Se connecterDrei Monate vor der Scheidung stellte sie ihren Antrag auf Versetzung. Einen Monat vor der Scheidung schickte sie Thomas Wolf die Scheidungsvereinbarung. Und in den letzten drei Tagen vor der Scheidung räumte sie jedes einzelne Stück, das ihr gehörte, aus dem gemeinsamen Zuhause und zog aus. … Sechs Jahre Beziehung – und erst als Thomas mit seiner ersten Liebe und deren Sohn vor ihr stand, als das Kind ihn „Papa“ nannte, erwachte sie endlich. Wenn er ihretwegen wieder und wieder schwieg, alles für diese Frau und ihr Kind duldete, so als wäre SIE, Linda, diejenige, die im Schatten lebte, die heimliche Geliebte, dann sollte sie diese Ehe beenden – und ihn seiner wahren Liebe überlassen. Doch in dem Moment, in dem sie wirklich aus seinem Leben verschwand, verlor er den Verstand. Sie hatte geglaubt, dass Thomas nun endlich seinen Willen bekäme und die Frau heiraten würde, die er angeblich so sehr liebte. Sie ahnte nicht, dass dieser mächtige Mann – mit rotgeränderten Augen – vor der Presse stehen und demütig um ihre Liebe flehen würde: „Ich habe nicht betrogen und habe kein uneheliches Kind. Ich habe nur eine Ehefrau, die mich nicht mehr will. Sie heißt Linda Schmidt – und ich vermisse sie.“
Voir plusDer Schlag kam so plötzlich, dass Linda nicht einmal reagieren konnte.Sogar ihre Mutter fuhr erschrocken zusammen.Ihr Vater zeigte wütend auf sie.„Du willst dich von Thomas scheiden lassen? Ich sag dir eins: Keine Chance!“„Glaubst du, die Tür zur Familie Wolf steht jedem offen? Dass du da hineingekommen bist, war pures Glück! Sei gefälligst dankbar!“Glück?Ja, vielleicht war es wirklich „Glück“ – dass sie als junges Mädchen Thomas in seinen dunkelsten Tagen beigestanden hatte, und ihm half zu fliehen, ohne Rücksicht auf irgendetwas.Die Familie Wolf schuldete ihr lediglich ein Menschenleben.Linda lachte plötzlich, die Augen rot.„Papa, ich verstehe es wirklich nicht. Ich bin doch auch dein Kind. Oder ist in deinen Augen nur Harry dein Kind?“„Du hast mich bestimmt wieder wegen ihm hergebeten, oder? Und dann so eine lahme Ausrede, ich solle zum Essen kommen. Sag’s doch gleich: Du willst, dass ich Thomas um Geld bitte, stimmt’s?“„Für euch ist alles, was meinen Bruder be
Linda ging im Krankenhaus die Situation des Patienten durch.Als die Angehörigen erfuhren, dass sie die Chefoperateurin gewesen war, hätte die Mutter des Patienten sich vor Dankbarkeit am liebsten vor ihr niedergekniet.Linda und die begleitenden Pflegekräfte erschraken und hielten sie hastig zurück.„Bitte, was machen Sie denn? Leben zu retten ist unsere Pflicht.“„Wenn es Sie nicht gegeben hätte, wäre mein Sohn längst tot. Sie… Sie haben ihm Hoffnung gegeben…“Die alte Frau brach in Tränen aus – eine Mischung aus Erleichterung und dem Schock des beinahe erlittenen Verlustes.Für Ärzte war der Umgang mit Leben und Tod alltäglich.Und jedes Leben, das man dem Tod entreißen konnte, war ein großes Glück.Der Patient hatte die Operation gut überstanden, war außer Gefahr und wies keine Folgeschäden auf – ein Glück im Unglück.Linda stützte die ältere Frau, beruhigte sie, gab ihr noch ein paar Anweisungen und verließ mit dem Team das Zimmer.Als sie ins Büro zurückkam, erhielt sie
„Wie alt bist du eigentlich? Und du willst dich ernsthaft mit einem Kind anlegen?“Linda erstarrte.Sie hatte gewusst, dass er ihr nicht glauben würde – aber diese unverhohlene Parteinahme tat trotzdem weh.Ihre Augen wurden heiß, sie schluckte die Tränen hinunter.„Ich habe ihn überhaupt nicht gestoßen!“Thomas lachte kurz auf.„Willst du damit sagen, ein Kind von ein paar Jahren hätte sich absichtlich fallen lassen, nur um dir die Schuld zu geben?“Lindas Herz zog sich schmerzhaft zusammen.Er würde ihr nicht glauben.Warum redete sie überhaupt noch …Sie senkte den Blick, zwang sich zur Ruhe.„Dass ich euch begegnet bin, war einfach Pech. Reicht dir das?“Sie drehte sich um und wollte gehen.„Stehen bleiben.“Linda hielt inne, ohne sich umzudrehen.„Max ist nun mal ein Kind. Warum musst du dich überhaupt mit ihm anlegen?“Thomas’ Stimme wurde etwas sanfter.„Entschuldige dich bei ihm.“„Thomas … vielleicht lassen wir das lieber …“, mischte Alina sich ein.Sein Bli
Thomas’ Gesicht verfinsterte sich, er wollte Alina gerade loslassen, da hielt sie ihn fest.„Thomas, mir geht’s immer noch nicht gut … Kannst du mich zur Apotheke begleiten?“Er runzelte die Stirn, löste den Blick von der eben verschwundenen Gestalt und nickte knapp.Thomas begleitete Alina zur Apotheke, um die Medikamente zu holen.Alina sah ihn an, bemerkte seine Unruhe und trat mit einem Lächeln näher.„Thomas, Max möchte gerne in den privaten Kindergarten. Aber er hat keinen festen Wohnsitz.Ich wollte fragen … ob Max vielleicht deine Adresse für die Anmeldung nutzen könnte? Nur für die Formalitäten, versteht sich …“Damit er ihr nicht sofort widersprach, fügte Alina hastig hinzu: „Keine Sorge, es ist nur vorübergehend. Es wird niemand erfahren.“Thomas betrachtete sie prüfend.Alina wagte nicht auszuweichen und ballte nur heimlich die Hände.„Thomas … bist du etwa verärgert?“„Es wäre nicht angemessen, meine Adresse für die Anmeldung zu nutzen.“Thomas’ Stimme blieb vo





