MasukGrace strahlte sofort. Sie wollte ihre Mutter schon begrüßen und hoffte insgeheim, dass auch ihr Vater wieder zu Hause war.Riana lächelte bei der Nachricht und wies die Angestellten gleich an, etwas zu essen für Althea vorzubereiten.„Sie ist offenbar früher zurück, als ich gedacht habe.“Kurz darauf erschien Althea in der Tür des Esszimmers. Sie trug ein schlichtes hellblaues Kleid, das ihr locker bis zu den Knien fiel. Ihr gepflegtes, offen getragenes Haar umrahmte ihr Gesicht. Trotz des vermutlich anstrengenden Vormittags sah sie frisch und erholt aus.„Guten Morgen“, begrüßte Althea die Anwesenden.Grace sprang sofort auf und stürmte mit einem begeisterten Quietschen auf ihre Mutter zu, um sie fest zu umarmen.„Mama!“Althea lachte leise über Graces stürmische Begrüßung. Auch wenn solche Umarmungen inzwischen kein großes Problem mehr für ihre Schwangerschaft darstellten, nahm sie sich vor, Grace beim nächsten Mal zu bitten, nicht mehr ganz so unvermittelt auf sie zuzustürme
Im Haus der Millers begann der Morgen wie immer ruhig und gemütlich. Es war ein Morgen wie jeder andere.Kaum war die Sonne aufgegangen, machten sich die Angestellten im großen Esszimmer daran, das Frühstück vorzubereiten. Der Duft von frisch geröstetem Brot und heißer Suppe breitete sich allmählich im Raum aus und vermischte sich mit dem kräftigen Aroma von frisch aufgebrühtem Kaffee.Eli saß bereits am Tisch, als Daniel aus dem Flur kam.Sie sah heute Morgen gepflegt aus. Ihr langes Haar hatte sie schlicht zusammengebunden, dazu trug sie einen cremefarbenen Pullover und einen dunklen Rock. Ihre Augen waren nicht mehr so geschwollen wie gestern, auch wenn ihr die Müdigkeit noch ein wenig anzusehen war.„Guten Morgen, Opa“, begrüßte Eli ihn höflich, als er näher kam.Daniel nickte ihr kurz zu. „Guten Morgen, Eli.“Er zog einen Stuhl am Kopfende des Tisches zurück und setzte sich. Einige Sekunden lang betrachtete er das Mädchen aufmerksam und versuchte einzuschätzen, ob es ihr wir
„Ja. Ich habe Richard bereits beauftragt, Elis rechtliche Stellung abzusichern und sie behördlich von Marlene unabhängig zu machen. Das ist allerdings etwas kompliziert, weil Eli noch minderjährig ist.“„Aber am wichtigsten ist“, fügte Althea leise hinzu, „dass Eli weiterhin in unserer Obhut bleibt.“„Da hast du recht.“ Daven gab ihr einen zärtlichen Kuss auf die Schläfe. „Wir haben uns doch schon über Elis Schule unterhalten, oder?“„Ja.“ Althea erinnerte sich an ihr Gespräch vor einigen Tagen, als Daven zum ersten Mal vorgeschlagen hatte, Eli auf eine andere Schule zu schicken.„Diese Schule ist nach wie vor die beste Wahl“, sagte Daven.Althea musterte ihn. „Hast du alles überprüft?“„Natürlich.“ Seine Stimme klang ruhig, aber bestimmt. „Das Umfeld stimmt, und die Sicherheitskontrollen sind streng. Dort kann sie sich ganz auf die Schule konzentrieren, ohne unnötig Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und … Marlene kennt diese Schule nicht.“Er machte eine kurze Pause.„Bei Sai
