Sechs Jahre kalt – bis er sie verlor.

Sechs Jahre kalt – bis er sie verlor.

Par:  RenateMis à jour à l'instant
Langue: Deutsch
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Drei Monate vor der Scheidung stellte sie ihren Antrag auf Versetzung. Einen Monat vor der Scheidung schickte sie Thomas Wolf die Scheidungsvereinbarung. Und in den letzten drei Tagen vor der Scheidung räumte sie jedes einzelne Stück, das ihr gehörte, aus dem gemeinsamen Zuhause und zog aus. … Sechs Jahre Beziehung – und erst als Thomas mit seiner ersten Liebe und deren Sohn vor ihr stand, als das Kind ihn „Papa“ nannte, erwachte sie endlich. Wenn er ihretwegen wieder und wieder schwieg, alles für diese Frau und ihr Kind duldete, so als wäre SIE, Linda, diejenige, die im Schatten lebte, die heimliche Geliebte, dann sollte sie diese Ehe beenden – und ihn seiner wahren Liebe überlassen. Doch in dem Moment, in dem sie wirklich aus seinem Leben verschwand, verlor er den Verstand. Sie hatte geglaubt, dass Thomas nun endlich seinen Willen bekäme und die Frau heiraten würde, die er angeblich so sehr liebte. Sie ahnte nicht, dass dieser mächtige Mann – mit rotgeränderten Augen – vor der Presse stehen und demütig um ihre Liebe flehen würde: „Ich habe nicht betrogen und habe kein uneheliches Kind. Ich habe nur eine Ehefrau, die mich nicht mehr will. Sie heißt Linda Schmidt – und ich vermisse sie.“

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Chapitre 1

Kapitel 1

„Linda, hast du dir das wirklich überlegt? Willst du wirklich ins Krankenhaus in Seestadt wechseln?”

Herr Berg hielt Linda Schmidts Versetzungsantrag in der Hand und sah sie überrascht an.

Lindas Wimpern zitterten leicht, in ihrem Blick lag ein Hauch bitterer Müdigkeit.

„Ja, ich habe mich entschieden.“

Als er merkte, dass sie ihren Entschluss gefasst hatte, seufzte Herr Berg und unterschrieb schließlich das Formular.

Als Linda das Büro des Direktors verließ, traf sie im Flur auf Thomas Wolf und Alina Müller, die im weißen Kittel war – zusammen mit deren Sohn.

Sie blieb abrupt stehen.

Vor ihr bot sich das fast perfekte Bild einer dreiköpfigen Familie: Alina hielt den kleinen Jungen an der Hand, ging eng an Thomas’ Seite, während der Junge Thomas’ andere Hand fest umschlossen hielt, sein Lächeln strahlend und unbeschwert.

Diese Szene traf Linda wie ein Stich ins Herz.

Die Geduld und Zärtlichkeit, die Thomas Alina und ihrem Sohn entgegenbrachte, hatte sie nie von ihm bekommen.

Sie wusste, Thomas hasste sie.

Alina war Thomas’ erste Liebe gewesen. Erst nachdem Linda und Frau Wolf damals einen Handel abgeschlossen hatten und Linda Thomas endlich heiraten durfte, erfuhr sie, dass er sich ihretwegen von Alina getrennt hatte.

Für Thomas war sie eine Frau, die seine Schwäche ausgenutzt und sich mit manipulativen Mitteln an seine Seite gedrängt hatte.

Doch er wusste nicht die Wahrheit: Sie hatte Thomas früher gekannt als Alina – er erinnerte sich nur nicht mehr an sie…

Sie hatte geglaubt, wenn sie ihn heiratete, würde er sich irgendwann wieder an sie erinnern.

Dass sie sein kaltes Herz wärmen könnte.

Aber sie hatte sich gründlich geirrt.

Er hasste sie.

Wie hätte er sie da jemals lieben sollen?

Sonst hätte er nach sechs Jahren Ehe nicht öffentlich behauptet, er sei Single – und sich nicht so verhalten, als würde er sie gar nicht kennen.

„Dr. Schmidt?“ Alina bemerkte sie zuerst.

Thomas Wolf hingegen runzelte die Stirn und sah Linda scharf an – als fürchte er, sie könnte etwas über ihre Beziehung verraten.

