LOGINDas Gespräch mit Markus war mehr als nur unerwartet. Nicht nur wegen dem, was gesagt wurde. Sondern vor allem, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Also wirklich nicht. Niemals. Und dass ich es dann auch noch zugelassen hatte, dass er reinkam und wir stundenlang miteinander redeten. Gestern noch hätte ich definitiv gesagt, dass das niemals passieren würde. Julian hatte sich in der Zwischenzeit auch öfter gemeldet. Zum Antworten war ich allerdings nicht gekommen. Ich dachte viel zu sehr darüber nach, was Markus alles gesagt hatte. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, mit jemandem darüber zu reden. Aber das wäre wahrscheinlich noch keine gute Idee. Immerhin musste ich selbst erst einmal meinen Kopf sortieren. Sara hatte also gar nicht das Leben, das sie überall herum erzählte. Sie stalkte Markus und stellte alles anders dar. Jedem erzählte sie eine andere Geschichte. Immer genau so, wie es gerade passte. Und wenn ich ehrlich war, wusste ich mittlerweile nicht ei
Markus hatte deutlich mehr zum Frühstück bestellt, als ich erwartet hatte. Eigentlich hätte ich nicht einmal gedacht, dass man um diese Uhrzeit noch irgendwo Frühstück bestellen konnte. Es war immerhin fast dreizehn Uhr. Aber offenbar gab es für Markus keine Uhrzeit, zu der Frühstück keine gute Idee war. Ich nahm mir ein Stück von dem Toast und probierte es. Und verdammt. Es war richtig gut. Nicht, dass ich das gerade laut zugeben wollte. Ich hatte zwar Hunger gehabt, aber mein Kopf war viel zu voll, um das Essen wirklich genießen zu können. Trotzdem schaffte ich es irgendwie, ein paar Bissen zu essen. Ich sollte Markus später unbedingt fragen, woher das Essen kam. Das war viel zu gut. „Wo waren wir stehen geblieben?“, fragte Markus schließlich, während er sich etwas Rührei auf die Gabel lud. Ich sah ihn an. „Ähm … gute Frage.“ Ich ließ mich tiefer in die Couch sinken. „Mein Kopf raucht gerade.“ „Meiner auch.“ „Das beruhigt mich irgendwie.“ Er lachte kurz
Mit dem Kaffee in der Hand schlurfte ich zurück ins Wohnzimmer. Markus saß bereits auf der Couch und hatte sein Handy neben sich auf den Tisch gelegt. Vor ihm stand ein großer Becher Eiskaffee. „Willst du auch was trinken?“ Er hob kurz seinen Becher an. „Nein danke. Ich hab mir einen Eiskaffee mitbestellt.“ Ich nickte und setzte mich neben ihn. Eigentlich war mein Kaffee viel zu heiß, um ihn direkt zu trinken. Trotzdem nahm ich einen viel zu großen Schluck und verbrannte mir beinahe die Zunge. Perfekt. Genau das hatte mir jetzt noch gefehlt. Ich stellte die Tasse auf den Tisch und atmete tief durch. Irgendwie sagte mir das Gefühl in meiner Brust, dass ich besser schnell irgendetwas trinken sollte, bevor dieses Gespräch wirklich anfing. Denn sobald wir anfingen zu reden, würde es vermutlich kein Zurück mehr geben. „Okay“, sagte Markus schließlich. „Willst du anfangen? Vielleicht macht es am meisten Sinn, wenn wir wirklich beim Anfang beginnen.“ Ich sah ihn an und nickte.
„Ahhhh, warum?“ Ich rollte mich genervt auf die andere Seite. Wer um alles in der Welt wollte jetzt etwas von mir? Nina lebte viel zu weit weg. Julian war im Urlaub. Und sonst klingelte eigentlich niemand bei mir. Es klingelte erneut. Genervt tastete ich nach meinem Handy und tippte kurz auf den Bildschirm, damit die Uhrzeit erschien. 12:53 Uhr. Okay. Dass ich so lange geschlafen hatte, war nach der letzten Nacht eigentlich kein Wunder. Das eigentliche Wunder war, dass ich überhaupt irgendwann eingeschlafen war. Es klingelte ein drittes Mal. „Jaaaaa, ich komme!“ Gezwungenermaßen schlurfte ich aus meinem Bett. Mein Arm tat noch immer weh und mein Kopf fühlte sich an, als hätte ich überhaupt nicht geschlafen. Ich ging zur Tür und drückte auf den Türöffner. „Einen Moment.“ Ich schlurfte zurück zur Wohnungstür und öffnete sie. Fast hätte ich sie direkt wieder zugeschlagen. Denn mit allem hatte ich gerechnet. Mit einem Paketboten. Mit einem Nachbarn. Vielleicht sogar m
Viel zu lange zu grübeln machte einen wirklich müde. Als ich auf die Uhr sah, war es bereits 04:13 Uhr. Ich starrte einige Sekunden auf die Zahlen. „Das kann nicht dein Ernst sein.“ Ich hatte tatsächlich die halbe Nacht damit verbracht, über Sara, Julian und alles andere nachzudenken. Das Kühlakku unter meinem Arm war wahrscheinlich schon seit Stunden warm und brachte mittlerweile überhaupt nichts mehr. Mein Handy hatte ich nicht einmal ans Ladekabel gesteckt. Immerhin war der Akku noch nicht ganz leer. Ich setzte mich auf, nahm das Ladekabel vom Nachttisch und steckte es endlich ein. Sofort leuchtete mein Bildschirm auf. Mehrere Nachrichten. Natürlich. Die von Mia öffnete ich zuerst. Du wirst es nicht glauben. Markus hat Sara vor allen Leuten voll die Ansage gemacht. Ich blinzelte. Er hatte was? Mein Kopf war plötzlich wieder hellwach. In meinem Kopf konnte ich mir sofort vorstellen, warum er das getan hatte. Um ihr zu sagen, dass sie keine Beziehung hatten? Oder v
Das Telefonat mit Mia war seltsam. Nicht, weil sie irgendetwas Seltsames gesagt oder getan hatte. Im Gegenteil. Eigentlich hatte sie mir mit ihren Worten sogar gutgetan. Aber trotzdem hatte sich danach etwas verändert. Vielleicht lag es daran, dass sie gesagt hatte, sie wäre eine Freundin für mich. Eine Freundin. Das war irgendwie schön zu hören. Auch wenn wir bisher noch nicht besonders viel miteinander zu tun gehabt hatten, mochte ich Mia. Sie war nett. Direkt. Manchmal ein bisschen verrückt, aber auf eine gute Art. Und vor allem stand sie auf meiner Seite. Zu wissen, dass jemand Sara nicht einfach alles glaubte, was sie erzählte, tat gut. Vielleicht sogar mehr, als es sollte. Ich legte mein Handy zur Seite und zog die Beine wieder an mich. Mein Blick wanderte durch mein Zimmer. Und natürlich landete ich irgendwann wieder bei Sara. Sie bereitete mir mehr Fragen als Antworten. Ich fragte mich wirklich, wie man so blind sein konnte. Wie konnte man ernsthaft glauben, d







