LOGIN„Können Sie nicht etwas schneller fahren?“, fragte Evelyn den Fahrer, während ihre Freundin versuchte, ihr Lachen zurückzuhalten und das Gesicht gegen die Fensterscheibe presste.„Ich darf die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht überschreiten, Miss Carter.“ Der Fahrer klang entschuldigend. „Es tut mir leid.“„Nehmen Sie es ihr nicht übel“, murmelte Sophia. „Meine Freundin ist nur ein bisschen … ungeduldig.“Evelyn saß auf dem Rücksitz, die Hände ineinander verschränkt, und versuchte sich vorzustellen, was sie sagen würde, sobald sie Damian sah.Während der Tage, in denen er bewusstlos gelegen hatte, hatte sie sich diesen Moment unzählige Male ausgemalt. Doch jeder Satz, den sie sich zurechtgelegt hatte, klang jetzt lächerlich.Was, wenn er noch zu schwach war? Was, wenn die Ärzte lediglich gemeint hatten, dass er wach war, aber noch niemanden empfangen konnte? Was, wenn—„Miss Carter“, sagte der Fahrer sanft. „Wir sind da.“Evelyn wartete kaum, bis der Wagen zum Stillstand gekommen war,
Das Licht wurde eingeschaltet, und der Mann fand sich plötzlich Damian gegenüber, der ihm direkt in die Augen starrte. Obwohl sein Gesicht blass war und sein Atem unregelmäßig ging, lag in seinem Blick eine Klarheit, die dem Mann das Blut in den Adern gefrieren ließ.„Wer … hat dich geschickt?“Der Eindringling starrte ihn an und brachte kein Wort heraus.Damian verstärkte den Griff um sein Handgelenk.„Hat mein Onkel dich geschickt?“Der Mann erholte sich von seinem Schock und geriet in Panik. Er riss sich los.„Spielt das überhaupt eine Rolle? Du wirst sowieso sterben.“Er stieß die Spritze erneut in Richtung Damians Arm.Damian wand sich zur Seite, und die Nadel schrammte über das Laken, verfehlte ihn aber um wenige Zentimeter. Er schlug die Hand des Mannes weg, doch die Bewegung zerrte an seiner verletzten Schulter. Ein stechender Schmerz schoss durch seine Brust und ließ seinen Atem stocken.„Hör auf, dich zu wehren!“Der Eindringling holte nach ihm aus, doch Damian duckte sich.
„Warum läuft einfach nichts so, wie ich es will?!“ Brenda schrie und fegte alles von ihrem Schreibtisch. „Das ist der reinste Scheiß!“Eine Kristallvase prallte gegen die Wand und zerbrach, gefolgt von einem gerahmten Foto und einem schweren Briefbeschwerer. Doch Brenda nahm das Chaos kaum wahr. Ihre Wut hatte inzwischen einen Punkt erreicht, an dem stillzusitzen unmöglich war, und jeder Winkel ihres Arbeitszimmers erinnerte sie daran, wie gründlich alles schiefgelaufen war.„Verdammter Damian. Verdammte Mutter. Und verdammter Roman!“Brenda trat einen heruntergefallenen Ordner zur Seite. Während ihres Wutausbruchs hatte sich ihr Haar gelöst, und einzelne Strähnen hingen ihr ins Gesicht.„Allesamt nutzlos! Was haben sie jemals für mich getan, außer alles zu ruinieren?“„Zur Hölle mit ihnen allen!“Die Tür öffnete sich, und Lucas trat ein. Offenbar hatten ihn die Geräusche zerbrechender Gegenstände und ihr Geschrei angelockt.„Mutter, was ist los?“Er trat näher, die Stirn in Falten ge
Die Nachricht von Damian Sinclairs Tod erreichte das Unternehmen noch vor Mittag. Obwohl es keine offizielle Stellungnahme gab, verbreitete sich das Gerücht so schnell, dass es bald nichts anderes mehr gab, worüber die Leute sprachen.Roman trat mit Brenda an seiner Seite aus dem Aufzug. Beide wirkten zufrieden.„Sie sehen völlig verloren aus“, murmelte Brenda. „Fast … bemitleidenswert.“„Kannst du es ihnen verübeln?“ Roman steckte die Hände in die Taschen. „Sie haben Damian jahrelang gedient.“Sie betraten den Konferenzraum, und die Gespräche verstummten. Die Direktoren saßen mit vorsichtigen Gesichtsausdrücken um den langen Tisch, während Damians Stuhl leer blieb.Roman lächelte, zog ihn heraus und setzte sich, ohne zu fragen. Brenda nahm neben ihm Platz.Mr. Lawson beugte sich vor. „Roman, wir haben die Gerüchte gehört, aber von der Familie gibt es noch keine Bestätigung.“„Ich werde mich nicht zu den Gerüchten äußern“, sagte Roman. „Sentimentalität ändert nichts an der Arbeit, die
Victor Hayes hatte seine Wohnung nicht mehr verlassen, seit er von der Polizeiwache zurückgekommen war.Die Vorhänge waren noch immer zugezogen, und der unberührte Teller auf dem Couchtisch stand dort bereits seit dem Vorabend.Er hatte kaum geschlafen, denn jedes Mal, wenn er die Augen schloss, sah er das umgekippte Auto vor sich und Damian Sinclair, der darin eingeschlossen gewesen war, während die Flammen um ihn herum loderten.Victor hatte gewusst, dass der Auftrag gefährlich war und ihn zum Mörder machen könnte. Doch die Bezahlung war enorm gewesen, und endlich hätte er ein Leben ohne finanzielle Sorgen führen können.Dabei ging es ihm bereits gut. Sein Gehalt als Damians Fahrer war beinahe doppelt so hoch wie das, was manche seiner Freunde aus der Geschäftswelt verdienten.Trotzdem hatte ihn die Gier gepackt, und jetzt bereute er es.Sein Handy klingelte. Er zuckte zusammen, warf einen Blick auf das Display und nahm ab. Die Nummer war ihm unbekannt, doch er wusste genau, wer ihn
Evelyn blieb vor Damians Zimmer stehen. Ihre Hand ruhte auf der Türklinke, während sie noch einen Moment zögerte, bevor sie hineinging.Schließlich drückte sie die Tür auf. Das gleichmäßige Piepen der Überwachungsgeräte empfing sie, gefolgt von dem Anblick Damians, der reglos im Bett lag.Sie trat an sein Bett, zog den Stuhl näher heran und setzte sich.„Hi“, flüsterte sie und nahm seine Hand. „Ich bin's.“Seine Finger blieben reglos in ihren, während sie sein Gesicht betrachtete und nach irgendeinem Anzeichen dafür suchte, dass er sie hören konnte. Nichts. Trotzdem sprach sie weiter.„Du machst mir das Leben ganz schön schwer, weißt du das?“ Ein schwaches Lächeln umspielte ihre Lippen. „Du kannst mir nicht einfach so einen Schrecken einjagen und dann erwarten, dass ich dir verzeihe, sobald du aufwachst.“Mit dem Daumen strich sie über seine Knöchel.„Ich …“ Ihre Stimme versagte. „Ich vermisse dich, Damian.“Evelyn beugte sich näher zu ihm und achtete darauf, die Kabel nicht zu berühr







