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Author: MariaRashin
last update publish date: 2026-09-11 00:22:39

Der alte Mann grinste. „Geld? Name? Ruhm? Nenn es. Ich kann es dir geben. Du musst nur meinen Sohn heiraten und dafür sorgen, dass er sich wie ein normaler Mensch verhält."

Rorys Stirn runzelte sich. „Was ist dein Sohn? Ein Alien? Ist er kein Mensch?"

Der alte Mann lachte erneut. „Ha! Du bist wirklich gut für meinen Sohn. Du hast Sinn für Humor – und mein Sohn hat keinen. Ihr ergänzt euch perfekt!"

Rory verengte die Augen. Vielleicht war es der Alkohol, oder die Traurigkeit, oder die Tatsache, dass sie den Unsinn des alten Mannes amüsant fand. Sie wollte den Schmerz vergessen, den der Verrat der Menschen verursacht hatte, denen sie vertraut hatte.

„Nichts für ungut, Mr. –"

„Ich bin Mr. Niccolo Dimitrios. Und darf ich Ihren Namen erfahren?", fragte er höflich.

„Ich bin Rory Salazar", sagte Rory und streckte ihre Hand aus. Der alte Mann ergriff sie schnell.

„Meine Schwiegertochter hat einen wunderschönen Namen. Er passt sehr gut zu dir, Liebes. Du und mein gutaussehender Sohn, ihr seid ein perfektes Paar."

„Hmm. Willst du mich reinlegen? Du bist doch nur voreingenommen, weil er dein Sohn ist."

„Haha! Natürlich nicht! Soll ich ihn jetzt anrufen?"

Rory verzog das Gesicht. „Ich weiß nicht. Wie du willst."

„Nun, er ist ein beschäftigter Mann. Aber ich werde es versuchen", sagte der alte Mann mit einem Lachen. „Aber ich bin sicher, er wird zustimmen, dich zu heiraten –"

„Was, wenn du und dein Sohn Serienmörder seid?"

„Oh, bitte! Ich bin kein Serienmörder, und mein Sohn auch nicht. Er ist nur … hmm, wie soll ich das sagen? Gefühllos? Aber hey … er ist ein Mensch. Wenn du meinem Sohn oder mir misstraust, kannst du meinen Namen im Internet suchen."

„Bist du ein Politiker?"

„Was? Natürlich nicht!" Der alte Mann verteidigte sich schnell. „Ich bin Geschäftsmann. Ich besitze ein Unternehmen – Hotelketten, Einkaufszentren und so weiter."

„Du versuchst doch, mich zu betrügen, oder?"

Der alte Mann seufzte. „Ich bin es nicht. Muss ich meinen Anwalt anrufen, damit du glaubst, dass ich nicht lüge?"

„Vielleicht ist er dein Komplize", beharrte die junge Frau.

„Warte", sagte der alte Mann und nahm sein Handy heraus. Dann rief er jemanden an. Nach ein paar Momenten wurde der Anruf angenommen. Er hielt Rory sein Handy hin.

„Mr. Cojuangco?!", rief Rory aus.

Der alte Mann lächelte sie an. „Du kennst ihn?"

Rory nickte. „Er ist ein Freund meines Vaters."

„Nun, er ist mein Anwalt –"

„Was?!", unterbrach Rory.

„Du hast richtig gehört, Liebes. Ich bin sein Privatanwalt", antwortete Mr. Cojuangco am anderen Ende der Leitung. „Sei versichert, er ist kein Betrüger. Tatsächlich kannte dein Vater ihn."

Rory wandte sich an den alten Mann. „Du kanntest meinen Vater?"

„Nun, wie heißt dein Vater?"

Etwas blieb in Rorys Hals stecken. Es war noch keine Jahr her, seit ihr Vater gestorben war, also war es noch schmerzhaft für sie, sich an ihn zu erinnern.

„Sein Name war Peter Salazar", antwortete sie und kämpfte gegen die Tränen an.

„Ah!", rief der alte Mann aus. „Also war Peter dein Vater? Ich habe damals bei Veranstaltungen immer nur eine seiner Töchter oft gesehen."

Rory lächelte mit zusammengepressten Lippen. „Ja. Ich war mit der Schule beschäftigt."

„Das hat er damals gesagt. Er sagte, du seist klug und dass er sehr stolz auf dich sei", sagte der alte Mann aufrichtig.

Rory schaute weg und trank sofort ihr Getränk aus. Ihre Emotionen fühlten sich an, als würden sie gleich explodieren. Was wäre, wenn ihr Vater hier wäre? Er würde Alana definitiv ausschimpfen. Sie war sicher, ihr Vater würde ihre Seite ergreifen.

