und ich erinnerte mich daran, dass Sie Zimtgebäck mögen.“Naomi lächelte sanft, während sie ihm die Tüte abnahm.„Das habe ich nur ein einziges Mal erwähnt.“„Ja“, sagte er mit einem leichten Lächeln, „aber Künstler erinnern sich an seltsame Kleinigkeiten.“Naomi lachte erneut leise.Es überraschte sie ein wenig, wie leicht es ihr fiel, mit ihm zu reden.Es fühlte sich nicht schwer an.Nicht kompliziert.Einfach nur leicht.„Bitte, setzen Sie sich“, sagte sie.Professor Evans sah sich in der Wohnung um, während er seinen Mantel auszog. Der Raum war klein, aber gemütlich. Leos Zeichnungen hingen mit bunten Magneten am Kühlschrank, und neben dem Sofa lagen ordentlich aufeinandergestapelte Bücher.„Hier fühlt man sich friedlich“, sagte er ehrlich.Naomi sah sich ebenfal

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 168 – DIE RISSE IM HAUS DER ASHFORDS

    An diesem Abend kehrte Naomi emotional erschöpft nach Hause zurück.Der Besuch in der Kunstgalerie war wunderschön gewesen, doch das seltsame Gefühl in ihrer Brust war nie wirklich verschwunden. Selbst während sie die Gemälde betrachtete, blieb ein Teil ihres Geistes wachsam und beobachtete jede Ecke um sie herum.Das schwarze Auto ging ihr nicht aus dem Kopf.Kaum hatte sie die Wohnung betreten, rannte Leo glücklich auf sie zu.„Mama!“Naomi lächelte sofort und beugte sich hinunter, um ihn in ihre Arme zu schließen.„Da hat mich wohl jemand vermisst.“„Sehr sogar“, sagte Leo ernst.Martha lachte leise aus der Küche. „Er hat alle zehn Minuten nach dir gefragt.“Naomi küsste Leos Wange und atmete langsam ein.Das hier.Das war das Einzige, was sie all die Jahre aufrechtgehalten hatte.Ihr Zuhause.Die Wärme.Die kleinen Arme ihres Kindes, die sich um ihren Hals schlangen.Für ein paar Minuten wurde die Angst in ihrem Inneren leiser.„Hast du zu Mittag gegessen?“, fragte sie Leo, währen

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 167 – EIN KLEINER MOMENT DES FRIEDENS

    In dieser Nacht blieb Naomi noch lange neben Leos Bett sitzen, nachdem er endlich eingeschlafen war.Im Zimmer war es still. Nur sein leises Atmen war zu hören. Die kleine Nachttischlampe an der Wand tauchte den Raum in ein warmes, goldenes Licht. Leo umarmte im Schlaf seinen Stoffbären und schlief friedlich, während Naomi langsam mit den Fingern durch sein Haar strich.Manchmal konnte sie immer noch nicht glauben, dass er bereits fünf Jahre alt war.Fünf Jahre.Fünf Jahre, in denen sie ihn allein großgezogen hatte.Fünf Jahre, in denen sie sich versteckt hatte.Fünf Jahre, in denen sie versucht hatte, stark zu bleiben, selbst wenn sie innerlich daran zerbrechen wollte.„Du verdienst ein besseres Leben als dieses“, flüsterte sie leise.Leo bewegte sich im Schlaf ein wenig, wachte aber nicht auf.Naomi lächelte traurig und zog die Decke höher über seinen Körper, bevor sie leise das Zimmer verließ.Als sie das Wohnzimmer betrat, saß Martha auf dem Sofa. Ihr Strickkorb stand neben ihr.„

บทอื่นๆ
สำรวจและอ่านนวนิยายดีๆ ได้ฟรี
เข้าถึงนวนิยายดีๆ จำนวนมากได้ฟรีบนแอป GoodNovel ดาวน์โหลดหนังสือที่คุณชอบและอ่านได้ทุกที่ทุกเวลา
อ่านหนังสือฟรีบนแอป
สแกนรหัสเพื่ออ่านบนแอป
DMCA.com Protection Status