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Kapitel 5

Author: Renate
Thomas’ Gesicht verfinsterte sich, er wollte Alina gerade loslassen, da hielt sie ihn fest.

„Thomas, mir geht’s immer noch nicht gut … Kannst du mich zur Apotheke begleiten?“

Er runzelte die Stirn, löste den Blick von der eben verschwundenen Gestalt und nickte knapp.

Thomas begleitete Alina zur Apotheke, um die Medikamente zu holen.

Alina sah ihn an, bemerkte seine Unruhe und trat mit einem Lächeln näher.

„Thomas, Max möchte gerne in den privaten Kindergarten. Aber er hat keinen festen Wohnsitz.

Ich wollte fragen … ob Max vielleicht deine Adresse für die Anmeldung nutzen könnte? Nur für die Formalitäten, versteht sich …“

Damit er ihr nicht sofort widersprach, fügte Alina hastig hinzu: „Keine Sorge, es ist nur vorübergehend. Es wird niemand erfahren.“

Thomas betrachtete sie prüfend.

Alina wagte nicht auszuweichen und ballte nur heimlich die Hände.

„Thomas … bist du etwa verärgert?“

„Es wäre nicht angemessen, meine Adresse für die Anmeldung zu nutzen.“

Thomas’ Stimme blieb vollkommen ruhig.

„Aber ich kann meine Mutter bitten, ihn als Stiefsohn anzuerkennen.“

Alina: „…“

Ein Stiefsohn der Familie Wolf – Das bedeutete denselben Stand wie Thomas!

Ihr Sohn würde sein „Bruder“ sein…

Und sie? Was wäre sie dann?

Thomas sah sie an, sein Blick wurde dunkler.

„Du bist nicht einverstanden?“

Alina ließ sich nichts anmerken.

„Doch … wie du meinst.“

Er nickte kühl und sagte nichts mehr.

Alina krümmte die Finger.

Unzufriedenheit stieg in ihr auf – doch sie schluckte sie herunter.

Manches durfte man nicht überstürzen.

Wenn ihr Sohn erst einmal im Hause Wolf Fuß fasste und die Älteren für sich gewann,würde sie schon noch aufsteigen.

Thomas kam die ganze Nacht nicht zurück.

Früher hätte Linda das Licht für ihn angelassen.

Doch jetzt nicht mehr.

Ob er zurückkam oder nicht – es spielte keine Rolle mehr.

Als Linda gerade zur Klinik fahren wollte, begegnete sie unten Alina und ihrem Sohn.

Sie wollte einfach vorbeigehen, doch Alina rief sie an: „Dr. Schmidt!“

Linda blieb stehen, drehte sich um.

„Gibt es etwas?“

„Dr. Schmidt… Mögen Sie mich etwa nicht?“ Alina sah sie mit scheinbar vorsichtiger Sorge an.

„Frau Müller, Sie denken zu viel.“ Nicht mögen? Sie kannte sie kaum. Und es gab keinen Grund, sie zu mögen.

Alina kam mit ihrem Sohn näher.

„Gut, dann bin ich beruhigt. Ach ja, Sie fahren doch jetzt auch zur Klinik, oder?

Ich bringe Max gleich in den Kindergarten und fahre dann ebenfalls hin.“

Sie lächelte.

„Da es auf dem Weg liegt, kann Thomas Sie nachher mitnehmen.“

Linda erstarrte kurz.

Also war das der Grund, warum er die Nacht nicht nach Hause gekommen war –

Alina.

Die Scheidung war noch nicht einmal ausgesprochen.

Und er konnte es schon nicht abwarten, in ein anderes Bett zu steigen.

Linda sagte kühl: „Nicht nötig. Ich habe ein eigenes Auto.“

Alina hielt sie fest.

„Ach was, seien Sie nicht so förmlich. Wir arbeiten doch in derselben Klinik.

Warten Sie einfach kurz, Thomas müsste gleich da sein.“

Ein stiller Funken Zorn brannte in Linda auf.

Sie fragte sich sogar, ob Alina das absichtlich tat – ob sie längst wusste, wer Thomas für Linda war und es genoss, es ihr unter die Nase zu reiben.

Linda riss ihre Hand los.

„Ich sagte: nicht nötig.“

Alina fiel urplötzlich zu Boden.

Max sah, wie seine Mutter „umgestoßen“ wurde und stürmte auf Linda zu.

„Du böse Frau! Du hast meine Mama geschubst!“

Lindas Handy fiel zu Boden.

Max, wütend, trat mehrfach mit voller Kraft darauf.

„Hast du überhaupt Manieren!“

Linda zog ihn nur hastig zur Seite, er fiel auf den Boden und brach in lautes Weinen aus.

Da hielt ein Auto am Straßenrand.

Thomas stieg aus, sah die Szene – und sein Gesicht veränderte sich.

Mit schnellen Schritten kam er auf sie zu.

„Linda!“

In seiner Hast vergaß er sogar, dass Alina vielleicht etwas merken könnte –

er rief ihren Namen ohne Zögern.

„Papa! Diese böse Frau hat mich geschubst!“ Max heulte und sah unglaublich verletzt aus.

Alina beugte sich sofort zu Max, überprüfte ihn, ihr Blick kalt.

„Dr. Schmidt, wenn Sie etwas gegen mich haben, sagen Sie es mir direkt. Aber an einem Kind müssen Sie sich doch nicht vergreifen!“

Linda atmete tief durch, zwischen ihren Zähnen knirschte es.

„Warum erwähnt Frau Müller nicht, dass er absichtlich auf mein Handy getreten hat?“

Alina wich ihrem Blick aus.

„Max … hat es nicht absichtlich gemacht.“

„Einmal kann ein Versehen sein. Aber mehrere Male – das ist Absicht.“

„Linda.“ Ein Funke Zorn flackerte in Thomas’ Augen.

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