Nach einer Weile hatte Rory die Anzahl der Gläser Alkohol, die sie getrunken hatte, verloren. Sie verlor sich völlig im Trinken und versuchte zu vergessen, was sie gesehen hatte.

Rory zuckte zusammen, als sie ein sanftes Klopfen auf ihrer Schulter spürte.

Sie drehte sich um.

Der alte Mann sah sie an. „Rory, ich gehe jetzt los. Ein alter Mann wie ich kann mit deinem Trinken nicht mithalten." Er legte etwas in Rorys Hand – eine Visitenkarte. „Ruf diese Nummer an, wenn du bereit bist, nach Hause gefahren zu werden, okay? Und was deine Hochzeit mit meinem Sohn angeht. Wir reden morgen darüber."

„Sir …"

„Unsinn! Nenn mich Papa oder Dad, denn ich werde auch dein Vater sein, sobald du meinen Sohn heiratest."

Rory lachte. „Klar, Papa!"

Es war nicht Rory, die sprach. Es war der Alkohol. Rory war völlig weggetreten, aber zu hören, wie jemand sie bat, ihn „Dad" zu nennen, ließ ihr Herz vor Glück anschwellen. Es war fast ein Jahr her, dass sie jemanden hatte, den sie so nennen konnte.

Mr. Niccolo ging, und Rory war allein am Tresen der Bar, ertrank im Alkohol und weinte. Ihre Sicht war verschwommen von all den Tränen, aber es war ihr egal, ob die Leute sie anstarrten. Alles, was sie wollte, war, den Schmerz zu lindern, den sie gerade fühlte.

„Ma'am, geht es Ihnen gut?", fragte der Barkeeper Rory.

Aber Rory schüttelte nur den Kopf und weinte weiter.

Der Barkeeper kratzte sich an der Stirn, warf einen Blick auf die schluchzende Frau und seufzte. Er nahm die Visitenkarte vor Rory auf und wählte die Nummer darauf.

„Hallo, Sir? Könnten Sie bitte kommen und Miss Rory abholen? Sie ist wirklich betrunken. Sie ist bei D'beat."

Als der Anruf endete, legte der Barkeeper die Karte zurück vor Rory. Sie starrte darauf und fragte sich, ob dies der Fahrer von Mr. Dimitrios war. Aber sie verdrängte den Gedanken schnell.

Stattdessen nahm sie ihr Handy heraus und starrte auf die Fotos von sich und Richard. Das ließ sie nur noch stärker weinen.

„Verdammt sollst du sein, dass du mein Herz gebrochen hast", sagte sie heiser. „I-ich wünschte, ich hätte damals nicht Ja zu dir gesagt. Du Bastard! Von all den Frauen, mit denen du hättest zusammen sein können, musstest du meine Schwester wählen. Du bist widerlich!"

Mit einem schweren Poltern brach Rory zusammen und wurde ohnmächtig, weil sie zu betrunken war.

Rue Rivaz saß lässig auf dem langen Sofa, ein Glas Whiskey lässig in seiner Hand.

Neben ihm war sein Privatsekretär Martin damit beschäftigt, den Terminplan seines Chefs für den nächsten Tag auf einem iPad zu überprüfen. Plötzlich vibrierte Martins Handy mit einem eingehenden Anruf.

Martin scannte die Anrufer-ID und sah sofort zu seinem Chef. „Sir, es ist Ihr Vater."

„Nimm ab", befahl Rue kalt, ohne auch nur einen Blick auf den Sekretär zu werfen.

Martin nickte, nahm schnell den Anruf entgegen und hielt das Gerät an sein Ohr. „Hallo?"

„Martin!", dröhnte die Stimme des alten Mannes durch den Lautsprecher.

„Ja, Mr. Dimitrios?", antwortete Martin professionell.

„Hmm … ist mein Sohn bei dir?"

Martin warf einen Blick auf Rue, bevor er antwortete: „Ja, Sir. Er sitzt direkt neben mir."

„Haha!" Der alte Mann lachte herzhaft. „Das ist gut! Ich habe eine Bitte an dich, Martin."

„Was wäre das, Sir?", fragte Martin nervös.

„Hmm … Es ist nichts allzu Schwieriges. Weißt du, ich habe eine Freundin, die ziemlich betrunken ist. Wenn diese Person anruft, könntet ihr zwei sie abholen? Ich habe selbst ein bisschen zu viel getrunken und werde sie nicht abliefern können. Tatsächlich bin ich schon nach Hause gegangen – du weißt, wie es ist, wenn man älter wird; die Alkoholtoleranz sinkt. Also hatte ich gehofft, ihr zwei könntet meine Freundin abholen? Ich bin sicher, Rue hat nichts dagegen."