Seine Distanz schnitt ihr einen Moment lang ins Herz, doch sie fand schnell ihre Fassung wieder.

„Frau Chefärztin. Herr Wolf.“

Thomas Wolf war vor Kurzem beim Zentralkrankenhaus eingestiegen und galt nun als Anteilseigner.

Doch Linda wusste, dass er dies nicht ihretwegen getan hatte – sondern wegen Alina.

Seit Alinas Rückkehr war es Thomas gewesen, der sie hier untergebracht hatte.

Kaum eingetreten, hatte sie gleich die Position der Chefärztin der Chirurgie erhalten.

Alle im Krankenhaus wussten, dass Alina Thomas’ Rückhalt hatte. Und die Gerüchte, er sei ihr Freund, hatte Thomas nie dementiert.

Alina hakte sich locker bei Thomas ein.

„Dr. Schmidt, Sie sind viel zu höflich. Im Krankenhaus sind Sie meine Vorgesetzte. Ich bin noch nicht lange hier – ich muss noch viel von Ihnen lernen.“

Bevor Linda antworten konnte, rannte der kleine Junge zu Thomas und umklammerte dessen Bein.

„Papa, ich bin müde. Kannst du mich tragen?“

Lindas Gesicht verlor schlagartig jede Farbe.

Papa?!

Alina stellte sich gespielt empört.

„Max! So etwas sagt man doch nicht einfach so!“

Dann wandte sie sich entschuldigend an Thomas: „Es tut mir leid, Thomas, er weiß es nicht besser.“

Thomas warf einen flüchtigen Blick zu Linda. Kein Ärger – nur ein kurzer, unlesbarer Ausdruck.

Dann hob er Max ruhig auf den Arm.

„Schon gut.“

Max schlang die Arme um seinen Hals und lachte: „Ich mag Thomas! Wenn Thomas mein Papa wäre, wäre das toll!“

„Du kleiner Schelm…“ Alina tippte ihm sachte an die Stirn.

Linda ballte die Hände zu Fäusten.

Diese sanfte, liebevolle Seite von Thomas … Sie hatte sie nie zu sehen bekommen.

Genug. Sie würde sein Herz ohnehin nie wärmen können.

Vielleicht … war es so besser.

Sie schluckte ihre Bitterkeit hinunter, ging stumm an den dreien vorbei und betrat den Fahrstuhl.

Linda hatte niemandem von ihrem Antrag auf Versetzung erzählt – auch nicht Thomas.

Sie sah keinen Sinn darin.

Er würde es vermutlich sowieso nicht wissen wollen.

Sie fuhr zur alten Residenz der Familie Wolf und klingelte.

Nach kurzer Zeit öffnete Haushälterin Frau Sommer die Tür.

„Frau Schmidt, Sie sind zurück?“

„Ist Großmutter da?“

„Die alte Dame ist da, kommen Sie bitte rein.“ Frau Sommer begegnete Linda mit spürbarem Respekt.

Frau Wolf war die hochangesehene Matriarchin der Familie Wolf.

Seit Thomas’ Großvater verstorben war, leitete sie alle Familienangelegenheiten. Sie stammte aus Süddeutschland und ihre Herkunftsfamilie war ein mächtiger Wirtschaftsklan.

In ihrer Jugend war sie eine entschlossene, furchtlose Geschäftsfrau gewesen, und selbst ihre Schwiegermutter hatte es nie gewagt, ihr Schwierigkeiten zu machen.

Frau Sommer führte Linda in einen Meditationsraum.

Frau Wolf kniete auf einem Kissen und spielte ruhig mit der Gebetskette in ihren Händen.

„Gnädige Frau, die junge Frau ist da.“

Frau Wolf öffnete langsam die Augen und wandte sich zu Linda.

„Komm her und setz dich.“

Nachdem Frau Sommer gegangen war, kniete Linda neben ihr nieder und verbeugte sich ehrfürchtig vor der Statue.

Frau Wolf war gläubig, hielt sich an Rituale und verbrachte oft Wochen an Orten der Stille und Besinnung mit Gebeten.

Linda spürte, wie sich ihr Herz zusammenzog. Schließlich hob sie den Kopf und sagte leise:

„Frau Wolf… Ich möchte mich von Thomas scheiden lassen.“

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