Das Morgenlicht fiel langsam durch einen Spalt zwischen den Hotelvorhängen. Sanfte Sonnenstrahlen glitten über den Holzboden bis zum Bett, das nach einer langen Nacht noch immer zerwühlt war.Langsam öffnete Althea die Augen.Ein paar Sekunden lang blieb sie reglos liegen und genoss die morgendliche Stille. Draußen erwachte Sun City bereits zum Leben, aber hier im Zimmer herrschte noch eine friedliche Ruhe.Sie drehte leicht den Kopf.Ihr Mann schlief noch tief und fest.Er lag auf dem Rücken, eine Hand neben dem Kopf. Sein Gesicht wirkte viel entspannter als sonst im Büro oder bei langen Besprechungen. Seine Atemzüge waren ruhig und gleichmäßig. Auf seiner Stirn zeichneten sich keine Sorgenfalten ab. Auch von dem kühlen, verschlossenen Ausdruck, den er bei schwierigen Entscheidungen gewöhnlich annahm, war nichts zu sehen.Althea betrachtete ihn eine Weile.Daven auf diese Weise zu sehen, ließ sie jedes Mal innehalten. Endlich schien die Last, die er Tag für Tag auf seinen Schul
Cale trat hinter Lydia und schlang die Arme um sie. Sie ließ es bereitwillig zu. Sanft legte er sein Kinn auf ihre Schulter. Der zarte Duft ihres Parfüms stieg ihm in die Nase, und er schloss für einen Moment die Augen.„Weil wir ständig beschäftigt sind.“„Vor allem du“, murmelte Lydia.„Ich weiß.“Lydia drehte leicht den Kopf. Cale war ihr inzwischen ganz nah.„Sag mal“, begann Lydia leise, „ist es dir mit dem einen Monat wirklich ernst?“Cale sah sie an. „Ja.“„Sobald du deiner Familie von deinem Plan erzählst, haben wir jede Menge zu tun.“Cale hauchte ihr einen kurzen Kuss auf die Lippen. „Ich halte nichts davon, Dinge aufzuschieben, die längst feststehen. Und darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen.“Lydia lachte leise. „Du bist wirklich ein unmöglicher Mann.“„Aber du magst diesen unmöglichen Mann, oder?“Noch bevor Lydia antworten konnte, hob Cale die Hand und drehte sie sanft zu sich um. Mit überraschender Zärtlichkeit berührte er ihr Gesicht.Eine Berühru
Cale hob den Blick von seinem Teller. „Bis ich meine Angelegenheiten hier vollständig geregelt habe. Zumindest bis Daven sagt, dass bei Callister Enterprise wieder alles läuft wie gewohnt.“ Er zögerte kurz. „Vielleicht … noch ein paar Tage.“„Nur ein paar Tage?“„Ja.“Lydia schnitt ein kleines Stück Hähnchen ab, bevor sie wieder das Wort ergriff. „Ich dachte, du wolltest länger bleiben.“„Die Niederlassung wartet noch auf mich“, sagte Cale. „Das weißt du doch.“Lydia nickte leicht. Seine Erklärung klang durchaus vernünftig.Seit fast zwei Jahren arbeiteten sie überwiegend im selben Land. Genauer gesagt hatte Cale Lydia einfach überallhin mitgenommen, wohin es ihn verschlug. Lydia hatte damit allerdings kein Problem. Im Gegenteil, sie hatte das Gefühl, dass sie dadurch ihr Potenzial viel freier entfalten konnte.SunCity war für sie inzwischen eher zu einem vorübergehenden Zwischenstopp geworden … obwohl Cales Familie dort lebte.„Ich kann meine Arbeit allerdings auch nicht zu la
Es wäre gelogen zu behaupten, dass es Althea nicht verletzen würde. Und es wäre scheinheilig zu behaupten, sie sei nicht traurig oder enttäuscht. Aber … was hätte sie tun können? Nichts konnte diesen Lauf der Dinge aufhalten. Nicht einmal der Mann, auf den sie einst zu vertrauen glaubte, war auf ihr
„Bist du völlig von Sinnen?“, fuhr Catherine Callister – oder einfach Kate – sie an, und ihre gellende Stimme zerriss die Ruhe des Gartens wie ein Messerstich. Ihre perfekt gepflegten Finger krallten sich so fest in Altheas Schulter, dass die zierliche Frau ins Wanken geriet. Die leichte Plastikgieß
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem
„Ich finde, diese Krawatte passt dir am besten.“Althea suchte eine aus Davens großer Sammlung heraus. Sie wusste, dass er ihre Nähe nur ertrug, aber sie verdrängte die Scham. Was sie sich vorgenommen hatte, musste funktionieren – zumindest bis der Monat vorbei war.Danach würden sich ihre Wege en