Martin zögerte und kratzte sich schweigend am Kopf. Die Beziehung zwischen Mr. Dimitrios und seinem Sohn Rue war bekanntermaßen angespannt. Sie hatten jahrelang nicht miteinander gesprochen, obwohl der ältere Dimitrios in den letzten Monaten beharrliche Anstrengungen unternommen hatte, die Kluft zu überbrücken. Er rief oft an – Anrufe, die Rue routinemäßig ignorierte.

Deshalb war Martin völlig verblüfft, warum Mr. Dimitrios plötzlich eine persönliche Bitte auf die Schultern seines Sohnes lud.

„Mr. Dimitrios –"

Bevor Martin seinen Satz beenden konnte, legte der alte Mann auf. Mit einem leisen Seufzen wandte sich der Sekretär wieder seinem Chef zu.

„Sir …"

Rue stellte seinen Kristallbecher auf den gläsernen Couchtisch. „Was hat mein lieber Vater dieses Mal gesagt?"

„Er erwähnte, dass er eine Freundin hat, die betrunken ist, und fragte, ob wir sie abholen könnten", berichtete Martin nervös.

Rues Stirn runzelte sich zu einer scharfen Linie. „Was?"

„Er sagte, wir sollten die Person abholen, sobald sie anruft. Es scheint, Mr. Dimitrios hat auch ein bisschen getrunken – er erwähnte, er sei schon nach Hause gegangen. Also h-hat er uns die Verantwortung überlassen."

Ding!

Der scharfe Klang von Rues persönlichem Handy hallte durch den Raum. Beide Männer richteten ihre Augen auf das Gerät, das auf dem Tisch lag. Eine nicht registrierte Nummer blitzte auf dem Bildschirm auf – zweifellos der Anrufer, vor dem Mr. Dimitrios sie gewarnt hatte.

„Nimm ab", befahl Rue Martin.

Martin nahm das Handy und drückte die Antworttaste. „Hallo?"

„Hallo, hier ist Calix von der D'beat Bar. Könnten Sie bitte kommen und eine Frau namens Rory Salazar abholen?"

„Eine Frau?", platzte Martin schockiert heraus. Er setzte sich gerade hin, als er Rues dunklen, durchdringenden Blick auf sich spürte.

„Ja, Sir. Könnte jemand kommen und sie abholen? Alles, was sie bestellt hat, ist bereits bezahlt, aber sie hat keine Möglichkeit, nach Hause zu kommen. Sie ist völlig betrunken und weint hier in der Bar."

Martin kratzte sich nervös am Nacken. „I-in Ordnung … schicken Sie mir die Adresse."

Als Rue und Martin die laute, chaotische Bar betraten, gingen sie direkt zum Haupttresen. Bevor sie sich der bewusstlosen Frau näherten, die gegen die Marmorfläche gelehnt war, erregte Martin die Aufmerksamkeit des Barkepers und stellte eine kurze Frage. Eine knappe Bestätigung des Barkepers war alles, was Martin brauchte. Er wandte sich an Rue und gab ein subtiles Nicken, das bestätigte, dass sie tatsächlich die Frau war, die sein Vater ihnen aufgetragen hatte abzuholen.

Rue starrte auf Rory. Ein momentanes Innehalten ergriff ihn, als seine Augen über ihr tränenüberströmtes Gesicht glitten, bevor seine Stimme durch den Lärm schnitt: „Lass uns gehen."

Bevor einer von ihnen sich bewegen konnte, riss Rory ihren Kopf hoch. Ihre Augen – glasig vom Alkohol und schwer von ungelöstem Schmerz – starrten leer, als die Worte aus ihr herausbrachen, völlig ungefiltert.

„Warum sind Männer so grundlos furchtbar?! Warum müsst ihr alle betrügen?! Bin ich hässlich?! Häh?! Ich bin wunderschön! Ich bin klug … sexy … Was fehlt noch?!"

Rue blieb völlig still, doch er konnte seine Augen nicht von ihrem Gesicht abwenden. Inmitten des wummernden Basses und der betrunkenen Rufe der Bar war ihre zitternde Stimme das einzige Geräusch, das in seinem Kopf widerhallte.

Ohne ein weiteres Wort trat Rue vor, beugte sich hinunter und hob Rory mühelos in einen festen Brautstil, um sie aus der Bar zu tragen.

Als sie sich an Rues Brust niederließ, vergrub Rory instinktiv ihr Gesicht in seinem Anzugjackett, ihre Schultern hoben und senkten sich, als sie leise zu weinen begann. Durch ihre gedämpften Schluchzer entkam ein gebrochenes Flüstern ihren Lippen.

„Es tut so weh … Warum tut mein Herz so weh?"

Rue erstarrte mitten in der Bewegung und spürte das feuchte Gewicht ihrer Tränen, das direkt in seine Schulter sank.

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